Liebe alle,
ich brauche mal einen Rat, wie ich mit der folgenden Situation umgehen sollte:
Vor ein paar Wochen ist uns ein junger unkastrierter Kater zugelaufen. Wir waren im Wald spazieren und er ist uns permanent hinterhergelaufen bis zu unserem Zuhause. Da es warm war, war die Terrassentür offen, er ist reinmarschiert und hat es sich bei uns gemütlich gemacht. Es war Samstagabend und wir hatten Besuch und haben eher versucht, das Katerchen zu verscheuchen, da wir dachten, dass es dann nach Hause läuft. Allerdings ist er auf den Tisch gesprungen und war ziemlich ausgehungert, gleichzeitig war er ziemlich verklettet und verzeckt. Wir haben in der Nachbarschaft herumgefragt, aber niemand kannte den Kater. Also haben wir beschlossen, dass er bis Montag bleibt, wir nach der Arbeit beim Tierarzt prüfen lassen, ob er gechipt ist. Er hat sich ziemlich häuslich eingerichtet und war extrem anhänglich. Da er regelmäßig rauswollte, haben wir ihn tagsüber rausgelassen, dachten, dass er dann vielleicht auch wieder nach Hause läuft, er kam aber immer wieder zu uns zurück.
Am Montag haben wir ihn dann nach der Arbeit zum Tierarzt gebracht, er war tatsächlich gechipt und über Tasso haben wir die Besitzerin ausfindig gemacht. Diese war eher…genervt. Sie meinte am Telefon, dass der Kater häufiger mal 2 Tage weg wäre und das würde auch nichts ausmachen. Es hat sich dann herausgestellt, dass sie ihn bereits 6 Tage lang nicht gesehen hatte, nichtsdestotrotz hat sie ziemlich deutlich gemacht, dass sie uns für äußerst übermotiviert hält, dass wir den Kater betreut und dann zum Tierarzt gebracht haben. Sie wohnt fast 9 km entfernt mit einigen befahrenen Straßen dazwischen, so dass auch die Tierärztin meinte, da es ein junger unkastrierter Kater war, dass sie schon glaubt, dass er sich verlaufen hat und auch nicht alleine zurückfinden würde. Die Besitzerin hatte aber leider so gar keine Zeit, so dass sie uns ihre Adresse gab und uns bat, den Kater einfach vor der Katzenklappe abzusetzen. Das habe ich abgelehnt, da der Kater uns durchgängig hinterhergelaufen ist und ich befürchtet hab, dass er am Ende noch vor unser Auto läuft. Oder wieder verschwindet und wir dann dafür die Verantwortung tragen. Sie hat sich dann erweichen lassen, dass eine Nachbarin die Tür aufgeschlossen hat, so dass Katerchen direkt ins Haus gekommen ist.
So viel dazu, wir waren ehrlicherweise mit dieser Übergabe nicht besonders glücklich. Nun geht es aber so weiter, dass der Kleine 10 Tage später wieder bei uns auf der Matte stand. Oder eher gesagt direkt ins Haus gelatscht ist und wir ihn irgendwann einfach nur auf unserem Sofa schlafend gefunden haben. War reizend, aber ja eigentlich nicht Sinn der Sache. Wie er den Weg gefunden hat…keine Ahnung. Obwohl er dann gemaunzt hat und Hunger hatte, haben wir ihn nicht gefüttert und haben über die Tierärztin wieder den Kontakt aufgenommen (wir hatten keine Telefonnummer) und diesmal hat der Mann der Besitzerin den Kater abgeholt.
Nur wenige Tage später das gleiche Spiel (mittlerweile scheint er den Weg zu kennen).
Die Besitzerin ist genervt und wirft uns vor, den Kater anzulocken, das tun wir aber ganz ganz ehrlich nicht, er kriegt kein Futter bei uns, wir jagen ihn sofern es geht raus und sagen sofort Bescheid, wenn er bei uns ist. Was können wir tun? Ich finde, sie sollte den Kater vielleicht eine Zeitlang nicht rauslassen, ihn vielleicht auch kastrieren lassen (habe gelesen, dass sie dann ihr Revier verkleinern). Ich möchte das Tier nicht massiv verscheuchen (mir hat schon jemand vorgeschlagen, ihm Wasser über den Kopf zu gießen oder einen Stromschlag zu verpassen), aber das geht mir zu weit.
