Das Problem mit dem Alleinsein wurde von der TE angebracht, insofern gehört es zum Thema.
Aber vielleicht gibt es auch Hunde, die gern im Auto sind, die mit Begeisterung hineinspringen und auch gern darin allein bleiben.
So einer war unser. Was war nun falsch daran?
Natürlich gehört ein Training dazu, gerade ein Welpe braucht das Rudel bzw. seinen Menschen.Der Raum an sich ist eine vernachlässigbare Größe. Es geht um das Empfinden des Hundes, der als Rudeltier eben nicht ohne Training, und manchmal sogar gar nicht mit dem Alleinsein zurecht kommt.
Wenn sich aber nun herausstellt, dass ein Hund unter bestimmten Bedingungen in Ruhe allein sein kann (z.B. in seinem Körbchen, unter dem Bett oder in einem Käfig "Kennel"?), dann würde ich das doch wahrnehmen und nutzen. Weshalb sollte ich das nicht tun?
Da kann ich die TE schon verstehen, wenn sie sich angegriffen fühlt. Sie hat ihren Hund eine halbe Stunde allein gelassen und nicht 7 oder 8 Stunden.Wer seinen Hund 7 oder 8 Stunden täglich sich selbst überlässt, handelt absolut NICHT im Sinne des Tieres, und zwar auch dann nicht, wenn er den Hund "aus dem Tierheim" geholt hat.
So, so. Wer hat das denn vor?Wer seinen Hund in einen Kennel einsperrt und dann fröhlich verduftet, handelt meiner Ansicht nach tierschutzrelevant.
Der Begriff Kennel ist mir nicht bekannt. Wenn ich aber wüsste, dass ich meinen Hund in einem begrenzen Raum, den er kennt und akzeptiert, allein lassen kann, dann würde ich es tun. Wichtig wäre mir, dass er gelassen sein kann und keine Ängste hat. Und wenn es so wäre, könnte mich der Tierschutz mal gern haben.
Vielleicht käme er dann in ein Tierheim und seine Leidenszeit würde dann wissenschaftlich korrekt begleitet.
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06.09.2016, 19:02Inaktiver User
AW: 1. Nacht eines Tierheimhundes im neuen Zuhause
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06.09.2016, 19:05Inaktiver User
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06.09.2016, 19:09
AW: 1. Nacht eines Tierheimhundes im neuen Zuhause
Ich bin auch keine Kennelfreundin und keiner meiner Hunde hatte je einen.
Bei meiner Angsthündin wäre es vielleicht eine gute Idee gewesen, einen Kennel oder ähnliches anzubieten. Immer offen natürlich.
Sie hat etwas eigenartige Rückzugsorte. Wenn nur Kinderlärm draußen ist oder Besuch kommt, dann geht sie unter den Tisch oder, wenn ich auch drauf sitze, auf die Hundecouch (der Strapazierfähigkeit halber der Corbusier LC2
). Wenn sie aber richtig in Panik gerät, bei Gewitter, Feuerwerk oder wenn im TV geschossen wird/Explosionen sind, dann geht sie in geflieste Räume. Immer. Im großen Bad unter den Waschtisch, im kleinen in die Dusche.
Auch das Auto ist für sie ein sicherer Ort. Auch alleine.
Und sie bleibt entspannt allein zuhause (wie alle meine Hunde), auch da fühlt sie sich offenbar sicher. Ich käme zwar nie auf die Idee, sie 7 Stunden oder mehr allein zu lassen, aber Opernbesuche oder so sind drin.
Dagegen könnte ich sie nie z.B. ins Restaurant mitnehmen (meine früheren Hunde haben immer tief und fest unter dem Tisch geschlafen), da sie immer angespannt wie ein Flitzebogen und mega-gestresst beobachtet, ob alles Böse in der Welt hinter ihr her ist.
Von wegen "da muss er durch" ... Ich hatte am Anfang mit meiner Angsthündin eine Trainerin (angeblich auf Angststörungen spezialisiert ...), die jedes Mal meine Hündin mit für sie bedrohlichen Situationen konfrontieren wollte. Leider habe ich ihr geglaubt und damit bei der Prinzessin vieles schlimmer gemacht.
Erst als ich auf Anraten einer wirklichen Verhaltensfachfrau das absolut berechenbare "Rentnerleben" mit möglichst wenig Überraschungen und ohne Ausflüge in fremdes Gelände etc. eingeführt habe, hat sich die Problematik langsam gebessert. Ohne die "Da muss er durch"-Schiene am Anfang ginge es ihr heute vielleicht viel besser.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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06.09.2016, 19:14Inaktiver User
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06.09.2016, 19:18Inaktiver User
AW: 1. Nacht eines Tierheimhundes im neuen Zuhause
Was mich an der Atmospähre hier im Strang irritiert, ist die Beratungsresistenz einiger Mitschreiberinnen. Unwissende stellen Fragen (völlig legitim und erwünscht!), Wissende antworten und wollen in guter Absicht helfen. Anstatt Tipps dankend anzunehmen, wird mit Giftpfeilen zurück geschossen. Was soll das? Wem hilft das weiter? Den Hunden gewiss nicht.
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06.09.2016, 19:20Inaktiver User
AW: 1. Nacht eines Tierheimhundes im neuen Zuhause
Es ist nichts falsch daran, einen Hund unterwegs überschaubare Zeitspannen im Auto zu lassen. Manche Hunde mögen das. Andere wiederum nicht. Man muss es also heraus finden.
