Hallo,
derzeit sind offenbar so ziemlich alle intakten Hündinnen im Umfeld in der Hitze, mein Rüde leidet seit zwei Wochen deutlich. Heute nun musste ich entdecken, dass sein Urin teilweise dunkel gefärbt war, also vermutlich Blut enthielt. Ich suchte sofort unsere TÄ auf, da ich eine Prostatahyperplasie vermutete. Die TÄ palpierte und stellte fest, dass die Prostata erheblich vergrößert ist.
Eine Sono hat sie zunächst nicht vorgeschlagen.
Sie empfahl, zunächst aus dem Humanbereich Prostagutt und Granufink zu geben und zu hoffen, dass sich die Situation entspannt, sobald die Hitze der Hündinnen nachlässt. Sollte das binnen einer Woche keine Verbesserung erbringen, so müssten wir über andere medikamentöse Interventionen nachdenken, ich tippe mal, sie meint damit Ypozane oder ein ähnliches Präparat.
Nun meine Frage:
Ist das Vorgehen ausreichend und vertretbar, oder wäre es sinnvoller, eine Sono durchführen zu lassen?
Gibt es hier Erfahrungswerte bezüglich der Problematik, und ggf. Tipps?
Danke schon mal!
Liebe Grüße
rotz_frech
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25.09.2017, 20:42Inaktiver User
Blasensteine beim Hund - Tipps?
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25.09.2017, 22:29
AW: Prostatahyperplasie Rüde - Tipps?
Tach!

Prostagutt/Granufink halte ich für Wattebällchen. Sorry.
Die Chose ist androgenabhängig, also sollte man an der Ursache arbeiten und nicht ein paar Kürbiskerne in den Ring werfen. Also setzt man ein Antiandrogen (Ypozane) ein oder arbeitet auf höherer Ebene - GnRH-Agonist, der die Testosteronproduktion hemmt (Suprelorin-Chip).
Wobei der GnRH-Agonist nur auf die Testosteronproduktion in den Hoden wirkt und das Antiandrogen möglicherweise alle Androgene (auch die in der Nebenniere gebildeten) ausschaltet.
Sono ist schon sinnvoll, um die Größe und die eventuelle Beeinträchtigung des Enddarms genau einschätzen zu können.
Ich gehe davon aus, dass Dir die möglichen Konsequenzen einer PH bekannt sind: Kotabsatzstörung, evetuell ein Bruch im Dammbereich (Perinealhernie). Letztere muss operiert werden, wobei immer die Indikation zur gleichzeitigen Kastration besteht.
Ich würde vermutlich den Chip probieren, FALLS die 2 Wochen erhöhtes Testosteron (der Wirkweise geschuldet: ein Zuviel an Testosteron signalisiert der Hypophyse, keinen Auftrag zur Testosteronbildung in die Hoden zu schicken) tolerabel und mit dem Krankheitsbild vereinbar sind. Beim Menschen, allerdings beim Prostatakarzinom, das auch androgenabhängig wächst, gibt man *edit:teils* um einen Progress zu vermeiden in der Anfangsphase mit GnRH-Agonisten zusätzlich ein Antiandrogen.
Vielleicht berätst Du Dich mit einem Vet-Andrologen. An den Unis zumindest gibt es die.Geändert von katelbach (26.09.2017 um 07:25 Uhr)
Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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25.09.2017, 22:29
AW: Prostatahyperplasie Rüde - Tipps?
Doublette mal wieder.
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26.09.2017, 07:55Inaktiver User
AW: Prostatahyperplasie Rüde - Tipps?
Moin!
Danke für Deine Einschätzung, katelbach
Ja, meine TÄ hat diese Behandlungsmöglichkeiten angesprochen, jedoch möchte sie diese nicht sofort zum Einsatz bringen. Ihre Argumentation ist folgende:
1. Die Läufigkeitswelle ist endlich. In zwei Wochen sollte sie eigentlich weitgehend durch sein.
2. Sie möchte nicht sofort so tiefgreifend wirkende Medikamente einsetzen.
Das Risiko der Perinealhernie kenne ich durchaus, einer meiner Rüden hatte eine im Alter von 8 Jahren und musste im Rahmen der Behandlung kastriert werden.
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26.09.2017, 18:09Inaktiver User
AW: Prostatahyperplasie Rüde - Tipps?
Ein Update:
Heute morgen hatte mein Rüde Probleme beim Urinieren, es kam nur mit Mühe und tröpfchenweise. Die TÄ wollte daraufhin eine Antibiose geben, ich dagegen wollte, dass sie erst einmal eine Sono macht. Das hat sie abgelehnt. Ich habe dann am frühen Nachmittag einen Termin in einer anderen Praxis bekommen, dort wurde mein Rüde eingehend untersucht.
Zunächst Tastbefund - den fand die Ärztin schon merkwürdig, da sie keine signifikant vergrößerte Prostata tasten konnte.
Dann Sono - es zeigte sich eine der Größe meines Hundes durchaus angemessene Prostata, auch hier keine signifikante Veränderung. Die Blase dagegen zeigte Eintrübungen, es wies also einiges auf eine Zystitis hin.
Ich konnte meinem Hund ein bisschen Urin entlocken, und die mikroskopische Untersuchung / Schnelltests ergaben, dass hier einiges im Argen liegt. Therapie: Antibiose, Analgetikum, danach Kontrolle.
Ich denke, ich muss nicht erwähnen, dass ich die TÄ, die ich zunächst aufsuchte, nicht mehr konsultieren werde.
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26.09.2017, 21:32
AW: Prostatahyperplasie Rüde - Tipps?
Fein!
Wobei eine Zystitis beim Rüden tatsächlich nicht so häufig ist.
Also bitte die Prostata beobachten (Entzündung!) und auch in Richtung Harnkonkremente schauen.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
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sonst normale Userin
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27.09.2017, 13:50Inaktiver User
AW: Prostatahyperplasie Rüde - Tipps?
Der Kerl liegt jetzt in Narkose. Er konnte gestern abend plötzlich keinen Harn mehr absetzen, Kathetisierungs-Versuch heute morgen drang nicht bis zur Blase durch, nun Untersuchung in Narkose. Das klingt alles gar nicht gut.
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27.09.2017, 14:27
AW: Prostatahyperplasie Rüde - Tipps?
Mist!
Ich halt die Daumen.
Sag bitte Bescheid, wenn Du mehr weißt.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
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27.09.2017, 14:56Inaktiver User
AW: Prostatahyperplasie Rüde - Tipps?
Gerade Info seitens der Klinik.
Der Schlumpf hat offenbar einiges an Steinen in der Blase. Die fest sitzenden Exemplare konnten zurück gespült werden. Je nach Art entscheidet sich, wie die Behandlung aussieht, das weiss ich noch nicht. Als zusätzliche Maßnahme soll die Prostata medikamentös verkleinert werden, also Ypozane oder Finasterid, ausserdem Antibiose - und hoffen, dass sich nicht gleich wieder eine Blockade entsteht, bis die Steine, so möglich, aufgelöst oder entfernt sind.
Die TÄ sprach ausserdem von Spezial-Ernährung. Das wird bei meinem mäkeligen Hasen sicher lustig.
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27.09.2017, 15:49
AW: Prostatahyperplasie Rüde - Tipps?
Ja, mäklige Hunde, dass kenn ich nur zu gut ...

Ich wünsche euch alles Gute!


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