Liebe Gartenzwergin,
an die Trotz-Theorie glaube ich nicht. Ganz einfach, weil Hunde wie Hunde denken und nicht wie Menschen. Olga macht also kein Häufchen, weil sie kalkuliert "fein, nachher ärgert sich Frauchen und dann weiß sie, dass sie nächstes Mal besser zu Hause bleiben soll". Das ist Quatsch! (Beziehungsweise es ist menschliches Kalkül, soweit im Voraus planen Hunde nicht - und schon gar nicht so indirekt. Das macht sie ja so sympathisch.)
Also entweder hatte Olgas Häufchen simple organische Ursachen, oder sie hatte Stress. Stress - nicht Trotz.
Ich vermute aber mal ersteres. Vielleicht war Dein Sohnemann ja zu früh mit ihr unterwegs oder zu kurz ... oder sie konnte sich nicht so entspannen, um in Ruhe ihr Häufchen machen zu können. Oder die Kiddies haben ihr was zu futtern gegeben, was "gedrängt" hat (vielleicht auch einfach ein bisschen viel? Das tun jedenfalls meine Nichten und Neffen immer ...) Durch die kürzliche Giardien-Geschichte ist die Verdauung bestimmt auch noch nicht wieder völlig in Ordnung, da passiert so was eher, denk ich.
Falls es all so was nicht war, zeigt das Häufchen nur, dass Olga sich sehr unwohl gefühlt hat.
Und was bitte sollen da jetzt Maßnahmen helfen, wie "Olga muss jetzt im Flur schlafen"?
Wenn ich sowas lese, sträuben sich mir die Nackenhaare. Du bist doch schon tagsüber auf der Arbeit. Danach musst Du Dich um Kinder und Haushalt kümmern ... wenn Du den Hund jetzt noch aus dem Wohnzimmer, dem Esszimmer, dem Schlafzimmer und der Küche verbannst, wann bitte hast Du denn dann noch Kontakt mit ihm? So ein Schwachsinn ...Zitat von Gartenzwergin
Das einzig Richtige ist der Gedanke, den Hund nicht wie ein Kind zu behandeln. Auch ein Mops ist ein Hund. Kein "Baby".
Er (beziehungsweise sie) sollte als Hund wahrgenommen und behandelt werden. Dazu gehört zum Beispiel auch, den Hund nicht einfach zu knuddeln, weil Dir gerade danach ist, sondern auch zu schauen, ob Olga gerade geknuddelt werden möchte. Und Dir klarzumachen, dass es sowas wie "weitgehende Verbannung" nicht gibt. Entweder der Hund darf aufs Sofa oder eben nicht. "Ausnahmsweise" funktioniert nicht in der Hundeerziehung. (Ist auch unfair gegenüber dem Hund - wie soll er denn erraten, ob etwas grade erlaubt ist oder nicht? Machs dem Hund doch nicht so schwer!)
Statt Olga und Dich mit unsinnigen Verbannungsmaßnahmen zu quälen, konzentrier Dich lieber darauf, sämtliche "manchmals" und "vielleichts" aus Deinem Verhalten Olga gegenüber zu streichen. Sei einschätzbar und verläßlich. Wenn Du dem Hund etwas erlaubst, überlege Dir vorher, ob Du immer mit dem Verhalten leben kannst (aus diesem Grund habe ich z.B. darauf verzichtet, den Hunden Türen oder Schubladen öffnen beizubringen - sieht zwar sehr putzig aus, aber mir ist es lieber, sämtliche Schubladeninhalte sind sicher. So ist es für die Hunde einfach - sämtliche Schubladen sind tabu und Türen werden nur von Menschen geöffnet. Es gibt also weder Kratzer an den Möbeln noch Dauerbellen vor geschlossenen Türen. Und dazu brauchts weder Sofaverbannung noch Streichelverbot.)
