Hallo zusammen,
im Feb. 2013 gab es hier schon mal ein Post dazu und was darin beschrieben ist kommt uns sehr bekannt vor. Leider steht nicht bei, wie die Sache ausgegangen ist.
Folgendes:
Unser Mischling ist inzwischen stolze 16 Jahre alt. Sie ist immer ein fröhlicher und aufgeweckter Hund gewesen bis vor einem Jahr ist sie auch noch immer mit jungen Hunden teilweise Windhunden mitgerannt und hat Tempo gehalten. Mit dem Alter wurde sie ruhiger, aber wenn sie gut drauf war, konnte sie immer noch springen, rennen und wie ein Hase hüpfen :)
Vor mehr als 10 Jahren hatte sie bereits epileptische Anfälle. Diese waren über viele Jahre dann weg. Jetzt, seit etwa 5 Monaten jedoch kommen sie verstärkt zurück. Anfälle 2-3 pro Woche sind keine Seltenheit mehr.
Sie bekam Medikamte bereits damals schon. Aber die machten alles irgendwie schlimmer. Ihr allgemeinzustand verschlecherte sich enorm. Sie war komplett aphatisch, konnte nicht mehr stehen selbstständig und zeigte keine Reaktionen mehr. Es schien als würde sie die Medikamte nicht vertragen. Also setzten wir diese ab bzw. reduzierten deutlich und sie erholte sich. Gleiches spiel auch jetzt vor Monaten wieder.
Sie ist schon immer eine kämpfernatur. Hat sich nie was bieten lassen und sich gewehrt.
Laut Tierarzt sind ihre Blutwerte sooo gut, dass sie 100 werden könnte.
Nach einem Anfall ist sie völlig platt. Das ist normal. Sie läuft verwirtt in der Wohnung herum, läuft gegen Wände und findet keine Ruhe mehr, wenn man sie nicht auf ihren Platz trägt und ablegt oder auf den Arm nimmt.
Hat jemand ähnliche Erfahrung gemacht? Welche Entscheidung hattet ihr getroffen und ist es des Menschens wirklich Recht ein Tier zu töten, nur weil es epileptische Anfälle hat, alt ist aber seine Blutwerte für ein gesundes Tier sprechen?
Oder kennt jemand Wege wir man versuchen kann, dem Hund zu helfen?
Es eilt ein wenig meine Eltern wollen den Hund schnellstmöglich einschläfern lassen. Aber ich will einfach nichts unversucht lassen...
Danke.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 16
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07.07.2016, 13:39
Alter Hund wieder verstärkte Epilepsie Anfälle - einschläfern?
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07.07.2016, 13:57Inaktiver User
AW: Alter Hund wieder verstärkte Epilepsie Anfälle - einschläfern?
Die Blutwerte wären mir egal
Es geht nur darum, findet ihr, dass das Leben eures Hundes schön ist?
Frisst sie, hat sie Spaß raus zu gehen?
Alles andere wäre mir egal - nur leiden lassen würde ich ein Tier niemals!!
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07.07.2016, 14:03
AW: Alter Hund wieder verstärkte Epilepsie Anfälle - einschläfern?
Sie frisst, freut sich über Besuch, geht auch gern raus. Ja.
Leiden soll sie keinesfalls, da bin ich ganz bei dir. Ich habe nur den Eindruck, sie leidet wenn sie solch starke medikamte bekommt.
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07.07.2016, 18:28
AW: Alter Hund wieder verstärkte Epilepsie Anfälle - einschläfern?
Generalisiert Anfälle oder fokale?
Wer hat die Medikamente verordnet? Ein Neurologe oder der "normale" Tierarzt? Sehr oft kennen die allgemein praktizierenden Kollegen nur Luminal und seit neuestem ein weiteres Mittel. Für Tiere sind auch nur Luminal und Pexion zugelassen, erfahrene Neurologen kennen aber auch moderne Humanpräparate, die durchaus einen gversuch wert sind.
Dass es dem Hund auf die Medikamente schlechter ging spriocht in erster Linie für eine nicht konsequente Einstellungspolitik. Das kann dauern. Und dann müssen bei Luminal die Blutspiegel alle paar Monate kontrolliert werden, damit man die niedrigste wirksame Dosis ermitteln kann.
