wir haben eine süsse, wohlerzogene Hündin von 6 Jahren.
Mein Sohn liebäugelt mit einem 2. Hund, einem Gefährten für unsere Lou.
Sohn ist erwachsen, wohnt zwei Häuser weiter, ich habe hier, bei mir einen Garten
und arbeite tagsüber weitgehend zuhause.
Sohn arbeitet Vollzeit, aber an 4 Tagen je 10 Std. um einen weiteren freien Tag zu haben.
Lou ist also an vier Tagen tagsüber bei mir, wir gehen 2 mal raus, meist in die Felder und Wiesen.
Ich nehme sie auch beim Einkaufen mit und auch sonst bei allen Erledigungen (bleibt auch gerne im Auto)
wie ich das jetzt erklären soll, weiss ich nicht...
ich bin UNSICHER.
Stelle mir die letzten Tage immer vor, wie das wäre, wenn noch ein Hund dabei wäre.
Einen kann ich ja leicht unter "Kontrolle" halten, aber wie ist das mit zweien ?
In der Wiese beim Freilauf stelle ich mir das gar nicht so schwer vor,
aber zB auf die Bank oder einfach durch die Stadt, ich weiss nicht...
keine Ahnung ob Ihr überhaupt versteht was ich meine
ich komme mir vor wie als junge Frau --- 2. Kind? ja oder nein
wer hat denn hier 2 Hunde und kann vom Alltag berichten ?
...mir Mut zusprechen oder auch abraten.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 14
Thema: ein zweiter Hund
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03.02.2017, 21:53Inaktiver User
ein zweiter Hund
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03.02.2017, 22:58
AW: ein zweiter Hund
das klingt fuer mich als wollte er DIR einen zweiten hund auf`s auge druecken, gerade wenn sein hund bereits die haelfte der zeit bei dir verbringt
warum will er einen zweiten hund ?
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03.02.2017, 23:10
AW: ein zweiter Hund
Grundsätzlich sehe ich 2 Hunde als eine Bereicherung. Allerdings erlebte und erlebe ich es auch als arbeitsintensiver als das Leben mit einem Einzelhund.
Zu unserem Golden-Rüden haben wir eine junge erwachsene Hündin (nicht ganz Golden) adoptiert, als er etwas über 2 war.
An der Leine, z.B. in Bus und S-Bahn oder in Geschäften etc., gab es überhaupt keine Probleme mit den beiden. Sie gingen anständig wie ein Gespann.
Als sie kurz bei uns war, starb meine Mann. Ich musste mich auf die beiden aufteilen, immer ein wachsames Auge auf die Hündin halten ... Mein Großer hat sich da ein Stück zurückgezogen. Ich war dann manchmal getrennt unterwegs, was er immer sehr genossen hat.
Als die beiden schon alt waren, kam ich durch ein Versehen zu einem Welpen aus dem Tierschutz. Es ging auch mit 3 Hunden gut. Die Neue, eine Traumapatientin und typischer Angsthund hatte eine Art "Familie", in der sie - soweit möglich - nachreifen konnte.
Als die Alten nacheinander starben (mit ca. 14 und fars 16), fiel sie stark zurück. Sie war fast ein Jahr alleine, bis ich vor nicht ganz 2 Jahren eine Zweithündin (zufällig wieder Golden) fand. Diese ist jetzt schon >7, hat aber Temperament und Spielleidenschaft eines jungen Hundes. Damit lockt sie die Angsthündin immer wieder aus der Reserve und inzwischen fordert diese sogar zum Spiel auf.
Leider war die Goldene die ersten fast 6 Jahre ihres Lebens Flexileinenhund: ziehen, ziehen, ziehen bis zur Hundewiese und dort - für den Hund gefühlt als Bestätigung fürs Ziehen - los vom Haken. Bis sie halbwegs ordentlich an der Leine ging, dauerte es ... Sie braucht auch immer noch täglich Übungen zum "Einnorden".
Mir beiden unterwegs ist an der Leine aber immer mühsam: die Angsthündin schleicht immer ein bisschen fad rum, die andere ist vor lauter Lebensfreude, Kontaktwunsch und Neugier kaum zu bremsen. D.h. sie haben ein sehr unterschiedliches Tempo und ich muss immer eine einbremsen und die andere motivieren. Aber durch konsequentes Üben ist das Gehen an der Leine schon viel besser geworden.
Man muss die Entscheidung individuell treffen. Es kann draußen schwieriger sein, weil man die die volle Konzentration ja immer nur auf einem Hund haben kann. Und manche Hunde testen die Grenzen in der neuen Situation aus, wenn die Aufmerksamkeit nicht mehr ungeteilt ist.