Diese ganzen Tipps aus der Dominanztheorie (Hund frißt nach Mensch, Hund darf nicht aufs Sofa, Hund darf nicht aus der Tür stürmen etc.pp.) funktionieren in meinen Augen nicht deshalb, weil der Mensch dadurch zum "Alpha" würde, sondern weil die Hundebesitzer sich dadurch endlich konsequent an einfache Regeln halten.
Du fragtest, was die Hunde zuhause dürfen - meine dürfen überall hin. Hier sind normalerweise sämtliche Türen offen und es gibt keine "Tabuzonen". Wozu auch? (Die Konsequenz daraus ist z.B., dass in der Küche keine Abfälle rumstehen dürfen, der Mülleimer streng gesichert werden muss und wir beim Kochen ständig auf einen Hund treten - aber da wir eine Wohnküche mit Teilarbeitsplatz haben, in der wir den halben Tag verbringen (und die der Durchgang zum Wohnzimmer ist), wäre eine Verbannung zu viel. Wär ich nur kurz in der Küche zum Kochen (und hätte diese eine Tür), würd ich die Hunde wahrscheinlich auch draußen lassen, aus praktischen Gründen.)
Die leidige Sofafrage haben wir so gelöst, dass wir gar kein Sofa haben.Ich wollte zwar immer so ein wunderschönes Bretz-Sofa, und endlich hätte ich auch den Platz und das Geld dafür, aber dafür zwei haarige schlammige Hunde ... also kein Sofa. Dafür einen ebenerdigen Futon mit Platz für viele Menschen und Tiere (der auch weidlich genutzt wird). Gibts was Schöneres als einen warmen plüschigen schnarchenden Hund, der sich ans Bein kuschelt während man Tatort kuckt? Dafür verzichte ich doch gerne auf mein Prunksofa und kauf öfter neue Überzüge. Übrigens hat noch nie ein Hund versucht, seinen "Sofaplatz" zu verteidigen ... wenn wir Menschen uns niederlassen, rutschen die Hunde, und wenns ihnen zu voll wird, verkrümeln sie sich auf den Teppich. So soll es sein.
Je weniger Ge- oder Verbote man für den Hund aufstellt, desto einfacher ist die Einhaltung für das Tier und die Überwachung dieser Einhaltung für den Menschen. Das hat aber nichts mit "mach doch was Du willst"-Erziehung zu tun. Im Gegenteil.
Wenn Du eine Regel erteilst, musst Du auch schauen, dass sie eingehalten wird. Das ist das A und O. Sonst verlierst Du gegenüber dem Hund an Glaubwürdigkeit (und der Hund an Vertrauen zu Dir). Darum sollte man sich vorher gut überlegen, ob diese Regeln sinnvoll sind, den Hund nicht überfordern und ob man (auch der Hund!) mit den Konsequenzen leben kann.
Beispiel Sofa: wenn Olga jetzt wirklich nicht mehr drauf soll, müsstest Du jederzeit ein Auge drauf haben, dass sie nicht raufhopst, oder das Sofa verrammeln oder das Zimmer immer geschlossen halten. Und Du musst sie dauernd wieder runterschicken. Was fürn Aufwand. Und wofür?
"Chef" sein im Mensch-Hunde-Team bedeutet in meinen Augen nicht, sich immerzu profilieren zu müssen oder bestrebt sein, den Hund "rangniedrig" zu halten, sondern es bedeutet, sich dem Hund gegenüber ruhig und zuverlässig zu zeigen, dem Hund Orientierung zu geben und für sein Wohlbefinden Sorge zu tragen (soll heißen, auch schauen, dass der Hund ausreichend beschäftigt ist).
Keinen Anspruch auf Perfektion erheben (Hunde "funktionieren" auch nicht immer gleich).
Und immer zu berücksichtigen, dass Hunde anders sind als Menschen, anders denken und sich anders verhalten. Das eigene Verhalten dementsprechend anpassen und mit dem Hund kommunizieren.
Dem Hund nicht dauernd vorschreiben, was er zu tun und zu lassen hat.