Zur Diagnostik: Auch da rate ich Dir zum Neurologen. Krampfanfälle müssen nicht eine echte Epilepsie bedeuten, sondern können auch z.B. gefäßbedingt sein, d.h. von einer Minderdurchblutung des Gehirns kommen. Sie können auch durch eine Raumforderung oder stoffwechselbedingt sein, letzteres vermute ich bei Eurem Hund zwar nicht so ganz, wenn alle Laborparameter ok sind. (Man sollte auch ein Schilddrüsenprofil veranlassen und den Ammoniakgehalt im Blut messen.)
Also: Wenn der Hund wirklich ansonsten fit ist und noch eine gewisse Lebenserwartung hat, dann
neurologische Untersuchung beim Spezialisten
kardiologische Untersuchung
gezieltes Labor
Wenn alle Befunde da sind: Entscheiden.
Jedenfalls sollte man im Falle generalisierter Anfälle nicht auf eine Behandlung verzichten, weil bei jedem Anfall das Gehirn geschädigt wird und ein generalisierter Anfall in einen akut lebensbedrohlichen Status epilepticus münden kann.
Alles Gute dem Patienten!
Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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07.07.2016, 18:46Inaktiver User
AW: Alter Hund wieder verstärkte Epilepsie Anfälle - einschläfern?
Auch wenn ich mich jetzt wahrscheinlich total unbeliebt mache... aber:
Soll man wirklich einen so alten Hund noch zu x Ärzten schleppen, ihm den Dauerstress einer Vielzahl von Untersuchungen, Blutabnahmen, Medikamenteneinstellungen, aussetzen?
Und, ist nun einmal so und kann auch nicht vernachlässigt werden: Bei Spezialisten und Laboruntersuchungen sicher eine bald vierstellige Summe dafür ausgeben?
Der Hund ist 16 - für einen Hund bereits ein wirklich hohes Alter.
Er wird auch mit x Behandlungen keine lange Zeit mehr haben - rechtfertigt der Wunsch, nicht loslassen zu müssen, ihn zum Dauerpatienten zu machen, nur um noch einige Monate rauszuschlagen?
Man kann auch einfach akzeptieren, dass sein Lebensweg bald endet und es so belassen oder ja:
wenn sich die Anfälle häufen und die Lebensqualität eindeutig dadurch stark eingeschränkt wird, ihn einschläfern lassen.Geändert von Inaktiver User (07.07.2016 um 18:52 Uhr)
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07.07.2016, 19:01
AW: Alter Hund wieder verstärkte Epilepsie Anfälle - einschläfern?
Deshalb schrieb ich "Also: Wenn der Hund wirklich ansonsten fit ist und noch eine gewisse Lebenserwartung hat, dann"
Grundsätzlich kann man das ja nur akademisch abhandeln, solange man den Patienten nicht gesehen und untersucht hat.
Wir kennen den Hund nicht. Meine Ollen fanden Praxisbesuche oberspannend und haben randaliert und wollten rein, wenn ich nur mal an der Praxis vorbeifuhr. Tierarztstress kannten die nicht. Gibt´s ja auch.
Klar, ist die Entscheidung der Tierhalter. In meinem Budget sind immer ein paar tausender für de Tiere eingeplant, die auch nicht anders ausgegeben werden.Und, ist nun einmal so und kann auch nicht vernachlässigt werden: Bei Spezialisten und Laboruntersuchungen sicher eine bald vierstellige Summe dafür ausgeben?
16 ist sehr alt, das stimmt.Der Hund ist 16 - für einen Hund bereits ein wirklich hohes Alter.
Er wird auch mit x Behandlungen keine lange Zeit mehr haben - rechtfertigt der Wunsch, nicht loslassen zu müssen, ihn zum Dauerpatienten zu machen, nur um noch einige Monate rauszuschlagen?
Man kann auch einfach aktzeptieren, dass sein Lebensweg bald endet und es so belassen oder ja:
wenn sich die Anfälle häufen und die Lebensqualität eindeutig dadurch stark eingeschränkt wird, ihn einschläfern lassen.
Wenn der Hund aber wirklich sonst noch fit ist und einen gute Lebensqualität hat, dann bedeutet der Wunsch, eine Behandlung zu finden nicht unbedingt, dass der/die TE nicht loslassen kann oder will. Sondern vielleicht ist der Zeitpunkt noch nicht da. In diesem Fall bin ich der Meinung, dass generalisierte Anfälle behandelt werden müssen - schon aus Gründen des Tierschutzes.
