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  1. Avatar von Horus
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    AW: Tierbeobachtung in freier Wildbahn

    Ich dachte mir schon, dass du hier auch noch vorbei kommst, wo du so gerne durch die Natur streifst

    Wildtierverletzungen habe ich...außer sehr selten von Mücken/Bremsen/Biene....noch nie gehabt. Das Wildschwein im Grunewald hatte sich glücklicher Weise nach dem ersten Erschrecken entschlossen, doch lieber im Gebüsch zu verschwinden statt Konfrontation zu wagen. Auch die Kühe in den Bergen wollten noch nie auf mich losgehen, wenn ich ihre Weide querte.
    Naja, Kühe sind keine Wildtiere ...
    Und ganz ehrlich, bei Kühen (insbesondere bei Mutterkuhhaltung) bin ich eh WESENTLICH vorsichtiger als bei Wildtieren. Vor Wildtieren fürchte ich mich grundsätzlich nicht, auch nicht vor Wölfen und Bären (von denen trottet hier auch einer herum). Nur bezüglich Wildschweinen bin ich vorsichtig. Und bei den Steinböcken gilt: im Zweifelsfalle überlässt der Zweibeiner den Vortritt besser dem Vierbeiner!

    Insbesondere, wenn man als Zweibeiner ganz alleine auf einem schmalen Weg mitten in einem steinigen, steilen Geröllhang unterwegs ist und einem über ein Dutzend ausgewachsener Steinböcke, schön einer hinter dem anderen, auf ebendiesem Weg entgegenkommt. Da verzieht man sich diskussionslos vorsichtig auf die einzige Ausweichmöglichkeit ( = kleine Steinplatte über dem Abgrund) und lässt die ganze Bande vorüber trotten...

    Ein bisschen schwieriger wars, als ich während einer Klettertour auf einem schmalen Band mitten in der Felswand stand und meine vorsteigende Kollegin sicherte - und ausgerecht dann, als sie 10 Meter über mir an der Schlüsselstelle der Steillänge war, wollte ein alter Steinbock
    un-be-dingt auf dem schmalen Band an mir vorbei. Na toll... Ich war am Sicherungsstand angebunden mit wenig Beweungsspielraum und hatte das Sicherungsseil in den Händen, das ich unter keinen Umständen los lassen durfte.................
    Hab mich platt an die Felswand gedrückt und der Steinbock hat sich hinter mir vorbeigequetscht. Er selbst passte knapp ohne Berührung vorbei, das hatte er richtig einberechnet. Dass sein Horn nicht ganz vorbeipassen würde, dafür reichten seine Rechen- und Geometriekünste dann doch nicht aus. DEN blauen Fleck hab ich länger mit mir herumgetragen.


    Die Sache mit dem Steinadler übrigens war keineswegs "bösartig" seitens des Vogels. Ich hab ihn in komplett unübersichtlichem Gelände, halb unter einer Felsnische aus nächster Nähe auf einem toten Gemskitz beim Fressen überrascht - weder er noch ich haben uns vorher gegenseitig bemerkt - und seine einzige Fluchtmöglichkeit war direkt und auf Kopfhöhe auf mich zu. Ich bin noch viel mehr erschrocken als er und hab reflexartig die Arme hoch gerissen, um meinen Kopf zu schützen, da hat er mich halt mit den Klauen erwischt, es war eine Art "Abwehrangriff" seinerseits. Absolut kein Grund für mich, um ihm das irgendwie übel zu nehmen oder in Zukunft Angst vor Steinadlern zu haben.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  2. Inaktiver User

    AW: Tierbeobachtung in freier Wildbahn

    Heute hat mich wieder das Sozialverhalten der Kanadagänse fasziniert:

    Mein Spaziergang führte direkt an einer ca. 20köpfigen Großfamilie vorbei, alle Tiere waren ausgewachsen.
    Eine Gans schob Wache: Den Hals hoch aufgereckt, der ganze Körper unter Spannung, ließ sie mich nicht aus den Augen, verfolgte mich unter Drehung ihres Kopfes (nicht ihres Körpers) mit ihrem Blick ganz genau, bereit, bei Bedarf sofort Alarm zu schlagen. Der Rest der Gruppe hingegen "chillte" im Halbschlaf vor sich hin oder putzte sich, im 100%igen Vertrauen darauf, dass der Wächter aufpasst.

    Die Nilgänse hingegen sind nicht so gut organisiert. Da passen in einer Gruppe alle so halbherzig auf, und wenn ein Mensch zu nahe kommt, überlegt jede einzelne, ob sie mal ein paar Schritte Richtung Wasser gehen soll.

