Ja.
Aber das ist doch kein Grund, gar nicht erst anzufangen....?
Ich finde, dass Du Dir das recht schön redest. Wie passt denn "jederzeit punktgenau abrufbar" damit zusammen:
Nicht ansprechbar, aber jederzeit abrufbar? Wie muss ich mir das vorstellen?
Den Zahn zieh ich Dir ja nicht gern, denn ich merke, dass Du das eigentlich toll findest, dass Du so einen "wahnsinnig triebigen und dominanten" Hund hast, aber . .... das was Du beschreibst, ist kein dominanter Hund. Das ist ein unsicherer Rüpel, der sich aggressiv durchsetzen muss.
Zu guter Letzt:
Der eine Hüh, der anderer Hott - wie soll der Hund da lernen, Ursache und Wirkung zu verknüpfen?
Einigt Euch auf EINE Schiene, sonst wird es nix.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 31
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20.04.2016, 15:00Inaktiver User
AW: Hundeerziehung - Feinjustierung
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20.04.2016, 20:13
AW: Hundeerziehung - Feinjustierung
Ich bin bekanntermaßen nicht unbedingt überzeugt von den Methoden, die heute noch in manchen Hunde(sport?)vereinen angewendet werden. Da geht es gelegentlich um Unterordnung auf Biegen und Brechen, lange Strecken bei Fuß mit verdrehter HWS, Hetzarm etc., weniger um Kommunikation und Teambuilding.
Ich habe aus der Schutzdienst-Ecke 2 Patienten, die kaum bis gar nicht untersuch- und behandelbar waren, weil sie in einem Fall handscheu waren durch die "Abrichtung" (der Halter nannte das auch so - ich dachte, ich bin in der Zeitmaschine 50 Jahre zurückgeschleudert).
Nummer 2 war nicht behandelbar, weil unsicher und deshalb präventiv stark auf Selbstverteidigung aus, und die Halterin (Security-Unternehmen) wollte auch nicht, dass der Hund vielleicht sanft an Berührung gewöhnt wird, weil er dann nicht mehr "zum Dienst zu gebrauchen" ist. Sie ging mit ihren Magen-Darm-Beschwerden so aus dem Sprechzimmer, da ich keine Geistheilerin bin und nicht ohne Untersuchung Medikamente abgab.
Bei mir geht da Kopfkino los. Ich möchte Dir nichts unterstellen, sondern bin wirklich neugierig: Darf ich fragen, was Ihr mit den Malinois im Verein macht?Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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gesperrt
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21.04.2016, 09:38Inaktiver User
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21.04.2016, 09:43Inaktiver User
AW: Hundeerziehung - Feinjustierung
Bevor hier das bashing gegen die "bösen" Hundevereine losgeht:
Ein sauber im Schutzdienst gearbeiteter Hund kann sehr wohl zwischen der Arbeit auf dem Hundeplatz und dem Leben draußen unterscheiden und ein unkontrolliertes Aggressionspotential ist dort ebenso schlecht wie woanders.
Natürlich gab und gibt es immer noch Vereine, in denen Hunde sinnfrei "scharf" gemacht werden bzw. wo das unterstützt wird. Ist aber zum Glück lange nicht mehr die Regel.
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21.04.2016, 10:23
AW: Hundeerziehung - Feinjustierung
Ich habe jetzt ehrlich überlegt ob ich überhaupt noch antworten soll. Ich finde es schade, wie in Foren oft auf Ratsuchende eingegangen wird. Ich halte mein Leben lang Hunde, ich erziehe mein Leben lang Hunde, meine Hunde sind grundsätzlich besser erzogen als die breite Maße und dann kann man sich solchen Vorurteilen aussetzen, wenn man einmalig um Austausch bittet (hätte ja sein können, dass hier jemand auch einen Hund hat, der ein bisschen mehr Herausforderung mit sich bringt als der gewöhnliche Wald- und Wiesenlabbi).
Was wir am Platz machen? IPO. Wir sind ein kleiner Verein mit kompetenten Trainern, die sowohl mit alten, als auch neuen Methoden vertraut sind. Wir persönlich (mein Partner und ich) laufen mit unseren Hunden keine Prüfungen, weil wir nicht alle drei Prüfungsbereiche trainieren - nur Unterordnung und Schutzdienst und das rein zur Auslastung der Hunde, damit die zweimal die Woche die Möglichkeit haben ihre Veranlagung auszulegen. Wir arbeiten ohne Starkzwänge. Keine Schläge, kein Strom. Diese Vorurteile sind echt traurig!
