Horus, meinst Du das wirklich? Unsere Katzen haben sich nie eingesperrt gefühlt! Wenn sie es nicht gewohnt sind, aus Zuchten kommen, die nur ein Familienleben im Haus gewohnt und dementsprechend domestiziert sind, haben sie normalerweise nicht diesen Drang nach Freiheit ins Freie, zumindest war das meine Erfahrung.
Wir - mein verstorbener Mann und ich - haben unsere Katzen nie ins Freie gelassen, obwohl wir ein 1400qm-großes Grundstück mit Teich hatten und - unverbaut - hintendran Weinberge. Im hinteren Bereich der 120 qm-Terrasse war ein eingezäunter Auslauf, den sie, wann immer sie wollten, durch das rautenmäßig vergitterte Wohnzimmer aufsuchen konnten. Das waren anfangs Perserkatzen, dann Maine Coons. Wir haben sie deshalb nicht ins Freie gelassen, weil in den Weinbergen ab einer gewissen Reichweite die Katzen abgeknallt wurden und auf der anderen Seite eine viel befahrene Straße verlief.
Jetzt in meiner neuen Wohnung habe ich den Neuzugang eines Bengalkaterchens zusammen mit einem älteren Maine Coon Kater. Allen Unkenrufen zuwider: es klappt vortrefflich. Der Kleine orientiert sich an dem Großen, hat seine verrückten Anfälle, wo er durch die Wohnung rast (meist, vor dem Toilettengang), seine Spielminuten, wo er die Cherie auffordert, gefälligst mit von der Partie zu sein und oh Staun, wobei auch der Große mitmacht und nicht zu bremsen ist.
Ich habe den Kleinen jetzt an ein Brustgestell gewöhnt - überhaupt kein Problem -, das bekommt er solange an, wie wir uns gemeinsam auf der 50qm-großen Terrasse aufhalten (3. Stock), an die ich ihn auch ohne Netzabsicherung gewöhne. Ich lasse ihn nicht allein raus, bin immer beobachtend dabei. Er kommt sogar, wenn ich ihn rufe (ohne Leckerlis). Bei den Maine Coons (verstorbenes Mädchen und jetziger noch lebender Kater) hatte ich nach dem Umzug überhaupt keine Probleme.
Sie haben einen wunderschönen Ausblick, auch auf alle möglichen Vogelarten, da in ca. 150m Entfernung ein kleiner See ist. Das Wasser kann man wegen riesengroßer Bäume nicht sehen. Dazu muss ich sagen, dass die Terrassenbrüstung aus Glas ist und einen ca. 60cm breiten Vorsprung hat.
Das Bengalkaterchen zeigt keinen großen Drang, auf die Terrasse zu gehen, mal sehen, ob sich das Verhalten irgendwie noch ändert. Abwarten!
Es ist natürlich etwas völlig anderes, wenn Katzen von vornherein ins Freie gelassen werden. Freigänger sind und bleiben in den meisten Fällen Freigänger.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 24
Thema: Dilemma
-
20.03.2017, 17:57Inaktiver User
AW: Dilemma
Geändert von Inaktiver User (20.03.2017 um 18:04 Uhr)
-
20.03.2017, 23:25
AW: Dilemma
Kannst Du die Terrasse nicht einnetzen?
Überhaupt Einnetzen kann auch die Vögel wirksam schützen.Now, bring me that horizon.
Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.
Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
NYC's ACC platzierte sie auf der berüchtigten **Kill List**
Kein Foster - keine Rettung.
Smashie starb am 17.09.2016.
Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.
Es ist ein Privileg die tägliche **Kill List** zu bekommen.
-
21.03.2017, 16:34Inaktiver User
AW: Dilemma
daisymiller: Hättet Ihr keine Möglichkeit einen eingezäunten größeren Auslauf im Garten direkt am Haus - Ihr wohnt doch in einem Haus? - anzubringen? Wir haben gute Freunde, die auch Haus, Garten und schon immer zwei Katzen hatten/haben, die haben das so gemacht mit einer Türklappe in den Auslauf. Das funktioniert tadellos, auch mit den neuen 2 Katzen, keine Jungtiere, nach dem Tod der vorherigen. Das wäre doch eine Möglichkeit? Katzen beobachten gerne, man kann in den Auslauf allerhand Klettermöglichkeiten anbieten. Oder würde Euer Maine Coon da auch durchdrehen?
