Vordergründig stimmt das auf jeden Fall.
Je mehr ich mich allerdings mit diem Thema beschäftige und auch mit Fachleuten zu tun habe, sehe ich einfach mehr. Sehen im Sinne von wahrnehmen.
Ein großer Teil der Auslandstierschutz-Hunde hier in der Gegend hat tasächlich Störungen, die über kleine Macken hinausgehen. Gerade die "Braven" sind relativ häufig eher teilnahmslos als "brav". Oft sieht man dissoziatives Verhalten, auf der anderen Seite Distanzlosigkeit, Überdrehen, Unsicherheitsaggression (Flucht nach vorn mit gesträubtem Fell, der gesamte Körper aber auf Rückzug). Das wird vielfach falsch interpretiert, ich hab das auch lang anders eingeschätzt. Oft sind sie als Welpen/Junghunde relativ normal, die echte Problematik kommt mit der Pubertät oder dann, wann sie sein sollte, wenn die armen Wesen schon kastriert werden, wenn sie noch ein Milchgebiss tragen.
Ich finde zwar, man kann und soll nicht alle Hunde aus dem Ausland "retten", sondern sollte versuchen, die Bedingungen dort zu verbessern, um den Tieren zu helfen. Aber ich bin nicht grundsätzlich gegen die Adoption von Auslandstieren. Doch sollte JEDER, der sich dazu entscheidet, vorher ein paar Stunden Theorie absolvieren und sich mehr noch als bei einem Hund aus guter Herkunft mit den Zeitabläufen der Entwicklung befassen, damit er das Verhalten seines Hundes einschätzen kann. Die ersten 4-5 Monate machen so verdammt viel aus, das muss man auch als Mensch erst einmal verstehen.
Die Verhaltensfachleute sagen, dass inzwischen weniger das Thema Aggression, Bissprävention, Beißvorfälle im Zentrum ihrer Tätigkeit liegt, sondern in den letzten Jahren immer mehr Leute mit Hunden mit Angststörungen kommen. Durchweg Auslandshunde und die meisten aus Südosteuropa. Weniger aus Griechenland und Spanien. Italien ist teils auch noch eine unrühmliche Ausnahme.
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Thema: Erster Hund
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03.02.2016, 18:29
AW: Erster Hund
Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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03.02.2016, 18:35Inaktiver User
AW: Erster Hund
Hi Igelchen,
auch wenn die Wahl schon im Vorfeld auf Tierheim/ Tierschutz gefallen ist, würde ich mich auf der Seite des VDH umsehen, stöbern und Kontakt zu einzelnen Züchtern infrage kommender Rassen aufnehmen.
Ich sehe mich gerade nach einem Zweithund um und die Züchter sind sehr auskunftsfreudig und nett, auch (oder gerade?) wenn man im Vorfeld signalisiert, dass die Wahl noch nicht auf eine bestimmte Rasse gefallen ist und es nur um Informationen geht. Bei mir ist so u.a. eine Rasse ausgeschieden, die ich im Vorfeld in die engere Wahl gefasst habe.
Ob Du mit den Informationen, die Du so bekommst, am Ende doch einen bestimmten Hund oder eine bestimmte Rasse(mischung) ins Auge fasst, bleibt davon ja völlig unberührt.
Zudem pflücken dich Züchter am Telefon auch gerne mal auseinander und hinterfragen Deine Motive, deine Möglichkeiten und die Voraussetzungen für einen Hund. Auch das fand ich für die Entscheidungsfindung extrem hilfreich und es verpflichtet zu nichts. Am Ende des Gesprächs steht regelmäßig die Bitte des Züchters, das Gespräch sacken zu lassen und in Kontakt zu bleiben, falls Interesse am nächsten Wurf besteht (der zu diesem Zeitpunkt überewiegend noch gar nicht auf der Welt ist).
Zum Thema Auslandstierschutz: ich habe im Freundes- und Bekanntenkreis Menschen, die Hunde aus Ungarn und Rumänien als Pflegestelle aufnehmen und sie für Vereine vermitteln. Alle Hunde, die ich bisher kennen gelernt habe, hatten größere oder kleinere Baustellen. Wirklich geeignet für Anfänger waren die wenigsten. Ich habe sowohl Hunde erlebt, die für mein Empfinden reichlich geschönt beschrieben wurden, als auch „Rückläufer“, die genau deshalb ziemlich zügig wieder zurückgegeben wurden. Der Zeitdruck war immer ein wesentlicher Faktor. Sobald die nächste Fuhre aus dem Ausland kam, mussten die aktuellen Hunde zügig vermittelt werden und da wurden auch schon mal beide Augen heftig zugedrückt, wenn es um die Suche nach geeigneten Interessenten ging.