Sich überlegen, wie man Konflikte vermeidet - unsere Hunde dürfen zum Beispiel aufs Bett (da schlafen wollen sie allerdings nicht, die kommen morgens manchmal und legen sich ans Fußende oder halten mittags manchmal ein Schläfchen auf der kuscheligen Decke). Wenn ich vermeiden möchte, dass sich Schlammpfoten auf der Bettwäsche abzeichnen, mach ich nach einem Schlechtwetterspaziergang die Tür zum Schlafzimmer zu. So einfach ist das. Erspart viel Aufregung. Die Hunde suchen sich ein anderes Plätzchen, und wenn sie trocken sind, dürfen sie wieder rein.
Wenn ich sehe, dass der Erzfeind uns entgegenkommt, schlage ich einen anderen Weg ein. Ich muss meinen Hund nicht keifenderweise an dem anderen Tier vorbeizerren - erspart auch schon wieder unheimlich viel Stress. Meine verfressene Maus kommt im Schrebergartengebiet an die Leine - so erspare ich mir die Sorge, ob sie irgendwo Mausköder frißt und den Schrebergärtnern den Schock, dass ein großer schwarzer Hund unvermutet ihren Kompost plündert ...
Und so weiter und so fort.
Die meisten Leute werden mich als durchsetzungsunfähiges Weichei betrachten, ich sehe, dass ich einen relaxten Hund habe, von dem man in der Wohnung nix merkt, der nie krank ist und der mit mir durch dick und dünn geht (außer es liegt ein lecker Käsebrot am Wegesrand). Wenn Dein Hund Dir vertraut, dann folgt er Dir auch - dazu brauchts keine Disziplinierungsmaßnahmen.
Sodele, das war das Wort zum Sonntag. Ich hoffe, Du konntest (falls Du überhaupt so weit gelesen hast) meinem Beitrag etwas Sinnvolles entnehmen.
Sei ein bisschen entspannter, gönn Dir Deine Auszeit mit Hund und lies vielleicht mal "Das andere Ende der Leine" von Patricia McConnell. Danach verstehst Du deinen Hund bestimmt besser ...
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 29
Thema: Ein Hund ist ein Hund...
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24.02.2007, 16:23
AW: Ein Hund ist ein Hund...
Viele Grüße allerseits von
Avocado
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24.02.2007, 18:19
AW: Ein Hund ist ein Hund...
Bin zwar keine Fachfrau aber ich stelle mir Dein Leben mit Hund ziemlich schwierig vor, liebe Avocado.
Wenn ich jeglicher Situation aus dem Weg gehe oder sie vermeide, wo bleibt dann die Erziehung, wenigstens ein bißchen.Wenn ich erst rennen muss um die Schlafzimmertür zu schließen, damit der der schlammige Vierbeiner das Bett nicht schmutzig macht
, na ich weiß nicht. Ich denke auch ein Hund muss gewisse Dinge lernen und einige Regeln akzeptieren, nicht immer aber immer öfter, dann tauchen die Schwierigkeiten garnicht erst auf.Sicher gibt es Situationen die man besser vermeidet, z,B. bei meiner Neufundländerin ist es die Grenze beim Spielen, spielt man sehr intensiv mit ihr, peitscht sie das derart hoch, dass sie ihre Grenzen überschreitet und wir dann das Riesenvieh kaum noch beherrschen könnten. Also setze ich Grenzen an einem bestimmten Zeitpunkt, die sie akzeptieren muss. Wir haben auch keine Küchentür,sie versucht immer wieder sich reinzumogeln, befolgt aber mein leises Kommando und legt sich ins Wohnzimmer, mit Blick in die Küche.
Der Mülleimer ist auch nach 4 Jahren noch interessant, steht deshalb verkehrt rum,wird aber nicht weggetan.Leilah hat als Welpe, ganz klar versucht, das Sofa zu erobern, das ging garnicht, sonst hätten wir ja nix zum Sitzen aber deswegen kein Sofa anschaffen, na, ich weiß nicht.
