Schön wäre es, wenn es dahingehend bessere Untersuchungen gäbe. Mit anständiger Dokumentation.
Die überwiegende Mehrheit der bösartigen Milztumoren (Hämangiosarkome) habe ich bei intakten Rüden gesehen. Was natürlich nichts aussagt. Und die Hündinnen mit Mammatumoren waren alle eher große Hunde oder mindestens ab Eurasier-Größe.
Relativ viele der alten Golden-Hündinnen, die als "Omas" in den Familien der Züchter lebten, starben aufgrund von Krebserkrankungen ...
Wie gesagt: Man bräuchte große, prospektiv angelegte Beobachtungsstudien, in denen man die beiden Gruppen vergleicht Die Auswertung von Subgruppen nach dem Kastrationsalter wäre auch sinnvoll.
Ich beziehe mich mit meiner Kritik der unüberlegten Welpenkastration unter anderem darauf, dass diese Hunde hormonell auf dem Stand von Kleinkindern bleiben und nicht wirklich reifen können.
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Ergebnis 21 bis 30 von 49
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08.02.2018, 19:27
AW: Erste Läufigkeit - etwas untypischer Verlauf
Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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08.02.2018, 19:37
AW: Erste Läufigkeit - etwas untypischer Verlauf
Meine unkastrierte Schäferhündin wird in diesem Jahr 14. Sie war eine der ersten, die nicht unters Kastrations-Messer kamen, weil ich das nicht wollte.
Ich kann sagen, dass sie beinahe ein Alleinstellungsmerkmal hatte in unserer Gegend.
Sie wurde von Rüden - und auch von den vielen kastrierten Hündinnen akzeptiert und mMn immer als was Besonderes angesehen. Und sie hat sich saugut dazwischen gefühlt...und das genossen...
Ich auch...
Mit 8 hatte sie einen winzigen Milchleistentumor - ich war völlig panisch und habe mich von der TÄ verrückt machen lassen und sogar ein teures CT bezahlt, nur um Streuung auf der Lunge auszuschliessen - was fürn Quatsch bei nem Tumor von Erbsengrösse - Röntgen hätte auch gereicht....
Mit 11 war die andere Milchleiste befallen von einem winzigen Tumor - 2.OP - dann im selben Jahr während der Läufigkeit - wider aller Erwartungen - eine Gebärmutterentzündung - zumindest lief in dieser Zeit der Eiter ab...3.OP.
Es gibt aber Studien, die besagen, dass mit der OP andere Krebs-Erkrankungen vermehrt auftreten.
Deshalb kommt auch meine Kleine nicht unters Messer.
Wenn man seinen Hund gut kennt und beobachtet, dann kann man rechtzeitig einschreiten - hoffentlich hab ich nochmal so ein gutes Händchen....
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09.02.2018, 07:33
AW: Erste Läufigkeit - etwas untypischer Verlauf
Na ja, es gehört Glück dazu. Auch bei kleinen Tumoren, die man noch nicht mal tasten noch in der Bildgebung darstellen kann, ist bereits eine Metastasierung möglich. Manche sucht man ja erst aufgrund plötzlich entdeckter Metastasen. Das ist beim Tier nicht anders wie beim Menschen auch.
Beim Hund gibt es - wie bei uns auch - nicht DEN Mammatumor, sondern sehr unterschiedliche Typen mit sehr unterschiedlichen Wachstumscharakteristika. Deshalb ist die histologische Untersuchung ein Must.
Aber ich bin auch der Meinung, wir dürfen nicht dem Irrglauben verfallen, alles im Griff zu haben, indem wir präventiv alle machbaren Möglichkeiten ausschöpfen ohne darüber auch nur nachzudenken, welche ganz anderen Kettenreaktionen wir auslösen.
Was die Studien betrifft, fürchte ich, dass sowohl die Pro- als auch die Contra-Studien eher Beobahgtungen bzw. eine Sammlung von Fallberichten sind, die relativ wenig Aussagekraft haben. Im Gegensatz zur Humanmedizin haben echte aussagekräftige Studien - sauberes Protokoll, Endpunkte definiert, Zeiträume festgelegt, Population definiert ... - in der Tiermedizin noch nicht so richtig Fuß gefasst, außer Zulassungsstudien für Medikamente vielleicht.