Und es gibt auch Hunde, die lieber Einzelhunde sind.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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04.02.2017, 09:46Inaktiver User
AW: ein zweiter Hund
Dann klingt das für Dich so, wie ich es nicht geschrieben habe.
Klar, er kann nur einen 2. Hund ein Zuhause geben, wenn ich mitmache.
Das hat für uns etwas mit Verantwortung zu tun.
Die hälfte der Zeit ? Die Woche hat 168 Std. Lou ist 40 Std. bei mir
und ich freue mich, das sie hier ist.
Warum er einen 2. Hund will ?
weil er (genau wie ich) ein Hundenarr ist.Geändert von Inaktiver User (04.02.2017 um 09:55 Uhr)
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04.02.2017, 09:53Inaktiver User
AW: ein zweiter Hund
Du hast einen 6jährigen Hund. Dein Sohn hat keinen Hund und lebt in seinem eigenen Haushalt 2 Häuser weiter.
Was geschieht denn wenn du mal ausfällst wegen Krankheit?
Nicht du willst einen 2. Hund sondern dein Sohn. Wenn dein Sohn einen eigenen Hund haben will, soll er sich auch selbst darum kümmern und dich nicht regelmäßig dafür einspannen.
Und deine Bedenken wegen der Kontrolle sind durchaus berechtigt. Es ist eine ganz andere Hausnummer 2 Hunde an der Leine unter Kontrolle zu haben, je nach Größe der Hunde.
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04.02.2017, 09:53Inaktiver User
AW: ein zweiter Hund
Katelbach, vielen herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Bericht.
Sicher hast Du recht, draussen müssen dann evtl. zwei Schlawiner beaufsichtig werden.
Stelle mir grade vor einer läuft in die andere Richtung, Erziehung hin oder her...
Deine Wort: "mancher Hund ist lieber Einzelhund" geben mir zu denken.
Lou ist vollkommen auf Sohn bezogen, ich bin abgemeldet wenn er kommt.
Sie schläft kuschelnd in seinem Bett, da kann ich mir vorstellen, dass es ihr nicht gefällt
wenn ein Nebenbuhler kommt.
Wenn sie draußen mit anderen Hunden spielt, verliert sie auch schnell das Interesse
am rumtoben.
Wir möchten einfach die Entscheidung bedenken
und wenn, dann ganz überzeugt zum 2. Hund JA sagen.
Beim allerersten Hund hatten wir ähnliche Bedenken, ob es richtig ist.
Das ist 20 Jahre her und seit dem hatten wir grade mal 1 Jahr keinen Hund
als der erste verstorben war, dachten wir, so einen tollen kriegen wir nie mehr.
Doch, Lou ist genauso klasse, nur anders halt
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04.02.2017, 09:56Inaktiver User
AW: ein zweiter Hund
Ja, und manchmal geht die Sache einfach in die Hose.
Leider hatten wir das im Umfeld bereits mehrmals. Jedesmal war es eigentlich ganz gut eingetopft - etablierter, erzogener, gut integrierter Ersthund bekommt "kleinen Bruder" oder "kleine Schwester", also Welpette.
Das ging bis ins 2,, 3. Lebensjahr gut. Dann begann der Knatsch. Trotz Hinzunahme von Trainern konnte in zwei Fällen eine Abgabe eines der Hunde nicht verhindert werden.
Im dritten, mir persönlich am intensivsten bekannten Fall, entstand in der Endphase der Pubertät des jüngeren Rüden eine für alle extrem belastende Situation: Die Rüden (beide intakt) konnten nicht mehr zusammen leben, sie mussten im Haus permanent räumlich getrennt bleiben, d.h. als Erstmaßnahme wurden überall, wo keine Türen geschlossen gehalten werden konnten, Barrieren installiert.
Runden konnten NUR NOCH getrennt gelaufen werden. Gemeinsame Runden gingen gar nicht mehr. Das war für meine Freundin eine immense Belastung, sie ging zuletzt physisch und psychisch absolut auf dem Zahnfleisch. Sie zog wirklich gute Trainer hinzu, aber die Situation war und blieb extrem angespannt.
Es wurde dann ein Versuch mit einem Chip beim Jungrüden unternommen. Durch eine Reise konnten die beiden Hunde zudem über drei Wochen getrennt verbringen, in dieser Zeit konnte der Chip schon mal langsam greifen.
Die Situation zwischen den Rüden entspannte sich ganz, ganz allmählich, je besser der Chip wirkte. Es gab einen zusätzlichen, unerwarteten benefit: Der Jungrüde entspannte sich auch ansonsten durch die Testosteron-Reduktion in seinem Organismus.