Ganz ehrlich: wir mögen den Kater sehr, aber wir wissen, dass er zu einer anderen Familie gehört. Deshalb versuchen wir uns so korrekt wie möglich zu verhalten und wie gesagt, wir geben ihm kein Futter, wir lassen ihn nicht (sofern wir ihn rechtzeitig entdecken) länger im Haus, wir widmen ihm von uns aus nicht mehr Zeit. Aber er ist einfach total anhänglich und läuft uns hinterher. Ich weiß, dass die Besitzerin eine zweite, ältere Katze hat, mit der er sich nicht versteht…vielleicht ist das ein Grund, dass er immer wieder ausreißt? Bei uns gibt es natürlich keine anderen Katzen.
Eine Freundin meinte, wir sollten Urin von einem anderen Kater im Garten verteilen, damit er sich aus dem Revier fernhält…bringt das was? Und woher so was kriegen?
Über Tipps, wie wir mit der Situation umgehen können wäre ich sehr dankbar. Wir sind sehr tierlieb und meine Tochter hat den Kater total gern, für sie ist es extrem hart, dass wir den Kater „schlecht behandeln“ müssen, bzw. es macht sie fertig, dass er immer wieder bei uns auftaucht und sie sich jedes Mal wieder trennen muss.
Danke für Tipps!
Viele Grüße
Antworten
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07.09.2016, 14:33
Kater kommt immer wieder zu uns - Stress mit der Besitzerin
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07.09.2016, 14:43Inaktiver User
AW: Kater kommt immer wieder zu uns - Stress mit der Besitzerin
Wer auch immer das mit dem Stromschlag vorgeschlagen hat: der hat sie wohl nicht alle!
Und Katzen suchen sich ihr zu Hause selbst aus.
Wenn sie sich dort, wo sie eigentlich leben sollen nicht wohl fühlen, dann suchen sie sich ein neues zu Hause.
Uns ist das auch schon passiert - und nicht nur einmal - und wir haben das Kätzchen dann jeweils adoptiert, ärztlich versorgen und kastrieren lassen.
Bei einem Kater haben wir auch die Besitzer ausfindig machen können, denen war das irgendwie egal, dass der Kater ständig bei uns war, die haben sich echt nicht gekümmert und somit haben wir ihn ganz zu uns genommen.
(Unser Verdacht: die anderen beiden Kater stammen auch von diesem Besitzer... was will man machen, mir geht das Wohl des Tieres vor.)
Unserer Nachbarin ist es übrigens auch so ergangen, da hat sich auch ein Kater sein neues zu Hause gesucht, weil er dort regelmäßig Futter bekam, rein durfte, wann er wollte und seine Ruhe hatte.
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07.09.2016, 14:50
AW: Kater kommt immer wieder zu uns - Stress mit der Besitzerin
Ich schlage ein Gespräch aller Beteiligten gemeinsam mit dem Tierarzt vor.
Es soll geklärt werden, ob
a) die Besitzer Sorge tragen können, dass er nicht mehr bei euch auftaucht
(eigentlich müsstet IHR genervt, sein, nicht SIE, so rein theoretisch!) oder
b) ihr ihn behaltet und
c) sie sich eine neue Katze zulegen (wovon es reichlich gibt wie man weiss)
Noch mehr Möglichkeiten sehe ich nicht, da die Besitzer ja auch nicht möchten, dass er bei euch ist.
Der Kleine hat sich für euch entschieden, da wird niemand was dran ändern.
Ihr seid auch nicht verpflichtet, ihn so zu traktieren, wie es nicht tiergemäss wäre. Das wäre ja noch schöner.
Ich würde die Leute - wenn sie denn irgendwie "doof" sprich unangenehm sind - so lange nerven, bis sie mir den Kater geben, notfalls gegen Entgelt. Anrufen zu allen möglichen Unzeiten, sie sollen sofort den Kater holen. Sofort.
Deren Gebaren, sich euch gegenüber aufzuregen, finde ich unterirdisch. Sie sollten dankbar sein.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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07.09.2016, 14:52
AW: Kater kommt immer wieder zu uns - Stress mit der Besitzerin
Ich würde auch immer sofort bei den Leuten anrufen.
