Es wurde in dem Beitrag ja auch deutlich, dass man klar zwischen Rüde und Hündin differenzieren muss. Rüden sind sehr häufig von Kastrationen "aus Verhaltensgründen" betroffen, was mich ehrlich gesagt immer wieder entsetzen kann.
Ich hatte immer Rüden, bin halt ne olle Rüdenmutti, und ganz ehrlich: Keiner meiner Hunde hätte mir je Anlass gegeben, an seinem Verhalten zu verzweifeln. Ja, große Rüden wie die RRs sind insbesondere in der Pubertät eine echte Handvoll, und ja, da kann man sich schon mal die eine oder andere Fraktur zuziehen, weil 40 - 50 kg Hund im hormonellen Chaos-Zustand durchaus eine Herausforderung darstellen, die auch Männer Prototyp Baumstamm flach legen können (so ein Exemplar habe ich an meiner Seite).
Das sind aber immer nur Momentaufnahmen und 5 Minuten später ist dieser Moment vorbei.
Ich bin ein recht zartes Persönchen, und dennoch stand bei meinen Torfköppen nie zur Debatte, wo der Frosch hier im Hause die Locken hat. Fragen haben sie mir alle gestellt, ganz klar - aber das löst man mit Köpfchen, Souveränität und einem Augenzwinkern, nicht über "Klöten ab".
Hypersexualität hatte bislang keiner meiner Jungens, aber im Freundeskreis gab es das, und da war die Kastra dann eine echte Erleichterung für alle (!) Beteiligten.
Regelmässig abk... könnte ich über die Praxis im sogenannten "Tierschutz", insbesondere in Form von Frühkastrationen. DAS hat mit Tierschutz absolut gar nichts mehr zu tun.
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17.05.2017, 15:37Inaktiver User
AW: Ein differenzierter Beitrag zum Thema Kastration
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17.05.2017, 16:03
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17.05.2017, 16:07Inaktiver User
AW: Ein differenzierter Beitrag zum Thema Kastration
Ich schätze mal: umgeworfen werden und Arm gebrochen.
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17.05.2017, 17:02
AW: Ein differenzierter Beitrag zum Thema Kastration
Ich bin froh, dass das Thema „Kastration“ gottseidank auch schon von der neuen Generation der Tierärzte kritisch und genau betrachtet wird, denn so manche Studie pro Kastration hat sich später schlichtweg als falsch herausgestellt.
Selber halte ich vorwiegend nur Hündinnen, mein Rudel besteht aus 2 Labrador und 2 Bordercolliemädchen. Alle sind unkastriert und bisher gesund. Alter: 11, 8, 7 und 5 Jahre alt. Wir haben immer Hunde gehabt, wovon 1 Jackrusselmädchen mit 11 an Krebs verstarb, alle anderen an Alterschwäche. Wir hatten in den Jahren auch 3 Rüden, einer musste aus gesundheitlichen Gründen schon sehr früh mit 8 Monaten kastriert werden, die anderen beiden waren unkastriert. Probleme oder auch ungewollten Nachwuchs gab es nicht.
Viele kastrationswillige Hündinnenbesitzer wissen oft nicht, dass es nicht selten nach einer Kastration zu Inkontinenz kommen kann. Ebenso der Irrgraube, nachher einen besser zu führenden Hund zu haben.
Differenzierter sehe ich das aber im Ausland. Leider kommt es hier nicht selten vor, dass Hündinnen an der Kurzen Kette ihr Leben fristen und dann auch noch 2x im Jahr während der Läufigkeit von einem freilaufenden Rüden gedeckt wird. Aber das hat was mit der Ansicht und dem Stellenwert des Hundes zu tun. Hier wiederum würde ein kastrierter Hund meistens ein besseres Leben leben.
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17.05.2017, 17:21Inaktiver User
AW: Ein differenzierter Beitrag zum Thema Kastration
Ich habe bei Tierarzt Rückert einen ganz interessanten Artikel dazu gelesen.
Vielleicht mag es jemand lesen, hier mal die Links:
Die Kastration beim Hund - ein Paradigmenwechsel
Die Kastration beim Hund - Ein Paradigmenwechsel - Ulm / Neu-Ulm - Kleintierpraxis Ralph Rückert
Kastration beim Hund - Fragen und Antworten
Kastration beim Hund (Teil 2) - Fragen und Antworten - Ulm / Neu-Ulm - Kleintierpraxis Ralph Rückert
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17.05.2017, 18:42Inaktiver User
AW: Ein differenzierter Beitrag zum Thema Kastration
Genau so.
RRs sind pfeilschnell.
