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Thema: Hündin kastrieren lassen?
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11.01.2017, 14:50Inaktiver User
AW: Hündin kastrieren lassen?
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11.01.2017, 17:06
AW: Hündin kastrieren lassen?
Meine Begründung ist für mich sehr schlüssig, für dich dann eben nicht. Liegt vielleicht daran, dass ich die entsprechenden Emotionen hatte.
Ich wollte lediglich meine Erfahrung schildern, da ich hier auch schon sehr viele gute Ratschläge bekommen habe bezüglich dieses Themas.
Ich war sehr froh über die OP und bin nicht hier um mich zu streiten.Geändert von Jagdhund (11.01.2017 um 17:13 Uhr)
Wir suchen unser Glück außerhalb von uns selbst, noch dazu im Urteil der Menschen, die wir doch als kriecherisch kennen und als wenig aufrichtig, als Menschen ohne Sinn für Gerechtigkeit, voller Missgunst, Launen und Vorurteile: wie absurd!
LA BRUYÈRE (Pascal Mercier, Der Klavierstimmer)
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11.01.2017, 17:16Inaktiver User
AW: Hündin kastrieren lassen?
Nein, genau deshalb habe ich nachgefragt.
Einen Hund einem so massiven Eingriff zu unterziehen, weil sich irgendwann im Verlauf seines Lebens eine Entzündung entwicklen könnte, ist für mich keine schlüssige Begründung. Da stehen Risiko und OP für mich in absolut keinem Verhältnis zueinander.
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11.01.2017, 18:03
AW: Hündin kastrieren lassen?
Wobei die Leute mit ihren läufigen Hündinnen auch nicht alle mit Vernunft gesegnet sind. Das muss man der Gerechtigkeit halber schon sagen.
Nachmittags um 4 mit der duftenden Hündin mitten durch 10 Hunde und erst wenn alle Jungs gaga sind sagen, dass die Hündin läufig ist, ist auch kein Akt der Vernunft. Wir hatten hier einen, der wollte immer mit uns allen auf die Runde gehen und fragte, ob wir etwas gegen ihn hätten, weil wir alle in alle Himmelsrichtungen geflohen sind, wenn wir seiner ansichtig wurden.
Ich plädiere seit langer Zeit für eine rote Schleif oder irgendein anderes Signal, an dem man von Weitem sieht, dass es sich um eine läufige Hündin handelt.
Eine Hündinnebesitzerin führte ihr Duftende täglich durch die ganze Straße und blieb mit ihr an jeden Zaun, hinter dem ein Rüde war, stehen. Darauf angesprochen sagte sie: "Die Männer müssen doch auch ihre Freude haben."
Der nächste geht mit ihr in den Biergarten ... und fragt dann, während sein Tisch belagert wird, warum die Hunde da lauern und woran die merken, dass seine Hündin läufig ist (sie bog schon die Rute zur Seite ...)
Die kapieren nicht, dass das Gros der Rüden echt leidet.
Ich hab meine Hündin (die eine eigene und eine Langzeit-Gasthündin, als ich selbst gerade hundelos war) direkt auf dem Grundstück ins Auto verladen und bin wochenlang im hundearmen Schlosspark oder spät nachts unterwegs gewesen.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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11.01.2017, 19:41
AW: Hündin kastrieren lassen?
Danke für eure Ratschläge und auch für den Buchtipp. Das Buch werde ich mir sicher bestellen.
Ich bin mir noch immer nicht sicher, was ich tun werde.
Natürlich ist es nicht sinnvoll, die Hündin vorbeugend kastrieren zu lassen, weil sie möglicherweise einmal einen Gebärmuttertumor bekommen könnte. Das wäre ja bei jeder Frau auch ein Risiko.
Auf der anderen Seite weiß ich auch nicht, wie ich es schaffen soll 2x im Jahr jedem Rüden aus dem Weg zu gehen, und das einige Wochen lang. Die Hundeschule besuche ich natürlich in dieser Zeit auch nicht.
Nach einer Kastration dann eine inkontinente Hündin zu haben, ist auch nicht so verlockend.
