Ich weiß nicht so recht wie ich es richtig ausdrücken soll, ich habe ja mit Charly jetzt ein chronisch krankes Tier, durch die häufigen Medikamente und Arztbesuche werde ich auch mehr damit konfrontiert als bei meinen früheren Katzen, die ja auch im Alter krank waren mit Gesäugetumor und HCM.
Ich ertappe mich jetzt bei dem Gedanken, dass ich vielleicht, wenn meine jetzigen Tiere gegangen sind es nicht mehr schaffen werde mein Herz an neue Katzen zu hängen.
Obwohl ich ja mit Krankheit und so weiter beruflich viel zu tun habe, kann ich mich bei Charly ganz schlecht abgrenzen, wenn ich beim Tierarzt sitze, fühle ich mich als wäre ich selber krank. Mein Mann hat mir gesagt, er erlebe den Tierarzt als Dienstleister, ich erlebe ihn im Moment als Richter über Leben und Tod. Das hat nichts mit schlechten Erfahrungen zu tun, die Tierklinik ist wirklich sehr kompetent und Mensch und Tier zugewandt, diese Wechselbäder zwischen Hoffnung und Bangen und Verzweiflung stressen mich gerade sehr.
Und ich habe mich auch schon bei dem Gedanken ertappt, warum kann es nicht Amy the strange treffen, warum meinen Charlyschmuser, wobei ich natürlich auch Amy sehr lieb habe.
Und es ist durchaus nicht so, dass ich immer so schrecklich empathisch bin, vor kurzem hatte mein Mann eine Gürtelrose, da konnte ich mich recht gut abgrenzen.tut zwar weh aber ist nicht lebensbedrohlich. ;)
Diejenigen von euch, die auch ein chronisch krank ist hier zu Hause haben/hatten, wie seid Ihr damit umgegangen?
Hier chillt er auf der Terasse
https://abload.de/img/mobile.51z3skz.jpg
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 52
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15.07.2017, 22:16
Emotionen bei chronisch krankem Tier
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15.07.2017, 22:29
AW: Emotionen bei chronisch krankem Tier
dass meine katze eine autoimmunerkrankung hat, wussten wir kurz nachdem wir sie aus dem tierheim geholt haben.
vor einigen jahren kam noch cni dazu.
wie ich damit umgehe? ich wusste von anfang an, dass sie wahrscheinlich keine 20 wird. jetzt ist sie 14 und hat möglicherweise auch noch eine herzinsuffizienz. das werden wir demnächst abklären.
ich habe die verantwortung für sie übernommen, seit sie zu uns kam. daran kann nichts etwas ändern. und ich werde dafür sorgen, dass es ihr so lange wie möglich gut geht. wenn nicht mehr, werde ich sie gehen lassen. der ta und ich sind uns da sehr einig. lebensqualität muss gegeben sein.
ich liebe meine katze sehr. auch wenn wir gelegentlich aneinandergeraten, auch wenn es manchmal schwierig ist, regelmäßig einmal im monat beim ta zu sein, auch wenn es schwierig ist, zu wissen, dass ich irgendwann das subkutane spritzen erlernen muss und dass sie das gar nicht gerne haben wird.
auch wenn es schwierig ist, mit ihr klarzukommen, wenn sie unter cortison steht.
egal. sie ist meine. ich habe vor dreizehn jahren gesagt "die will ich haben" und wir werden unseren gemeinsamen weg bis zum ende gehen.
eine bindung zu einem lebewesen aufzubauen impliziert auch immer die möglichkeit großen schmerzes. bei haustieren ist der schmerz sehr wahrscheinlich, dann, wenn es zu ende ist. das habe ich mir von anfang an klar gemacht. und damit lebe ich. zu einem lebewesen "ja" zu sagen, bedeutet nicht rosarote wölkchen von anfang bis ende. das hat - für mich - schon etwas von "in guten wie in schlechten tagen", vielleicht sogar mehr als das bei einem menschen der fall wäre, denn so ein tier ist viel abhängiger von mir als ein mensch es jemals wäre. was soll denn werden, wenn ich sie nicht mehr haben wollen würde?
