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  1. VIP

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    AW: Wahre Liebe - Hund entlaufen, Paar harrt am Autobahnrastplatz aus

    Du missverstehst.

    Mein Hund ist handicapped.
    Ich gestehe ihm zu, nicht nach meinen bisherigen - jetzt revidierten - Vorstellungen leben zu müssen, denn er ist kein Sportgerät.
    Wenn ich sie ihren Möglichkeiten entsprechend fordere, ist sie sicher und entspannt. Ich sehe keinen vernünftigen Grund, sie in die Innenstadt oder auf den Markt mitzunehmen, wenn das Stress bedeutet.
    Ein Dreibein würde ich auch nicht auf den Berg schleppen.

    Meinen bisherigen Hunde und meine neue Hündin waren/sind anders. Die fanden/finden Abwechslung toll und sie hatten/bekommen sie auch. Jeder nach seinen Möglichkleiten und Voraussetzungen.

    Dass irgendwer irgendwo durch muss, halte ich bei Mensch und Tier in den meisten Fällen für abseitig.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  2. gesperrt

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    AW: Wahre Liebe - Hund entlaufen, Paar harrt am Autobahnrastplatz aus

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Du missverstehst.

    Mein Hund ist handicapped.
    Ich gestehe ihm zu, nicht nach meinen bisherigen - jetzt revidierten - Vorstellungen leben zu müssen, denn er ist kein Sportgerät.
    Wenn ich sie ihren Möglichkeiten entsprechend fordere, ist sie sicher und entspannt. Ich sehe keinen vernünftigen Grund, sie in die Innenstadt oder auf den Markt mitzunehmen, wenn das Stress bedeutet.
    Ein Dreibein würde ich auch nicht auf den Berg schleppen.

    Meinen bisherigen Hunde und meine neue Hündin waren/sind anders. Die fanden/finden Abwechslung toll und sie hatten/bekommen sie auch. Jeder nach seinen Möglichkleiten und Voraussetzungen.

    Dass irgendwer irgendwo durch muss, halte ich bei Mensch und Tier in den meisten Fällen für abseitig.
    Unser Hund war genau das. Gehandicapt. Voller Panik und verängstigt. Abgemagert bis auf die Knochen.
    Zuvor misshandelt. Von den Kindern der Vorgängerfamilie gegängelt. Sie brachten ihn nach 2 Monaten zurück ins Tierheim, weil er`s " angeblich nicht brachte". Sie wollten ihn "Scharf machen" Er sollte einen Schrottplatz bewachen. Da war er ein halbes Jahr alt.

    Er wollte gar nicht aus dem Tierheim raus. Sie zogen ihn jaulend und schreiend aus seinem Zwinger aus dem er nicht mehr wollte. Er lag in der Ecke und wollte nix mehr.

    Auch wir haben ihn erst einmal ankommen lassen. Haben ihn aufgepäppelt. Ihm seine Ruhe gelassen die er benötigte um wieder zu Kräften zu kommen und uns als Familie kennenzulernen.

    Letzte Woche spazierten wir mit ihm durch den Wald und vor uns eine Gruppe Kindergartenkinder. Er lief unangeleint, dicht an mir mitten durch die Horde. Ich habe bewusst den Weg durch die Horde gewählt. Nicht an ihnen vorbei.
    Das wäre vor 3 Jahren noch nicht möglich gewesen.

    Was ich mache ist, dafür zu sorgen dass er mir vertrauen darf. Das ist gut. Wer ihn damals kannte, auch der Tierarzt lobt uns dafür das er sich so prächtig entwickelt hat. So gesund ist.

    Wie ich als junges Mädchen noch daheim wohnte bekam meine Schwester einen Nymphensittich geschenkt. Er lebte 1 Jahr in ihrem Zimmer wurde von sich aus nicht zahm.

    Ich war damals 15 und ich muß sagen, währe ich erwachsen gewesen hätte ich diese Methode eher nicht gewählt, viel zu groß wäre die Angst gewesen er würde einen Herzinfarkt erleiden. Aber damals, mit 14 oder 15 machte ich mir darüber keinen Kopf.

