Ihr Lieben,
mein Problem ist eine meiner Katzen.
Vorab muß ich sagen, ich bin erst relativ spät im Leben auf die Katz gekommen, vor 9 Jahren etwa. Vorher hatte ich nur Hunde und andere Tiere, aber keine Katzen. Ich hatte sogar eine Abneigung gegen Katzen. Im Laufe der Zeit hatte ich acht. Jetzt habe ich noch drei. Den Rest hat der Verkehr geholt.
Das soll heißen, ich habe schon ein paar eigene Katzen gehabt, aber meine Problemkatze stellt mich vor Probleme, die ich nicht handeln kann (lese keine Katzenliteratur) und die Katzenhalter, die das mitangesehen haben, auch nicht.
Meine Herta kam vor zwei Jahren zu mir. Sie wurde sehr schwer verletzt in einem Straßengraben gefunden und zu einem privaten Katzenhilfeverein gebracht. Dort wollte man sie einschläfern, die notwendige OP war echt richtig teuer und der Ausgang ungewiß. Durch eine Spendenaktion/Bürgschaft wurde sie doch operiert. Die Folgen kann man heute noch ganz gut sehen und erfühlen.
Die Herta kommt aber mit den Behinderungen wunderbar zurecht. Es hat sich auch kein Besitzer gemeldet. Sie ist nun ungefähr 4-6 Jahre alt. Adoptieren wollte die Herta aber niemand, also blieb sie lange in dem Tierheim, bis wir uns halt trafen.
Die ersten Stunden waren schon ungewöhnlich. Sie kam in einen Haushalt, in dem bereits Katzen waren, sprang aus der Box, fand sofort die sanitären Einrichtungen und die Futterstelle, nahm kurz Kontakt auf zu den Artgenossen, inspizierte die restlichen zugänglichen Räume und legte sich in den Wäschekorb zum schlafen. Ich war schon ein bißchen perplex damals. Man ist ja, wie ich gelesen habe, anderes Verhalten gewohnt von Katzen, die in einen neuen Haushalt einziehen, v.a. wenn da schon Tiger sind. Die nicht.
Nachdem sie ein wenig geschlafen hatte, nahm sie auch sofort Kontakt auf zu mir (schmusen, anstupsen, reiben) und kroch unter die Schafwolldecke zu mir...als wenn wir uns schon ewig kennen würden. Taten wir aber aber erst seit ca. zwei Stunden. Die nächsten Tage hatte sie keine Berührungsängste mit meinen anderen Katzen, hielt sich aber zurück, wenn sie zwei davon anfauchten. Mit meiner Integrationskatze hatte sie von Anfang an überhaupt kein Problem.
Dieses irrsinnige Kuschel- und Nähebedürfnis von ihr war von Anfang an da. Ich konnte nirgends sitzen oder knien oder liegen, wo sie nicht ankam und ihre Zuneigung bewies.
Ich dachte anfangs, wer weiß, was sie mitgemacht hat und wenn sie mit allen Katzen befreundet ist, dann gibt sich das bestimmt. Wenn sie sich bei mir sicher fühlt. Mitgemacht hat sie auf alle Fälle was...sie war zwei Monate in der Tierklinik.
Schlafen im Bett ausschließlich in meinem Arm zugedeckt. Also nicht auf der Decke irgendwo oder bei den anderen, sondern so wie man eine Puppe im Arm hat – und da muß ich schon froh sein, der liebste Schlafplatz ist bei mir am Hals. Sie geht überall mit hin, würde man sie nicht ab und an aufhalten. Auf das Klo, da will sie dann auf den Schoß, beim Zähneputzen sitzt sie im Waschbecken, sie badet sogar mit mir. Es ist wirklich so, und ich habe von so etwas noch nicht gehört. Sie steigt, wenn ich in der Wanne liege, auf meine Brust, der Schwanz und die Hinterpfoten sind im Wasser. Manchmal sitzt sie halb auf der Fliesenablage und halb auf meiner Schulter und schleckt die Wassertropfen weg. Wenn ich sie aussperre, egal aus welchem Zimmer, hockt sie vor der Tür und wartet. Sie ist auch schon auf dem Staubsauger mitgefahren.