Ich lasse mir jetzt für den Außenbereich auf der Terrasse einen Naturholzkratzbaum mit mehreren Etagen auf 4 feststellbaren Rollen anfertigen. Den kann ich auch im Winter draußen stehen lassen, da auch das Dach ca. 1,20m übersteht.
Ja, man wird mit der Zeit immer erfinderischer.
-
22.03.2017, 12:25
AW: Dilemma
Mhhh... also ich kann ja schon verstehen, dass das kein schöner Anblick ist und man sich dabei irgendwie mies fühlt (Mengenlehre: meine Katze = meine Schuld), aber auch ich denke, dass du da falsche Maßstäbe anlegst.
In der Psychologie nennt man das Verzerrung bzw. systematischen Urteilsfehler, in dem Falle eine Repräsentativitätsheuristik- eine singuläre Information (Katze fängt vor deinen Augen einen Vogel/ eine Maus) wird als repräsentativ für eine ganze Klasse von Informationen angesehen (gesamter Tagesablauf deiner Katze), so dass du auf der Grundlage einer einzelnen "Stichprobe" auf die Grundgesamtheit schließt.
Du hast einen Ausschnitt aus seiner Frei-Zeit gesehen und rechnest das jetzt hoch. Ich persönlich denke allerdings nicht, dass dein Kater pausenlos am Mäusefangen und Vögeljagen ist. Bin jetzt nicht der große Miezenexperte, aber ich denke schon, dass die wenigsten Katzen ununterbrochen derart aktiv sind.
Kann Zufall sein, dass du das beobachtet hast.
Kann auch Absicht von deinem Kater gewesen sein, habe schon gehört, dass Katzen gerne Beutetiere anschleppen (oder evtl auch in Sichtweite jagen?) um vom Chef ein Lob einzuheimsen.
Ich würde das an deiner Stelle echt nicht überbewerten. Klar tun einem die Piepmätze leid. Und dann auch noch so ein hübscher.
Aber ich fütter selbst ganzjährig Vögel und alle Nachbarn haben Katzen, die ein oder andere kleine Vogelleiche musste ich schon entsorgen. Aber that's life. Konnte jetzt noch keine Bestandsminderung feststellen, die Natur reguliert das schon....
LG
Geändert von Spooks (22.03.2017 um 12:31 Uhr)
-
23.03.2017, 08:52Inaktiver User
AW: Dilemma
Ganz ehrlich:
Katzen fangen Beutetiere. Vögel gehören zu ihren Beutetieren.
Vögel haben natürliche Feinde, alle Beutegreifer gehören dazu.
Das ist einfach so.
Komischerweise regt sich kein Mensch darüber auf, wenn Vögel vor Autos fliegen und dabei zu Tode kommen oder halt gleich, weil sie sich durch Anflug an Fensterscheiben das Genick brechen.
Dabei sind DAS - im Gegensatz zur Katze - keine von der Natur vorgesehenen Todesarten für Vögel.
-
23.03.2017, 11:05Inaktiver User
AW: Dilemma
Meine Katzen fangen immer mehr Mäuse als Vögel. Wahrscheinlich sind sie da öfter erfolgreicher. Unsere älteste Katze ist jetzt 7 Jahre und es sind nicht mehr als 6 Vögel die sie gefangen hat. Ein paar davon konnte ich retten, Mäuse auch einige (wobei man die ja zurück in ihre ursprüngliche Umgebung setzen muss, sonst werden sie von ihren Kollegen umgebracht)
Ein Bekannter von uns ist Ornithologe und der meinte mal in einer Unterhaltung, der Schaden den Krähen und Elstern an den kleineren Vögeln anrichten, ist viel größer als der, den Katzen verursachen, da sich die Krähen wohl wieder ziemlich vermehrt haben. Die rauben halt die Nester mit Eiern und jungen Vögeln aus.
Das sehe ich auch so.
Wir haben hier leider! einige Krähen - da muss ich selbst Angst um unsere kleine und auch um die größere Katze haben.
Diese Viecher machen auf mich einen richtig aggressiven Eindruck und sind schon im Sturzflug auf unsere Katzen los.
Die haben auch mal im Garten einen kleinen Vogel auseinander genommen, da habe ich gedacht ich bin in einem Hitchcock Film - da ist eine Katze gnädig dagegen und das will was heißen.
