Merkt man sehr gut, wenn es um Ratten geht.
Es ist eher mein Eindruck, daß ein stinknormaler Mensch in einem stinknormalen Leben von vorne bis hinten Kompromisse macht. Da werden Katzen drinnen gehalten, damit sie nicht von Greifvögeln und Coyoten gefressen oder vom auch im Wohngebiet enthusiastisch daherjagenden Autos erlegt, auch wenn man dann eigentlich keine Katze haben sollte, Hunde nur an der Leine geführt, weil sie sonst vom Jäger abgeknallt werden, auch wenn man dann eigentlich keine Hunde haben sollte, Leute, die keine Rentner sind, halten sich Hunde, damit das Haus bewacht wird, auch, wenn man dann eigentlich keine haben sollte, Pferde werden zum Springreiten eingesetzt, auch wenn das nicht gut ist für sie, Spinnen werden draußen respektiert und drinnen mit einem Aufschrei erschlagen, Mäuse werden zu tausenden vernichtet, weil sie Getreide fressen und wir essen trotzdem das so verteidigte Getreide, das Ei wird beim Biobauern gekauft, aber die Sportschuhe bei Adidas., und wir sind schockiert, schockiert, wenn unsere Vorbilder keine perfekten buddhistischen Heiligen sind sondern unlautere Äußerungen getan und ihre Kinder terrorisiert haben.
Auf den Ruf nach Konsequenz ist der Ruf danach, alles zu lassen, wie es ist, weil es ohnehin keinen Sinn hat, etwas zu ändern.
Antworten
Ergebnis 51 bis 60 von 75
-
01.09.2016, 13:03
AW: Kein bzw. nur wenig Mitleid mit Schweinen?
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
01.09.2016, 13:55
AW: Kein bzw. nur wenig Mitleid mit Schweinen?
Da ist ein Knackpunkt, der in der Diskussion gern mal übersehen wird. Ich halte meine Katzen natürlich auch zum eigenen Wohlbefinden. Aber genauso gut auch, weil ich ihnen ein Tierheim-Dasein ersparen will. Das ist sozusagen eine Win-Win-Sache. Insofern spielt es auch keine Rolle, ob ich vegan lebe oder nicht. Denn die Katze, die ich aus dem Tierheim hole, würde dort auch mit Fleisch gefüttert werden (müssen). Solange keine Katze extra für mich hergestellt wird, kann ich für mich gut vegan leben und der Katze geben, was sie braucht. Dass es mir lieber wäre, wenn sie sich von Erdnüssen ernähren könnte, sei mal dahingestellt.
-
01.09.2016, 13:58
AW: Kein bzw. nur wenig Mitleid mit Schweinen?
Vielleicht denkst Du mal bitte über Folgendes nach: Vegan oder vegetarisch lebende Menschen versuchen, sofern ihre Lebensweise ethisch begründet ist, Tierleid zu minimieren. Insofern ist auch inkonsequentes Verhalten oder das, was Du dafür hältst, nicht im Detail zu begründen. (Motto: Aber Du trägst ja auch Lederschuhe, da kannst Du ja auch gleich ein Steak essen ? ).
Was soll Deiner Meinung nach ein Veganer seiner Katze zu fressen geben?
-
01.09.2016, 14:02
AW: Kein bzw. nur wenig Mitleid mit Schweinen?
-
01.09.2016, 14:12
AW: Kein bzw. nur wenig Mitleid mit Schweinen?
Da ich im Leben nur selten konsequent bin, verlange ich es auch nicht von anderen.
Daher ist meine nächste Frage tatsächlich von Interesse getragen.
Gibt es strikte Veganer, die auch vertreten, dass Tiere weder als Haustiere noch als Zootiere gehalten werden dürfen? Gibt es darüber entsprechende Diskussionen ?