Sofa und Bett sind halt Ansichtssache, hätte ich einen Mops oder Pinscher,würde ich wahrscheinlich anders reagieren.
Ich denke, Olga hätte von Anfang an Regeln bekommen müssen, nicht heute so und morgen so. Allerdings muss ich sagen, von so einem Mopshäufchen würde ich mich nicht beunruhigen lassen. Jedem meiner Hunde ist es irgendwann mal passiert und immer waren die Zweibeiner dran schuld.100Pro und das ist auch bei Olga so!
@Gartenzwergin, vergiß das Häufchen !!! Du kannst nicht plötzlich deswegen das strenge Frauchen spielen, daß würde Olga nicht verstehen. Wegsperren ist mit Sicherheit die falsche Methode.
Übrigens liegt unser Monster während wir essen mit am Tisch, wenn sie Lust hat, natürlich wartet sie auf eine milde Gabe aber die Entscheidung liegt bei uns.In diesem Fall stimme ich Avocado zu, Leilah wird vorher gefüttert, sie hat dann keinen Hunger mehr aber sicherlich Appetit.
LG
semiTime is just memory
Mixed with desire
Tom Waits
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24.02.2007, 19:42
AW: Ein Hund ist ein Hund...
Zitat von Avocado
Mir ist es egal, welche Rasse ich habe, ob gross oder klein. Gewisse, wenige Regeln gelten für alle Hunde.
Hund nicht ins Bett-will ich so
Hund nicht aufs Sofa, will ich auch so, egal wie treuherzig er schaut.
Allein bleiben für kurze Zeit wurde konsequent angelernt und geübt.
Dabei hab ich mir noch nie Gedanken gemacht, obs der Rasse entspricht. In dem Falle ist Hund Hund, egal ob Mops oder Dalmatiner oder Pinscher.
Das mit dem Hundehaufen würd ich auch nicht überbewerten.
Wir gingen eines Abends ausm Haus, Kind zur Oma, als wir zurückkamen war der Flur vollgekackt.
Am nächsten Tag entdeckten wir, das Sohn ( damals 3 jahre) dem Hund drei Kartoffelpuffer gefüttert hat. Wagt er seit damals nimmer :-)
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24.02.2007, 19:44
AW: Ein Hund ist ein Hund...
Im Endeffekt muss dir erstmal klar werden, was du willst. Nur so kannst du konsequent dahinterstehen. Mit Ausnahmen kommt kein Hund klar
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24.02.2007, 22:07
AW: Ein Hund ist ein Hund...
Liebe freudentaumel,Zitat von freudentaumel
Fast alle Hunde sind sehr anhänglich und dass man, wenn man ohnehin ein wenig Probleme mit der Dominanz hat, seinen Hund nicht unbedingt aufs Sofa lassen sollte, das haben wir dir vor der leicht übereilten Anschaffung Olgas auch gesagt.
danke für deine Antwort. Die Anschaffung von Olga war nicht übereilt, sondern seit Jahren gewünscht und auch geplant
Aber ich gebe zu, dass ich absolute Hundeanfängerin bin und mich sehr freue, hier im Forum so tolle Antworten zu bekommen.
@Seawasp, Avocado, semiramis und swenja,
lieben Dank für eure ausführlichen Antworten. Ich werde mir die Bücher auf jeden Fall besorgen. Ich bin Hunde-Anfängerin, das gebe ich gerne zu, und habe leider auch im Freundeskreis keine Hundebesitzer - außer die Arbeitskolleginnen
Aber man lernt ja nie aus. Ich bin auch gerne bereit in die Ausbildung von Olga zu investieren.
