Einen schönen guten Tag zusammen!
Seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken mir einen Hund...tja was sagt man...zuzulegen? Ich wäre absoluter Neuling und kenne mich überhaupt nicht aus. Ich würde eine arme Seele aus dem Tierheim oder aus Bulgarien, Rumänien, etc. aufnehmen wollen. Vorher ging das nicht, ich habe in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung gewohnt, wo es platztechnisch einfach nicht möglich war. Nun haben wir uns vergrößert auf ca. 100 qm, allerdings auf zwei Etagen, was man sicherlich wegen der Treppe nicht außer acht lassen darf. Meine bessere Hälfte ist noch nicht so davon überzeugt, aber in mir besteht der Wunsch einem Tier zu helfen und es zu umsorgen. Ich bin den ganzen Tag zuhause, habe also auch viel Zeit. Habt ihr ein paar Anregungen was es da alles zu beachten gibt, welche Kosten und Herausforderungen da auf uns zukommen?
Vielen Dank!
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Thema: Erster Hund
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02.02.2016, 19:29
Erster Hund
Der steinige Weg in Zahlen...Montag: Tag der Wahrheit
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02.02.2016, 20:52
AW: Erster Hund
wieso arbeitest du nicht ?
und was passiert mit dem hund wenn du vollzeit arbeiten wuerdest ?
wer nimmt ihn, wenn ihr in urlaub fahren wollt ?
nur um einem hund zu helfen und ihn zu umsorgen, sollte man sich nicht einen hund anschaffen
ich halte es auch nicht fuer richtig, wenn du deinen partner zu einem hund ueberreden willst, er wird seine gruende haben, sich nicht an ein tier zu binden
geh doch erst mal in das oertliche tierheim zum gassi gehen, dann siehst du ob du ueberhaupt mit einem hund zurecht kommst
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02.02.2016, 22:43Inaktiver User
AW: Erster Hund
Igelchen, ich finde es schön, dass du dir einen Hund anschaffen willst. Und dann noch dazu eine arme Seele.
Hunde können Männer durchaus um den Finger wickeln, auch wenn sich diese selber keinen anschaffen würden. Sollte dein Mann allerdings strikt gegen einen Hund sein, musst du wirklich nochmal überlegen/diskutieren etc.
Zur Wahl des Hundes: Bei Tierschutzhunden weiß man ja nie so genau, was man bekommt, aber man kann es zumindestens eingrenzen. Ich würde dir zu folgendem raten:
-älterer Hund
-gut sozialisiert, d.h. keine Probleme mit anderen Hunden, anderen Tieren, fremden Menschen, fremder Umgebung
-möglichst kein Jagdtrieb (das ist bei Tierschutzhunde manchmal schwer festzustellen, da gibt es durchaus Überraschungen)
-wenn der Hund in den ersten Stock soll (und das wäre wünschenswert; Hunde wollen gerade nachts in der Nähe Ihrer Menschen sein), sollte der Hund keine Hüftprobleme habe oder entwickeln können (also zu groß/schwer sein)
-im Hund enthaltene Rasse sollte zum Leben in Deutschland passen. Also Hände weg von Herdenschutzmischlingen.
Wenn ihr Kinder habt oder theoretisch noch welche bekommen könnt/wollt, müsst ihr auch darauf achten, dass der Hund am besten mit Kindern sozialisiert wurde.
Ich treffe durchaus immer mal wieder solche völlig umproblematischen Hunde aus dem Tierschutz auf Spaziergängen. Man kann sie also im Tierschutz finden. Allerdings sollte man sich die Organisation schon genau anschauen. Manche "verkaufen" einem die Tiere auch als völlig unproblematisch oder schätzen sie völlig falsch ein. Nicht aus böser Absicht, aber aus Unwissen oder Rettungsabsicht. Dabei kann dir helfen, wenn du dir jetzt schon einen guten Hundetrainer suchst, der sich die potentiellen neuen Mitbewohner dann auch anschaut.
Erstmal liebe Grüße
Frischling
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02.02.2016, 22:56Inaktiver User
AW: Erster Hund
Zum Thema Urlaub:
Seit es den Hund gibt, Urlaub nur noch mit Hund. Da fallen natürlich einige Ziele wie z.B. Dubai raus, aber sowas reizt uns sowieso nicht.
