Hundeunfreundliches Deutschland ... mein Unmut besteht eher gegenüber demjenigen am anderen Ende der Leine.
Schön, dass ich ganz nah bei einem Tierarzt wohne, denkt man. Gestern wieder ein nettes Erlebnis. Hundehalterin besucht Tierarzt. Gatte bleibt im Auto sitzen, Motor läuft. Nach 15 Minuten kommt Hundehalterin wieder aus der Praxis, ich habe sie gefragt, ob es einen Grund gibt, dass der Motor anbleibt. Klar - es ist warm, es sind noch Hunde im Auto, diese müssen gekühlt (!!!) werden ... aha! Man stellt sich dazu auf einen Platz in einer Wohnstraße in die pralle Sonne, um die Hunde zu kühlen.
Daneben ist eine kleine Wiese mit Bäumen/einer Bank - Schatten - auf der öfter Hundeherrchen mit ihren Patienten sitzen, wenn es beim Arzt zu voll ist. Diesen Platz hat die Dame dann zum Hundepinkeln benutzt.
Eine weitere 3/4 Stunde später - Hunde waren bestimmt gut durchgekühlt - fuhren sie weiter, nicht ohne sich vorher über "ältere Leute" zu echauffieren, die nicht zu tun hätten.
Die kleine (Gemeinde-)Wiese wird auch gerne von Besuchern des Tierarztes benutzt.
Ich weiß, dass in der Praxis Tüten ausliegen.
Manchmal, wenn die Hundehaufen liegen bleiben, sage ich, dass man hier etwas vergessen habe ...
Reaktion: Wenn Blicke töten könnten ...
Kippen, die mir in den Garten geschnippt werden - Kackpause für den Hund, Rauchpause fürs Herrchen/Frauchen - das sollte ich nicht so eng sehen, oder?
Meiner Nachbarin wird sehr oft von Tierarztbesuchern die Einfahrt zugeparkt, diese steigen mit Fifi aus und reagieren auf die Bitte, woanders zu parken, häufig recht ungehalten. Oder ergehen sich in Betrachtungen, dass man doch noch mit ein bisschen Rangieren raus kommt etc. pp.
50 m weiter ist ein Parkplatz ... ist wohl zu weit.
Mein Nachbar hat auch einen Hund und einen eigenen Garten.
Er lässt gerne und täglich den Hund raus, damit der sich im gegenüberliegenden Vorgarten erleichtern kann.
Wundert sich, dass das Verhältnis zur Gartenbesitzerin kühl ist und diese bereits zu einer Anzeige greifen musste.
Nette Spazierwege am Wasser entlang gefallen auch Hundebesitzern. An mehreren Ecken stehen Behälter mit Beuteln und Papierkörbe.
Wieso müssen die Haufen mitten auf dem Weg liegen bleiben?
Das sind sehr oft Bürger unserer Gemeinde, bei denen ich es beobachte.
Der Dame mit dem Hund an einer dieser Flexleinen, die sich weit ausziehen lassen, und die mir entgegenkam und auf dem Smartphone daddelte, würde ich gerne einen Besuch in der Hundeschule empfehlen.
Ich blieb stehen, sagte, sie solle den Hund bei sich behalten, der die gesamte Breite des Weges nutzte. Das Übliche - der tut nichts - tat er doch und sprang mich mehrfach an.
Die Dame glotzte weiter auf das Display, entschuldigte sich nicht und hat auch Fifi nicht herbeigerufen.
War wohl auch meine Schuld - wieso musste ich eine weiße Hose tragen?
Deutschland hundeunfreundlich ... ja, ich gebe es zu, mir schwillt mittlerweile der Kamm, wenn auf Feldwegen - hier herrscht Leinenzwang - der Tut-nichts-Kläffi auf mich losprescht.
Antworten
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16.05.2017, 10:31
AW: Hundeunfreundliches Deutschland? Wenn ja, zu Recht?
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16.05.2017, 10:40Inaktiver User
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16.05.2017, 10:43Inaktiver User
AW: Hundeunfreundliches Deutschland? Wenn ja, zu Recht?
Naja, man könnte jetzt jede Menge Stories über Nicht-Hundebesitzer ergänzen, die sich wie eine offene Hose gegenüber Menschen mit Hunden (oder Kindern) benehmen ...
dennoch würde ich Deutschland weder als hunde- noch als kinderunfreundlich bezeichnen.
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16.05.2017, 10:50
AW: Hundeunfreundliches Deutschland? Wenn ja, zu Recht?
Eben und genau so
Kommt vielleicht auf die Region an? Hier ernte ich eher nette Reaktionen auf den Hund. Gut, ich habe auch einen kleinen niedlichen Plüsch der sich benehmen kann und ich weiß wann und wo sie das nicht kann und dann achte ich darauf.