Olga liegt schon längst wieder im Wohnzimmer - aber auf dem Flokati und in ihrem Körbchen
Ich habe trotzdem für mich gemerkt, dass die Zurückeroberung des Sofas sehr wichtig war und möchte gerne, dass es so bleibt. Dazu muss ich - und die Kinder!!! - konsequent sein. Natürlich finde ich es auch schön, mit dem Hund zu kuscheln und seine Nähe zu spüren... aber kaum saß ich auf der Couch, schwupp war Olga auch drauf... Ansonsten, liebe Avocado, darf Olga immer bei uns sein. Ist doch klar.
@ Seawasp,Wichtig sind eindeutige Signalworte und -zeichen, auf die sicher das erwünschte Verhalten folgt. Folgt es nicht, ist wiederum Basistraining angesagt - schrittweises Erlernen des Kommandos, Übung ohne Ablenkung, Vertiefung, Vertiefung MIT Abblenkung.
du scheinst sehr viel Arbeit in den Hund und auch Zeit investiert zu haben. Hut ab. Ich denke auch, dass das ein Zusammenleben absolut vereinfacht und die Grenzen klarer sind. Auch deine Theorie mit der "Unterforderung" ist interessant. Ich hatte an diesem Tag auch ein schlechtes Gewissen, weil ich nach der Arbeit noch mehrere Termine hatte, zu denen ich Olga nicht mitnehmen konnte (z.B. Zahnarzt). Das kommt selten vor, aber musste auch mal sein.
Danke euch allen
Geändert von Gartenzwergin (25.02.2007 um 07:53 Uhr)
Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos...
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25.02.2007, 09:15Inaktiver User
AW: Ein Hund ist ein Hund...
Den ersten Satz unterschreib ich. Den letzten allerdings nicht. Bei sehr sicheren Hundehaltern kommen auch Hunde mit Ausnahmen klar. Ich kenne einige Leute, deren Hund mal aufs Sofa darf und mal nicht z.B.. Für meinen Geschmack ist das allerdings nicht, ich fühle mich dann wie ein Schwein. Aber ein gut erzogener und rangsicherer Hund kommt damit klar.
Zitat von swenja
Im Grunde genommen ist es sogar sehr wichtig, dass man mal Ausnahmen macht. Der Hund soll aufpassen, was sein Mensch als nächstes tut.
Gehe ich immer einen bestimmten Weg, wenn es schnell gehen soll und werfe das Bällchen immer die Böschung runter, weil dort unten die Wiese so prima dazu einlädt, so ist das, wenn gerade Gülle gefahren wurde, eine Katastrophe für unsere Nase. Also darf unser Hund zweimal im Jahr für mehrere Tage nicht auf seine Wiese fetzen, auch wenn er das sonst wirklich täglich tut. Es ist überhaupt kein Problem ihm das klarzumachen. Bei unserem Nachbarn ist das ganz anders, der muß seinen Hund in dieser Zeit anleinen. Dieser Halter ist nicht klar in seiner Sprache.
Natürlich versteht auch mein Hund nicht, dass er nur wegen der Gülle nicht runter darf. Er sieht nur: Sie will es nicht. Sicherlich findet er es doof, aber er stellt es nicht eine Sekunde in Frage. Es ist so und fertig. Hunde sind keine Menschen, wir brauchen nicht mit ihnen zu diskutieren (wobei ich es absoluts mag, wenn er mit mir bellend diskutiert, wer den Ball holt - er oder ich und ich lass ihn auch immer mal wieder gewinnen - aber dann, wann ICH es will).
Unser Hund, liebe Gartenzwergin, spielt in unserer Familie auch eine sehr, sehr wichtige Rolle. Wir lieben ihn über alles und er wird eigentlich ständig geknuddelt und verwöhnt wird er auch. Das eine schließt das andere eben nicht aus. Ihn nur zu streicheln, wenn er es sich erarbeitet hat, das wäre absolut nichts für uns alle. Ich halte es auch nicht für nötig. Er könnte auch aufs Sofa, aber da wir ständig alle rein und raus gehen ist mir das mit einem großen Arbeitshund schlicht zu dreckig. An unserem Miteinander würden solche Dinge nichts ändern.
