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  1. Inaktiver User

    Abschied mit Fragen von meiner geliebten Katze

    Gestern Morgen habe ich meine geliebte Katze gehen lassen. Sie war 12 Jahre alt und ist an den Schäden einer unentdeckten Diabetes gestorben.

    Sie hat ihr Leben in vollen Zügen genossen und war bis zuletzt fit. Zehn Jahre hatten wir zusammen. Sie hat mir jeden Tag Freude bereitet und nie Kummer, ich finde das unfassbar großartig. Sie war der beste Kumpel, den ich mir vorstellen kann.

    Sie hat so schnell abgebaut und war so am Ende, dass die Einschläferung eine riesengroße Erleichterung war. Ich bin glücklich über all das Gute und stolz, dass ich 10 Jahre lang gut für sie gesorgt habe. Wir waren das perfekte Team.

    Aber allmählich quält mich die Frage, ob die Katze aus Rücksicht auf mich aus dem Leben gegangen ist. Sie hatte immer ein erstaunliches Gespür für mich. Sie hat sich immer dahin gelegt, wo mich was gezwickt hat. Dieses Jahr war ich zum ersten Mal richtig schlimm krank und an manchen Momenten hatte ich kaum noch die Kraft, die Katze zu versorgen. Manchmal im letzen halben Jahr hat mich ihre lebhafte Art belastet, natürlich habe ich sie weiter liebevoll versorgt und meine Gefühle bedauert. Da war nur dieser eine Tag, an dem das Katzenfutter alle war und ich nicht die Kraft hatte, das Haus zu verlassen. An dem Tag hat sie kein Futter eingefordert. Absolut untypisch für sie.

    Und überhaupt, ist bei mir im letzten Jahr unvermittelt eine sehr starke Tierhaarallergie aufgetreten (bin schon über 40). Es begann mit juckenden Augen und am Ende war es allergisches Asthma. Ständiges Cortisonspray hat geholfen, für alles Geld der Welt hätte ich meinen Liebling nicht weggegeben. Ich erinnere mich noch genau, wie ich letzten Samstag, dem letzten Tag, an dem sie noch einigermaßen fit war, mir wegen des Asthmas zum ersten Mal wirglich sorgen gemacht habe. In der Lunge haben die Sprays nicht angeschlagen, ich war nur während einer längeren Dienstreise seit langem einmal beschwerdefrei. Naja am Samstag dachte ich mir noch, ist ja ein Ding, wie ich die Katze liebe aber ich kann nicht richtig atmen...Jetzt ist sie tot. Ich stehe kurz davor, das ernst zu nehmen und mich schuldig zu fühlen.

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    AW: Abschied mit Fragen von meiner geliebten Katze

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gestern Morgen habe ich meine geliebte Katze gehen lassen. Sie war 12 Jahre alt und ist an den Schäden einer unentdeckten Diabetes gestorben.
    Lass dich mal drücken!

    Ein Tier zu verlieren ist schlimm. Ich lebe momentan mit meiner achten Katze zusammen und habe fast 40 Jahre Katzenerfahrung auf dem Buckel - und natürlich diverse Arten des Abschieds (krankheits-/altersbedingtes Einschläfern, Unfalltod, spurloses Verschwinden...). Man kann sich nur zu einem gewissen Teil daran "gewöhnen". Und wenn man mit einem Tier dann lange Zeit gelebt hat (10 Jahre sind ja schon ein ordentliches Stück Lebensweg), dann nützt es einem auch wieder nichts, wenn man im Vorfeld schon mehrfach Abschiede zu verkraften hatte. Da ist man dann einfach wieder "raus".

    Mach dir bitte keine Vorwürfe, denn:
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sie hat ihr Leben in vollen Zügen genossen und war bis zuletzt fit. Zehn Jahre hatten wir zusammen. Sie hat mir jeden Tag Freude bereitet und nie Kummer, ich finde das unfassbar großartig. Sie war der beste Kumpel, den ich mir vorstellen kann.

    Sie hat so schnell abgebaut und war so am Ende, dass die Einschläferung eine riesengroße Erleichterung war. Ich bin glücklich über all das Gute und stolz, dass ich 10 Jahre lang gut für sie gesorgt habe. Wir waren das perfekte Team.
    Ihr hattet eine lange schöne Zeit zusammen und sie hat nicht lange leiden müssen.
    Unentdeckte Diabetes-Schäden können schnell zum körperlichen Verfall führen. Und bei Tieren mit deutlich geringerer Lebenserwartung als Menschen geht das dann natürlich nochmal erheblich schneller.

