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Thema: Der Rauhaardackel
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13.10.2015, 07:40Inaktiver User
AW: Der Rauhaardackel
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13.10.2015, 11:07Inaktiver User
AW: Der Rauhaardackel
Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen ... das da:
... geht gar nicht!ennt wie Teufel über das Feld, jagt auch den einen oder anderen Hasen und scheucht mal Fasane aus der Versenkung
Auch wenn der Hund das Wild nicht erwischt, ist jedes Gejagt-Werden für Hasen und Fasane eine Todesangst-Angelegenheit. Sie haben schon genug Stress mit natürlichen Feinden (Füchsen und Greifvögeln), da brauchts nicht noch die Dutzenden freilaufenden Zivilisations-Hunde, die ihren Spass haben wollen. Der Hase unterscheidet nicht zwischen "Fuchs will mich fressen!" und "Hund will nur Spass" - er rennt in Todesangst und verpulvert bei jeder Flucht wertvolle Energievorräte, was gerade im Winter fatal sein kann.
Deshalb geht Jagdtrieb ausleben lassen gar nicht! Weder überirdisch durch Hetzen noch unterirdisch durch in-Karnickel-Bauten-herumstöbern. Hier ist jeder Hundehalter in der Pflicht - Wildtiere haben echt schon genug Stress durch alle natürlichen Feinde und durch den Zivilisationsdruck allgemein.
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13.10.2015, 11:30Inaktiver User
AW: Der Rauhaardackel
Richte Dich am besten darauf ein, dass Du Deinen Junghund mit ins Büro nehmen musst. Ich weiss, dass viele das anders handhaben, aber ein Junghund kann bis zum Ende der Pubertät allein zuhause in vier bis fünf Stunden viel anstellen, und vor allem: er kann gründlich Stress haben.
Hunde sind Rudeltiere, die gehören einfach nicht täglich viele Stunden allein in die Wohnung, das ist meine unumstößliche Überzeugung. Wer seinen Hund nicht mitnehmen kann, sollte für Betreuung sorgen, so dass drei Stunden nur in Ausnahmefällen überschritten werden, alles andere spricht für mich eindeutig gegen einen Hund.
Im übrigen: nein, nicht JEDER Hund kann das Alleinbleiben lernen! Es gibt Hunde, die zeitlebens teils massiven Stress mit dem Alleinbleiben haben. Das erkennt man allerdings nicht beim Welpenkauf, es stellt sich dann heraus. Solche Hunde allein zu lassen kommt Tierquälerei gleich, die haben richtig viel Stress, und leiden massiv. Dieser Stress ist auch durch noch so gutes Training nicht eliminierbar - diese Hunde können schlicht nicht lange allein bleiben, und fertig. Dafür muss man dann Lösungen suchen, z.B. eben einen Sitter, eine Pension, oder eben Mitnahme ins Büro.
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13.10.2015, 11:47Inaktiver User
AW: Der Rauhaardackel
Ich fürchte, ich mache mich jetzt unbeliebt, aber:
Diese "Erfahrungen" skizzieren zum Teil leider, wie es nicht laufen sollte, und auch nicht laufen darf.
1. Ein Jagdhund darf sich nicht frei ausleben, wenn er nicht tatsächlich von einem Jäger oder einer Jägerin jagdlich geführt wird. Fasane oder Hasen zu jagen ist ein No Go, ebenso Rehhatz etc. Als Mensch musst Du Rücksicht nehmen auf die Brut- und Setzzeit, das gilt insbesondere für gern stöbernde Hunderassen wie den Dackel.
Für Nichtjäger gilt: Arbeit mit Hund heisst, die natürlichen Anlagen in akzeptable Bahnen zu lenken. Das funzt nicht, indem man ableint und den Hund einfach machen lässt! Es geht um Kooperation und Gemeinsamkeit.
2. Ob ein Hund freundlich zu Artgenossen ist, ist kein Zufall, sondern zu einem Großteil eine Frage der Sozialisierung. Lerne frühzeitig, was das bedeutet, und sorge dafür, dass Dein Hund die Chance erhält, sich Artgenossen im geschützten Raum und von versierten Menschen überwacht annähern zu können, so dass er lernt, wie "hündisch" = ein sehr ausgefeiltes, ritualisiertes Sozialverhalten geht.
3. Konflikte unter Hunden lässt man diese nur eingeschränkt selbst lösen, als Mensch in der heutigen Gesellschaft und insbesondere in der Stadt oder stadtnah lebend muss man diese managen. Dazu muss man einen Blick für die Körpersprache der Hunde, ihren Hauptkommunikationsweg, entwickeln, um frühzeitig steuernd einzugreifen.