Patellafraktur dank Schreck des Hundes aufgrund eines unmotiviert mit einer Schreckschusspistole losballernden Jugendlichen (nein, es war kein Karneval), der das spassig fand - hochpubertärer Rüde an Leine machte einen Satz, während ich gerade dabei war, die Hoftür aufzuschliessen, ich fliege ein paar Meter durch die Luft und lande auf Beton. Erklärung: Rüde wog 47 kg, ich 50.
Radiusfraktur dank Kombi aus Schleppleine, in deren einer Schlaufe leider mein Fuß steckte, und pubertär durchstartendem Rüden
(Warum ich keine Leinenfreundin bin, dürfte damit hinreichend erklärt sein)
Radiusfraktur dank von hinten heran preschendem Rüden (nicht meiner), der nie gelernt hatte, dass man Menschen nicht anrempeln sollte.
Commotio cerebri dank Kollision meiner Nase mit Hundekopf
Einmal hatte ich großes Glück, als auf vereister Strecke zwei RR Jung-Rüden von hinten in mich rein bretterten, genau in meine Kniekehle. Zog mir nur eine große Beule am Hinterkopf zu.
RRs sind in der Pubertät oft SEHR grobmotorisch unterwegs, und kombiniert mit einer niedrigen Reizschwelle und blitzschnellen Reaktionen kann das einfach auch mal knallen.
Umwerfen gab es übrigens nach meinem 5. LJ nicht mehr
. Lernen meine Jungs von klein auf, dass das ein no go ist. Sie rempeln auch nicht, und lernen früh, dass man Menschen nicht umrennt, egal mit welcher speed man gerade auch wie abgelenkt unterwegs ist. Wenn die Jungs es schaffen, mit full speed im Wald Bäumen auszuweichen, dann können sie das auch in Bezug auf Menschen.
Geändert von Inaktiver User (17.05.2017 um 18:48 Uhr)
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17.05.2017, 18:48Inaktiver User
AW: Ein differenzierter Beitrag zum Thema Kastration
Hast du denn auch ein geschlechtsgemischtes Rudel gehabt? Intakter Rüde und intakte Hündin zusammen, das kann ich mir nicht vorstellen...
Bei mir wär es mit einer intakten Hündin unmöglich, da ich direkt an einer Hundewiese wohne, und alle freilaufen. Da hätte ich zweimal im Jahr das Gartentor freischaufeln müssen vor lauter Rüden...
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17.05.2017, 19:06
AW: Ein differenzierter Beitrag zum Thema Kastration
Ich habe einen 2jährigen intakten Rüden übernommen. Ihm wurde von den Vorbesitzern ein Kastrationschip gesetzt, damit an den Hund "was dran kommt". Der war wirklich rappeldürr, und Nachfragen ergaben, dass der große Hund mit Aldi-Trockenfutter gefüttert wurde, 3kg-Sack für eine Woche, der Sack kostet ca. 3 Euro. Ich hab mich schlau gemacht bzgl. Ernährung, diese umgestellt, der 2jährige Hund hat 7 kg zugenommen, ist ca. 9 cm gewachsen, hat glänzendes Fell und ist immer noch intakt. Lt. Tierarzt wurde durch den Chip die Pubertät verschoben / unterbrochen, und entweder hätten wir jetzt die Flegeljahre oder eben die Operation.
Nun, wir haben uns für die Flegeljahre entschieden
. Jetzt ist er 4,5 Jahre alt und benimmt sich *räusper* meistens.
Bei Katzen kenne ich das mit der Kastration, aber bei Rüden ist das doch relativ neu und fast schon inflationär. Ich habe auch nicht verstanden, warum das ein " Qualitätsmerkmal " sein soll. Ich habe nur verwundert aufgehorcht, gerade bei Sendungen wie Tiere suchen ein Zuhause. Immer öfter wird betont, dass der Hund geimpft, entwurmt und selbstverständlich kastriert ist.
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17.05.2017, 20:30Inaktiver User
AW: Ein differenzierter Beitrag zum Thema Kastration
Die Sache ist die: du wirst der Flut nicht Herr, wenn du im Tierschutz nicht kastrierst, und du kannst das auch nicht managen, wenn du immer wieder neue Hunde aufnehmen musst.
Es gibt immer wieder so schlaue Zeitgenossen, die sich im Tierschutz Rassetiere besorgen und dann munter damit vermehren - das kann's ja auch nicht sein. Das kannst du eben nur sicher unterbinden wenn du nur kastrierte Tiere abgibst. Es passieren einfach zu viele "Unfälle", und es gibt ja mehr als genug Tiere die ein Zuhause suchen.
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17.05.2017, 20:30Inaktiver User


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