    Sie ist garantiert nicht gestorben, um dich nicht zu belasten. Rede dir das bitte nicht ein. Ich kann mir vorstellen, dass man sich im ersten Schock mit solchen Fantasien befasst. Wahrscheinlich musst du da jetzt auch durch, um das Ganze zu verarbeiten. Es nützt ja nichts, (Trauer-)Gefühle zu unterdrücken, die kommen sonst später immer wieder hoch.

    Ich für meine Person bin eine große Befürworterin des Einschläferns, wenn die Lebensqualität des Tieres nicht mehr gegeben ist und sehe den Tierhalter da in der Verantwortung, sich entsprechend zu kümmern. Niemand sollte sich unnütz quälen (schade, dass mir als Mensch am Ende diese Möglichkeit nicht offensteht).

    Da hast du schon die richtige Entscheidung getroffen.
    Wer Unsinn hören und glauben will, der wird auch Unsinn zu hören bekommen.

    Cave: Meine Beiträge könnten Spuren von Ironie enthalten!

  3. Inaktiver User

    AW: Abschied mit Fragen von meiner geliebten Katze

    Zitat Zitat von phantomlake Beitrag anzeigen

    Ich für meine Person bin eine große Befürworterin des Einschläferns, wenn die Lebensqualität des Tieres nicht mehr gegeben ist und sehe den Tierhalter da in der Verantwortung, sich entsprechend zu kümmern. Niemand sollte sich unnütz quälen (schade, dass mir als Mensch am Ende diese Möglichkeit nicht offensteht).

    Da hast du schon die richtige Entscheidung getroffen.
    Das sehe ich ganz genau so.
    Geändert von Inaktiver User (09.11.2016 um 16:57 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Abschied mit Fragen von meiner geliebten Katze

    Lieber phantomlake,

    Ich kann mir vorstellen, dass man sich im ersten Schock mit solchen Fantasien befasst.
    Fantasie ist das richtige Stichwort. Einfühlsamer und gründlicher hätte mir der Zahn wohl nicht gezogen werden können. Danke.

    Der Verlust bringt mir auch einen gesundheitlichen Vorteil - aber es ist ein Verlust und mein Vorteil ist kein Verrat oder so was. Dinge fügen sich passend zueinander, ohne dass da eine Verbindung bestehen muss. Da war halt Raum für Fantasie.

    ICH SCHREIBE MIT WEISSER SCHRIFT WIE SIE GEGANGEN IST

    Sie war so schnell weg. Der körperliche Verfall war erst am Wochenende sichtbar, vor zwei Monaten waren wir noch beim Tierarzt wegen eines eitrigen Öhrchens, sonst war nichts. Erhöhte Leukozytenwerte, ohne Befund. Kein Wort über Diabetes. Sie hat dann letzte Woche Gewicht verloren, war aber auch sehr viel draußen unterwegs und putzmunter. Samstag schlief sie den viel und war ein wenig wackelig auf den Beinen, Sonntag schlief sie noch mehr, war insgesamt langsam, deutliche Schwierigkeiten mit den Hinterläufen, wirkte desorientiert und total fertig. Montag waren wir beim Arzt. Die verbleibende Lebensdauer ohne Behandlung wurde auf 2-3 Tage geschätzt. Die Katze erhielt eine Infusion, die keine Verbesserung brachte. Der Arzt leitete die langfristige Insulintherapie ein, bestellte uns dringend für gestern Morgen zur Kontrolle und Insulingabe und erwähnte die Möglichkeit, dass die Maßnahme möglicherweise nicht anschlagen würde, sodass er das dann beenden würde. Wir haben den Montagabend bis in die Nacht geschmust und den den Rest der Nacht habe ich im Halbschlaf auf ihre Rufe geantwortet. Futter hat sie verweigert und Ketoazidoseatem. Da wurde mir klar, dass ich ihr da gerade beim Verhungern zusehe. Der Arzt hat gestern nur noch die Körpertemperatur gemessen und klargestellt, dass sie im Sterben liegt. Die Spritze zum Einschläfern hat er noch aufgezogen, aber die Betäubungsspritze hat dem schon ein Ende gesetzt, sehr sanft. Erspart hat es ihr vielleicht ein paar Stunden, einen Tag, ich weiß es nicht. Ich konnte sie da lassen und bekomme nächste Woche die Asche.

    Wie hätte es schon besser laufen können. Wir haben uns verabschiedet. Aber es war ja wirklich erst gestern.

  5. Inaktiver User

    AW: Abschied mit Fragen von meiner geliebten Katze

    Liebe CrazyDolly,

    unsere Beiträge haben sich überschnitten. Danke.