Meine Hand und mein Hals werden auch oft umpfotet. Wenn ich dann in der Nacht z.B. etwas zu trinken greifen will, wird sie sofort wach und hängt sich mit den Pfoten an meinen Arm. Sie wird generell schnell wach bei Geräuschen, die ungewöhnlich sind...meinetwegen die Mieter kommen nach einer Feier heim. Da wird sie dann fast zum Wachhund, steht kerzengerade im Bett, läuft los und guckt.
Ich könnte noch einige weirde Storys erzählen.
Meine Frage an die Katzenerfahrenen hier wäre die, in welchem Umfang und mit welchen Mitteln ich die Herta zurückweisen darf, ohne die Katzenseele zu verletzen. Sie ist halt sehr nähebedürftig, das ist ihre Natur , das berücksichtige ich auch. Aber das was sie macht hat in meinem Umkreis noch niemand erlebt. Es ist für mich und zwei (eine jetzt mehr nur) meiner anderen Katzen manchmal nervig.
Danke für allen Input. Ich möchte allen meinen Mädels gerecht werden.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 12
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10.03.2017, 21:36Inaktiver User
Katze Verhaltenspsychologie (verschmuste Katze)
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10.03.2017, 22:43
AW: Katze Verhaltenspsychologie (verschmuste Katze)
Mein Charly ist auch so ein Pattexkater- liegt auf einem von uns auf dem Schoß auf dem Sofa, wanzt sich zum Kontaktliegen an die anderen Katzen an, nachts liegt er auf meinem Kopfkissen oder unter der Decke. Und er hat in seinem Leben nichts schlimmes erlebt, bzw. er war schwer erkrankt, aber war auch vorher genauso. Und diese Zutraulichkeit hat natürlich das handling in der Krankheit viel einfacher gemacht. Freu Dich, dass Deine Katze so ist und wenn sie gerade nervt, setze sie runter.
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11.03.2017, 00:13
AW: Katze Verhaltenspsychologie (verschmuste Katze)
Eine meiner Katzen haben ich als Katzenbaby bei einem Hochwasserhilfseinsatz aufgefischt und aufgepäppelt. Sie war dann sehr krank und ist taub. Freut sich aber ihres Lebens.
Sie ist ähnlich.
Wenn sie zu sehr nervt, setze ich sie auf den Boden. Dann schmollt sie eine Weile, aber dann ist es gut.
Wie meine Töchter muss sie damit leben, dass hier noch eine weitere Katze lebt und man nicht immer im Mittelpunkt stehen kann.... Das Gezänk zwischen den Katzen ist durchaus vergleichbar mit dem Schwesternstreit meiner Töchter- sie können sich anfauchen und prügeln, trotzdem liegen sie zusammen im Korb....Und sind manchmal eifersüchtig aufeinander. Aber beim Blödsinn machen sind sie sich stets einig..
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11.03.2017, 00:57Inaktiver User
AW: Katze Verhaltenspsychologie (verschmuste Katze)
Manch anderer würde sich freuen. Kumpels von mirhaben so distanzierte Katzen, die würd ich nicht füttern, die machen ihren Job nicht.
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11.03.2017, 01:30
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11.03.2017, 01:33
AW: Katze Verhaltenspsychologie (verschmuste Katze)
Ich hab 3 von der Sorte, ein total souveräner Kater, immer auf Tour, und eine Katze, die nur an einem klebt, und noch einen Kater, der hat es mehr mit dem Hund. Tja. Irgendwas ist immer.
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11.03.2017, 01:34Inaktiver User
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11.03.2017, 13:32
AW: Katze Verhaltenspsychologie (verschmuste Katze)
Schwierig. Wir haben drei, zwei davon sind ausgesetzte Fundtiere gewesen, halb verhungert und krank beim Auffinden. Die dritte das Kind von einer der beiden. Die Fundkatzen sind beide sehr anhänglich und verschmust, allerdings nicht so extrem wie die der TE. Vielleicht hat es damit etwas zu tun, was die Katzen erlebt haben und sie merken, dass sie es jetzt viel besser haben?
Die Dritte, die bei uns geboren ist, bei uns aufgewachsen ist, viel bespielt wurde, ist distanziert und auch ziemlich schreckhaft, obwohl wir meinen, sie hat bei uns noch nichts Schlimmes erlebt.