Wenn ich mit meinem intakten Rüden beispielsweise auf eine Gruppe stosse, kann ich nicht davon ausgehen, dass "die das schon unter sich regeln". Ich muss schauen, wie sich die Körpersprache entwickelt, und dann ggf. zügig handeln, ansonsten kann es schnell sehr ungemütlich werden.
Darauf zu hoffen, dass das schon gut geht, ist sehr blauäugig und kann schnell in die Notaufnahme führen, insbesondere wenn man einen Kleinhund mit großem Selbstbewusstsein führt.
4. Körpersprache richtig zu interpretieren gilt auch für den vermeintlichen "Helden in Strumpfhosen". Als seine Menschen ist es Eure Verantwortung dafür zu sorgen, dass andere Menschen ihn nicht einfach anlangen. Es ist Euer Job, das zu regeln. Tut Ihr das nicht, und ist ein Mensch ein wenig insistierender, oder die Situation räumlich zu eng, langt sonst ggf. Euer Hund zu, und regelt das in seinem Sinne.
Nur weil ein Hund sich nicht gern anfassen lässt, ist er im übrigen kein Angsthase. Hunde haben das Recht auf eine Individualdistanz, es gibt viele Hunde, die es nicht schätzen, bekuschelt und betatscht zu werden. Das ist zu respektieren.
5. Tierarzt zu sein, oder lange mit Hunden gelebt zu haben, macht einen Menschen nicht automatisch auch zum "Kenner". Ich weiss nicht, wieviele Menschen ich kenne, die seit Jahrzehnten mit Hunden oder eher neben ihnen her leben, und nicht einmal die basics erkennen. Da hilft nur: lernen, beobachten, trainieren.
Also - rosa Brille ab, Lesebrille auf, und informieren. DVDs schauen. Hundeschulen, Seminare besuchen.
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13.10.2015, 12:20
AW: Der Rauhaardackel
Seewespe, danke für diesen sehr informativen Bericht über Hunde.
maxi14 (ehemalige Rauhaardackelbesitzerin, die viel falsch bei der Erziehung ihres Hundes gemacht hat
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13.10.2015, 12:52
AW: Der Rauhaardackel
Wurde ja schon gesagt, einen Hund wildern zu lassen ist nie gut.
Unsere tobten allerdings immer im großen Garten rum, der Dank seiner unübersichtlichen Struktur auch der Lieblingsplatz aller Katzen, Kanninchen, Eichhörnchen, Elstern und sonstigem in der Nachbarschaft war. Glück, daß die einzige "Strecke" die uns da je präsentiert wurde, vom Nachbarskater geliefert wurde.
Wir hatten rundum einen Zaun mit Kanninchendraht einen halben Meter tief im Boden versenkt, um Ausbruchsversuchen vorzubeugen, dann durfte der Dackel frei laufen. Beim Spazierengehen mußte immer einer vorneweg, um die Großhundebesitzer zu bitten, ihre knuffigen Riesen an die Leine zu nehmen.
"Aber der tut nichts!"
"*Der* nicht. Aber unserer."
Das war eine ziemlich konfliktfreie Art, Probleme zu vermeiden.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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13.10.2015, 12:56
AW: Der Rauhaardackel
Ich hab's jetzt nicht genau gelesen, nur eine Warnung ganz kurz und knackig: Wer seinem Hund erlaubt, hinter Wild herzujagen muss damit rechnen, dass der Jäger ihn abknallt.
Zum Thema: Dackelleute sind organisiert in Teckelclubs, die gibt es praktisch in jedem Ort. Erkundige dich doch mal, da gibt es eine Menge an Infos etc. zum Thema Rauhaardackel.
Dackel sind Jagdhunde, also keine Pudel. Sie gelten als selbstbewusst und müssen im Bau alleine ran, jagen also allein. Das sollte man / frau wissen.
Moderatorin im Forum
Trennung und Scheidung,
Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
Über das Kennenlernen
Reine Familiensache
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13.10.2015, 13:02
AW: Der Rauhaardackel
Seewespe, tolle und so wahre Beiträge!

Unsere Familienhunde waren immer Dackel, zweimal Kurzhaardackel mit etwas zu lang geratenen Beinen und dann ein Rauhaardackel, den mein Vater zu seinem 65. Geburtstag bekam.
Ohne jetzt zu sehr ins Detail gehen zu wollen, aber leider war und wurde dieser nicht erzogen und dann war er der absolute Chef im Ring.