Spreche auch mit Hundebesitzern in meiner Umgebung, die durchwegs eher für eine Kastration sind. Die Meinungen sind nur gespalten, wann der richtige Zeitpunkt sein soll. Die einen meinen, nach der ersten Läufigkeit, die anderen glauben, die Pubertät sollte abgeschlossen sein, also nach der 3. Läufigkeit.
Ich habe sogar schon mal überlegt, in etwa 4 Jahren, wenn ich in Pension bin und genügend Zeit habe, einen Wurf zu planen. Bin mir diesbezüglich aber nicht sicher, ist nur so ein Gedanke.
Ich werde mich auf alle Fälle einmal mit meinem Tierarzt beraten und hören, welchen Ratschlag er mir geben kann.
Danke inzwischen nochmals für eure nützlichen Beiträge!
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11.01.2017, 19:43
AW: Hündin kastrieren lassen?
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12.01.2017, 14:29
AW: Hündin kastrieren lassen?
Erst mal möchte ich sagen, dass ich es gut finde, dass du dich darüber ausführlich informierst und deine Hündin nicht "einfach" kastrierst. Viele hören ja blind auf die Meinung ihres Tierarztes, ohne sich selbst mal Gedanken zu machen, ob etwas sinnvoll ist. Natürlich möchte ja auch ein Tierarzt Geld verdienen ;)
Ich hatte damals bei unserer Hündin auch mit einigen Tierärzten gesprochen und alle hatten mir eine Kastration empfohlen wegen des Krebsrisikos etc. Letztlich haben wir uns aber dagegen entschieden. Mir war es irgendwie zuwider das gesunde Organ meiner Hündin in einer OP entfernen zu lassen. Viele Leute vergessen, dass auch diese OP Risiken birgt (Sedierung, Wunde, ...). Zudem liegt das Organ ja im Inneren und muss nicht wie bei Rüden "nur" äußerlich entfernt werden. Das wollte ich für meine Maus einfach nicht. Wenn ich mir vorstelle, dass jemand mir meine Brüste entfernt, nur weil ich im Alter Brustkrebs bekommen KÖNNTE, bekomme ich eine Gänsehaut.
Es gibt natürlich Hündinnen wo es medizinisch und psychisch durchaus sinnvoll ist (starke Gesäugebildung, Nestbau, usw.). Da würde ich auch niemanden verurteilen. Aber wenn die Hündin gesund ist und ihre Läufigkeit gut meisterst dann überlege dir das gründlich :-)
VG, LebkuchenkekZ
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13.01.2017, 20:11
AW: Hündin kastrieren lassen?
Ja, da gebe ich dir Recht - ich lasse sicher ein gesundes Organ nicht leichtfertig entfernen, weil es vielleicht einmal erkranken könnte.
Auch habe ich ja einen späteren Wurf nicht 100-ig ausgeschlossen. Es würde mich wirklich reizen, da es eine sehr seltene und wirklich reizende Hunderasse ist. Natürlich müsste ich da einiges auf mich nehmen, Zuchtbewilligung, Auffinden eines passenden Rüden, Mühe und Zeiterfordernis bei der Aufzucht der Welpen etc. etc.
Das wäre mir frühestens in 4 Jahren möglich.
Dazu noch die rel. Wahrscheinlichkeit einer Inkontinenz nach der Kastration, die sicher unangenehmer ist als die Läufigkeit selbst.
Trotzdem raten mir noch immer die meisten Leute in meiner Umgebung zur Kastration. Natürlich würde das mein Leben erleichtern, bes. wenn die Läufigkeit gerade in die Zeit des Urlaubs fällt, oder weil man die Begegnung mit Rüden nicht ständig verhindern kann.
Aber ich muss die Entscheidung ja auch nicht sofort treffen...
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14.01.2017, 10:52
AW: Hündin kastrieren lassen?
Auch wenn Du erst in ein paar Jahren die Möglichkeit hättest ... Vorereitung kann nie zu früh sein.
Rassespezifische Voraussetzungen/Vorschriften (Wesenstest, evtl. Röntgenuntersuchungen, Gentests, Augenuntersuchung, Zahnuntersuchung [viele Hunde weichen mit zuvielen oder zuwenig Zähnen vom Zahnschema ab und es gibt dann die Auflage, nur einen vollzahnigen Deckpartner zu wählen] ...). Die Formwertbeurteilung erfordert die Teilnahme an Ausstellungen.
