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  1. Inaktiver User

    Der Rauhaardackel

    Liebe Community,

    man soll ja immer Pläne und Ziele haben, gelle?

    Mein Plan ist, dass ich mir in ca. 4 - 5 Jahren einen Hund anschaffen möchte und zwar einen Rauhaardackel. Ich weiß auch schon genau, wie er aussehen soll und einen Namen habe ich auch schon "Egon" .

    Wenn ich dies erwähne, ist mir in letzter Zeit passiert, dass ich gefragt wurde, ob ich mir das auch gut überlegt hätte, ausgerechnet einen Rauhaardackel. Auf meine Rückfrage hin wurde mir gesagt, dass man diese fast nicht erziehen könne, da sie ihren eigenen Kopp hätten .... Dackel eben.

    Meine Antwort darauf ist meist, dass es schon erwünscht ist, dass der Hund auch seinen eigenen Kopf habe, das mir das nichts ausmachen würde und ich glaube, dass auch ein Rauhaardackel zu erziehen ist (z.B. keinen Kläffer). Ich würde auch eine Hundeschule besuchen und mich fachkundig machen, da ich zwar ansonsten gut mit Hunden kann, aber eben auf Dauer noch nie einen hatte.

    Ist der Rauhaardackel wirklich eine Herausforderung?

    Ich habe mich bewusst für diese Rasse entschieden, weil ich sie schlicht toll finde , er für mich im Falle von Krankheit (dass ich ihn z.B. zum Arzt tragen muss) händelbar ist und, da ich gern lange rausgehe auch ein passender Begleiter ist.

    Tipps nehme ich natürlich schon jetzt gern entgegen!

    Vielen Dank!
    Amboise

  2. Moderation

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    AW: Der Rauhaardackel

    Ich komme aus einer Familie von Dackelfans, also:

    Dackel sind selbstbewußt, eigenwillig, und gehorchen so, wie sie denken, daß es paßt. Außerdem tendieren sie zu einem Maß an Furchtlosigkeit, wo man sich denkt, die waren wohl auf dem Klo, als der Selbsterhaltungstrieb verteilt wurde. Sie wühlen sich unter Zäunen durch und winden sich aus Halsbändern (und sollten aus anatomischen Gründen keine Geschirre tragen). Rauhhaardackel sind obendrein enthusiastisch, temperamentvoll, und unglaublich energiegeladen.

    Es sind ganz tolle Hunde!

    Natürlich lassen sie sich erziehen. Die meisten Dackel sind sehr clever. Sie lassen einem nur nicht viel durchgehen. Mach dich schlau, was die Besonderheiten des Dackels im allgemeinen und des Rauhhaardackels im Besonderen sind, und stell dich darauf ein, daß es eben ein autonom agierender Jagdhund ist. Die besondere Körperform hat ihre typischen Probleme, die du berücksichtigen mußt, so sollten Dacken m.W. keine Treppen steigen, auch nicht, wenn sie es wollen (wir hatten mit Kanninchendraht bespannte Babyschutzgitter an allen Treppen...). Außerdem: Dackel sind langlebig. Unsere wurden 14 bis 18 Jahre alt.

    Hast du Dackel in deinem Umfeld, die du mal beobachten kannst?
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. User Info Menu

    AW: Der Rauhaardackel

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich komme aus einer Familie von Dackelfans, also:

    Dackel sind selbstbewußt, eigenwillig, und gehorchen so, wie sie denken, daß es paßt. Außerdem tendieren sie zu einem Maß an Furchtlosigkeit, wo man sich denkt, die waren wohl auf dem Klo, als der Selbsterhaltungstrieb verteilt wurde. Sie wühlen sich unter Zäunen durch und winden sich aus Halsbändern (und sollten aus anatomischen Gründen keine Geschirre tragen). Rauhhaardackel sind obendrein enthusiastisch, temperamentvoll, und unglaublich energiegeladen.

    Es sind ganz tolle Hunde!

    Natürlich lassen sie sich erziehen.
    Der ultimative Befehl sei hier schon mal erwähnt: "was hab ich gesagt!!"

    unser lebt gerade seine letzten Wochen (?) ... trotzdem sprüht er nur so vor Lebensfreude ... auch wenn er danach platt wie eine Briefmarke ist...

    ich garantiere ein Leben voller Freude und Sorge um den Dackel ...
    der Dackelblick wird vom Hund gelegentlich als Vorsorgemaßnahme gegen die Wut der Hundeführer eingesetzt, wenn der Hundedickkopf mal wieder stärker war als die Nerven seines Herrn ...