Im schlimmsten Fall kann jeder anekdotische Fallberichte publizieren, vielleicht sogar in Journals ohne Gutachterverfahren, und die gelten dann als der Weisheit letzter Schluss.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
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sonst normale Userin
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09.02.2018, 08:30
AW: Erste Läufigkeit - etwas untypischer Verlauf
Ja, danke Katelbach.
Aber auch beim CT sieht man die winzigsten Streuungen nicht - insofern ist man auch da nicht auf der sicheren Seite - hat aber mal ein paar Hundert Euro verschossen.
Die erste Milchleiste hatte 3 diverse bösartige Tumore im Anfangsstadium. Die 2. nur einen.
Und wie lange die Eierstockentzündung schon brodelte - keine Ahnung. Dem Hund ging es mE schon länger nicht so richtig gut, ich dachte, es läge am Alter. Die Entzündung passte nicht mit der Läufigkeit zusammen.
An Studien glaube ich auch nicht so streng - ich bin da immer hin und hergerissen...
Man muss eine nicht kastrierte Hündin immer beobachten...2x im Jahr erhöhtes Risiko nach der Läufigkeit - und immer die Sorge, was übersehen zu haben.
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09.02.2018, 11:06
AW: Erste Läufigkeit - etwas untypischer Verlauf
Studien zu planen ist ja auch ein sehr komplizierter Job. Eine Stuide, in der man ein bestimmtes Medikament in einer gaz bestimmten Situation gegen Placebo untersucht oder gegen die beste bisher verfgbare Therapie ... da hat man was Konkretes, plant möglichst ähnliche 2 Gruppen, hat einen Hauptendpunkzt etc. Das ist schon alles komplex genug.
Aber in so eine Langzeitbeobachtung über die Auswirkungen der Kastration vs. Nichtkastration ... Mann! Was müsste alles rein. in etwa gleichviele intakte und kastrierte Hündinnen von jeder eingeschlossenen Rasse (oder vielleicht Gewichtsklasse?), Ernährung, Bewegung, Medikamente, Stress, schon vorliegende Erkrankungen ... Auch in diesen und vielen weiteren Parametern müssten die Hündinnen ja "gematcht" sein.
Oder einfacher aber weniger aussagekräftig: Man beobachtet über mehrere Jahrzehnte eine mindestens hoch vierstellige Zahl (besser mehr) Hündinnen über das ganze Leben und versucht dann, alles, was an Krankheiten, Lebensjahren, waswweißich mit dem Kastrationsstatus in Beziehung zu setzen und analysiert Subgruppen nach Ernährung etc.
Die Genetik macht auch was aus.
Aber das war jetzt alles OT.
Zurück: Es war ein großes Glück, dass Deine Hündin de Pyo während der Läufigkeit hatte. Die Zervix war offen, sodass das Sekret abfließen konnte.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
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sonst normale Userin
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09.02.2018, 12:30
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09.02.2018, 12:38
AW: Erste Läufigkeit - etwas untypischer Verlauf
Katelbach kennt sich hier vermutlich mit Studien am besten aus, als Tierhalterin ist es
verwirrend, immer die individuell richtige Entscheidung trifft. Ich würde wahrscheinlich meine
Hündin später , nicht ganz früh, doch kastrieren lassen, den Nachwuchs dürfte es nicht geben.
Meine Katzen sind auch kastriert, die "Kleine" lief uns vor Jahren als vermeintliches kitten ( war
sie gar nicht!) trächtig zu, wir ließen sie kastrieren als die kitten entwöhnt und vermittelt waren.
Ihr Sohn, der mickrigste im Wurf, durfte bleiben, ist mittlerweile 6 einhalb, ein wahrer Riese,
leichter Siam-Einschlag oder sowas und wiegt inzwischen, hüstel....nahezu 7 Kilo, obwohl ein
wählerischer Fresser vor dem Herrn.
Was man nicht weg kastrieren konnte: sein machohaftes Katergehabe, gegenüber seiner Mutter
und seiner einen Wurfschwester, die ist hier immer im Urlaubsbetreuung...
Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
wir waren
Aharon Appelfeld
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09.02.2018, 12:59Inaktiver User
AW: Erste Läufigkeit - etwas untypischer Verlauf
Ich hatte an sich vor, meine Hündin nicht kastrieren zu lassen. Es ist immerhin eine richtige OP, mögliche Inkontinenz oder etwaige Wesensveränderungen sind auch nicht unbedingt erwünscht.