Ich würde am liebsten den ganzen Tag Katzen knuddeln, aber wenn es einfach nicht geht, dann muss sie eien Moment in einen anderen Raum.
Meine dürfen viel, auch mit im Bett schlafen, aber im Bad bin ich doch lieber allein.
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11.03.2017, 13:46
AW: Katze Verhaltenspsychologie (verschmuste Katze)
Hallo ayurvedischerTee,
ich habe fast dasselbe mit einem älteren Kleinhund fürchterlicher Herkunft, dazu Hunde, die sozial normal gestrickt sind. Der alte Hund möchte mich bevölkern, wo immer es geht, auf den Knien, auf der Brust, im Arm. Selbst, wenn ich mich auf den Boden kniee, um beispielsweise unten etwas zu verräumen. Nur die Badewanne hat er mangels Sprungkraft bisher nicht entdeckt...
Ich setze ihn halt dann, wenn ich es nicht gebrauchen kann, immer wieder runter mit Singsang "Jetzt nicht!". Mehr mag ich seiner Seele nicht antun. Manchmal muss halt die Tür zu, wenn Hundi irgendwo absolut nicht hinterher soll.Viele Grüße vom Limonadenbaum
"Lass Dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!"
- Astrid Lindgren -
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11.03.2017, 21:22
AW: Katze Verhaltenspsychologie (verschmuste Katze)
Eigentlich Deine Katzen.
In 9 Jahren - 8 Katzen - 5 'hat der Verkehr geholt'.Vorab muß ich sagen, ich bin erst relativ spät im Leben auf die Katz gekommen, vor 9 Jahren etwa. Vorher hatte ich nur Hunde und andere Tiere, aber keine Katzen. Ich hatte sogar eine Abneigung gegen Katzen. Im Laufe der Zeit hatte ich acht. Jetzt habe ich noch drei. Den Rest hat der Verkehr geholt.
Das stellt für mich ein Problem dar.
Für Dich ist eine Schmusekatze ein Problem?Das soll heißen, ich habe schon ein paar eigene Katzen gehabt, aber meine Problemkatze stellt mich vor Probleme, die ich nicht handeln kann (lese keine Katzenliteratur) und die Katzenhalter, die das mitangesehen haben, auch nicht.
Ich unterstütze Dich dabei, ihr ein Zuhause zu suchen.
Eine jetzt nur mehr - wurde eine weitere Katze 'von der Straße geholt' - sind es jetzt schon 6 Todesopfer zu beklagen?Aber das was sie macht hat in meinem Umkreis noch niemand erlebt. Es ist für mich und zwei (eine jetzt mehr nur) meiner anderen Katzen manchmal nervig.
Danke für allen Input. Ich möchte allen meinen Mädels gerecht werden.
Wieviele sollen es noch werden, wo ist Deine Obergrenze - auch wenn es vielleicht doch 'nur' bei 5 bleiben sollte?
Ich finde das schwer zu verdauen und ein wirkliches Problem.
Sprechen wir hier von bäuerliche Haltung und Umgebung oder Haltung auf dem Dorf?
Ist das so?
Wenn ja, ginge das auch auf dem Dorf anders.
Ich bin wirklich erschüttert.
Solltest Du mit dem Nähebedürfnis Deiner Katze nicht klarkommen und sie abgeben wollen oder mit der Freigangssituation, die offensichtlich alles andere als ideal ist, dann kannst Du mich gerne kontaktieren.
Dann würde ich schauen, was ich machen kann.
Hältst Du es wirklich für hinnehmbar und vertretbar, dass Dir 5 Katzen 'von der Straße geholt' - sprich totgefahren wurden?
Die Tatsache, dass dies geschehen ist, erschüttert mich.
Oder hast Du da inzwischen was gesichert oder verändert zum Schutz der Katzen?
5 Katzen - gehst Du da einfach drüber weg?Geändert von Matratze (11.03.2017 um 21:29 Uhr)
Now, bring me that horizon.
Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.
Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
NYC's ACC platzierte sie auf der berüchtigten **Kill List**
Kein Foster - keine Rettung.
Smashie starb am 17.09.2016.
Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.
Es ist ein Privileg die tägliche **Kill List** zu bekommen.


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