Hallo Zusammen,
nachdem wir ja leider unsere Katze vor ein paar Tagen wegen Nierenversagen einschläfern lassen mussten, sind wir für dieses Thema jetzt ein wenig sensibilisiert. Wir haben schließlich noch andere Katzen, für die wir verantwortlich sind.
Einer unserer Kater war auch an besagtem Freitag zur Zahnsteinentfernung - und was für ein schönes, intaktes und strahlend weißes Gebiss darunter zum Vorschein kam
Bei der Gelegenheit haben wir auch bei ihm ein geriatrisches Profil machen lassen. Er ist ca. 14 Jahre alt und augenscheinlich topfit, muskulös und vielleicht ein wenig zu schlank, aber mit einem Gewicht von 5,4kg in Ordnung laut TÄ.
Jedoch sind die Nierenwerte leicht erhöht. Ich frage mich jetzt, ob das schon Anzeichen einer CNI sein können und wir uns Sorgen machen müssen, bzw. ob Handlungsbedarf besteht im Sinne von Unterstützung, dass seine Nieren einfach entlastet werden. Unsere TÄ meint, Sorgen machen müssten wir uns nicht, ein wenig Unterstützung mit z. B. Ipakitine sei ausreichend. Die Werte waren vor gut einem Jahr ähnlich.
Hier die Werte, die außer der Norm sind, alle anderen sind in Ordnung:
Harnstoff: 46 mg/dl
Kreatinin: 2,9 mg/dl
Cholesterin: 338 mg/dl
LDH: 198 U/l
Eosinophile Granulozyten: 9%
Segmentkernige (absolut): 2692/ul
Wir barfen unsere Katzen. Ich kaufe gefrorenes Fleisch im Futtermittelfachgeschäft und setze die entsprechenden Zusätze zu. Am liebsten mögen unsere gewolften Putenhals und Muskelfleisch von Pferd, Lamm, Rind. Ab und zu gibt es Hühnerherzen oder -mägen.
Unsere Urlaubsvertretung füttert Dosenfutter (oder auch ich, wenn ich mal wieder das Auftauen vergessen habe) - wir haben immer da Schmusy, Bozita, Grau, Applaws u. ä.
Was meint Ihr - sollte ich da was ändern? Oder höre ich jetzt die Flöhe husten![]()
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15.10.2015, 16:44Inaktiver User
ab welchen Nierenwerten sollten die Alarmglocken angehen (Kater)?
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15.10.2015, 17:52
AW: ab welchen Nierenwerten sollten die Alarmglocken angehen (Kater)?
Hallo Purpurn,
wenn die Werte über ein Jahr ziemlich unverändert geblieben sind, dann sollte man ab und an kontrollieren, um rechtzeitig mit einer Therapie anfangen zu können. Man sollte nicht erst was tun, wenn die Katze schon reduziertes Allgemeinbefinden zeigt.
Eine geringgradige Kreatinin-Erhöhung kann auch durchs Barfen bedingt sein (Kreatinin im Muskelfleisch). Du gleichst schon den Phosphorgehalt im Muskelfleisch mit z. b. Eierschalenmehl aus? Vielleicht ist eine Rationsüberprüfung durch einen FTA füer Ernährung sinnvoll (ich überlege mir das gerade für meine Hunde), denn die Rationszusammenstellung ist nicht ganz einfach.
Die Eos und Segmentkernigen sind so nicht ganz zu beurteilen, da müsste man das ganze Blutbild sehen (also alle Zellen in Prozent und absolut). Und die Gesamt-Leukozytenzahl.
Grundsätzlich können erhöhte Zahlen eosinophiler Granulozyten für eine Allergie und/oder Parasiten sprechen. Auch für komplexere Erkrankungen wie das eosinophile Granulom - wenn passende Symptome vorliegen. [[Andere Labors setzen höhere prozentuale Werte an.]]
Offenbar setzt das Labor Deiner Tierärztin dafür die Grenze für die segmentkernigen neutrophilen Granulozyten höher an (ich vermute bei 3000/µl). Andere Labors haben beispielsweise einen Referenzbereich von 2500 bis 12000.
LDH kommt in vielen Körpergeweben vor - Leber, Muskel, Herzmuskel. Schwierig zu interpretieren ohne die Katze und weitere Befunde zu kennen.
Behalte alles im Auge. Wie schaut´s mit der Schilddrüse aus?Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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15.10.2015, 18:17Inaktiver User
AW: ab welchen Nierenwerten sollten die Alarmglocken angehen (Kater)?
Liebe Katelbach,
ich muss Dir mal ein echtes Kompliment machen: Du bist eigentlich immer da, wenn man eine fundierte medizinische Meinung oder Erklärung braucht. Danke dafür
T4 ist 1,5 - der Normalwert mit 0,8 - 4,7 angegeben.
Ja, Eierschalenpulver misch ich dazu. Oder soll ich noch einen anderen Phosphatbinder dazu nehmen? Wobei - ist Phosphor überhaupt das gleiche wie Phosphat? Au weia, ich hätte in Chemie vielleicht nicht immer die Mathe-Hausaufgaben machen sollen...
