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    Trauer: Ich hab ein Tier auf dem Gewissen und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll

    Hallo zusammen,

    ich wollte mir meinen Kummer hier mal von der Seele schreiben und hoffe auf einige gute Antworten von euch, wie ich mit der Situation besser umgehen kann.

    Meine Mutter hatte 3 Hühner (rein 'aus Liebe', keine Nutztiere!) und 3 Katzen, war 2 Wochen verreist und die Nachbarin hat sich um die Schar gekümmert (alle Freigänger). Ich bin aber trotzdem in der Zeit für 3 Tage ins Haus meiner Mutter gefahren und habe danach geschaut, dass die Katzen sich auch nicht verlassen fühlen und sich ein bisschen jemand um sie kümmert, sie streichelt etc. Das hat meine Mutter auch gefreut.

    Ein Huhn verhielt sich etwas seltsam, bewegte sich wenig und wollte immer zu mir ins Haus kommen, ging nicht mehr richtig spazieren. Da ich das von den Hühnern kenne (sie wollen immer an die Katzennäpfe) und auch keinen besonders engen Bezug zu ihnen habe (sind eben keine Schmusekatzen und ich kenne mich auch nicht mit Hühnern aus), war ich etwas genervt und habe es entweder rausgetragen oder vorsichtig rausgescheucht - da es ja auch seinen Stuhlgang sonst im Haus ließ.

    Ich habe meiner Mutter die Symptome (und noch weitere körperliche) am Telefon beschrieben, sie sagte, ich solle es mal beobachten, eventuell dann zum Tierarzt (das war am Sonntag) und sagte mir auch ein Hausmittel, dessen Verabreichung (in den Schnabel tropfen beim Aufdrücken des Schnabels) ich mir aber als Hühnerunkundige nicht zutraute . Da ich die Symptome nicht als besonders schwerwiegend gedeutet hatte und auch wusste, dass meine Mutter Montagabend wieder kommen würde, habe ich nichts unternommen und bin Montagfrüh. Nun war meine Mutter heute beim Tierarzt und das Huhn musste eingeschläfert werden, weil die Erkrankung schon so weit fortgeschritten war.

    Ich bin zutiefst traurig und schäme mich so, dass ich nicht gestern mit ihm zum Tierarzt gefahren bin, der ihm vermutlich hätte helfen können. Ich schäme mich auch, weil ich nicht verstanden habe, dass das Huhn meine Nähe suchte, damit ich ihm helfe. Und ich schäme mich, weil ich weiß, dass ich bei einer Katze mit Krankheitssymptomen vermutlich anders gehandelt hätte, aber die Hühner mir einfach nicht so viel bedeuten.

    Wie kann ich darüber hinwegkommen? Meine Mutter, die sehr traurig ist, hat mir zwar keine Vorwürfe gemacht, aber ich merke schon, dass sie insgeheim denkt, ich hätte vielleicht was unternehmen sollen (sie weiß aber, dass ich keine Erfahrung mit Hühnern habe und es nicht wirklich wissen konnte, was ihm fehlt).

    Ich bin nicht 'nur' einfach traurig - dann würde ich vermutlich einen Weg finden, um positiver zu denken (wenn ein Tier stirbt, sagt man sich ja oft "Er hatte ein schönes Leben, er wurde jetzt von seinen Schmerzen erlöst" etc.), aber mit diesen Schuldgefühlen komme ich gar nicht klar. Hat jemand einen Tipp für mich?

    (Auch, wenn es jetzt nicht viel zur Sache tut, aber bevor jemand sagt: "Als Fleischesser hast du ehTausende von Hühnern auf dem Gewissen": Ich bin Veganerin, und versuche, nichts von Tieren zu verwenden).

    Danke für eure Antworten.

    Eure traurige Caramel

  2. Inaktiver User

    AW: Trauer: Ich hab ein Tier auf dem Gewissen und weiß nicht, wie ich damit umgehen s

    Hallo Caramel,

    ggf. mal beim Tierarzt vorsprechen und ihn fragen, ob er einen Tag vorher noch etwas hätte tun können?

    Ich weiß, ist ein schwacher Trost, aber manchmal bekommen Tiere Krankheiten, die so rasant verlaufen, dass der Mensch nicht mehr hinterherkommt. Vieles in unserem Leben ist schlicht Schicksal und sicher kann Deine Mutter sagen, dass sie sofort zum Tierarzt gefahren wäre, aber ob sie es tatsächlich getan hätte, ist eine andere Frage.

    Kopf hoch, davon geht die Welt nicht unter!

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    AW: Trauer: Ich hab ein Tier auf dem Gewissen und weiß nicht, wie ich damit umgehen s

    Caramel,

    das tut mir leid - ich kann mir vorstellen dass du dich mies fühlst!

    So etwas kann passieren wenn man mit Tieren lebt, mir ist etwas ähnliches mit einem Leguan meiner Schwester passiert, ich habe - genau wie du! - die Lage falsch eingeschätzt.

    Verzeih dir das! Klar ist es traurig aber das kann leider einfach passieren.

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    AW: Trauer: Ich hab ein Tier auf dem Gewissen und weiß nicht, wie ich damit umgehen s

    Danke, Amboise & Brombeerkatze1, tut mir sehr gut, eure Antworten zu lesen.