  3. Moderation Avatar von ganda55
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    AW: Tierbeobachtung in freier Wildbahn

    Schöner Strang, Galah!

    Wir haben hinterm Haus eine freie Wiese. Von meinem Arbeitszimmer habe ich freien Blick auf Füchse, die regelmäßig dort zu allen Tageszeiten ihre Bahnen ziehen und im Frühsommer immer die Jungen dabeihaben. Auch Rehe wechseln drüber, manchmal einfach untertags. Als ich mal in der Dämmerung durchs Gras ging, ist mir ein Dachs begegnet.
    Die Milane kreisen auch gerade mit ihrem Nachwuchs. Es sind insgesamt fünf Vögel, die sich gegenseitig in der Luft necken. Wunderschöne Tiere. Sie haben ihren Horst im benachbarten Wäldchen und kommen jeden Frühling wieder zur Brut. Sie zu sehen ist jedes Mal ein Fest nach dem Winter.
    Dann haben wir hier noch kräftige Feldhasen, Eidechsen, Kröten und jede Menge Vogelarten. - Muss erwähnt werden, dass auf meinem Schreibtisch ein Fernglas steht?^^

    Ich guck aber auch gern den Jungkühen zu wie sie vom ersten Weidegang im Mai an lernen, ihre Umgebung zu verstehen, nachts unter freiem Himmel keine Angst mehr zu haben, auch nicht vor Fuchs und Katz und Hund, wie sie mit der Zeit auch im steilen Gelände trittsicher werden zu recht selbstbewussten Freilandtieren heranzuwachsen.

    In Schottland durfte ich mal Wisente beobachten. Sie waren nicht ganz frei, hatten aber ein naturnahes Riesengehege. Eines der Tiere kam an die Absperrung und schaute uns lange an. Das war ein Blick aus einer ganz anderen uralten Welt. Ist schon lange her, werde ich aber nie vergessen.
    Empörungsmob
    John Malkovich über Social Media und Co, Interview Augsburger Allgemeine Zeitung, 15.12.2018

    Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
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  4. Inaktiver User

    AW: Tierbeobachtung in freier Wildbahn

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    In Schottland durfte ich mal Wisente beobachten. Sie waren nicht ganz frei, hatten aber ein naturnahes Riesengehege. Eines der Tiere kam an die Absperrung und schaute uns lange an. Das war ein Blick aus einer ganz anderen uralten Welt. Ist schon lange her, werde ich aber nie vergessen.
    Was für eine schöne Formulierung, Ganda55!
    Ich weiß genau, was Du meinst.

  5. Moderation Avatar von Anemone
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    AW: Tierbeobachtung in freier Wildbahn

    Ja, genau so! Ging mir mal so bei einer Begegnung mit solch einem riesigen schottischen Hochlandrind. Da war aber ein Gatter dazwischen, was ich nicht soo schlimm fand.
    Und führe mich nicht in Versuchung -
    ich finde den Weg allein (Mae West)


    Wir glauben Erfahrungen zu machen,
    aber die Erfahrungen machen uns. (Eugène Ionesco)
    ------------------------------------

    Moderation 60+, Kochen für Feinschmecker, BRIGITTE-Diät,
    Essen - Genuss oder Frust? Rücken

  6. Avatar von LulaMae
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    AW: Tierbeobachtung in freier Wildbahn

    Wir konnten letztens bei uns im Garten beobachten, wie ein Rehbock das bei uns regelmäßig kommende Reh begattet hat. Er trieb sich schon ein paar Tage bei uns rum und rannte hinter ihr her.
    Im letzten Jahr hat das Reh bei uns, also bei uns oder bei den Nachbarn, ihre zwei Kitze zur Welt gebracht, ein Junge und ein Mädchen; unser und die Nachbarsgärten war dann über Monate die Kinderstube der kleinen, das war wirklich ganz entzückend anzusehen.
    Bevor ich mich jetzt aufrege,
    isses mir lieber egal.

  7. Inaktiver User

    AW: Tierbeobachtung in freier Wildbahn

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Heute hat mich wieder das Sozialverhalten der Kanadagänse fasziniert:

    Mein Spaziergang führte direkt an einer ca. 20köpfigen Großfamilie vorbei, alle Tiere waren ausgewachsen.
    Eine Gans schob Wache: Den Hals hoch aufgereckt, der ganze Körper unter Spannung, ließ sie mich nicht aus den Augen, verfolgte mich unter Drehung ihres Kopfes (nicht ihres Körpers) mit ihrem Blick ganz genau, bereit, bei Bedarf sofort Alarm zu schlagen. Der Rest der Gruppe hingegen "chillte" im Halbschlaf vor sich hin oder putzte sich, im 100%igen Vertrauen darauf, dass der Wächter aufpasst.