Auf jeden Fall werde ich mal nach einem FTA für Ernährung suchen, das schadet ganz sicher nicht.
Aber ich habe Dich richtig verstanden, dass das Kreatinin mit 2,9 noch nicht stark erhöht ist? Als Normalwert gibt das Labor < 1,9 mg/dl an.
Zum Vergleich: unsere arme Mieze hatte 9,4 Krea und 144 Harnstoff. So im Nachhinein betrachtet hätten wir sie wahrscheinlich eher sofort einschläfern lassen sollen - aber unsere TÄ meinte, vielleicht ist sie durch die Narkose der Zahn-OP in diese Krise geraten und vielleicht schafft sie es nochmal raus. Und zwei andere Tierärzte, die ich noch angerufen hatte und auch die Ärztin in der Tierklinik äußerten sich so. Und sie ist ja noch rumgelaufen und war interessiert an ihrer Umgebung... Naja, jetzt kann ich es leider sowieso nicht mehr ändern
Geändert von Inaktiver User (15.10.2015 um 18:18 Uhr) Grund: Schreibfehler
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15.10.2015, 18:26Inaktiver User
AW: ab welchen Nierenwerten sollten die Alarmglocken angehen (Kater)?
Ach so, der Gute ist tatsächlich allergisch, hat sowas wie Heuschnupfen
Wir haben das mal testen lassen, weil er besonders im Frühjahr und Sommer manchmal erbärmlich hustet. Andere Ursachen wurden aber nicht gefunden und im Winter hat er das fast nie.
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15.10.2015, 19:15
AW: ab welchen Nierenwerten sollten die Alarmglocken angehen (Kater)?
Mit der geringgradigen Erhöhung durch Barfen meinte ich um die 10 % (wobei ich das auch nur aus der Literatur habe). Die würde aber zum Wert beitragen.
Er hat diese Krea-Erhöhung schon seit einem Jahr und es stieg nicht? Harnstoff dito? Sieht zumindest nach einem langsamen Prozess aus, möglicherweise durch den Phosphatbinder. Kontrollieren würde ich auf jeden Fall alle gelegentlich. Alle paar (3 nach Rücksprache) Monate ca. Und eventtuell gleich mit SUC anfangen, wenn sich eine leichte Verschlechterung der Werte zeigt. Man sollte ja im frühen Stadium, evtl. schon im Stadium 1, damit beginnen. Hier ist was zu SUC: www. heel.de/upload/Heel_de_CNI_Kleintier_4296.pdf (Leerzeichen nach dem Punkt raus), allerdings ein Folder vom Hersteller.
Ich habe leider so gar keine Erfahrung mit Barfen und Niereninsuffizienz. Man füttert ja schon sehr viel Protein in die Katzen.
Die Eosinophilen mit 9 % sehe ich nicht so dramatisch. Könnte der Kater vielleicht Würmer haben und/oder einen Floh?Geändert von katelbach (15.10.2015 um 19:20 Uhr)
Thank you for observing all safety precautions.
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sonst normale Userin
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15.10.2015, 20:09Inaktiver User
AW: ab welchen Nierenwerten sollten die Alarmglocken angehen (Kater)?
Die Werte vom letzten Jahr habe ich nicht vorliegen, muss ich nochmal erfragen. Ich weiß nur, dass da auch nur Krea und Harnstoff leicht erhöht waren, unsere TÄ war überhaupt nicht beunruhigt. Alle 3 Monate Blut nehmen weiß ich nicht so recht - er ist da wenig kooperativ und es geht nur mit Narkose... er ist ja auch kein junger Hüpfer mehr, obwohl er sich meist so benimmt

Floh würde ich mal ausschließen, Würmer evtl. Er ist ja bei schönem Wetter meist draußen und kann sich da natürlich schon mal was einfangen. Vielleicht sollte ich unsere Stinker jetzt doch noch mal entwurmen.
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15.10.2015, 20:21
AW: ab welchen Nierenwerten sollten die Alarmglocken angehen (Kater)?
Ganz so locker würde ich das nicht sehen, da beide Werte und vor allem das Kreatinin deutlich erhöht sind, letzteres wird über das Futter nur gering beeinflußt und die Katze war ja zudem hoffentlich längere Zeit nüchtern vor Narkose und Blutentnahme. Auch wenn es gut ist, dass sie relativ konstant bleiben und nicht weiter angestiegen sind.
Da würde eine entsprechende Anpassung des Futters sicherlich Sinn machen und ein akutes Nierenproblem herauszögern. Wenn gebarft werden soll wäre das definitiv ein Grund einen Fachtierarzt zu konsultieren.
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16.10.2015, 07:59Inaktiver User
AW: ab welchen Nierenwerten sollten die Alarmglocken angehen (Kater)?
Anorganisches Phosphat ist übrigens bei 0,8 mmol/l, also am unteren Grenzwert (0,8 - 2,2mmol/l). Das müsste doch heißen, dass die Phosphoraufnahme ok ist, oder ziehe ich da den falschen Zusammenhang?



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