Auch in Restaurants kommt meistens auf die Nachfrage ob der Hund mit darf ein "selbstverständlich". In sehr wenigen sind Hunde nicht erlaubt.Grüßle
TM
Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht. (Adenauer, Konrad)
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16.05.2017, 10:57
AW: Hundeunfreundliches Deutschland? Wenn ja, zu Recht?
@chabrol
Ich kenne alles, was Du hier listest.
Gerade auch das Verhalten vor der Praxis. Wir stießen auch sehr oft auf Unverständnis, wenn wir unsere Klienten gebeten haben, richtig zu parken und ihre Hunde nicht überall hinpinkeln zu lassen.
Auch die Flexileinen- und Der-tut-nichts-Fraktion ist mir gut bekannt.
Ich erlebe dies alles aber in den letzten Jahren nicht mehr so. Ich schreibe das zumindest zum Teil der Tatsache zu, dass in der Gegend, in der ich unterwegs bin, fast jeder einige Zeit mit einem Tariner unterwegs ist oder tatsächlich eine der vielen (wenn auch nicht immer guten) Hundeschulen besucht.
Ich bin mit Hunden aufgewachsen, war nur wenige Jahre ohne Hund und lebe schon über 50 Jahre mit großen Hunden. Noch vor 15 oder 20 Jahren sah man in meiner Ecke viele von jedem Wissen und von jedem Sozialverhalten unbeleckte Leute mit Hund.
Deshalb werde ich ich nicht müde, einen Sachkundenachweis zu fordern. Möglichst schon als Bedingung dafür, einen Hund zu sich zu nehm,en. Nicht erst, wenn er schon da ist.
Dann klappt´s auch mit dem Nachbarn.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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16.05.2017, 11:04
AW: Hundeunfreundliches Deutschland? Wenn ja, zu Recht?
Es gibt einen Unterschied: Leute ohne Hund müssen sich allein daneben benehmen. Leute mit Hund haben dabei Unterstützung. Dadurch schaffen sie es besser, effektiver.
Man kann ja nicht immer überall sein!^^
Aber das ist richtig, Deutschland ist nicht hundeunfreundlich und auch Kindern sieht man heute viel mehr nach als früher, als ich Kind war. Und besonders nett ist Deutschland zu Katzen. Die dürfen so ziemlich alles.
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16.05.2017, 11:21
AW: Hundeunfreundliches Deutschland? Wenn ja, zu Recht?
Also mir geht es sehr oft auf die Nerven, wenn man sofort als Hundefeind beschimpft wird, falls man einmal das unmögliche Benehmen mancher Hunde (eigentlich der Besitzer) rügt!
Ich habe mich früher, aus gutem Grund, sehr vor Hunden gefürchtet, und das war für die Herrln und Frauerl fast immer eine Beleidigung. (Sattsam bekannt: er tut eh nix
)
Wenn ich sehe ,dass jemand starr vor Angst dasteht, weil der Hund herkommt oder ihn verbellt, dann muss ich das Tier eben zurückrufen, schon überhaupt, wenn ich dazu aufgefordert werde.
Die Angst hat sich durch den Umgang mit einem Leihhund einer Freundin sehr gemildert, aber trotzdem hasse ich die Hundehaufen (besonders schlimm war es nach der dicken Schneedecke heuer, als alle ausgeapert sind), und ich muss auch nicht an jeder Ecke und bei jedem Baumstamm Hundepisse riechen.
Ich mag auch nicht besonders gerne in Menschenkacke treten, trotzdem bin ich kein Menschenfeind!
Wenn man dann nachfragt, dann gibt es keinen Hundehalter, der nicht brav die Hinterlassenschaften wegräumt.
Hmmm, woher kommen dann all die Haufen?
Und ich bin kein Hundefeind, es gibt sogar welche, die ich liebe! Ich mag Tiere generell!
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16.05.2017, 11:58Inaktiver User
AW: Hundeunfreundliches Deutschland? Wenn ja, zu Recht?
Es ist aber nicht mehr so, dass es nur ein paar Hunde sind. Wenn ein Hund im Wald ins Gebüsch kackt, ist mir das echt egal, hat meiner auch immer gemacht....seinen Po immer an ein Gebüsch gedrückt und schön da rein gemacht.
Aber wir haben hier Obstanlagen und sehr sehr viele Hundbesitzer nutzen die Feldwege dazwischen als Spazierstrecke und lassen dort ihre Hunde laufen und auch kacken.
Die Folge davon ist, dass die Landwirte regelmäßig da reintreten, mit dem Traktor durchfahren und wenn Erntezeit ist, auch die Erntehelfer da reintreten.