Den Hund unbehandelt einer Reihe von generalisierten Anfällen auszusetzen und die Konsequenzen von Verletzung bis zum Ersticken in Kauf zu nehmen halte ich für genauso unterirdisch wie den Wunsch mancher Katzenbesitzer, ihre niereninsuffiziente Katze in die Urämie gehen zu lassen. Beides ist Tierquälerei.Geändert von katelbach (07.07.2016 um 19:20 Uhr)
Thank you for observing all safety precautions.
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07.07.2016, 19:09
AW: Alter Hund wieder verstärkte Epilepsie Anfälle - einschläfern?
Unser Mischling ist 11 und man merkt, dass er aelter geworden ist. Seit einem Jahr hat er verstaerkt epileptische Anfaelle gehabt, die zwar selten waren ( 2-3 im Jahr, die wir mitbekommen haben), aber dafuer immer heftiger wurden und laenger andauerten. Vor 6 Monaten haben wir uns entschlossen, ihm medikamente zu geben. Das Mittel war fuer ihn viiiiel zu stark, er fiel die treppe runter, musste sich beim pinkeln hinknien und war beduselt ohne ende.
ich habe die dosis halbiert. Laut der aerztin sollte ich sie dann wieder steigern, aber immer wenn ich das mache, ist er wieder so veraendert.
Habt ihr mal ein anderes Medikament ausprobiert?
Hat eure huendin denn jetzt immer noch anfaelle trotz der meds?
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07.07.2016, 19:19
AW: Alter Hund wieder verstärkte Epilepsie Anfälle - einschläfern?
norddeutschland
Was bekommt denn Euer Hund?
Bei Phenobarbital (Luminal, Phenoleptil) ist es total wichtig, den Medikamentenspiegel regelmäßig zu bestimmen, da nicht alle Individuen sozusagen gleich schnell verstoffwechseln. Da kann es sein, dass einer schneller Metabolisierer höhere Dosen braucht als ein langsamer. Mit einer Einheitsdosis Auge mal Pi ist es nicht getan.
Deshalb mein Rat mit dem Neurologen. Ich habe die Epileptiker immer zügig überwiesen, wenn irgendwas nicht sonnenklar war, und bin auch mit meiner Epileptikerin gleich als sie letztes Jahr hier einzog, zum Neurologen. Sie hat eine abstruse Dosisempfehlung von den Vorbesitzern (bzw. dem dortigen Kollegen) mitbekommen.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
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07.07.2016, 19:34
AW: Alter Hund wieder verstärkte Epilepsie Anfälle - einschläfern?
katelbach,
er bekommt phenobarbital64 mg. Das ist wesentlich zu stark fuer ihn. Ich gebe ihm eine halbe morgens und eine halbe abends. Wenn ich versuche, ihm eine 3/4 tablette zu geben, faengt er das taumeln an und faellt und ist beduselt. Da denke ich mir, dass es das nicht wert ist ihm das risiko fuer unfaelle auszusetzen. ausserdem geht es ihm ja schlecht dabei.
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07.07.2016, 21:13
AW: Alter Hund wieder verstärkte Epilepsie Anfälle - einschläfern?
Was wiegt er denn ungefähr?
Ich gebe meiner Epileptikerin 5 mg/kg Körpergewicht täglich. Sie wiegt 30 kg und bekommt 75 mg alle 12 Stunden. Damit hat sie einen Wirkspiegel von 18 µg/ml, der ausreichend ist. (In unserem Labor liegt die Untergrenze bei 10 µg/ml, die obere bei 40 µg/ml.)
In der Einstellungsphase sollte man nach ein paar Wochen auf einer Dosis den Spiegel bestimmen.
Bekommt Dein Hund unter der reduzierten Dosis Anfälle?
Vielleicht ist er ein langsamer Verstoffwechsler und hat unter der höheren Dosis zuviel im Blut. Also lass ihm mal Blut abnehmen, am besten 2 Stunden vor der nächsten Dosis, und den Pheno-Spiegel bestimmen. Die Bestimmung ist nicht teuer, ich zahle irgendwas um die 20 oder 25 Euro. Beim gut eingestellten Hund kommt man mit 2 Kontrollen pro Jahr hin.Thank you for observing all safety precautions.
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