    Die Nilgänse hingegen sind nicht so gut organisiert. Da passen in einer Gruppe alle so halbherzig auf, und wenn ein Mensch zu nahe kommt, überlegt jede einzelne, ob sie mal ein paar Schritte Richtung Wasser gehen soll.
    Heute hat die gleiche Gruppe Kanadagänse mir den Weg versperrt, sie saßen mitten drauf, und an den Seiten konnte ich nicht ausweichen. Die Wächtergans wollte keinen Fluchtalarm geben, aber mich auch nicht passieren lassen. Nach einigem Verhandeln durfte ich mich an der Seite vorbeidrücken.
    Die Wächtergans macht ihren Job so gut, dass sich jetzt auch zwei Nilgänse ihrer Gruppe angeschlossen haben.

  8. Avatar von SusiausmSauerland
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    AW: Tierbeobachtung in freier Wildbahn

    Hallo an alle in diesem Thread,

    auch mein Mann und ich lieben es, Tiere in freier Natur zu beobachten.

    In Südfrankreich haben wir u.a. Flamingos, Wiedehopfe, Bienenfresser, unterschiedlichste Eidechsenarten, diverse Libellenarten, Schmetterlinge u.ä. beobachten können. Auch Schlangen haben unseren Weg mehrfach gekreuzt, obwohl ich darauf gut hätte verzichten können - habe Angst wg. Kindheitserlebnis. Mein Mann hingegen findet sie faszinierend und hatte das Glück, in einem Bach in der Provence eine Schlange beim Fangen eines Fischs zu beobachten - und sogar ein Foto machen zu können.

    Unser Zuhause ist eher ländlich, am Rande einer kleinen Stadt, mit Wald und Feldern in der Nähe. Rehe sehen wir ziemlich oft, auch Füchse und Feldhasen. Sogar einen Dachs haben wir schon beobachten können.

    Unseren Garten haben wir recht naturnah gestaltet, auch mit mehreren Mini-Teichen, so dass wir viele Insekten und Schmetterlinge und Vögel sehen können. Momentan mopsen die Rotschwänzchen im Rüttelflug die reifen Holunderbeeren vom Strauch, das ist einfach nur schön. Hinter unserem Holzschuppen ist eine Art Niemandsland mit Büschen, kleineren Bäumen, einer riesigen Eiche und jeder Menge Totholz. Dort füttere und tränke ich die Vögel von ca. Oktober bis April.Zu unseren Gästen dort zählen einige Meisenarten, Amseln, Dompfaffe, Spatzen und dergleichen. Besonders freue ich mich über "Spechtiline", die jetzt schon 2 Winter lang jeden Tag mehrfach ans Futter gekommen ist. Im Frühling hat sie dann ihren Mann mit der roten Mütze geschickt, vllt. weil sie gebrütet hat. Ich hoffe, sie kommt auch in diesem Winter wieder zu uns.
    lg Susi


    **************************************************
    Ich habe keine Macken.
    Das sind Special Effects


  9. Avatar von Horus
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    AW: Tierbeobachtung in freier Wildbahn

    Gestern war während einer Abseits-der-Wege-Wanderung mal wieder Greifvogel-Tag:

    - 1 Bartgeier
    - 3 Steinadler (das Revierpaar und das kürzlich flügge gewordene Jungtier von diesem Jahr
    - 2 Baumfalken
    - 4 Kolkraben (das Revierpaar und ihre 2 Jungen)

    Und zwar alle gleichzeitig gesichtet (!), gemeinsam in der gleichen Thermik-Säule drehend, für einmal, ohne sich gegenseitig zu stören.

    Es war danach den ganzen Tag am Himmel noch viel los, hab alle Vögel abwechselnd auch noch einzeln gesichtet - ausser die Raben, die waren ständig im Verbund. Die Murmeltiere hatten bei DER Adlerpräsenz keine ruhige Minute. Der Geier wartete wohl auf einen Jagderfolg der Adler.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
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  10. Avatar von Horus
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    AW: Tierbeobachtung in freier Wildbahn

    Schon niemand mehr mit dabei?

    Heute vor einer Woche ein ziemliches Highlight: einen erwachsenen Wolf und zwei Welpen mit viel zu grossen Pfoten!
    In relativer Nähe und über eine ganze Weile.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
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    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

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