Stellt euch vor ihr pfückt Erdbeeren, Äpfel oder Kirschen und latscht mit Regelmäßigkeit in Hundekacke und müsst dann mitten auf dem Feld sehen, wie ihr eure Schuhe sauber bekommt.
Das ist einfach ekelhaft und muss nicht sein.
Alle paar Wochen erscheint deshalb eine große Anzeige im Gemeindeblatt, man solle das bitte entfernen und Rücksicht nehmen, aber auch die Androhung von Strafen blieb bisher bisher ohne Erfolg.
Das die Landwirte nicht besonders gut auf Spaziergänger mit Hunden zu sprechen sind, die ihre Hunde frei laufen lassen, verstehe ich da gut.
Mit Rücksichtnahme wäre da die Stimmung wesentlich besser.
Vorgestern bin ich in unserem Garten in Hundekacke getreten. Ich habe es gewagt, bei schönem Wetter in Birkenstock Latschen in den Garten zu gehen. Die weiche Kacke lief oben zu den Schuhen rein über meine nackten Zehen - meine Stimmung könnt ihr euch vorstellen.
Die Schuhe habe ich weggeworfen.
Eben habe ich gesehen, wie Spaziergänger ihren großen Hund, einen Rüden, an die frisch gepflanzten Hortensien einer Nachbarin pinkeln ließen und zwar gleich an zwei Hortensien, die neben der Tür stehen.
So etwas trägt nicht zu einem guten Miteinander bei.
Trotz alledem ist die Grundstimmung gegenüber Hunden hier positiv und ganz und gar nicht unfreundlich - außer man erwischt einen der Hundebesitzer auf frischer Tat, dann ist man nicht mehr so freundlich ;-)
Nochmals zu den Feldwegen: dürfen hier nur von den Landwirten/Besitzern benutzt werden, welche ihre Felder bewirtschaften - werden aber oft als Abkürzung benutzt oder wenn manche meinen, Schleichwege nutzen zu können, wenn sie Alk getrunken haben.
Werden sie erwischt, gibt es Strafe - auch ohne Alk natürlich.
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16.05.2017, 12:07Inaktiver User
AW: Hundeunfreundliches Deutschland? Wenn ja, zu Recht?
*editiert*
Ansonsten war katelbachs Ansage wohl deutlich - ist hier OT, daher an dieser Stelle kein weiterer Kommentar *editiert*Geändert von katelbach (16.05.2017 um 12:10 Uhr) Grund: wegen Bezug auf gelöschte Beiträge editiert
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16.05.2017, 13:46
AW: Hundeunfreundliches Deutschland? Wenn ja, zu Recht?
Ja, so ist das leider, Hundehalter werden vorverurteilt, weil einige Besitzer die Hinterlassenschaften nicht wegräumen, die Hunde bellen, anspringen oder frei laufen gelassen werden. Also sind pauschal alle Hundebesitzer und ihre Hunde unmöglich.
Wenn Kinder rumkreischen oder sich daneben benehmen oder an Parkbuchten Hinterlassenschaften der nicht mehr windeltragenden Kinder, die es "nicht mehr heben können" nicht weggemacht werden... werden dann auch alle Eltern und Kinder pauschal vorverurteilt? Nein, denn es gibt einfach wesentlich mehr Kinderfreunde als Hundefreunde. Kinder sind halt süß und ja noch so klein, die müssen es erst lernen, wir waren ja alle mal klein
. Hunde sind ein unnützes Luxusgut.
Ich habe jedenfalls noch nie jemand getroffen, der Eltern, die mit ihren Kindern in ein Restaurant gehen, schon beim reinkommen angesprochen hat mit "muss das sein, ich hoffe, die können sich benehmen".
Wenn jemand, wie hier beschrieben, schon mal von einem Hund gebissen wurde, sehe ich ein, dass er Angst hat. Aber warum sind dann pauschal alle Hunde bissig, unerzogen, die Hundehalter rücksichtslos etc.? Wenn man von einem Mann in dunkelroter Jacke überfallen wurde, hat man auch Angst, aber sind dann pauschal alle Männer in dunkelroter Jacke rücksichtslos, nur weil sie eine solche anhaben? Sie könnten sich ja auch freundlich kleiden.
Ich denke schon, dass Hundehalter mehr auf Vorurteile und Ablehnung stoßen als irgendeine andere Personengruppe. Das ist nicht anders wie bei Fahrern eines Luxusautos. So viele negative Reaktionen, dass man sich fast schon schämen muss eines zu fahren oder sich ständig rechtfertigen muss. Fährt jemand eine alte Dieseldreckschleuder interessiert das keinen.
Warum wohl fühlt man sich unter Seinesgleichen am wohlsten?


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