Moderatorin im Forum
Trennung und Scheidung,
Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
Über das Kennenlernen
Reine Familiensache
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07.09.2016, 15:00
AW: Kater kommt immer wieder zu uns - Stress mit der Besitzerin
Hallo Ihr,
danke für Eure Antworten! Ich bin erstmal ganz erleichtert, dass Ihr mir nicht alle schreckliche Vorwürfe macht, dass wir den Kater nicht hätten aufnehmen dürfen beim ersten Mal. Die Besitzerin hat mir das Gefühl vermittelt, dass das total dämlich von uns war. Ich glaube, dass eine Einigung schwer werden dürfte. Die haben scheinbar nicht vor, das Katerchen aufzugeben. Ein Aspekt dabei ist, dass es sich anscheinend um ein Rassekätzchen mit Stammbaum handelt, Kostenpunkt angeblich ca. 600 Euro. Selbst wenn wir die Herrschaften überzeugen könnten, dass dieser Kater vielleicht einfach nicht zu ihnen gehört, ich könnte mir ganz ehrlich ein Haustier zu dem Preis nicht leisten. Ich wäre ja bereit, ihnen Geld zu geben, aber so viel :-((( Das könnte etwas eng für uns werden.
Ich versuche trotzdem nochmal, das eine oder andere Gespräch anzuleiern. So kann es nicht weitergehen.
Danke Euch erstmal, viele Grüße!
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07.09.2016, 15:18
AW: Kater kommt immer wieder zu uns - Stress mit der Besitzerin
Ihr könnte vielleicht Druck auf die Besitzer kriegen, ihn nicht streunen zu lassen, aber das wäre nicht gut für das Katerchen.
Wenn ihr ihn erst mal aufnehmt und guckt, was passiert (ihr könnt immer sagen, "ja, ihre verflixte Katze ist schon wieder da. Was soll das heißen, vorbeibringen, wir sind doch nicht ihr Katzenbringdienst. Holen Sie ihn halt ab .") wird's vermutlich bald zu katertypischem Verhalten (markieren, sexuelle Frustration) kommen. Andererseits machen die Eigentümer wahrscheinlich einen Riesenzirkus, wenn ihr ihr Rassekaterchen zeugungsunfähig macht. Das wird die TÄ verutlich auch nicht mitmachen, aber man kann mal fragen (auch Tierheim, Tierschutzverein) welche Optionen es gibt.
Unkastrierte Kater gehen auf Wanderschaft, und da es heute üblich ist, auch Kätzinnen zu kastrieren, suchen sie lange und weit. Vielleicht kann man den Besitzern nahelegen, daß ein kastrierter Kater häuslicher wäre. Die TÄ bei Gesprächen mit Besitzer dabeizuhaben, könnte eine gute Idee sein. (Allerdings muß man der armen Frau dann wahrscheinlich eine Aufwandsentschädigung zahlen.)** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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07.09.2016, 15:22Inaktiver User
AW: Kater kommt immer wieder zu uns - Stress mit der Besitzerin
Mei, mich triggert das gerade dermaßen - auf die Art und Weise sind wir zu unserer allersten Katze
und damit überhaupt auf die Katz gekommen -, daß ich kaum vernünftig antworten kann.
Ich versuche es mal ganz emotionslos und in Stichworten:
- wenn die Besitzerin sich jetzt schon 6 Tage (!!) nicht wirklich drum gesorgt hat, wo der Kater ist und wie es ihm geht, macht sie sich spätestens im nächsten kalten Winter der Tierquälerei schuldig (so die Auskunft des hiesigen Veterinäramtes, nachdem unsere Kleine in einer Dezembernacht mit -24°C mit allerletzter Kraft versucht hat, bei uns den Rollladen hochzustemmen, weil ihre damaligen Besitzer sie nicht reingelassen haben und sie wohl die Nacht in dieser Kälte draußen nicht mehr überlebt hätte), was Ihr dann auch anzeigen solltet - diese Info nur für den Fall, daß sie sich weigert, ihn dauerhaft bei Euch zu lassen.
- jetzt würde ich erstmal gar nix mehr in Richtung der "Besitzer" machen. Ihnen ist die Thematik bekannt, mal schauen, wie lange sie brauchen, um bei Euch nach dem Verbleib des Katers nachzuforschen.
Ich könnte mir gut vorstellen, daß da nicht wirlich viel kommt.
- den Kleinen würde ich niemalsnimmernicht fortjagen, sondern mich unendlich darüber freuen, daß ein Kater meine Familie und mich für würdig befunden hat, uns sein Herz zu schenken.
Das ist wirklich eine große Ehre - macht es Euch schön miteinander und genießt die Zeit, die Ihr habt.
Falls er wieder in einem schlechten Zustand bei Euch auftaucht, würde ich das bildlich festhalten, damit Ihr etwas in der Hand habt, falls es zu Sorgerechtsstreitigkeiten kommen sollte.