Hunde "funktionieren" absolut logisch. Sie verhalten sich so wie wir sie prägen. Sie haben einen mehr oder weniger rassespezifischen "will to please". Selbst der dickköpfigste Hund möchte letztendlich gefallen und damit kann man arbeiten.
Entgegen der allgemeinen Meinung hier finde ich das Haufen setzen ins Haus absolut hundeuntypisch und ich würde es "überbewerten", wenn man es so nennen möchte. Ein Hund beschmutzt nicht sein Revier. Unsere Hunde haben alle noch nicht mal aufs Grundstück gemacht, das ist ihnen zutiefst zuwider. Ins Haus ist allerdings absolut undenkbar, es sei denn, sie sind krank - da ist das natürlich ganz was anderes.
Einen schönen Sonntag an alle von freudentaumel
!
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25.02.2007, 09:47Inaktiver User
AW: Ein Hund ist ein Hund...
Gartenzwergin,@ Seawasp,
du scheinst sehr viel Arbeit in den Hund und auch Zeit investiert zu haben. Hut ab. Ich denke auch, dass das ein Zusammenleben absolut vereinfacht und die Grenzen klarer sind. Auch deine Theorie mit der "Unterforderung" ist interessant. Ich hatte an diesem Tag auch ein schlechtes Gewissen, weil ich nach der Arbeit noch mehrere Termine hatte, zu denen ich Olga nicht mitnehmen konnte (z.B. Zahnarzt). Das kommt selten vor, aber musste auch mal sein.
bitte versteh das nicht als Angriff, aber:
Wer sich einen Hund anschafft, der MUSS meines Erachtens bereit sein, Arbeit zu investieren. Leider sind sich viele Menschen über diese Konsequenz des Zusammenlebens mit einem Hund NICHT bewusst - sie finden Hunde nett und niedlich, aber sie begreifen nicht, dass es eben kein Kuscheltier oder eine Puppe ist, die man bequem in der Ecke parkt, wenn man anderes zu tun hat.
Mein Hund "kostet" mich jeden Tag einige Stunden. In seiner Welpen- und Junghundezeit war dieser "Aufwand" noch wesentlich höher, weil er ja erst einmal lernen musste, wie die Welt bei uns funktioniert. Wer das als Last empfindet, der darf sich keinen Hund in sein Leben holen.
Leider sind es gerade die Kleinhunde-Menschen, die ihre Tiere häufig
--> nicht in Welpenspielstunde und Hundeschule begleiten
--> sich nicht mit Erziehung von Hunden auseinander setzen
--> Hunde vermenschlichen
--> Hunden Kontakt zu Artgenossen verweigern
Wozu auch? Wenn Wauzi an der Leine zieht, ist das ja nicht schlimm bei den Paar Kilo Zugkraft. Wenn er auf die Bank springt und bei Tisch bettelt, ist das ja eher niedlich - was soll er schon anstellen? Wenn er sich fast stranguliert in seiner Übererregung, weil er endlich mal einen Artgenossen auf der anderen Strassenseite sieht - wen interessierts? Wenn er kläfft, knurrt und geifert, sobald ein anderer Hund am Horizont auftaucht, simpel weil er nie lernen konnte, wie man mit Artgenossen Kontakt aufnimmt - ach wie süss, guck mal wie tapfer der Kleine ist!
Mir begegnen solche Hunde beinahe täglich, und manchmal möchte ich mir am liebsten das kleine Bündel Fell unter den Arm klemmen, ein halbes Jahr mit zu uns nehmen, und mit ihm zumindest einiges von dem aufarbeiten, was da verbaselt wurde. Es muss ein sehr freudloses Hundeleben sein, das diese Fusshupen da führen.