  6. Inaktiver User

    AW: Abschied mit Fragen von meiner geliebten Katze

    Ich hatte Montag viel gegoogelt, weil ja im Raum stand, dass sie mit täglicher Insulingaben noch hätte weiterleben können. Ich habe nun einen Artikel zur Ketoazidose gefunden. Ich verstehe den Artikel natürlich nicht, aber der letzte Absatz ist interessant und beruhigt mich. Der Arzt hat echt sein Bestes gegeben.

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    AW: Abschied mit Fragen von meiner geliebten Katze

    Liebe cat-woman!
    Dann ist es ja sehr sehr schnell gegangen. Gott sei Dank!

    Und was das Verhungern betrifft: Das klingt immer so brutal. Aber: Der Körper weiß, wann er nichts mehr braucht und stellt dann auch das Hunger- und Durstgefühl ein. Da leidet der Sterbende nicht. Künstliche Ernährung ist dann die Qual.

    Hier gibt es wieder die Erleichterung beim Tier, dass man die Ernährung einstellen darf. Beim Menschen halt nicht oder es wird schwierig (keine Ahnung, wie die Rechtslage da momentan ist), habe ich (bin ja auch Ü40) schon alles miterlebt. Ganz miese Situationen tun sich da auf!

    In diesem Sinne: Alles Gut dir!

    Aufgrund der aufgetretenen Allergie denkst du wohl nicht daran, dir wieder eine neue Katze ins Haus zu holen, oder?
    Mir hat beim Abschiednehmen immer der Gedanke geholfen, dass jetzt eine neue arme Socke aus dem Tierheim eine Chance auf ein tolles Leben mit mir bekommt. Wenn man sich im Tierheim und in der Welt so umschaut (ich war lange Jahre ehrenamtlich im Tierschutz aktiv, geht jetzt jobbedingt aus Zeitgründen nicht mehr) sitzen da genug Aspiranten, die es nötig haben.
    Wer Unsinn hören und glauben will, der wird auch Unsinn zu hören bekommen.

    Cave: Meine Beiträge könnten Spuren von Ironie enthalten!

  8. User Info Menu

    AW: Abschied mit Fragen von meiner geliebten Katze

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hatte Montag viel gegoogelt, weil ja im Raum stand, dass sie mit täglicher Insulingaben noch hätte weiterleben können.
    Wobei sich da immer die Frage stellt, wie schlimm die körperlichen Schäden schon sind, ob sie gut einzustellen gewesen wäre etc. "Dharma09" hier im Forum hatte mal einen Kater mit Diabetes. Du kannst sie ja mal per PN kontaktieren, falls du noch Klärungsbedarf hast. Ich denke, dass sie dir eventuelle Fragen gern beantwortet.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... der letzte Absatz ist interessant und beruhigt mich. Der Arzt hat echt sein Bestes gegeben.
    Schön, dass du das so annehmen kannst.
    Ich denke auch, dass das die beste Lösung war.
    Wer Unsinn hören und glauben will, der wird auch Unsinn zu hören bekommen.

    Cave: Meine Beiträge könnten Spuren von Ironie enthalten!

  9. Inaktiver User

    AW: Abschied mit Fragen von meiner geliebten Katze

    Ja das ging richtig schnell. Sie kam in der letzten Nacht noch aus freien Stücken zu mir ins Bett. Was für ein Geschenk.

    Aufgrund der aufgetretenen Allergie denkst du wohl nicht daran, dir wieder eine neue Katze ins Haus zu holen, oder?
    Nein. Dieses Nein kam mir gestern in den Sinn, als ich mich durch die Vermittlungsseite des Tierheims geklickt habe...Die Sprays haben zwar an Augen und Nase gut gewirkt, aber nicht in der Lunge. Auf Dauer hat es für mich ja auch gesundheitliche Konsequenzen, wenn die Atmung immer eingeschränkt ist. Aber Lebensumstände ändern sich ja immer mal wieder. Vielleicht ergibt es sich mal wieder.

  10. Inaktiver User

    AW: Abschied mit Fragen von meiner geliebten Katze

    Wobei sich da immer die Frage stellt, wie schlimm die körperlichen Schäden schon sind
    Es war definitv zu spät. Spätestens die Infusionstherapie am Montag hätte eine Verbesserung bringen müssen. Im Verlauf der Diabetes werden halt die Organe in Mitleidenschaft gezogen, was wiederum den Stoffwechsel stört etc. Irgendwann machen Leber und Nieren das nicht mehr mit. Der Arzt hat ja gestern noch mal den Zucker gemessen und der Wert war deutlich verbessert, aber der Organismus war schon zusammengebrochen.

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