Andererseits leuchtet mir ein, es von Faktoren abhaängig zu machen, die bei meiner Hündin individuell zum Risiko werden könnten.
Katelbach, welche Punkte fallen Dir ein, bei denen Du über Kastration nachdenken würdest?
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09.02.2018, 17:43
AW: Erste Läufigkeit - etwas untypischer Verlauf
jofi,
mit Genetik meinte ich, dass man beim Design von Studien möglicherweise an bestimmte Genetiken mancher Rassen und ihrer Mischlinge denken müsste, die man vielleicht noch nicht einmal kennt.
Ich finde die Entschedung schwierig.
Meine erste Hündin (Zweithündin zu meinem Rüden, dem "Ollen") wurde kastriert, weil sie mit einem Rüden, im Übrigen einem Sexprotz, lebte. Sie war zeitlebens gesund und fit, ich hatte sie fast 13 Jahre und sie wurde mindestens 14 (sie war erwachsen, als sie zu uns kam und auch schon mindestens einmal läufig gewesen dem Zustand der Organe nach). Sie hatte allerdings die typischen Fellveränderungen, das sogenannte Feenhaar, das es bei Kastratinnen mancher Rassen gibt. Fell wie Watte, ganz flusig.
Meine Angsthündin wurde noch im Ausland von den Tierschützern kastriert. Über Wesensveränderungen kann ich nichts sagen, aber ich bin absolut überzeugt, dass sie sich, immer im Rahmen ihrer Möglichkeiten, besser entwickelt hätte, wenn sie zumindest ein- oder zweimal läufig und damit erwachsen geworden wäre. Sie ist kindlich geblieben.
Meine jetzige Zweithündin, die Fuchsfarbene, wurde mit über 6 Jahren kastriert. Sie hatte als ziemlich junge Hündin 8 Welpen und soll eine gute Mutterhündin gewesen sein. Sie hatte wohl immer eine heftige Scheinträchtgkeit mit Gesäugeanbildung, aber das schreibe ich dem nicht sehr guten Trockenfutter zu. Bei ihrer einzigen Läufigkeit hier hatte sie das nicht. Ich hab sie sofort auf Rohfütterung umfestellt, als sie hier einzog.
Bis auf etwas Feenhaar zeigt sie keine Veränderungen, sie ist lustig, temperamentvoll und freundlich zu allen.
Geträufelt hat keine meiner Hündinnen, aber ich kenne/kannte einige große (< 40 Kilo) die tatsächlich ein Medikament brauchen/brauchten.
Was mir einfällt: natürlich schon das Mammakarzinom, die Pyometra, unbeabsichtigter Deckakt oder die ganzen Jungs des Viertels vor der Tür. Ein regelmäßige starke scheinträchtigkeit/Scheinlaktation wäre auch ein Grund für die OP.
Auf der anderen Seite de Möglichkeit der Harninkontinenz, ein gewisses Risiko wie bei jeder OP. Und es gibt Hündinnen, die riechen nach der Kastration für manche Rüden trotzdem sehr anregend und werden verfolgt. Mein Oller hatte eine
Dann natürlich die Risiken der Frühkastration (Psyche, Entwicklung).
Zu den Auswirkungen der Kastration auf andere Erkrankungen, den Knochenstoffwechsel etc. gibt es alle Meinungen. Wie geschrieben: nachvollziehbare Studien nach strengen Kriterien kenne ich nicht. Die meisten Hündinnen, die ich so treffe, sind kastriert, ne Menge wurde sehr alt. Osteoporose mit Spontan-/Ermüdungsbrüchen gab es nicht.
Es gibt Statistiken, die für kastrierte Hunde beiderlei Geschlechts eine höhere durchschnittliche Lebenserwartung besagen, aber da sind vermutlich auch die paarungswilligen Ausbrecher dabei, die sich verletzen oder überfahren lassen.
Kurz: Ich weiß es nicht.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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09.02.2018, 18:53Inaktiver User
AW: Erste Läufigkeit - etwas untypischer Verlauf
Danke Katelbach.
Prospektive Studien sind nicht unbedingt der erste Schritt. Ich denke, dafür braucht es einigermaßen abgesichertes Wissen, um überhaupt eine sinnvolle zu überprüfende Hypothese aufstellen zu können, für die sich der Aufwand lohnt.
Nach dem, was Du schreibst fürchte ich, dass es daran bereits mangeln könnte.



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