Verantwortungsvolles Züchten, auch wenn es nur ein einmaliger Wurf sein soll, erfordert fundiertes kynologisches Wissen, denn die Welpen sollen vom ersten Tag an die besten Chancen haben und ein großer Teil der Sozialisierung passiert in den 10 Wochen, in denen der Zwerg bei Muttern und dem Züchter ist.
Meine früheren Hunde stammten von extrem engagierten Züchtern, für die das Leben mit ihren Hunden wirklich ihr Leben ist. Die Hunde waren schon mit 10 Wochen sowas von cool und entspannt, da sie vom Autofahren über Waldspaziergänge und Wildpark bis zum Tierarztbesuch schon alles kannten und es positiv verknüpft war. Ebenso gab es Katzen und Hühner in den Häusern, es kam oft Besuch, bei den einen liefen dauernd Horden von Schulkindern vorbei oder die Musikschüler des Sohnes gingen ein und aus. Und mehrere alte Hunde lebten mit im Haus und erzogen die Welpen mit.
Erst jetzt mit meiner Tierschutzhündin, die eine Sch***-Sozialisation hatte (Deprivation (= kaum Außenreize), im Lager geboren oder ganz früh hingekommen, schlecht behandelt, ...) sehe ich den Unterschied. Der Hund von Freunden ist allerdings trotz liebevoller Umgebung, aber in der Einöde auf dem Berg geboren und bis ca. 10 Wochen aufgewachsen, auch sehr ängstlich und verhuscht geblieben - er kannte eben nur den Bergbauernhof und die Familie, sonst nix.
Es ist ein absoluter Fulltime-Job, der sehr erfüllend ist, wenn man die Sache ernst nimmt.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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14.01.2017, 21:40
AW: Hündin kastrieren lassen?
Danke Katelbach.

Ich hatte immer Rüden und zum Glück auch solche, die auch bei läufigen Hündinnen noch abrufbar waren.
Jetzt habe ich seit vier Jahren eine Hündin. Das Thema Läufigkeit hat mir schon etwas Sorge gemacht...
Aber ich finde es sehr unkompliziert. Die wenigen Tage im Jahr, die ich dann auf den abgelegenen Wegen gehen muss, machen mir nix aus. Und ich konnte regelrecht beobachten, wie sie mit jeder Läufigkeit souveräner und gefestigter wurde. Bei medizinischer Indikation - keine Frage - würde ich selbstverständlich kastrieren lassen. Aber sonst würde ich keinen unnötigen Eingriff vornehmen lassen.
Wir machen alles wie sonst auch - lange Spaziergänge, toben, "arbeiten". Nur eben nicht wie sonst auf den hundebelebten Wiesen.
Ich bin sehr gut mit dem Züchter meiner Hündin befreundet. Und erlebe deshalb auch mehrmals im Jahr mit, dass es eben auch funktionieren kann, wenn man mehrere intakte Hündinnen und (Deck-)Rüden zusammen hält. Die Hunde werden dann eben getrennt. Das dauert auch mal länger, weil die Hündinnen meist nachziehen (also eine nach der anderen läufig werden). Aber ich habe nicht den Eindruck, dass die Hunde unerträglich leiden. Klar, jammert da mal ein Rüde. Aber er hört auch wieder auf.
Und Schmerzen/Leid der Hündin bei der Läufigkeit kenne ich dort auch überhaupt nicht.
Honey, wenn Du Zucht ernsthaft in Betracht ziehst, beschäftige Dich bitte schon jetzt damit. Die sorgfältige Auswahl der Verpaarung, das Wälzen von Ahnentafeln, die gesundheitlichen Fragen... all das braucht im Vorfeld viel Zeit, wenn es sorgfältig gemacht wird. Und wenn Deine Hündin dann schon fünf Jahre alt ist, solltest Du auch nicht mehr allzu lange warten, wenn Du züchten willst. Gut informiert da ranzugehen, ist wichtig. Vielleicht auch mit anderen Züchtern sprechen.
Ich war nun schon bei einigen Hundegeburten dabei. Auch wenn es ein wunderbares Erlebnis ist - zu züchten würde ich persönlich mir nicht zutrauen.



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