Um einen Hund richtig einzuschätzen, musst Du auf viele Kleinigkeiten achten:
Wo der Körperschwerpunkt liegt, wie die Haltung von Kopf, Körper, Rute und Ohren ist, wie die Mundwinkel aussehen, wie die Augen und Gesichtsmuskulatur aussehen, in welche Richtung der Blick geht, wie die Bart- und Rückenhaare stehen, wie die Bewegung verläuft, wie sich der Hund im Gesamtbild positioniert, welche Aktionen aufeinander abfolgen, was vor der Situation passiert ist usw.
Hinzu kommen rassetypische Eigenheiten des Hundes.
Selbst Trainer, die sich Tag für Tag mit Hunden beschäftigen, sehen viele wichtige Details nur, wenn sie Trainingsvideos in Zeitlupe ablaufen lassen.
Und dann gibt es noch andere Kleinigkeiten, die die Reaktionen eines Hundes erklären, ohne viel mit der direkten Körpersprache zu tun zu haben.
Schau Dir mal dieses Video an:
https://www.youtube.com/watch?v=qNtcpdClUrY
Total netter Hund, oder? Uns so vorsichtig!
Wenn du genau hinsiehst, trägt der Hund neben einem Endloswürger ein Elektroschocker um den Hals, während das Video gedreht wird. Und im Zusammenspiel mit dieser Info gibt sich auf das vermeintlich geduldige Verhalten des Hundes auch ein ganz anderes Bild. Diesem Hund würde ich aufgrund des Trainings, das der Halter offensichtlich durchführt, keine 2 m über den Weg trauen, auch wenn er auf den ersten Blick so "lieb" wirkt.
Antworten
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05.01.2017, 19:25Inaktiver User
AW: Die Sprache des Hundes: Lernt, was Euer Hund Euch mit seinem Körper mitteilt!
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05.01.2017, 19:39
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05.01.2017, 19:56
AW: Die Sprache des Hundes: Lernt, was Euer Hund Euch mit seinem Körper mitteilt!
Das hätte ich jetzt nicht erkannt, was das genau ist, das der Hund trägt.
ich glaub, da würd ich auch dem Halter nicht über den Weg trauen.
Eigenartig - irritierend - fand ich beim ersten Anschauen den Kontrast zwischen dem gut erzogenen Hund und dem nicht gut erzogenen Kind. Da ja das Erziehen von Hunden und Kindern ähnliche Kompetenzen erfordert, wie kriegt der den Hund so brav und dem Kind ist es völlig egal, was der Papa sagt?
gruss, barbara
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05.01.2017, 20:10Inaktiver User
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05.01.2017, 20:19
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06.01.2017, 07:22Inaktiver User
AW: Die Sprache des Hundes: Lernt, was Euer Hund Euch mit seinem Körper mitteilt!
Das halte ich übrigens ingesamt für suboptimal.
Deeskalierend wirkt es, wenn man den Körper leicht vom Hund abwendet, also eben NICHT frontal zum Hund steht. Gleiches gilt für den Blick - besser ist es, seitlich am Hund vorbei zu schauen. Gerade der Ängstliche wird es sonst kaum schaffen, den Hund NICHT zu fixieren, und exakt das wird der Hund als Drohung auffassen.
Wenn die Möglichkeit besteht, kann man bögeln, d.h. eben nicht frontal auf den Hund zugehen, sondern einen Bogen schlagen. Auch das wirkt deeskalierend.
Bewegung ist oft sinnvoller als Stehenbleiben, denn Bewegung hat immer auch ein stressabbauendes Element im Gepäck. Bögeln ist also auch in diesem Zusammenhang hilfreich. Wichtig ist es, sich dabei langsam und ruhig zu bewegen.
Die Angst lässt sich vor dem Hund nicht verbergen, auch nicht durch den Versuch, ihn "laut, bestimmt und deutlich" anzusprechen. Besser ist es, gar nichts zu sagen, denn eine für ängstliche Menschen typische wenig kontrollierte Stimmlage kann in Verbindung mit lauten Rufen den Hund eher weiter aufregen, und das sollte man vermeiden.