Und wie verhalten sich strikte Veganer zum Thema Schädlinge ? Also Lebensmittelmotten, Mäuse, Ratten etc. Gewähren lassen oder bekämpfen, wenn sie an meine Vorräte wollen ?Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
-
01.09.2016, 14:34Inaktiver User
AW: Kein bzw. nur wenig Mitleid mit Schweinen?
Bezüglich Zootiere ... [disclaimer: die Veganer-Diskussion lasse ich beiseite, ich bin keine Veganerin und argumentiere daher auch nicht aus diesem Blickwinkel heraus] ... bezüglich Zootiere bin ich persönlich sehr ambivalent.
Beispiel: Ich mag es nicht, wenn Vögel in Volieren eingesperrt werden. Schon gar nicht grosse Raubvögel. Aber: gäbe es keine Bartgeier in Zoos in Volieren, gäbe es in den Alpen in Freiheit auch keine mehr. Die wurden bekanntlich ausgerottet und werden seit 25 Jahren sehr erfolgreich wieder ausgewildert. Seit ca. 15 Jahren brüten sie wieder frei in den Alpen, gegenwärtig fliegen ca. 20 wild geborene Jungvögel pro Jahr aus, der Gesamtbestand in den Alpen liegt wieder bei ca. 220 Vögel. Ein gigantischer Erfolg - aber noch ist der Bestand nicht gesichert, es braucht jährliche weitere Auswilderungen, auch wegen der genetisch dünnen Basis. Trotzdem!
Ohne die Tatsache, dass in Zoos Bartgeier eingesperrt sitzen, wäre diese gigantische Erfolg nicht möglich gewesen. So leid mir die eingesperrten Individuen tun - ich bin froh, dass es solche gibt, denn nur darum fliegt die Art jetzt wieder frei durch die Alpen und besteht die Chance, dass das, was der Mensch einst verbrochen hat - nämlich die Ausrottung - wieder kompensiert werden kann.
Das gleiche gilt für den europäischen Wisent.
Daher gibt es für mich in der Zootierfrage keine eindeutige Ja-Nein-Antwort.
-
01.09.2016, 14:39
AW: Kein bzw. nur wenig Mitleid mit Schweinen?
Ein interessanter Aspekt: entweder "artgerecht" aussterben lassen oder weniger artgerecht halten und auf eine artgerechte Auswilderung hinarbeiten.
Danke für das Beispiel.
Ich habe dabei direkt wieder an einen Steinadler gedacht, den ich vor Jahren in einer winzigen Voliere habe sitzen sehen und wo ich subjektiv das Gefühl hatte, der wäre lieber ausgestorben, als hier eingeengt zu sitzen.
Aber deine Schilderung hat etwas.
Und es gibt für mich keine Art einen Vogel artgerecht zu halten - denn es liegt in ihrer Natur mehr oder weniger große Strecken zu fliegen.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
-
01.09.2016, 14:41Inaktiver User
-
01.09.2016, 14:57Inaktiver User
-
01.09.2016, 15:00
AW: Kein bzw. nur wenig Mitleid mit Schweinen?
Ich finde, wie konsequent Leute, die einer bestimmten Philosophie, Ideologie oder Religion anhängen, die entsprechenden Gebote befolgen wollen bzw. was diese Gebote überhaupt sind, sollen sie untereinander ausmachen.
Oft haben die entsprechenden Schriftgelehrten schon Bände mit Erörterungen gefüllt, die ich nicht kenne (und vielleicht auch nicht unbedingt kennen möchte), und als Fremder in eine jahre-, jahrzehnte- oder jahrtausendelange Diskussion über Orthodoxie zu stolpern und zu glauben, man hätte was Neues beizutragen, ist ein bißchen anmaßend.
Man kann sich drüber lustig machen, was einem absurd oder lebensfern erscheint, aber als Nicht-Katholik päpstlicher sein zu wollen als der Papst ist ein guter Weg, als Seelöwe in Verruf zu geraten oder zur Karikatur zu werden.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **



Zitieren