    Ja, meine Mutter hat mir auch gesagt, dass man kein Leben ohne Schuld leben kann, dass das einfach nicht möglich ist, so sehr man sich auch bemüht.

  5. Inaktiver User

    AW: Trauer: Ich hab ein Tier auf dem Gewissen und weiß nicht, wie ich damit umgehen s

    Zitat Zitat von Caramelbonbon Beitrag anzeigen
    Ja, meine Mutter hat mir auch gesagt, dass man kein Leben ohne Schuld leben kann, dass das einfach nicht möglich ist, so sehr man sich auch bemüht.
    Upps, das ist aber eine Aussage! Schuld(gefühle) kenne ich eigentlich nur aus der Kirche .

    Wenn sie gesagt hätte, Sterben gehört zum Leben, dann hätte ich damit mehr anfangen können.

    Lad Dir keine "Schuld" auf, für die Du nichts kannst. Der Mensch ist und bleibt fehlbar (um mal im Kirchenduktus zu bleiben) . Verzeihen und Verständnis wären die besseren Antworten Deiner Mutter gewesen!

  6. Inaktiver User

    AW: Trauer: Ich hab ein Tier auf dem Gewissen und weiß nicht, wie ich damit umgehen s

    Liebe Caramel,



    Was hatte das Huhn denn? Was hat der Tierarzt denn gesagt?

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    AW: Trauer: Ich hab ein Tier auf dem Gewissen und weiß nicht, wie ich damit umgehen s

    Na ja, vielleicht hilft dir die Vorstellung wie viele Kinder sterben müssen, ohne dass du etwas dagegen tust. Z.B. anders wählen oder demonstrieren.
    Wir alle machen uns aufgrund irgendwelcher Fehlannahmen (manche auch bewusst) mit irgendwie etwas woanders in der Welt an anderen Menschen schuldig.
    Da ist so ein Hühnchen, wirklich etwas was nicht unbedingt so extrem schlimmes .
    Zumal es nicht deine Absicht war und vielleicht einfach seine Zeit gekommen war. Woher willst du wissen, ob der Tierarzt es hätte retten können?

    V.a....man hätte es doch einfach so sterben lassen können. Oder hatte es was Ansteckendes?

  8. Inaktiver User

    AW: Trauer: Ich hab ein Tier auf dem Gewissen und weiß nicht, wie ich damit umgehen s

    [QUOTE=Cara123;27654051
    Da ist so ein Hühnchen, wirklich etwas was nicht unbedingt so extrem schlimmes .


    V.a....man hätte es doch einfach so sterben lassen können. Oder hatte es was Ansteckendes?[/QUOTE]

    Das seh ich nun nicht so. Das war nicht irgendein Huhn, sondern ein Tier der Familie bzw. ihrer Mutter. Und nein, man lässt einfach mal so ein Tier nicht einfach so sterben, wenn es auch andere Möglichkeiten gibt.

    Und ganz wichtig: das Huhn ist hier in dem Fall auch sicher kein "etwas"!

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    AW: Trauer: Ich hab ein Tier auf dem Gewissen und weiß nicht, wie ich damit umgehen s

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Upps, das ist aber eine Aussage! Schuld(gefühle) kenne ich eigentlich nur aus der Kirche .

    Wenn sie gesagt hätte, Sterben gehört zum Leben, dann hätte ich damit mehr anfangen können.

    Lad Dir keine "Schuld" auf, für die Du nichts kannst. Der Mensch ist und bleibt fehlbar (um mal im Kirchenduktus zu bleiben) . Verzeihen und Verständnis wären die besseren Antworten Deiner Mutter gewesen!
    Ich glaube, das war gar nicht so gemeint von meiner Mutter und sollte eher Verständnis dafür sein, dass man, so gut man sich auch bemüht, zu leben, nicht unfehlbar ist. Ich glaube, sie macht mir keine Vorwürfe, war aber einfach noch selbst zu traurig, um mich zu trösten. Sie hing natürlich sehr an dem Huhn

    Ich denke, es hilft mir, zu wissen, dass es wohl nicht meine Nachlässigkeit, sondern einfach meine Unwissenheit war, die mich nicht zum Handeln bewegt hat. Und, 'kleiner' Trost: Wäre ich nicht dorthin gefahren, wäre das gleiche passiert, nur ohne mich.
    Geändert von Caramelbonbon (23.08.2016 um 22:31 Uhr)

  10. User Info Menu

    AW: Trauer: Ich hab ein Tier auf dem Gewissen und weiß nicht, wie ich damit umgehen s

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe Caramel,



    Was hatte das Huhn denn? Was hat der Tierarzt denn gesagt?

    Ja, es hatte eine Kropfverstopfung, hat deshalb nicht mehr fressen können und war leider schon so geschwächt, dass es Maden befallen hatten :( Meine Mutter hat zwar den Kropf noch freibekommen (hat sich etwas im Internet belesen), aber das Huhn war schon so geschwächt, dass der Tierarzt zum Einschläfern geraten hat (Er wusste, dass es kein 'Nutztier' war, also es war auch von ihm aus sicher keine ökonomische Kosten-Nutzen-Rechnung, sondern mit dem Tierwohl im Blick).

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