Einen größeren Vogel habe ich mal mit einem kleinen Kaninchen wegfliegen sehen.
Das ist halt die Natur, da kann man nichts machen.
Ich versuche den Vögeln etwas Gutes zu tun und habe ein schönes, großes Vogelhaus gekauft. Da kommt im Winter das allerbeste und viel Futter rein und jede Menge Meisenknödel.
Ich hoffe, dass dadurch mehr Vögel überleben konnten, als durch unsere Katze gestorben sind ;-)
-
23.03.2017, 11:10Inaktiver User
-
23.03.2017, 11:14
AW: Dilemma
Hmmm, ich habe auch schon überlegt, mal ein Vogelhaus zu installieren im Garten. Ich habe das bisher nicht getan, weil ich meinen Katzen nicht auch noch quasi den Tisch decken wollte. Ich weiß wirklich nicht, ob es als Katzenhalter für Vögel nicht eher suboptimal ist, nahe am Haus gefüttert zu werden. Ich meine das wirklich, ganz ehrlich nicht vorwurfsvoll,
, es ist eine ernsthafte Frage. Wenn ich mir vorstelle, dass die Vögel sich ans Futter und die Nähe zum Haus gewöhnen, und ich dann meinen Raubtiertaschentiger raus lasse......
.
Keine Ahnung, wirklich nicht. Dabei fände ich es auch nett, Vögel zu beobachten, aber ich fürchte, man kann halt nicht alles haben.
-
23.03.2017, 12:26
AW: Dilemma
Ich füttere die Gartenvögel trotz Freigängerkatzen. Die Vogelfuttersäulen hängen bei mir an einem Ständer (so ähnlich wie dieser), an dem die Katzen nicht hoch klettern könne. Der Ständer steht auch relativ frei, so dass die Vögel, die unter dem Ständer das runter gefallene aufpicken, die Katzen schon frühzeitig sehen könnten, wenn sie sich anschleichen würden.
Meine Katzen interessieren sich jetzt auch kaum für die Vögel an der Futterstelle, weil sie schon wissen, dass sie da kaum Chancen haben.
Nistkästen habe ich dieses Jahr auch aufgehängt, allerdings nur solche mit kleinem Einflugloch, keine halb offenen. Die Kästen hängen auch so in den Bäumen, dass nicht gerade ein günstiger Ast in die Nähe reicht.
Denke, den Vögeln hilft jede sorgfältig eingerichtete Futterstelle. Die Katzen kommen ja sowieso in alle Nachbarsgärten im Umkreis. Futterstellen bei Katzenlosen Nachbarn sind also meiner Meinung nach auch nicht sicherer für die Vögel.“You can tell how smart people are by what they laugh at.”
― Tina Fey
-
23.03.2017, 13:13Inaktiver User
AW: Dilemma
Du solltest natürlich einiges beachten:
1.) das Vogelhaus sollte so stehen, dass die Katze sich nicht anschleichen kann. Unseres steht so, dass die Vögel einen guten Überblick haben u. gut reinfliegen können.
2.)das Vogelhaus sollte nicht zu niedrig sein und für Katzen schlecht zu beklettern. Unser Haus ist recht groß, ich glaube Grundfläche ca. 50 x 50 cm. Es sitzt auf einem 9x9cm Kantholz, welches 180 cm hoch ist. An diesem Holz kann eine Katze nicht hoch klettern.
Sollte sie es trotzdem schaffen, landet sie unter dem großen Vogelhaus, kann sich aber nicht dran hochziehen :-D
Aber die Vögel interessieren unsere Katze nicht - aber die Haferflocken, welche die Vögel aus dem Haus werfen. Da sitzt die Katze unter dem Vogelhaus und frisst Haferflocken!
Abgesehen davon, sind die Amseln hier richtig dreist und ich glaube, manchmal lebensmüde? Kürzlich ließ ich unsere Katze raus, die Amsel befand sich in 5 Metern Entfernung und sah die Katze an und pickte seelenruhig weiter im Gras nach Würmern. Unsere Katze machte sich dann schon sprungbereit als ich wie wild mit den Armen ruderte ;-)
Wahrscheinlich wissen die Vögel, dass sie schneller weg sind, als die Katze...aber kann ja auch mal schief gehen :-/



Zitieren