Im Tierheim kannst Du diesbezüglich mehr Glück haben. Gerade, wenn es z.B. (wie von katelbach aus einer anderen Situation heraus beschrieben) um Scheidungsopfer auf vier Pfoten geht. Ich selbst habe immer Hunde aus dem Tierschutz gehabt, auch meine aktuelle Hündin stammt aus einem Tierheim. Sie hat ein unglaublich tolles Wesen, aber ordentliche gesundheitliche Probleme, die sie einschränken, Kosten verursachen und u.a. regelmäßige Physiotherapie notwendig machen. Kann dir mit einem Zuchthund natürlich auch passieren, aber das Risiko verringert sich deutlich, wenn man da im Vorfeld genau hinsieht und gut auswählt.
Darüber hinaus würde ich dir empfehlen, dich nach einem erfahrenen Trainer umzusehen und dich im Vorfeld beraten zu lassen. Viele Hundeschulen bieten diese Beratung kostenlos an- auch da würde ich an deiner Stelle alles mitnehmen, was ich kriegen kann. Die Trainer begleiten häufig bis hin zur Auswahl eines ganz bestimmten Hundes und sehen ihn sich zusammen mit dir an. Gerade, wenn du noch keine Erfahrung hast, kann ein Profi an dieser Stelle eine sinnvolle Unterstützung sein.
Viele Grüße
Rezeptfrei
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05.02.2016, 19:06
AW: Erster Hund
Hallo, nein leider habe ich in meinem Freundeskreis niemanden mit Hund. Haben alle nur Katzen...
Ich denke die Idee mit der Hundeschule ist nicht verkehrt! Da werde ich mich mal drum bemühen.
@EreS: in unserer Wohnung sind Tiere erlaubt. Was das Haus angeht: auch wenn es hier nichts zur Sache tut, nein, wir werden es nicht übernehmen.Der steinige Weg in Zahlen...Montag: Tag der Wahrheit
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14.09.15 76.4
12.10.15 75.8
09.11.15 75.4
07.12.15 74.1
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05.02.2016, 19:27
AW: Erster Hund
tiere ist eines, ein hund idt ein tier das nicht unbedingt erlaubt werden muß
und das hast du schriftlich vom vermieter ?
ich dachte nur wenn ihr doch nicht in das haus seiner eltern zieht, koenntet ihr auch woanders hinziehen, das du evtl. leichter einen job findest
deshalb meine frage, womit sich der kreis zum thema hund und betreuung bei berufstaetigkeit wieder schließen wuerde
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05.02.2016, 20:26
AW: Erster Hund
Ja, das steht im Mietvertrag.
Ich werde (voraussichtlich) nicht mehr arbeiten. Und nein: wir können immer noch nicht woanders hinziehen...Der steinige Weg in Zahlen...Montag: Tag der Wahrheit
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05.02.2016, 21:49Inaktiver User
AW: Erster Hund
Das meinte ich nicht, ich kenn das tatsächlich weder von meinen Hunden noch hier aus der Nachbarschaft.
Ich sehe entspannte und "fröhliche" Hunde, die ein gutes Sozialverhalten haben, mit Artgenossen auskommen, ganz gut hören und keine Leute anbellen - so als Basic.
Dafür auf der anderen Seite Leute mit (Mode)Rassehunden, die völlig ahnungslos aus vielleicht ganz gut aufgezogenen Welpen in kurzer Zeit die reinen Nervensägen machen... den eigenen Schatten jagen (wie lustig) ist da noch das harmloseste, jeden kleineren Hund massiv deckeln ist auch sowas (sie ist halt dominant, voller Stolz angemerkt). Das kenn ich von keinem einzigen Tierschutzhund hier in meiner Nachbarschaft, da ist ein und jeder völlig unproblematisch in der Begegnung, kein Stänkerer, kein Schisser, Beisser schon gar nicht.
Nö, ich muss da echt eine Lanze für die Tierschutzhunde brechen - nicht pauschal, wie gesagt, wenn ich im Internet die Anzeigen lese und sehe, dass "eine arme Maus schüchtern ist, aber ihre Liebe danken wird" - und die Körperhaltung des Hundes auf den Fotos seh, dann weiß ich auch Bescheid.