Unsere Hunde sind weder handscheu noch unsicher, verängstigt oder übermäßig aggressiv gewöhnlichen Alltagssituationen gegenüber. Sie sind beide (ich rede jetzt nur von den jüngeren, der ältere hat andere Hobbys) gut sozialisiert worden als Welpen, was sich aber aufgrund der unterschiedlichen Veranlagungen unterschiedlich niedergeschlagen hat. Der jüngere Hund stammt aus einer etwas umstrittenen Zucht. Es ist kein Durchschnittshund, sondern körperlich und geistig ein Hund, dessen Beschreibung Superlativa erfordert. Trotzdem kommen wir im Alltag wunderbar klar. Der Hund hört wie ne eins, er flippt nur aus, wenn er angepöbelt wird (auf dem Hundeplatz kein Problem, da pöbeln sich die Hunde nicht gegenseitig an weil gut erzogen). Es geht hier um die typischen Familienhunde, die unangeleint auf uns zustürmen, meine Hunde anbellen oder sogar mal zwicken wenn ich meine bereits angeleint habe. Oder die geifernd am Zaun hängen. Das ist schwer auszuhalten für unseren jüngsten Hund und das aus meiner Sicht verständlich. Ich möchte uns eine Handlungsstrategie ausarbeiten, die ihm hilft auf Dauer cooler zu werden, bzw. Hunde nicht dauerhaft als Feind abzuspeichern, die oben beschriebenes Verhalten in der Vergangenheit gezeigt haben.
Achja, bevor jetzt die nächste Breitseite kommt: Die Hunde leben im Haus, mit Kindern. Sie dürfen nicht auf die Couch, aber vor die Couch und wir haben keinen Zwinger. Sie müssen auch nicht um ihr Futter betteln und bekommen jeden Tag Freilauf.
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21.04.2016, 11:13
AW: Hundeerziehung - Feinjustierung
Ich schrieb "... in manchen Vereinen ..." und ich habe in meinen Klinik- und Praxiszeiten (in der Klinik mehr, weil in den 80ern - und damals aus den Schäferhundvereinen) Patienten gehabt, mit denen und vor allem den Haltern das Arbeiten unschön war.
Ich weiß auch, dass die Situation sich deutlich gebessert hat und das Gros der Vereine inzwischen auch die einschlägige Literatur zum caninen Verhalten und zu Ergebnissen der Hirnforschung in Bezug auf das Lern- und Sozialverhalten kennt.
Wie gesagt: Ich unterstelle Dir nichts. Mich hat das "Vereinswesen" interessiert.
Zumal ich mit dem Begriff "triebig" zugegebenermaßen ein Problem habe, weil ich ihn für antiquiert halte und im Alltag immer wieder Leute sehe, die ihre Hunde euphemistisch als "triebig" bezeichnen, diese aber hyperaktiv, hochgepusht und ohne Impulskontrolle sind.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
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sonst normale Userin
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21.04.2016, 11:19
AW: Hundeerziehung - Feinjustierung
Meine Beispiele und meine Erfahrungen beziehen sich auch eher auf die Halter, die nicht zwischen Arbeit und Freizeit des Hundes unterscheiden können.
Ja, zum Glück!Natürlich gab und gibt es immer noch Vereine, in denen Hunde sinnfrei "scharf" gemacht werden bzw. wo das unterstützt wird. Ist aber zum Glück lange nicht mehr die Regel.
Doch leider gibt es sie überhaupt hie und da noch. Wobei das Thema nicht nur das "Scharfmachen" ist, sondern auch Aktionen, die für den Hund gesundheitsschädlich sind (Beispiel "Fuß" mit gedrehtem Hals und Blick nach oben zum Halter über lange Strecken), Parcourarbeit mit anatomisch ungeeigneten (meist Schäfer)Hunden mit abfallender Rückenlinie etc.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
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21.04.2016, 11:22
AW: Hundeerziehung - Feinjustierung
Bei Arbeitsrassen kann man doch grundsätzlich davon ausgehen, dass ein gewisser Trieb vorhanden ist, insbesondere wenn sie aus Leistungslinien stammen. Sonst wärs ja witzlos. Und gerade Beglier sind häufig schon genetisch bedingt hyperaktiv, was häufig auch mit der geringen Impulskontrolle zusammenhängt.