  4. Inaktiver User

    AW: Der Rauhaardackel

    "Der ist nicht erziehbar" oder ähnlichen Mumpitz hörst Du von Menschen, die sich nicht wirklich mit dem Wesen Hund im Allgemeinen und Besonderen befasst haben. Es sind nicht die Hunde, bei denen es hakt, sondern ihre Menschen, die - das muss man leider so nüchtern konstatieren - zu faul sind, selbst erst einmal zu lernen, was es bedeutet, mit Hund, also einem Artfremden mit ganz eigenen Bedürfnissen, zu leben.

    Viele Menschen finden es toll, "einen Hund zu haben", aber eben nicht, sich auch damit zu befassen, was ansteht, wenn es über das "Haben" hinaus geht.

    Es ist Deinem Egon zu wünschen, dass Du das anders angehst, und Dir - vielleicht jetzt schon? - Grundlagen aneignest. Wie lernt ein Hund? Wie entwickelt er sich? Was steht in welcher Lebensphase an? Was darf/soll/kann er wann leisten? Wo gibt es in meinem Umfeld eine gute Hundeschule, die mir beibringt, wie ich mit meinem Hund arbeiten kann, und die weitgehend ohne aversive Methoden auskommt? Wie ernähre ich meinen Hund, so dass er gesund bleibt? Wo gibt es einen guten TA?

    Kurz vor Einzug des Welpen: Habe ich daran gedacht, mir Urlaub zu nehmen, wenn der Welpe einzieht? Welpen und Junghunde können zunächst noch nicht allein bleiben - wie regle ich das hinsichtlich meines Alltags? Wer betreut den Welpen, wenn ich arbeite, krank bin, wie sollen meine Urlaube zukünftig aussehen?

    All das sind gar keine dackelspezifischen, aber wichtige Fragen, die bedacht sein wollen, bevor ein Hund einziehen kann.

    Dackel sind lauffreudige Jagdhunde, und vor allem Erdhunde. Es ist wichtig, einen guten Züchter ausfindig zu machen (da gibt es wieder was zu lernen: wie erkenne ich den denn?), um von vorn herein bestmögliche Weichen hinsichtlich der Entwicklung zu stellen.

    Dass Treppen tabu sind, hast Du ja bereits gelesen.

    Was nun die Erziehbarkeit angeht: Jeder Hund jeden Alters kann lernen und hat Freude daran. Es gibt Rassen mit einem hohen "will to please", und andere, bei denen diese Eigenschaft weniger stark ausgeprägt ist, also eher eigenständig agierende Rassen, bei denen man die Grenzen, die man für sich vorher fest gelegt hat, gut im Blick haben muss. Der Dackel hat eine Menge Persönlichkeit und Chuzpe, es sind tolle kleine Hunde - man sollte eher damit rechnen, dass sie gewieft und erfinderisch sind, sehr mutig und selbstbewusst, ergo muss auch das Lernprogramm diesen Eigenschaften angepasst werden.

    Es sollte Spass und Freude machen, und die natürlichen Anlagen - Schübern, Stöbern, Buddeln, in Bauten vordringen - berücksichtigen und kanalisieren, so dass der Hund die Möglichkeit hat, sie auszuleben, ohne deshalb Schaden anzurichten. Wer einen Dackel also nicht jagdlich führt, der muss sich Alternativen ausdenken, mit der Waldspaziergänge spannend und interessant werden, ohne dass es zu "jagdlichen Ausflügen" kommt.

    Du kannst jetzt schon einmal die Waldgebiete um Deine Behausung herum erkunden, denn Hunde mögen Abwechslung - Du tust Ihnen etwas Gutes, wenn Du mit ihnen häufig in unterschiedlichen Gebieten läufst, kein Hund mag es, ständig dieselben Routen abzulatschen.

    Schau Dich auch frühzeitig nach Möglichkeiten um, Deinen Hund mit Hundekumpels zusammen zu bringen. Viele Hunde erhalten leider nicht die Chance, mit Artgenossen zu interagieren, und dadurch ein gutes Sozialverhalten bezüglich anderer Hunde zu entwickeln. Durch Fehlverhalten ihrer Menschen werden sie schnell zu Leinenpöblern, und von so manchem Dünnbrettbohrer fällt dann der Satz, der diesen Menschen endgültig zum Dussel kürt: Der iss dominant .

    Vieles zum Dackel ist eher "Hundewissen allgemein". Du tust Dir und Egon viel Gutes, wenn Du bereits im Vorfeld anfängst, Dich schlau zu machen.