Zum Thema Kosten:
Anschaffung: ca. 200-300€ Vermittlungsgebühr
Futterkosten hier (großer Hund) ca. 50-60€/Monat
Tierarzt: letztes Jahr wars heftig (da Hundesenior): OP-Kosten von über 1000€, ansonsten zum Tierarzt nur für Impfung und sowas
Hundehaftpflicht: keine Ahnung, aber erschwinglich
Zum Thema Arbeit:
Wir arbeiten beide, aber können es so abstimmen, dass der Hund nicht zu lange alleine sein muss bzw. zeitweise gar nicht. Hund entspannt sich dann in der Zwischenzeit, wenn er alleine ist.
Ansonten kannst du noch überlegen, ob du mehr so einen Couch-Potato-Hund möchtest oder ein Arbeitstier. Ich habe ein Arbeitstier, kenne aber auch etliche, die sich ein Arbeitstier angeschafft haben und sich mit dem Hund mehr bewegen wollten. Jetzt haben sie ein Arbeitstier, sind aber selber Couch-Potatoes geblieben. Ungute Kombi! Von daher sollte man sich realistisch einschätzen wieviel man wirklich mit dem Hund draußen sein will und ob man Spaß an der Arbeit (also Hundesport, da gibt es ja viele Möglichkeiten) hat.
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02.02.2016, 22:59Inaktiver User
AW: Erster Hund
grundsätzlich stimme ich diesem und jenem zu,denke aber dass das auch freundlicher formuliert werden könnte mit ein bisschen gutem Willen.
Sie fragt ja schon um das wie und wo,ergo könnte man/frau etwas freundlicher antworten oder es sein lassen wenns dafür nicht mehr reicht zu später Stunde.
Igelchen:ich persönlich möchte keinen Hund aus weiss wer von wo.Kläre genau ab,was die einzelnen Tiere erlebt haben und wie ihr Leben vor dem Heimaufenthalt war!!!!!
Es gibt Hundeschulen,Kurse etc. die Neulinge besuchen sollten-UNBEDINGT!!!
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02.02.2016, 23:24
AW: Erster Hund
Mach dich auf die Suche Menschen mit Hunden kennenzulernen.
Die Idee in Tierheim schon mal mit verschiedenen Hunden Gassi zu gehen ist gut.
Mach dich mit verschiedenen Rassen und ihren Eigenarten vertraut.
Damit einfach irgendeinen Hund nach optischen Kriterien auszusuchen und aus Mitleid zu adoptieren hat man schon viele Hunde unglücklich gemacht, weil ihre neuen Halter sich nicht damit beschäftigt haben, was genau sie sich da ins Haus holen.
Deswegen ist es gut, dass du vorher fragst und dich mit der Materie vertraut machst.
Ich hatte über eine Freundin längere Zeit einen Teilzeithund und ich habe festgestellt, ich kann gut mit Hunden, die meisten Hunde respektieren mich und ich habe viel über ihre Körpersprache und ihre verschiedensten Bedürfnisse - je nach Rasse - gelernt.
Und ich habe gelernt, ich habe gerne gelegentlich einen Teilzeithund, aber ich werde mir niemals einen eigenen Hund anschaffen, denn weder will ich jeden Tag mehrfach raus und laufen, noch will ich für den Rest meines Lebens jeden Tag und immer konsequent sein - und das müsste ich mit Hund. Ein Hund braucht - für mich - zu viel Aufmerksamkeit.
Sollte ich eines Tages weniger unterwegs sein und eine Erdgegeschosswohnung haben, dann denke ich mal über eine Katze nach, aber niemals über einen eigenen Hund.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
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03.02.2016, 04:27
AW: Erster Hund
Ich finde es toll, dass Ihr Euch überlegt einen Hund zuzulegen. Ich hatte früher immer Hunde, leider ist dies momentan nicht möglich. Aber sonst....
Allerdings ist es für einen Anfänger tatsächlich sehr riskant ein Tier aus der Rettung zu holen, insbesondere Straßenhunde können so ihre Probleme mit sich bringen.