Da muss man gar nichts mehr puschen. Beide unsere Hunde sind keine Hunde, die man motivieren muss.
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21.04.2016, 11:37
AW: Hundeerziehung - Feinjustierung
Hi,
ich würde das mit dem Hund, der ggü anderen Hund so aggressiv reagiert auch alleine üben. Wie klappt es denn mit Ablenkung? Also zB mit seinem Lieblingsspielzeug, das er nur bekommt, wenn du es willst. Wenn ein Hund entgegenkommt und du ihn zB absitzen lässt hat er ja den anderen Hund unter Beobachtung und wird ggf erst Recht aggressiv, daher ablenken. Ggf. auch einfach umdrehen und ein Stück ins Feld laufen. Läuft er mit und dreht sich nicht um, mit Futter belohnen das du in der Hand bereit hält und natürlich toll riecht (also nicht langweiliges Trockenfutter o.ä.). Bei uns war Ablenkung immer das Zaubermittel ;)).
Das Fiepsen musst du wohl mit konsequenter Geduld üben. Auch da hat bei uns zB schon geholfen, sich nochmal bewusst zwischen Hund und Tür stellen, ggf. mit Berührung, damit er aus dem Fiepsen für einen Bruchteil rausgerissen wird und exakt in dem Moment wo er ruhig ist, Futter geben. Also mit irgendwas üben, das ein bisschen spannender ist, als das durch die Tür gehen. Wenn er kurz abgelenkt ist, bzw. seine Aufmerksamkeit auf was anderes richtet, belohnen und tatsächlich erst raus gehen, wenn er still ist.
Gruß
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21.04.2016, 12:01
AW: Hundeerziehung - Feinjustierung
Hallo Alpenmohn,
danke für deine Antwort. Durch Spielzeug lässt er sich leider gar nicht ablenken, sein Spieltrieb ist eher gering angesiedelt. Mit Futter geht es ganz gut. Ich mache es normalerweise so, dass ich ein paar Meter zur Seite gehe (drei reichen schon), absitzen lasse und sobald er Blickkontakt aufnimmt darf er Futter aus meiner geschlossenen Faust wühlen. Das klappt immer.
Aber es gibt ja auch leider die Situationen, dass wir z.B. an einem Zaun vorbeilaufen müssen hinter dem ein Hund tobt (normales Kläffen schaffen wir schon, tobendes Gepöbel ist zu viel). Und in Bewegung geht dann leider gar nichts. Da kann ich ihn auch nicht mit Futter ablenken. Hab jetzt schon daran gedacht n Schälchen Katzenfutter für solche Gelegenheiten einzustecken, aber eigentlich ist mir das zu blöd.
Eine Zeit lang hab ich auch eine Beisswurst eingesteckt, damit er sich abreagieren kann. Das hat ganz gut funktioniert. Vll. probier ich es so nochmal.
Das Problem ist halt auch, dass wir den "Feinden" zu selten begegnen, als dass wir effektiv üben könnten. Vll. zweimal in der Woche.
Bei meinem Partner ist es interessanterweise viel schlimmer. Bei ihm rastet er grundsätzlich völlig aus wenn er "Feinde" sieht (wohlgemerkt, nicht jeder Hund ist sein Feind - an den meisten Hunden hier im Ort geht er entspannt vorbei).
Beim Fiepsi weiß ich auch net so recht. Der Hund quasselt halt sowieso den ganzen Tag. Er antwortet auch wenn man ihn was fragt ^^ Er war schon von klein auf so und ich habe ihn nie "runtergedrosselt", weil es für mich und mein Leben okay war. Das Gefiepse empfinde ich eigentlich erst als Problem, seit ich meinen "neuen" Partner habe, der das Verhalten problematisiert. Vll. sollte ich da einfach stärker für meinen Hund einstehen. Das Gebabbel ist immerhin sein einziger Fehler, ansonsten ist der Hund wirklich ein absoluter Traum (für mich). Wobei es natürlich nicht schadet ihn für Ruhehalten zu belohnen, aber vll. sollte ich mich neben diesem Training einfach entspannen weils nunmal nicht schlimm ist wenn er quasselt solang er sich nicht zu sehr reinsteigert.



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