    Dann kann im Prinzip jeder Hund einziehen.
    Geändert von Inaktiver User (12.10.2015 um 08:17 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Der Rauhaardackel

    Ihr Lieben,

    vielen vielen Dank für Eure tollen Zuschriften .

    Und .. ja, ich will einen Hund, der genau so ist, wie Ihr ihn beschreibt. Ich selbst habe Erfahrungen mit den Hunden meiner Tochter. Mit einem Terrier (unsere heißgebliebte Tessi, die leider vor 3 Jahren 16jährig (!) verstorben ist) und nun recht regelmäßig mit dem neuen Vierbeiner in der Familie meiner Tochter, einem Husky-Schäferhund-Mix (unser auch heißgeliebter Pollux).

    Selbst habe ich eine gütige, aber auch - wenn nötig - eine strenge Hand. Tessie war Kaninchenjägerin und wollte auch immer in die Bauten und vom Rauhaardackel habe ich gelesen, soll er auch "Dachshund" genannt werden, weil er einen ausgeprägten Jagdinstinkt hat. In meiner Umgebung (Wald/Feld und See) kann er alles ausleben und er würde jede Menge anderer Hunde treffen. Ich wohne insofern hundepreviligiert ohne Straßen in der Nähe und genau das möchte ich meinem Hund auch bieten. Tessie konnte sich bei mir auch austoben und wenn es geheißen hat ... es geht wieder nach Hause, dann ist sie immer gaaaaanz langsam zum Auto gegangen .

    Pollux ist eher der Grobmotoriker ... rennt wie Teufel über das Feld, jagt auch den einen oder anderen Hasen und scheucht mal Fasane aus der Versenkung, aber so mit in die Höhlen kriechen hat er es jetzt nicht so. Ist freundlich zu fast allen Hunden und fängt nie ein Gezänk an. Wenn er mal angeblafft wird, blafft er zurück, aber dreht sich auch um und geht seiner Wege. Da bin ich nicht unfroh, dass er bei der Größe nicht ein "Angreifer" geworden ist. Er lässt sich von anderen nicht anfassen, nimmt zwar die Leckerli von den Nachbarn, aber wenn sie ihn mal streicheln wollen, haut er ab . Unser Held in Strumpfhosen, wie ich immer so schön sage. Ein ganz toller Hund, aber für meine Wohnung wäre ein derartiges Exemplar zu groß. Meine Tochter und mein Schwiegersohn haben ein Haus + großem Garten und da ist ein so großes Tier besser aufgehoben.

    Treppen habe ich nur eine bis zum Fahrstuhl, aber da kann ich ihn tragen. Das ist kein Problem.

    Ich bin gern und lange und auch bei jedem Wetter draußen. Das macht mir überhaupt nichts; auch meine Nachbarin, die selbst einen Hund hat (einen größeren Pudel) und auch Hundekennerin ist (ihr Gatte war Tierarzt) meinte nur, ein Rauhaardackel würde ganz toll zu mir passen. Aber auch sie meinte, ein Dackel sei nicht einfach.

    Auf alle Fälle werde ich noch mehr Informationen einholen, wenn es soweit ist und mir ist auch bewusst, dass Urlaub dann künftig nur mit Hund gemacht wird. Ich liebe die See und ich denke, da wird sich auch ein Rauhaardackel wohl fühlen .

    Wenn es soweit ist, werde ich nur noch 4 Stunden am Tag berufstätig sein und ich denke, das hält ein Hund aus, oder? Meine Fahrwege sind jeweils 15 Minuten und so wäre ich 4 1/2 Stunden (kurz vor 9 bis 13.15 Uhr) außer Haus.

    Halbtags würde ich dann noch knapp 3 Jahre arbeiten und dann wär Schluss . So habe ich morgens Zeit, eine ausgiebige Runde mit ihm zu gehen und wenn ich mittags nach Hause komme, geht's auch gleich raus.

    Oder ist die Zeit doch zu lang?

  6. Inaktiver User

    AW: Der Rauhaardackel

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kurz vor Einzug des Welpen: Habe ich daran gedacht, mir Urlaub zu nehmen, wenn der Welpe einzieht? Welpen und Junghunde können zunächst noch nicht allein bleiben - wie regle ich das hinsichtlich meines Alltags? Wer betreut den Welpen, wenn ich arbeite, krank bin, wie sollen meine Urlaube zukünftig aussehen?
    Dann wollte ich fast meinen ganzen Urlaub nehmen (5 Wochen) und wenn alle Stricke reißen, könnte ich ihn auch mit zur Arbeit nehmen (habe ein Büro für mich allein und andere Kollegen haben auch schon ihre Hunde mitgebracht .. auch weitaus größere).