Dabei bin ich mir sicher, wenn mein Bruder oder mein Schwager, beide sehr erfahrene Hundebesitzer, in der Nähe gewesen wären, dann wäre sehr Vieles deutlich besser für Mensch und Dackel gelaufen!
Unsere Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge des Lebens
ist eine unerschöpfliche Quelle des Glücks.
Claude Monet
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13.10.2015, 14:54Inaktiver User
AW: Der Rauhaardackel
Oder das Wild ihn umbringt.nur eine Warnung ganz kurz und knackig: Wer seinem Hund erlaubt, hinter Wild herzujagen muss damit rechnen, dass der Jäger ihn abknallt.
Hab ich vor einigen Jahren mal mitangesehen, als eine Der-will-ja-nur-etwas-Spass-Hundehalterin ihrem überdrehten J.-R.-Terrier erlaubt hat, eine Herde Steinböcke auseinanderzusprengen und meine Bitte, den Hund zurückzurufen, quittiert hat mit ich solle mich um meinen eigenen Kram kümmern, dem Hundi sei etwas Spass zu gönnen, die Steinböcke seien ja zu gross, als dass er eine Gefahr für sie wäre. Dass die Steinböcke am Gejagt-Werden keinen Spass hatten, war ihr egal.
Bis einer der alten Böcke die Nase voll hatte, den Spiess umdrehte und seinerseits auf den Hund losging. DAS fand die Besitzerin dann seltsamerweise gar nicht mehr lustig ... der arme Hund!
Das Ganze endete tragisch für den Hund, weil der Steinbock ihn in steiles Gelände jagte und mit den Hörnern über die Felswand beförderte. Ich steig dann zwar auf halbwegs begehbarer Route noch runter, denn ich lasse ein Tier nicht leiden, aber da war leider nichts mehr zu machen.
Vor 10 Tagen übrigens eine ähnliche Szene: Kleinhund den Steinböcken hinterher (obwohl in diesem Gebiet Leinenpflicht herrscht und das auch überall steht - wegen Wildtieren UND Schafen), Besitzerin steht da und ruft halbherzig und findet das Ganze sogar noch lustig. Bis Steinbock auf Kleinhund losgeht. Dieses Mal war der Hund schlauer und verstieg sich nicht, sondern rannte direkt zur Besitzerin zurück. Die sich dann was anhören konnte von den Umstehenden. Ich hoffe, die lässt ihren Hund nicht mehr so schnell wieder dem Wild nachjagen.
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13.10.2015, 18:03Inaktiver User
AW: Der Rauhaardackel
Erst einmal vielen Dank für Eure Posts. Es war für mich sehr viel Interessantes dabei.
Und nur kurz: Sicher wird bei entsprechendem Leinenzwang dieser auch eingehalten! In gewissen Punkten habe ich aber eine andere Meinung, da ich Hunde auch als einen Teil der Natur betrachte und auch sie das Recht haben, auch mal ohne Leine zu laufen. Die schlechtesten Erfahrungen habe ich mit angeleinten Hunden gemacht
. Das waren die Pöbler und Kläffer! Wenn ich mit Tessi ohne Leine über das Feld gegangen bin und sie hat unangeleinte Hunde getroffen, war alles gut. War einer angeleint, fing nicht unsere Tessi an zu pöbeln, sondern der Angeleinte! Sehen Hunde die Leine als verlängerten Arm von Herrchen oder Frauchen? Unsere Tessi hat sich gar nicht danach umgedreht. Ich bin weitergegangen und sie folgte auf dem Fuße und so ist es auch mit unserem Pollux. Und ... ja, ich bin froh, dass wir hier keine Steinböcke haben
. Und meinen Hund bewusst in eine derartige Situation, wie oben geschildert, des Spaßes halber
zu jagen, käme mir absolut nicht in den Sinn.
Aber gut, das soll ja auch nicht Thema sein, letztlich muss jeder Hundehalter selbst entscheiden, was er sich, dem Hund und seiner Umgebung zumutet. Letztlich bleibe ich aber guter Dinge, weil hier z.B. an unserem See + weitläufigem Gelände immer "Hundetreffen" ist und es eine wahre Pracht ist, den verschiedensten Hunden (freilaufend!) beim Spielen zuzusehen.
Was mich noch interessieren würde ist, worauf ich bei einer guten Hundeschule achten sollte? Könnt Ihr mir da auch Tipps geben? Wenn ich so durch das Netz stöbere, sind ja alle von sich überzeugt und überzuckert
, aber sollte ich Schwerpunktfragen im Petto haben?




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