Eine seitlich abgewandte Körperhaltung ermöglicht dagegen auch, einen Hund zu blockieren. Man wendet zu diesem Zweck dem Hund die Seite zu und nimmt ggf sogar das Knie hoch, so dass das Bein wie ein Schild wirkt, falls der Hund sich nähert. Der seitlich-abgewandte Körper wird übrigens auch von aufdringlichen Hunden verstanden.
Es ist im übrigen nicht der bellende, springende Hund, vor dem man sich fürchten muss. Je starrer und fixierender der Hund wird, desto bedrohlicher ist die Situation.
Greift ein Hund an, ist es extrem wichtig, Hals-, und Kopfbereich sowie die Weichteile zu schützen. In diesem Moment ist es also sinnvoll, sich selbst klein zu machen, und quasi einzurollen. Gut ist es, wenn man es schafft, dabei den Füßen Gelegenheit zu geben, den Hund ggf. zu treten, denn Füße sind durch Schuhe meist recht gut geschützt und können sehr kräftige "Hiebe" austeilen.
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06.01.2017, 07:28Inaktiver User
AW: Die Sprache des Hundes: Lernt, was Euer Hund Euch mit seinem Körper mitteilt!
Hallo,
danke für den Hinweis mit der Unsicherheit. Im Grunde hatte ich schon eine ähnliche Idee, hab auch versucht, ihm daraufhin mehr Hundekontakte zu ermöglichen, damit er "hündisches Sozialverhalten üben" kann. Wobei er das aber eigentlich können müsste, er ist in einer Großfamile (sehr viele Geschwister und mehrere Generationen Familie) aufgewachsen. Aber als er zu mir gekommen ist, haben sich Hundekontakte drastisch reduziert.
Eine andere Frage hab ich noch:
Wenn wir abends schlafen gehen, liegt er immer schon in seinem Bett, wenn ich mich von ihm "verabschiede". Ich hocke mich dann vor (nicht über) ihn, streichle ihn und wünsche ihm gute Nacht und guten Schlaf. Dabei legt er eigentlich immer eine seine Vorderpfoten auf meinen streichelnden Arm, also im Prinzip die Geste des Pfötchengebens, was ja eigentlich ein Beschwichtigungssignal ist. Außerdem versucht er, mich im Gesicht oder wenigstens am Arm zu lecken, wenn er da nicht dran kommt, leckt er die Luft (züngelt).
Sein Bett liegt in einem winzig kleinen Räumchen, wo außer diesem eigentlich gar nichts reinpasst. Er liegt also mehr oder weniger in einer Sackgasse in diesem Moment, ich hocke in der Tür dieses Räumchens.
Kann es sein, dass ihm das zu eng ist, dass er das nicht gut aushält oder will er einfach nur die Streicheleinheiten erwiedern und sich seinerseits von mir verabschieden (ist wahrscheinlich zu menschlich gedacht, oder?)
poca
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06.01.2017, 07:36
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06.01.2017, 10:14
AW: Die Sprache des Hundes: Lernt, was Euer Hund Euch mit seinem Körper mitteilt!
Zum Thema in welcher Geschwindigkeit ein Hund kommuniziert, finde ich dieses Video sehr spannend. Ich musst es ein paar Mal anschauen um, selbst in der Zeitlupe, alles mitzubekommen.
Grüßle
TM
Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht. (Adenauer, Konrad)
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06.01.2017, 11:52Inaktiver User
AW: Die Sprache des Hundes: Lernt, was Euer Hund Euch mit seinem Körper mitteilt!
Ich mag die Reduzierung der hundlichen Körpersprache auf die (durchaus kontrovers diskutierten) Calming Signals nicht. Es gibt in dem Video noch eine ganze Reihe mehr zu beobachten als das, was kommentiert wird. Die Signale beginnen beispielsweise schon BEVOR der Kommentator einsetzt. Man könnte daraus schliessen, dass der Hund erwartet, was jetzt kommt, und bereits im Vorgriff auf die folgende Geste seines Menschen Unbehagen zeigt. Nicht kommentiert wurden darüber hinaus die Ohren, die ich für einen IMMENS wichtigen Ausdrucksindikator halte. Wer gelernt hat, die Ohrstellungen seines Hundes zu lesen, bekommt ganz viele Informationen!



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