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15.07.2017, 22:35Inaktiver User
AW: Emotionen bei chronisch krankem Tier
Man muss damit leben ..... ich / wir hatten einen Hund, der alles hatte in seinem ganzem Leben von Anfang an - üble Dinge - plus noch Pech.
Man kann sich nicht abgrenzen - gefühlt waren wir nur beim Tierarzt, immer gelitten und traurig etc. - trotzdem hat er uns wahnsinng viel gegeben. Und ist immerhin als großer Hirtenhund und all den ganzen Themen über 12 Jahre alt geworden. Wir hatten wunderschöne Zeiten. Genauso wie Dein Foto - das ist wunderschön. Genieß das. Uns war einfach irgendwann nur noch gänzlich wichtig die Abwägung -wie lebt er, hat er ein gutes Leben, geht es ihm gut? Wir haben nicht mehr an uns gedacht. Das war gut. Auch in Abstimmung mit unserer Tierärztin, immer wieder das zusammen hinterfragt.
Will sagen - genieß die Zeit die ihr zusammen habt. Es geht eigentlich nicht um die Jahre. Es geht darum, dass Ihr eine gute Zeit habt. Geht es für Charly nicht mehr - dann musst Du zusammen mit Arzt eine Entscheidung treffen - für Charly. Aber vergiss nie, Charly ist glücklich mit Dir und Du mit ihm!
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15.07.2017, 22:36
AW: Emotionen bei chronisch krankem Tier
Platzhalterin, klar, es ist auch keine Frage alles für das Katerchen zu machen, aber im Moment habe ich den Eindruck, es laugt mich sehr aus, so emotional. Wobei ich rational, mit dem Kopf weiß, dass ich auch andere Katzen lieben kann und das es ganz unerträglich wäre, nicht mit Fellnasen zusammen zu leben.
Die letzten Laborwerte waren auch besser und mit Magentabletten frisst er jetzt auch so einigermaßen.
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15.07.2017, 23:28
AW: Emotionen bei chronisch krankem Tier
das kann ich bestätigen, das geht mir zeitweise ebenso. ich erinnere mich an letzten winter, als wir über monate hinweg wöchentlich mehrfach zur tierklinik mussten. da stieß ich extrem an meine grenzen.
ich habe mir letztens auch überlegt, ob ich denn wirklich "nachwuchs" holen will, wenn meine katze nicht mehr ist. es hätte schon nicht so ganz kleine vorteile .... andererseits glaube ich, dass ich dann doch lieber mit katze leben möchte. auch, und vielleicht gerade weil es meine letzten katzen sein werden.
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16.07.2017, 11:49
AW: Emotionen bei chronisch krankem Tier
@taggecko
Ich bin Hypochonder by proxy.
Wenn meine Hunde auch nur schief schauen (oder früher auch meine Katzen), dann bin ich völlig betriebsblind. Male mir die übelsten Diagnosen aus - wobei ich leider schon einige Male richtig lag - und nerve die Kollegen.
Besonders schlimm ist es mit meier Angsthündin, weil ich mir dauernd immer ausmale, wie sehr Dauerstress sich gesundheitlich auswirkt.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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16.07.2017, 11:55
AW: Emotionen bei chronisch krankem Tier
Stimmt, mit meiner eigenen Gesundheit bin ich eher entspannt, Impfpässe haben nur die Katzen.
Aber die Katzen werden mit Argusaugen betrachtet und eine kurze Appetitlosigkeit oder Mattigkeit ruft gleich üble Phantasien hervor.
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16.07.2017, 12:17
AW: Emotionen bei chronisch krankem Tier
Bin mal wieder da.....
ich leide und sterbe immer ein bisschen mit meinen Tieren. Habe ja dieses Jahr meinen Herzenshund verloren . Die letzten Jahre mit ihm waren nicht einfach...er war eben alt und hatte Wehwehchen....und wenn mein Tier krank ist, dann bin ich das auch.
