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  1. Registriert seit
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    AW: Tierbeobachtung in freier Wildbahn

    Vielen Dank für den Link. Das ist so toll!


  2. Registriert seit
    03.06.2019
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    16

    AW: Tierbeobachtung in freier Wildbahn

    Ich befinde mich derzeit in Australien und bin wieder einmal geflasht davon, wie hier mit Wildtieren umgegangen, sprich: zusammengelebt (im wahrsten Sinne des Wortes!) wird.

    Am extremsten fällt mir das gerade bei den Salzwasserkrokodilen auf.

    Diese sind für Menschen extrem gefährlich, fallen Menschen praktisch immer an, wenn die Gelegenheit da ist.
    Was machen die Menschen? Sie leben um die Krokodile herum!
    Die Menschen weichen den Krokodilen aus, statt sie auszurotten oder in Reservate auszuwildern. Dieses Sich-dem-Tier-Unterordnen fasziniert mich ungemein.
    Schlimm genug, dass der Mensch so viele Spezies verdrängt hat - immerhin wird heute hier und da umgedacht, und oft auch mit Erfolg: Die Salties sind keine bedrohte Art mehr, wie noch vor einigen Jahrzehnten.

    Konkret sieht es so aus: Strände, Flüsse und Wasserlöcher in Menschennähe werden in der Dry Season kontinuierlich krokodilfrei gehalten, indem jährlich Hunderte abgefangen und weiter weg ausgesetzt werden, allerdings wieder in die freie Wildbahn. Das ist nur durch permanente, personalintensive Observierung möglich. Und natürlich rutschen immer einige durch, so dass Wassernähe tabu für die Menschen ist. Die Sandstrände sind daher zwar nicht gesperrt, aber menschenleer. Die Promenade in Darwin ist von der Wasserlinie durch dickes Gesträuch abgetrennt. Bänke und Grillplätze etc. befinden sich mindestens 60 m vom Wasser entfernt). Überall sind Warnschilder, Kinder wachsen damit auf.
    In der Wet Season ist praktisch jeder Wasserzugang gesperrt.

    Mir gefällt es, dass die Strände den Krokodilen gehören.
    Mir gefällt auch, dass das Unterholz den Schlangen gehört. Mir gefallen die Schlangenwarnschilder, auf denen steht "Remember, they have the same right to be here as we have."
    Ich mache dann gerne entsprechende Umwege.

    Wenn der Mensch sich dem Tier unterordnet, also die üblichen Machtverhältnisse umgekehrt sind, und das aufgrund einer bewussten Entscheidung der intellektuell überlegenen Spezies zum Schutz der unterlegenen Spezies, dann finde ich das grandios.

    Kann das jemand nachvollziehen?
    The sky is always blue above the clouds.

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