Am Ende ist es wirklich die beste Idee ins Tierheim zu gehen. Sucht Euch dort einen Hund aus und bittet darum, ihn als Gassigeher eine Weile zu betreuen. Dann kannst Du "Deinen" Hund täglich besuchen, ihn kennenlernen und wenn die Liebe hält, ihn später mitnehmen.
So könnt Ihr Euch auch als Paar langsam dem Thema annähern und wisst, was auf Euch zukommt!
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03.02.2016, 07:50
AW: Erster Hund
Zum Thema "gerettete Hunde":
Voraus: Natürlich gibt es relativ gering beschädigte Tierschutzhunde, aber die Wahrscheinlichkeit, gerade aus Südosteuropa einen Traumapatienten zu erwischen ist hoch. Sie sind nicht unbedingt anfängergeeignet.
Ich hab gerade wenig Zeit, aber vielleicht magst Du meine Beiträge zum Thema lesen. icnhabe eine rumänische Hündin, die einen Deprivationsschaden hat. Sie kam noch vor dem Zahnwechsel zu mir (und meinen alten Hunden damals). Ich arbeite seit fast 5 Jahren mit ihr, zusammen mit einer Kollegin, die FTA für Verhaltenskunde/Verhaltensmedizin ist (und ja - wir setzen auch Medikamente ein) damit sie ein halbwegs normales Leben führen kann.
Verreisen, Ausflüge, Freunde besuchen, ... ist nicht. Hundesitter: No way! Gäste: schwierig.
Nur zuhause ist sie entspannt und vergnügt, allerdings nur, wenn nichts scheppert, kein Sturm ist, kein Gewitter ...
Sie geht nicht besonders gern "Gassi", sie hat das Thema Spielzeug nicht im richtigen Alter gelernt, eigentlich interessiert sie sich nur und ausschließlich fürs Jagen. Ansonsten ist sie draußen ein bissl autistisch.
Sie spielt immerhin mit meiner anderen Hündin, die sehr unkompliziert und normal sozialisiert ist (kein Tierschutzhund, sondern zufällig kennen gelernte und adoptierte Scheidungswaise).
Ein großes Problem ist, dass Unerfahrene Stress und Überforderung bei diesen Hunden nicht erkennen, sondern sie für superbrav halten (meine geht im Büro 6 oder 7 Stunden nicht aus ihrem Hundebett). Ein Hund, der einen ganzen Spaziergang ohne zu schauen und zu schnüffeln neben einem hertapert, ist auch nicht brav sondern teilnahmslos. Oder nicht verstehen, dass bestimmte Reaktionen nix mit "Ungehorsam" zu tun haben, sondern der Herkunft geschuldet sind.
Tierheim kann eine bessere Wahl für Anfänger sein, trotzdem würde ich Dir raten, VOR Anschaffung eines Hundes mit einem erfahrenen Trainer oder FTA für Verhalten zu sprechen. Das ganz im Sinne des Hundes, der sonst schnell in die Spirale "ach wie süß > funktioniert nicht > unmöglich > geht zurück" gerät und zum Wanderpokal wird. Das kommt leider häufig vor.
Mein Leben hat sich mit diesem Hund vollkommen geändert - sie ist der 6. oder 7. Hund, mit dem ich lebe (insgesamt lebe ich seit über 50 jahren, quasi von Kleinkind an, immer mit Hunden).
Meine Lebenssituation erlaubt es mir, mit einem solchen Hund zu leben, aber ich hätte mich möglicherweise anders entschieden, wenn ich die Tragweite überrissen hätte.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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03.02.2016, 08:03
AW: Erster Hund
Wir haben uns vor mittlerweile 13 Jahren einen Hund aus dem Tierheim geholt, als absolut blutige Anfänger. Im Tierheim sind wir extrem gut beraten worden, die Lebenssituation, Umfeld, Wünsche etc. wurden abgefragt und dann ein Hund "empfohlen". Was soll ich sagen: es hat wunderbar funktioniert. Im Nachhinein denke ich mir, dass es einfach nur pures Glück war, es hätte auch komplett anders ausgehen können. Er war ein Abgabehund, da eine größere OP anstand und die ehemaligen Besitzer sich diese nicht leisten konnten.