Aber ich habe trotzdem eine gesunde Einstellung....das Leben muss lebenswert für mein Tier sein. So lange mache und tue ich alles....
Vermisse tue ich ihn immer noch sehr....wenn ich die vertrauten Wege gehe...die ich jetzt mit unserer anderen alten Hündin ablaufe....ich sehe immer noch meinen alten Cowboy...
Und trotz der der Trauer, wir haben wieder einen neuen jungen Hund. Es tut gut...das junge neue Leben und unsere Paula ist nicht mehr alleine, sie war immens traurig und ich denke, sie ist es immer noch ein bisschen.
Oft geht einer von uns alleine mit ihr, damit sie die volle Aufmerksamkeit hat....denn der kleine Satansbraten fordert uns ganz schön, ist jetzt 7 Monate alt und wohl pubertierend.....sehr anstrengend

So ganz in meinem Herzen ist er noch nicht...aber auf einem guten Weg...
Er tut uns gut....und ich weiß, auch ihn werde ich mal gehen lassen müssen. Will sagen, genießen wir die Zeit die uns mit unseren Schätzchen bleibt...auch wenn sie krank werden. So lange sie noch Lebensqualität haben, tun wir doch alles für sie ....so sind wir nun mal gestrickt....die Hunde- und Katzenliebhaber.
Kopf hoch.... so lange deine Katze noch Spaß hat taggecko....genieße die Zeit mit ihr. Alles hat seine Zeit im Leben....
Liebe aufmunternde Grüße....MIch habe gar keine Macken! Das sind nur Special Effects!!!!
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16.07.2017, 15:15
AW: Emotionen bei chronisch krankem Tier
Das verstehe ich nur zu gut- ist bei uns ähnlich. Wenn mit den "Viechern" was ist, natürlich auch mit
den Kindern, Enkelkindern, geht es mir immer sch....
Bei mir selbst ist das Motto eher "nur zum Arzt wenn der Kopf unterm Arm klemmt"....
ich hasse Praxen und Co.- obwohl es natürlich sehr gut und wichtig ist das es sie gibt.
Ich neige auch zum Fremd-Hypochondern....schön das es noch andere gibt die so drauf sind!
Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
wir waren
Aharon Appelfeld
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17.07.2017, 13:24
AW: Emotionen bei chronisch krankem Tier
Dem kann ich mich nur anschließen - bin froh, dass es noch mehr so "Bekloppte" gibt!
Mein Kater, der jetzt 11 ist und seit sechseinhalb Jahren bei uns, ist auch chronisch krank, er hat von einem wohl nicht behandelten Katzenschnupfen in seiner Kindheit Herpes (betroffen sind die Augen) und ein allgemein sehr schlechtes Immunsystem, wodurch er immer wieder fiebrige Infekte hat. Zudem hat er noch ein gewisses "Talent" zu anderen Verletzungen (rauft gern
) und so sind wir leider auch Stammgast beim Tierarzt. Aber genau der Kater ist auch ein unglaubliches Schätzchen - schmusig, anhänglich, eher ein Hund als eine Katze. Manchmal habe ich auch das Gefühl, der weiß immer genau, dass wir ihm helfen wollen, er lässt sich fast alles machen (Augentropfen, Ohrentropfen, Antibiotika einflößen, usw.) und ist nie gemein oder nachtragend.
Ich denke, man wächst mit so einem Tier - er ist sicher nicht ohne Grund bei uns gelandet (war 2x im Tierheim, von der ersten Vermittlungsstelle wurde er wieder abgegeben) - und trotzdem komme ich da ich manchmal an meine Grenzen bzw. muss mich abgrenzen, um nicht zu sehr mitzuleiden. Schwieriges Thema, das.


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