Das kannst Du doch - solange Du Dich wiederum an überschaubere Zeiträume hältst, und den Hund dabei nicht einsperrst.Natürlich gehört ein Training dazu, gerade ein Welpe braucht das Rudel bzw. seinen Menschen.
Wenn sich aber nun herausstellt, dass ein Hund unter bestimmten Bedingungen in Ruhe allein sein kann (z.B. in seinem Körbchen, unter dem Bett oder in einem Käfig "Kennel"?), dann würde ich das doch wahrnehmen und nutzen. Weshalb sollte ich das nicht tun?
Kennel sind häufig aber wie Käfige konstruiert, und viele Menschen missbrauchen sie, um ihre Hunde wegzusperren.
Ja - einen Hund, den sie kaum kannte, und der bei ihr noch überhaupt nicht angekommen sein konnte. Dass es sich dabei "nur" um eine halbe Stunde handelte, ist völlig vernachlässigbar. Die Reaktion der Hündin bei Rückkehr der TE sprach diesbezüglich Bände.Da kann ich die TE schon verstehen, wenn sie sich angegriffen fühlt. Sie hat ihren Hund eine halbe Stunde allein gelassen und nicht 7 oder 8 Stunden.
Ein Kennel ist eine Art Käfig. Es gibt auch Softkennel, bei denen weiche Materialien, beispielsweise eine Art Zelt aus Kunstfaser, über ein Metallgestänge gezogen wird. Diese Softboxen kann man normalerweise mit Reissverschlüssen verschliessen. Dann gibt es noch Transportboxen, oft aus Plastik.Der Begriff Kennel ist mir nicht bekannt.
Immer voraus gesetzt, dass der Hund dabei nicht eingesperrt wird, müsstest Du aber erst einmal heraus finden, dass und wie es genau für DIESEN Hund ist. Was voraus setzen würde, dass Du den Hund über einen längeren Zeitraum und u.a. auch bei minimaler Abwesenheit, z.B. durch eine Kamera, beobachtest, so dass Du überhaupt entsprechende Schlüsse ziehen kannst, Das passiert nicht vom Jetzt auf Gleich, weder beim Welpen, noch bei einem Hund aus dem Tierschutz. Für den Welpen ist es lebensbedrohlich, allein gelassen zu werden. Der Hund aus dem Tierschutz kann das ganz ähnlich empfinden.Wenn ich aber wüsste, dass ich meinen Hund in einem begrenzen Raum, den er kennt und akzeptiert, allein lassen kann, dann würde ich es tun. Wichtig wäre mir, dass er gelassen sein kann und keine Ängste hat. Und wenn es so wäre, könnte mich der Tierschutz mal gern haben.
Ergo ist es wichtig, vor Aufnahme eines Hundes für Abwesenheiten vorzusorgen.
Unter Umständen kann ein Leben im Tierheim tatsächlich artgerechter für einen Hund sein als das Leben bei einem Menschen, der nicht gewillt ist, Zeit und Hirnschmalz zu investieren, und sein Leben ein Stück weit auch nach seinem neuen Mitbewohner auszurichten.Vielleicht käme er dann in ein Tierheim und seine Leidenszeit würde dann wissenschaftlich korrekt begleitet.
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06.09.2016, 19:24Inaktiver User
AW: 1. Nacht eines Tierheimhundes im neuen Zuhause
Viele Hunde lernen das Alleinsein im Auto leichter, weil Menschen es dort oftmals automatisch richtig aufbauen. Nämlich dann, wenn sie den Hund täglich immer und immer wieder ganz kurz alleine lassen, ohne großes Geschiss wieder zurückkommen und die Dauer ganz langsam strecken.
Es liegt also nicht am "wo", sondern am "wie". Wenn du einen Hund ohne diesen Vorlauf/ ohne Training zu lange alleine lässt, hast du im Auto das gleiche Problem wie an jedem anderen Ort auch.
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06.09.2016, 19:36Inaktiver User
AW: 1. Nacht eines Tierheimhundes im neuen Zuhause
Ich denke, dass es so bei uns war. Wir hatten keine Vorkenntnisse und haben uns nur an der Rasse orientiert, ob der Hund zu uns und unseren Lebensumständen passt.
Wenn man ihn aufmerksam beobachtet und es langsam angehen lässt, dann findet man heraus, was der Hund mag und was nicht.
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06.09.2016, 19:38
AW: 1. Nacht eines Tierheimhundes im neuen Zuhause
Ich hab anfangs auch immer geglaubt, ich müsste den Hund verrückt vor Freude wie Bolle begrüßen nach kürzerer Abwesenheit. Das Zauberwort heißt wirklich "ohne Geschiss", sodass sich das Alleinebleiben nicht als etwas Besonderes manifestiert .
Im Übrigen bin ich als relativer Hundeanfänger immer dankbar für Tipps. Für mich ist es der erste Hund, mein Mann hatte allerdings schon einige Hunde (vor meiner Zeit).
Und wenn von den von mir geschätzten Fachfrauen Tipps kommen, die u.a. auf Verhaltens- und Hirnforschung basieren und diese dann dahingehend missverstanden werden, man solle den eigenen Hund der Hirnforschung zur Verfügung stellen, fällt mir auch nicht mehr viel ein. Was will man da noch sagen ? Mir tun dann auch nur noch die Tiere leid bei so viel Beratungsresistenz.
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06.09.2016, 19:39
AW: 1. Nacht eines Tierheimhundes im neuen Zuhause
Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
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sonst normale Userin



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