Hallo liebe Katzen-/Tierfreunde,
ich benötige ein paar Denkanstöße zum Thema Zweitkatze, da ich seit einiger Zeit über das Thema lese und grüble und noch zu keiner endgültigen Entscheidung gekommen bin.
Folgende Ausgangssituation:
Seit Mitte November 2015 lebt ein putzmunterer und kerngesunder kleiner Kater bei mir. Er ist ein Findelkind und wurde von Bekannten meiner Tochter zusammen mit seinem bereits toten Schwesterchen in einem Karton gefunden. Bei den Findern konnte er nicht bleiben, da es bereits zwei Katzen und einen Hund gibt. Also kam er zu mir und entwickelt sich prächtig. Der Tierarzt schätzt, dass er so Mitte/Ende September geboren ist. Auf FIP und Leukose ist er getestet - zum Glück alles negativ.
Er ist sehr auf mich bezogen, hält sich - wenn ich zuhause bin - immer in dem Raum auf, wo ich gerade bin. Zum Glück kann er mich in der Küche von der Couch aus beobachten :-). Er ist absolut stubenrein, frisst gut und hat keine Verhaltensauffälligkeiten.
Im Januar war er 2 Wochen in einer sehr guten Katzenpension, da mein Urlaub schon vor seinem Einzug gebucht war. Die Betreiberin hat mir folgendes bestätigt: Er ist sehr, sehr lebhaft und sehr verspielt (was bei einem junger Kater ja wohl normal ist) aber auch total verschmust und anhänglich und er kann sich gut allein beschäftigen (spielen). Die "erwachsenen" Katzen, die zur selben Zeit dort waren, konnten wohl mit dem kleinen wilden Katerchen nicht viel anfangen, so das er die eine oder andere Abfuhr einstecken musste. Die Dame von der Katzenpension meinte, am ehesten würde ein jüngerer Kater zu ihm passen.
Tja, und da fängt mein Dilemma an. Ich schreibe mal meine Pro- und Kontrapunkte kurz auf:
Pro:
- er hätte einen Spielkamaraden und wäre tagsüber nicht allein
- ich hätte ein besseres Gefühl, weil man ja im Allgemeinen liest, dass Katzen nicht allein leben sollen
Kontra:
- es gibt keine Garantie, dass es wirklich klappt - zumal er halt nicht kätzisch sozialisiert ist
- das letzte was ich möchte, sind zwei Katzen im Haus, die sich bestenfalls ignorieren und schlimmstenfalls bekriegen
- für monatelange Zusammenführ-Aktionen habe ich den falschen Job - ich könnte mir maximal 2 Wochen freinehmen
- wo bekomme ich ein Kätzchen her, das passt - ggf. mit der Option, es zurückzubringen, falls es gar nicht funktioniert (wobei ich diesen Gedanken allein schon grausam finde)
- im Moment läuft alles Bestens und er macht nicht den Eindruck, dass ihm etwas fehlt
Achso, fasst vergessen - noch kurz zur Wohnsituation: Haus mit 160 qm Wohnfläche, offene Bauweise, so dass er vom Keller bis ins Dachstudio toben kann. Zwei Balkone und ein Garten sind zwar vorhanden, aber Freigang ist im Moment nicht vorgesehen, dass es im unmittelbaren Umfeld zu viele Katzen gibt, von denen in den letzten Jahren auch schon mehrere überfahren wurden.
Soweit meine Überlegungen. Mein Bauchgefühl sagt mir, es zu lassen. Ich habe ehrlich gesagt auch Angst, mir Probleme zu schaffen (Wildpinkeln uws.) die ich heute nicht habe.
Was meint Ihr?
Liebe Grüße
rosen_stolz
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 64
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10.02.2016, 12:45
Zweitkatze ja oder nein - Denkanstöße gesucht
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10.02.2016, 12:57
AW: Zweitkatze ja oder nein - Denkanstöße gesucht
Ich plädiere immer zu einem Artgenossen. Du bist den ganzen Tag außer Haus und er ist lange Zeit alleine. Im Moment ist er noch sehr verspielt und beschäftigt sich selbst. Das wird sich aber mit der Zeit ändern.
Es gibt sehr viele Tierheime und/oder Katzenhilfen die mit Sicherheit ein Kätzchen in seinem Alter haben. Wahrscheinlich wäre ein weibliches Tier besser.
Was meinst du wie viel Spaß die beiden haben würden
Gruss
Meagan
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10.02.2016, 13:06
AW: Zweitkatze ja oder nein - Denkanstöße gesucht
Ganz ehrlich? Ich wuerde nie eine Katze allein halten. Gehe zum naechsten Tierheim und erklaere die Situation. Im schlimmsten Fall wird man Dir auch eine andere Katze geben, wenn es gar nicht klappt. Normalerweise sind kleine Kater aber sehr tolerant.