    Wenn ich krank wäre, wäre meine Tochter da und Urlaub habe ich ja schon geschrieben.

  7. Inaktiver User

    AW: Der Rauhaardackel

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Hast du Dackel in deinem Umfeld, die du mal beobachten kannst?
    Leider nein. Vor einigen Monaten bin ich mit meiner Freundin in der Stadt gewesen und wir sind in ein Schuhgeschäft gegangen. Ich schlenderte so durch die Regale und mit einem Mal sehe ich einen älteren Herrn auf dem Stuhl sitzen und davor lag genau der Rauhaardackel, der mir vorschwebt. Ich bin vor Verzückung fast in die Knie gegangen und habe dem Herrn nur gesagt: "Genau so solll meiner auch aussehen". Dann kam die Frau mit einem Paar Schuhe und wir unterhielten uns kurz und beide sagten mir, dass es eine ganz tolle Rasse wäre. Sie waren bisher die Einzigen, die nichts erwähnt hatten von wegen ... schwierig oder nicht erziehbar oder oder.

    Der Hund lag vollkommen tiefenentspannt vor seinem Herrchen und guckte vor sich hin und war total artig und sehr gepflegt!

    Und beiden meinten nur zu mir, ich hätte eine gute Wahl getroffen, aber leider leider muss ich noch ein bisschen warten .

  8. Inaktiver User

    AW: Der Rauhaardackel

    Zitat Zitat von _Blickwinkel_ Beitrag anzeigen
    Der ultimative Befehl sei hier schon mal erwähnt: "was hab ich gesagt!!"

  9. Moderation

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    AW: Der Rauhaardackel

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn es soweit ist, werde ich nur noch 4 Stunden am Tag berufstätig sein und ich denke, das hält ein Hund aus, oder?
    Alle Hunde, die ich kannte, haben das gelernt. Dackel, Spitzmischling, Spaniel. Ich kannte keine Familie mit Hund, wo den ganzen Tag jemand zuhause war.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. Inaktiver User

    AW: Der Rauhaardackel

    Hallo Amboise,

    richte dich darauf ein, dass du es nicht schaffst, den Hund innerhalb von 5 Wochen auf 4,5 Std Alleinsein zu bringen.
    Damit ein Hund entspannt alleine bleiben kann, musst du das Training ganz langsam aufbauen. Die erste Hürde liegt bei einer Stunde, die zweite bei zwei Stunden. Es kann zudem sein, dass dein Hund in der Pubertät Rückschritte macht und dass dir die Trainingserfolge wieder über den Haufen geworfen werden.

    Meine Hündin ist vom ersten Tag an (9 Wochen) mit zur Arbeit gekommen. Auch das muss ein Welpe lernen und du musst dir darüber klar sein, dass deine Arbeitszeit in den ersten Wochen nicht von dir, sondern von deinem Welpen bestimmt werden.

    Dass dein Hund seinen Jagdtrieb ausleben kann und Hasen jagen darf, würde ich nicht akzeptieren. Es ist für Hund und Wild schlichtweg zu gefährlich und alles andere als Spaß. Gleiches gilt für unkontrolliertes buddeln in Bauten. Wenn ein Dackel sich selbstständig macht und sich in einem Bau vergräbt, schwitzt du Blut und Wasser- es besteht die Gefahr, dass der Bau einstürzt und du deinen Hund nicht mehr findest.

    Dackel sind tolle Hunde, aber sie sind speziell. Sie sind auf selbstständiges Arbeiten gezüchtet, schnell und exzellente Beobachter. Bist du in deinen Entscheidungen nicht vorausschauend, reagierst Du zu langsam oder unsicher, entscheiden sie selbst (und zwar in ihrem und nicht in deinem Sinne). Für Menschen, die gerne gefordert werden und gerne mit einem Hund arbeiten, ist das großartig. Für Menschen, die erwarten, dass ein Hund funktioniert, sobald er eine Lektion gelernt hat, oder die einen anspruchslosen Begleiter suchen, eine Katastrophe.

    Viele Dackel, die ich kenne, sind ziemliche Biester. Das liegt allerdings nicht in der Rasse begründet, sondern darin, dass ihre Halter sie aufgrund ihrer Größe und ihres niedlichen Aussehens total unterschätzen. Dackel sind viel Hund in einem kleinen Körper und in erfahrenen Händen ein absoluter Traum auf vier Pfoten.

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