Ich weiss nicht, wie Ihr bisher mit Olga verfahren seid, aber, liebe Gartenzwergin, UM OLGAS WILLEN:
Bitte besuch eine Hundeschule, falls Du das bisher nicht getan hast. Such Dir einen Trainer/eine Trainerin, mit der Du arbeiten kannst, die vielleicht zu Euch ins Haus kommt und Eure Interaktion beobachtet, wenn Du nicht die Zeit hast, regelmässig in die HuSchu zu gehen. Ein Hund erschliesst sich nicht intuitiv - es gehört Wissen dazu, mit einem Hund artgerecht umzugehen! Eigne Dir dieses Wissen an, lies die empfohlenen Bücher. Mein Buchtipp von
Sophia Yin
ist lustig geschrieben, mit vielen Illustrationen, die zum Schmunzeln anregen, ein wirklich prima Ratgeber. Es gibt so viele, die extrem belehrend und langweilig zu lesen sind - dieses ist es nicht, daher kann ich es wirklich wärmstens empfehlen.
Du kannst Dir und Olga das Leben um so vieles erleichtern und bereichern!
Nochmals - bitte fass meinen Beitrag nicht als Kritik an Dir persönlich auf - er speist sich aus meinen Beobachtungen und meiner Sorge um Hunde, die ich sehr, sehr liebe.
Grüssle
Seawasp
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25.02.2007, 10:31
AW: Ein Hund ist ein Hund...
@ Ich lerne immer mehr aus euren Antworten. Danke
Wir haben uns bewußt für einen Mops entschieden, weil ich schlichtweg nicht die Zeit für einen Arbeitshund habe. Das finde ich auch legitim und deswegen hat man ja auch die Auswahl der Rassen. Ich kenne in Berlin ein schwules Paar (beide Ballettänzer an der Staatsoper), die sich mitten im Moloch Aussies halten - zwei Stück an der Zahl. Meine Freundin hat vor kurzem berichtet, dass die armen Hunde jetzt schon den Autos nachlaufen, um sie "zu hüten". Für mich ist das Tierquälerei.
Aber natürlich braucht auch der Mops seine Spielstunde, Spaziergänge und vor allem den Kontakt zu anderen Hunden. Olga ist von Anfang an auf Hunde jeder Größe zugegangen - zuerst verhält sie sich abwartend - aber nach ein paar Sekunden hält die kleine Dame nichts mehr
Olga darf, wenn nicht tausend Fahrräder, Spaziergänger und Jogger unterwegs sind, immer ohne Leine laufen und sich "amüsieren"
Ich finde allerdings auch, dass man als Hundebesitzer Verantwortung seinen "hundelosen" Mitmenschen gegenüber hat. Ich greife z.B. jeden Sch...haufen auf und entsorge ihn dezent
und werde richtig stinkig, wenn ich Hundebsitzer beobachte, die da keinerlei Ambitionen haben. Ich trete auch nicht gerne in Tretminen
Olga hat 10 Stunden Welpenschule absolviert und somit den Kontakt zu anderen Hunden "geübt". Was uns noch fehlt sind Grundkommandos und die eine oder andere Verhaltensregel. Auch wenn Olga auf ein "Aus" oder ein "Nein" gut reagiert...
...aber wo findet man eine GUTE Hundetrainerin/Trainer
Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos...
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25.02.2007, 11:02Inaktiver User
AW: Ein Hund ist ein Hund...
Am besten ist natürlich Mund-zu-Mund-Propaganda. Wir sind für unseren Hund ein Jahr lang jede Woche bei Wind und Wetter 20 km eine Strecke zur Hundeschule gefahren, einfach weil das die beste weit und breit ist. Die Arbeit hat sich gelohnt (übrigens: natürlich brauchen nicht nur ARBEITShunde einen hohen Arbeitsaufwand seitens des Menschen - aber ansonsten hast du natürlich vollkommen recht mit deiner Beobachtung; Arbeitshunde brauchen einfach noch sehr viel mehr als "normale" Hunde).