Mohnkuchen hilft immer.
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10.02.2016, 13:18
AW: Zweitkatze ja oder nein - Denkanstöße gesucht
Wenn das kleine Katerchen nicht raus darf, auf jeden Fall eine zweite Katze.
Unsere Freigängerkatze lebt alleine bei uns. Wir haben sie aber auch erst mit 10 Jahren bekommen und sie kannte es nicht anders. Ich denke, dass Freigängerkatzen Artgenossen bei ihren Spaziergängen treffen können. Aber ein Leben komplett ohne Artgenossen finde ich traurig.
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10.02.2016, 13:23
AW: Zweitkatze ja oder nein - Denkanstöße gesucht
Ich plädiere auch für eine Zweitkatze, wenn es sich um eine reine Haus-Katze handelt. Meiner Erfahrung nach sind Katerchen etwas weniger zickig (wenn kastriert) als Kätzinnen. Aber jedes Tier ist ein Individum und meine Erfahrungen lassen sich sicherlich nicht verallgemeinern.
Und woher kriegen? Tierheim oder auch private Katzenschutzorganisationen... Wir haben unsere Freigänger-Katze von einer privaten Organisation, die haben uns z.B. auch verpflichtet, das Tier wieder zu ihnen zu bringen, wenn wir es aus irgendwelchen Gründen nicht mehr selber behalten können. Daher denke ich, dass Du mit denen durchaus besprechen kannst, wie es zu handhaben ist, wenn sich die Tiere überhaupt nicht mögen.
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10.02.2016, 13:35Inaktiver User
AW: Zweitkatze ja oder nein - Denkanstöße gesucht
Wenn dein Kater kein Freigänger ist, braucht er Katzengesellschaft. Im Haus haben die Katzen auch genügend Freiraum um sich mal aus dem Weg zu gehen.
Trau dich - alles Gute
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10.02.2016, 13:38
AW: Zweitkatze ja oder nein - Denkanstöße gesucht
Hallo Rosenstolz,
laß Dich ruhig im Tierheim beraten.
Die kennen sich aus und werden das richtige Tier für Dich aussuchen.
Viel Spaß!
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10.02.2016, 14:47
AW: Zweitkatze ja oder nein - Denkanstöße gesucht
Ich plädiere auch unbedingt für eine Zweitkatze, der Mensvh kann einen Artgenossen nicht ersetzen. Ich hatte drei Katzen, mein Kater ist im Januar gstorben und ich kann gerade bei der einen Katze ein deutlich verändertes Verhalten beobachten, dass man als Trauer bewerten könnte. Und die beiden verbleibenden interagieren sehr viel: angefangen von Blickkontakt, sich angurren, Analkontrolle, sich gegenseitig putzen , fangen und ganz viel Kontaktliegen.
http://http://abload.de/img/mobile.55167kdx.jpg
Ich denke, dass ein zweiter Kater , gut sozialisiert, in einer größeren Gruppe aufgewachsen gut passen würde. Die örtliche Katzenhilfe hat da sicher einen passenden Kandidaten, in einer Pflegestelle sind die Tiere oft besser zu beurteilen als im Tierheim, da der Gruppendruck geringer ist.
Und für die Zusammenführung erstmal eine Gittertür basteln, dass sich die Kandidaten beobachten und beschnüffeln können ohne Gefahr. Ch. Hauschild hat ein m. E. recht gutes Buch über Katzenzusammenführung geschrieben. Katzenzusammenführung mit Herz und Verstand.
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10.02.2016, 15:13Inaktiver User
AW: Zweitkatze ja oder nein - Denkanstöße gesucht
Der Tipp zur Zweitkatze, auch von mir.
Bei uns war es offen gestanden sehr mühsam mit der neuen Zweitkatze, es hat fast ein Jahr gedauert (und länger frei zu nehmen hätte daran nichts geändert). Doch wir sind dran geblieben, mit Erfolg:
Jetzt akzeptieren sie sich nicht nur, sie spielen und schmusen sogar zusammen.
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10.02.2016, 17:09Inaktiver User
AW: Zweitkatze ja oder nein - Denkanstöße gesucht
Die Tierheime haben öfter Kitten abzugeben...dort hättest du die Möglichkeit, ein Tier "zur Probe" zu holen und es wieder zurückzubringen, wenn es überhaupt nicht passt. Monatelange Zusammenführung ist nicht nötig...entweder gewöhnen die Katzen sich innerhalb von ein paar Tagen aneinander oder gar nicht.
Ich bin bei Wohnungshaltung übrigens grundsätzlich auch für zwei Katzen, so wie du deinen Kater beschreibst, scheint er sich aber auch alleine wohl zu fühlen. Es gibt einfach Katzen, die sich selber genügen und keine Artgenossen um sich brauchen.


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