Letztlich wurde die Entscheidung getroffen, ihn zu kastrieren, und inzwischen leben die beiden Rüden friedlich miteinander.
Es stand aber über Wochen Spitz auf Knopf, und die Halterin war in einem so kritischen Zustand - nervlich und physisch - dass ich mir große Sorgen um sie machte.
Fazit: Mehrhundehaltung kann gelingen. In vielen Fällen läuft sie ganz prima. Sie kann aber auch ganz gewaltig in die Büx gehen, und dazu führen, dass man sich von einem Familienmitglied trennen muss, das einem ans Herz wuchs. Diese Fälle werden meist nicht an die große Glocke gehängt, aber sie sind nicht so selten.
Wenn es nicht DEIN ausgesprochener Wunsch ist, mit zwei Hunden zu leben, solltest Du Dir gut überlegen, ob Du Deinem Sohn grünes Licht geben möchtest.
Ich bin häufiger mit mehreren Hunden unterwegs, die aber immer nur zu Besuch sind. Das ist schon eine ganz andere Hausnummer als das Leben mit einem Hund. Und, wie katelbach sehr richtig schreibt: Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe Hunde, die lieber Einzelhunde sind und auch bleiben sollten.
Ich würde im Zweifel einen Berater (guten Trainer) hinzu ziehen.
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04.02.2017, 10:33Inaktiver User
AW: ein zweiter Hund
Ja, das kann gut sein. Meine Hündin war sehr auf mich fixiert, als ein Zweithund einzog. Ich habe mich bewusst für einen Rüden entschieden, weil es unter gleichgeschlechtlichen Hunden in dieser Konstellation vermutlich nicht gut gegangen wäre. Die ersten Monate waren sehr anstrengend, haben viel Management gebraucht und es hat gedauert, bis die Hunde akzeptiert haben, dass sie untereinander um Ressourcen (Futter, Spielzeug, Aufmerksamkeit, Liegeplätze) nicht "verhandeln" dürfen.
Meine Hündin fand den Rüden im Welpenalter nervig, in der Pubertät rüpelig und distanzlos und gut funktioniert zwischen beiden hat es erst, als er ruhiger und erwachsener wurde. Auch das solltest du einkalkulieren, zumal diese Phase gerade bei großen Hunden lange dauern kann.
Es gibt seltene Fälle, in denen Erst- und Zweithund vom ersten Tag an super harmonieren. Häufig müssen zwei Hunde aber erst zu einem Team zusammen wachsen und manchmal funktioniert es eben auch nicht.
Wichtig ist, dass du mit realistischen Erwartungen an die Sache rangehst. Sei dir darüber klar, dass zwei Hunde nicht doppelte, sondern dreifache Arbeit bedeuten: du musst mit jedem Hund alleine Zeit verbringen und arbeiten und mit beiden zusammen. Und kalkulier ein, dass dich dein schlechtes Gewissen lange begleiten wird, weil du oft das Gefühl haben wirst, dass dein Ersthund zurückstecken muss.
Meine Hunde leben inzwischen sehr gut zusammen, mögen sich und sind innig miteinander. Aber sie könnten auch sehr gut ohne den jeweils anderen leben und würden sich vermutlich nicht vermissen. Allerdings finde ich, dass diese Basis gar nicht mal so schlecht ist. Wenn du zwei Hunde hast, die extrem eng verbunden sind, wird es für den Halter schwierig. Zwei Hunde untereinander können eine ganz eigene Dynamik entwickeln, die man nicht unterschätzen sollte. Als Einzelhund war meine Hündin z.B. mit anderen Hunden vollkommen unkompliziert, wenn heute ein distanzloser Fremdhund in sie und meinen Rüden rein rauscht, knallt es.
Ich möchte das Leben mit zwei Hunden nicht mehr missen. Es ist anders, als ich es mir vorgestellt habe, es ist sicherlich anstrengender , aber auch unglaublich bereichernd. An deiner Stelle würde ich mich aber nur auf die Sache einlassen, wenn dein Sohn einen Plan B für den Fall hat, dass es zwischen den Hunden nicht funktioniert.
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04.02.2017, 10:49
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04.02.2017, 12:31
AW: ein zweiter Hund
Wir hatten mal zwei Hündinnen gleichzeitig. Wir mussten eine Hündin in die nähere Familie abgeben. Sie haben sich nicht vertragen. Erst ging es gut. Dann nahmen Beißereien überhand.
Ohne Plan B rate ich dir ab!
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