- ganz schwierig ist natürlich, daß der Süße nicht kastriert ist.
Eigentlich dürftet Ihr ihn so gar nicht rauslassen und die Gefahr des Markierens ist natürlich auch groß.
Wohnst Du zufällig in einem Landkreis, in dem schon Kastrationspflicht für Streuner besteht ?
Aber blöd ist hat, daß er registriert ist....
Keine Ahnung, wie man das grad lösen könnte.
(Uns hat damals eine Tierschützerin geholfen, die unsere Mausi drei Landkreise weiter zu ihrer TÄ geschleppt und dort hat kastrieren lassen --> war in dem Fall lebensrettend, die Ärmste war selber erst ein knappes Jahr alt, als sie ihre ersten Kitten bekam und keine 8 Wochen später war sie schon wieder trächtig...
Aber wir hatten halt den Vorteil, daß Mausi nicht gechipt und registriert war, das hat dann die Tierschützerin beides auf ihren Namen machen lassen, so daß dann die ehemaligen Besitzer in arge Beweisnot gekommen wären, hätten sie ihre Katze jemals vermisst).
Haltet jetzt erstmal den Ball flach und wartet, ob von der Besitzerin überhaupt noch irgendeine Reaktion kommt - falls ja, würde ich mit allen Mitteln, notfalls mit "Lösegeld" um den Kleinen kämpfen...
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07.09.2016, 15:33Inaktiver User
AW: Kater kommt immer wieder zu uns - Stress mit der Besitzerin
Da haben sich unsere Postings überschritten.
Aha, ein Rassekater also.
Nun, dann dürfte sich die Züchterin, aus deren Cattery er stammt, ja mächtig dafür interessieren, wie da mit ihrem ehemaligen Schützling umgegangen wird ....
Sollte es da zu Diskussionen kommen, laß Dir den Stammbaum zeigen und falls - was ich SEHR bezweifle -, es den tatsächlich gibt, dann wende Dich an die Züchterin.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß Jemand so ein liebloses Verhalten durchgehen läßt.
Und wenn diese Leute SO sorglos mit einem Tier für 600 € umgehen, daß sie fast eine Woche lang nicht wissen, wo er überhaupt steckt - war er denn bei TASSO als vermisst gemeldet ??? - , dann scheinen sie ja so ausreichend Geld zu haben, daß sie Euch den Kleinen auch schenken können.
Magst Du ihn mal beschreiben ?
Was für eine Rasse soll das denn angeblich sein ?
Würde mich nicht wundern, wenn dieser Satz in Sekundenschnelle zu entkräften wäre...
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07.09.2016, 15:40
AW: Kater kommt immer wieder zu uns - Stress mit der Besitzerin
Und sie müssten auch erstmal beweisen, dass sie den Preis tatsächlich gezahlt haben.
Ja genau, man müsste prüfen, inwiefern hier Verhalten vorliegt, was sie als Halter haftbar macht. Ihr könnt denen dann Futter usw. berechnen.
Ich frage mich, wie man einen Kater aus der Wohnung kriegen soll, der das partout nicht will. Da haben doch schon gestandene Männer versagt (TV, mobile Haustierhilfe in München). Ob das zumutbar ist, ich denke eher : Nein !
Wenn Katerchen daheim eingesperrt würde, ist er sicherlich clever genug, mitzuteilen, dass ihm das nicht gefällt.
Auch das kann man im Vorfeld in bunten Farben darstellen.
The original Karla
est. 2006











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07.09.2016, 16:16
AW: Kater kommt immer wieder zu uns - Stress mit der Besitzerin
Wenn der Kater 600 Euro gekostet hat, dann wurde er vermutlich als Liebhaberkater und nicht als Zuchtkater verkauft. Vermute ich, weil unsere Maine Coons ähnlich teuer waren. Als Käufer verpflichtest du dich aber, das Tier kastrieren zu lassen. Ohne Nachweis der Kastration bekommst du keinen Stammbaum ausgehändigt.
Kauft du ihn als Zuchtkater, kostet er doppelt so viel.
Das Geld wollen manche halt mal eben sparen und vermehren eben ohne Papiere. Die Kitten kosten dann deutlich weniger, aber auch bei deren Aufzucht wird dann an Untersuchungen nach Erbkrankheiten, Ultraschall etc. gespart.


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