Aber es gibt wirklich auch viele andere. Meine drei gehören auch dazu.
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13.02.2016, 09:59Inaktiver User
AW: Erster Hund
Wie wäre es, im Vorfeld das ein oder andere Hundebuch zu studieren? Sich über rassespezifische Merkmale zu informieren? Über grundlegende Verantwortungen bescheid zu wissen? (Kosten, Bedürfnisse eines JEDEN Hundes etc.) Kann ich einen Hunde lesen? Kann ich mit ihm kommunizieren? Kann ich die Führung (die jeder Hund braucht) übernehmen? usw. usf.
Als blutiger Anfänger sollte man unbedingt einen Hundeprofi konsultieren; er kann den Menschen ganz gut einschätzen. Welcher Hund eignet sich, welcher eher nicht?
Einen Hund zu halten ist weitaus mehr als Umsorgen.
Des weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass kleine Rassen nicht einfacher zu händeln sind als große Rassen. Oft ist es das Gegenteil. Und die landläufige Meinung, Border Collies seien ausnahmslos Arbeitstiere, ist Blödsinn. Ich kenne zig BC in meinem Umfeld, habe selbst einen BC Mix. Keiner der Hunde will rund um die Uhr Action. Sie brauchen und wollen geistige wie körperliche Auslastung wie alle anderen Hunde auch; mal mehr, mal weniger. Meine BC laufen tgl. 3-4 Stunden im Freien, den Rest des Tages chillen sie in ihrem Korb oder auf dem Sofa.
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16.03.2016, 11:45
AW: Erster Hund
Wir haben uns vor vier Jahren einen Strassenhund aus einem Tierheim geholt.
Wir haben es nie bereut und lieben unseren kleinen Hund. Sie gibt uns so viel Freude jeden Tag.
Was ganz wichtig ist dass du dir einen Hund holst der zu dir und deinen Umständen passt.
Da ich selbstständig bin und viel Kundenkontakt habe durfte mein Hund nicht zu groß und zu aktiv aber auch kein Schoßhund sein. Schließlich sollten meine Kunden keine Angst vor ihr haben 😄😉
Wann immer es geht kommt mein Hund mit mir mit denn sie ist nicht gerne alleine. Wir sind immer auf Achse und Linda liebt das .Wichtig ist dass er genügend Auslauf bekommt. Wir machen zum Beispiel Agility.
Wenn ihr einen Garten habt oder ein Park in der Nähe ist wird euch das sehr viel erleichtern.
Urlaub gibt es nur noch mit Hund und wir finden das ganz toll.
Ich habe einen Hundekurs mit meinem Hund besucht da sie mein erster Hund ist. Auch habe ich sie gut erzogen was mir ganz wichtig ist.
Du musst bereit sein als erstes auf den Hund zu achten.
Wenn er zum Tierarzt muss kostet es Geld und auch in vielen Hotels musst du extra für den Hund bezahlen.
Ich sage immer wenn der Hund zufrieden ist hast du auch keine Probleme mit ihm.
Ich wünsche dir ganz viel Spaß mit deinem neuen Hund und wenn du darauf achtest dass ihr beiden gut zusammen passt, was soll dann schief gehen?
Chila
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21.03.2016, 19:35
AW: Erster Hund
Ich möchte noch in die Runde werfen, dass man eine Menge Zeit, Nerven und Kompromissbereitschaft mitbringen muss, wenn man einen Hund aufnimmt. Gerade, wenn es ein Hund mit Vorgeschichte ist. Wie sich das Leben mit Hund gestaltet, das weiß man vorher einfach nicht. Darauf muss man sich einlassen können und ggf auch selbst zurückstecken. Das müssen alle Familienmitglieder auch wollen
Essen wegwerfen ist Mist!
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21.03.2016, 19:58
AW: Erster Hund
Stimmt. Ich hab das auch unterschätzt. Unterschätzt habe ich aber auch den Riesenspaß, den das macht und den positiven Einfluss auf die Gesundheit. Ich möchte den Bengel nicht mehr missen, auch wenn es nicht immer schöne Arbeit macht wie Dreck. So ein Vieh schmutzt doch heftig, vor allem im Winter fällt es auf wg. dreckiger Pfoten etc.
Ein kleiner Tipp: Anfangs hab ich immer die Hütte gewischt, wenn Wauzi vom Spaziergang kam. Irgendwann hatte ich DIE Idee: ich wische einfach den Hund, bevor er wieder rein darf



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