Wenn du noch nichts von deiner Gegend gehört hast, würde ich als erstes mal im hiesigen Fressnapf/Futterhaus o.ä. nachfragen. Leider ist der Preis bei guten Hundetrainern auch recht hoch, aber glaub mir: Das macht sich absolut bezahlt! Letztendlich lernt man dort auch schneller und intensiver als in so manchen veralteten Hundeschulen.
Dass du fremde Hundehaufen entsorgst, finde ich mehr als löblich. Da haste mir direkt mal was voraus
.
Ich schließe mich ansonsten komplett Seawasps Posting an. Du kannst mir gerne Olga auch für einige Monate schicken, ich mach sie dir fertig
!
Lieben Gruß!
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25.02.2007, 11:33Inaktiver User
AW: Ein Hund ist ein Hund...
*Einspruch*Entgegen der allgemeinen Meinung hier finde ich das Haufen setzen ins Haus absolut hundeuntypisch und ich würde es "überbewerten", wenn man es so nennen möchte. Ein Hund beschmutzt nicht sein Revier. Unsere Hunde haben alle noch nicht mal aufs Grundstück gemacht, das ist ihnen zutiefst zuwider.
Dass ein Hund sein Revier nicht "beschmutzt" würde ich aber nicht so stehen lassen. Hunde markieren natürlich ihr Revier auch durch Haufen, stecken die Grenzen zum Nachbarrevier ab. Wo sein Revier endet und das eines anderen Hundes anfängt, erschließt sich dem Halter nicht immer so ganz.
Der Instinkt, nicht unmittelbar bei der Schlafstätte zu ka**** und zu pieseln wird zur Sauberkeitserziehung genutzt, der Radius quasi vergrößert. Das kann man im Endeffekt so weit treiben, bis der Hund sich gar nicht mehr auf dem eigenen Grundstück löst, sondern an bevorzugten (weil auch erlernten) Ecken. Unsere Hunde haben auch in den Garten gesch... Wir hätten ihnen auch beibringen können, das nicht zu tun. Ist also auch eine Frage der Erziehung.
Ich kann mich sonst allen Tipps hier anschließen und möchte noch bemerken, dass Hunde, die in ihrem Halter keinen souveränen Führer erkennen, selbst in diese Rolle schlüpfen. Es ist ihnen vom Wesen her ein Grundbedürfnis, geleitet zu werden. Hunde sind oft völlig überfordert, wenn sie in ihrem Halter keine souveräne, konsequente (was nicht heißt: autoritäre!) Persönlichkeit sehen. Die Folge sind oft kläffende, aufgedrehte, unruhige Hunde.
Einen Tipp noch bzgl. des Kuschelns. Es ist natürlich verführend so eine Fellnase zu beschmusen und zu kuscheln. Diesem Bedürfnis kann man Rechnung tragen, wenn man einen Hund wie Olga eben in diesem Moment streichelt und damit "bestätigt", wenn er gerade etwas tut, was er tun soll.
Einen Hund wie Olga würde ich deshalb nur dann kuscheln, wenn die Initiative eindeutig NICHT von ihr ausgeht. Hopst sie dir beispielweise auf den Schoß und drängt sich auf, dann befördere sie runter und weise sie auf ihren Platz. Legt sie sich da ab, kannst du sie betätigen, indem du sie streichelst.
Grüße
Bim


) sollte als Hund wahrgenommen und behandelt werden. Dazu gehört zum Beispiel auch, den Hund nicht einfach zu knuddeln, weil Dir gerade danach ist, sondern auch zu schauen, ob Olga gerade geknuddelt werden möchte. Und Dir klarzumachen, dass es sowas wie "weitgehende Verbannung" nicht gibt. Entweder der Hund darf aufs Sofa oder eben nicht. "Ausnahmsweise" funktioniert nicht in der Hundeerziehung. (Ist auch unfair gegenüber dem Hund - wie soll er denn erraten, ob etwas grade erlaubt ist oder nicht? Machs dem Hund doch nicht so schwer!)
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