Wir haben "unseren" Hund erst vier Wochen lang jeden zweiten Tag im Tierheim besucht, sind mit ihm spazieren gegangen, gespielt etc. Erst dann durfte er hier einziehen. Hundeschule war Pflicht, wobei der Sturkopf immer wieder versucht seinen Weg zu gehen. Inzwischen ist er alt, kann nur noch kleine Spaziergänge machen und verschläft einen Großteil des Tages.
Aufgrund von altersbedingten Krankheiten benötigt er Medikamente und Spezialfutter. Tierarztbesuche etwa jedes Vierteljahr. An Kosten kommt da einiges zusammen, das sollte man nicht unterschätzen.
Eine gute Bekannte, hundeerfahren seit Jahrzehnten, hat sich einen Hund aus dem rumänischen Tierschutz geholt, eine 24Stunden Aufgabe, ähnlich dem was Katelbach schildert. Da wäre ich als Anfänger auch extrem vorsichtig.Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.
Goethe
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03.02.2016, 08:13
AW: Erster Hund
Liebes Igelchen, grundsätzlich eine sehr schöne Idee und ein toller Anfang, dass Du Dich vorher schlau machst
!
Aber hinterfrage Dich noch einmal grundsätzlich, ob Du einen Hund nur wegen des Umsorgens möchtest oder auch, weil Du Tiere magst und wirklich bereit bist, voll in die Verantwortung zu gehen!
Mein erster Hund war ein Tierheimhund und ich habe zugegebenermaßen komplett unterschätzt, obwohl mit Hunden aufgewachsen, was ein Hund alles an Verantwortung mit sich bringt.
Der Tagesablauf richtet sich dann auch sehr nach dem Hund:
Morgens füttern und längeres Gassi, mittags sehr lange Runde (1 Stunde), füttern und abends auch wieder ausgedehntere Runde. Und das bei jedem Wetter!!! Abends lange weggehen und die Zeit vergessen ist nicht mehr... Andere Leute besuchen ist mit Hund öfters nicht einfach, da nicht jeder von Hunden begeistert ist. Besuch bekommen, je nachdem, wie der Hund drauf ist und was er für Macken mit sich bringt, ebenfalls nicht. Kein Silvester mehr außer Haus (die meisten Hunde sind über die Knallerei sehr erschrocken und brauchen ihre Halter bei sich). Keine Flugreisen mehr. Urlaube nur in Ferienwohnungen mit Hund (Mehrkosten) oder Du musst ihn in Pension unterbringen (auch erhebliche Mehrkosten).
Sonstige Kosten:
tägliches Futter: früher beim Rüden (klein): 2,50 Euro, jetzt bei unserer Ridgeback Hündin: 6 Euro
Hundehaftpflicht: 6-8 Euro monatlich
Hundesteuer: 120 Euro in Baden Württemberg jährlich
Krankenversicherung (unbedingt nötig, da auch OPs auf den Hund zukommen können),: 10 Euro
Leckerli, Korb, Kissen, Spielzeug etc. kosten auch
Schutzgebühr bei Tierheim: 250 Euro
Tierarzt: jährlich bei normalen Impfen und keinen anderen Vorkommnissen: 60 Euro
Hundetrainer: Kurs 120 Euro (würde ich unbedingt machen für Hund Halter Bindung)
Des Weiteren würde ich mir nur einen Hund zulegen, wenn der Partner wirklich 100%ig dahinter steht! Es wird sonst immer zu Reibereien führen. Zudem ist es einfacher die Verantwortung zu teilen. Man hat immer unvorhersehbare Termine oder ist mal krank etc....
Zu einer bestimmten Rasse würde ich Dir nicht raten. Aus meiner Erfahrung nur: keinen Border Collie (sind keine Hunde für Privathaushalte, denn sie brauchen ständige Kopfarbeit) und keinen Beagle (Jagdtrieb und sehr verfressen bzw. essen alles, was sie finden....).
Ich richte mein Leben gerne etwas nach dem Hund aus, weil ich absolut tiervernarrt bin und es auch sehr viel zurückgibt. Ich habe aber das Glück, selbstständig zu arbeiten und mich einrichten zu können und meine Mann ebenfalls. Da wir beide den Hund wollten, haben wir auch gemeinsame Fürsorge!
Ich hoffe, Dir damit etwas weiter geholfen zu haben


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