    Es war irgend ein Tag, niemand war daheim. Ich machte mich daran diesen Vogel einzufangen, was ihn natürlich in Panik versetzte. Ich war aber relativ schnell und geschickt und so hatte ich ihn recht schnell in meinen Händen. Er konnte nicht weg, das Herzchen pumpte und ich krauelte ihm das Köpfchen. Ich ließ ihn los und natürlich flatterte er davon. Dann zur nächsten Gelegenheit das selbe Spielchen. Einfangen, Kopfchen kraulen. Loslassen. Er flog nicht sofort weg. Noch ein 2 Mal das Spiel wiederholt und er flog gar nicht mehr weg. Genoss das Köpfchenkraulen. Dann hatte ich ihn als Freund. Er flog zu mir, von sich aus. Köpfchenkraulen. Dann hatte ich ihn auf der Schulter, sobald ich zur Tür herein kam. Er ließ sich dann baden, föhnen pfiff Lieder.
    Als ich mit 17 Auszug konnte ich ihn leider nicht mitnehmen und er verstarb. Zupfte sich vorher das Gefieder. Weder meine Eltern noch meine Schwester hatten so mit ihm beschäftigt.

    Ich könnte noch etliche Geschichten zum Besten geben. Auch von verwilderten Hunden, an die nicht einmal unsere tolle Nachbarin mit tiertherapeutischer Ausbildung heran kam. Aber ich.

    Es gibt Menschen ohne Fachkompetenz, die obwohl sie denken auch ihren Instinkt einsetzen. Das solltest du als Tierärztin wissen. Denke nur mal an Tamme Hanken. Würdest du ihm seine Kompetenz absprechen obwohl er den Pferden hilft gesund zu werden bei denen die Tiermedizin versagt?

    Ich sage dir noch einmal, du kannst noch so gebildet sein. Aber dein Hund erfährt bei dir keine Sicherheit. Und das finde ich für`s Tier nicht schön.

  3. gesperrt

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    AW: Wahre Liebe - Hund entlaufen, Paar harrt am Autobahnrastplatz aus

    Nachtrag: Was ich zum Ausdruck bringen möchte, sei es mit der Geschichte des Nymphensittig oder dem Hund.

    Ein Tier kann sich jeden Tag zu Tode fürchten.

    Oder es fürchtet sich nur noch einmal,nämlich dann wenn der Mensch, dem es vertrauen soll, diese Angst durchbricht. Und dann darf es durchatmen. Dann weiß es: Alles ist gut.

  4. VIP

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    AW: Wahre Liebe - Hund entlaufen, Paar harrt am Autobahnrastplatz aus

    Wir sprechen nicht von derselben Ausgangssituation, denke ich.

    Vielleicht magst Du dich mal mit dem Thema Deprivationssyndrom und Deprivationsschaden oder generalisierte Angststörung befassen, damit Du weißt, wovon ich hier schreibe. Weiter oben habe ich einen Erfahrungsbericht von Leuten mit einem solchen Hund verlinkt.

    Misshandlungsefahrungen sind mit Situationen und konkret Erlebtem verknüpft, was sich leichter gegenkonditionieren lässt (solche Tiere sind im Allgemeinen besser trainierbar). Das Kaspar-Hauser-Individuum hat durch isoliertes (möglicherweise auch früh mutterloses) Aufwachsen keine normalen Reize in der Prägungszeit mitbekommen (und hier geht es oft schon damit los, dass sie kein Tageslicht kennen gelernt haben). Dadurch hat es kein adäquates Verhaltensrepertoire (die Erfahrungen fehlen ja) und ist plötzlich "draußen", wie aus der Welt gefallen.

    Meine Hündin und ihre Geschwister haben zum Beispiel die ersten Wochen nur im Dunkeln gefressen und nur, wenn sie alleine waren. Lichter, Reflexe, Geräusche ... alles unbekannt ...

    Meine Hündin wird sicherer, steht besser im Leben und ist sehr fröhlich, seit sie nirgends mehr "durch muss", sondern Stresssituationen ausweichen kann. Und wenn Ausweichen mal nicht möglich ist, dann parkt sie sich zwischen meine Beine ein. Das sind Alltagssituationen, die gut funktionieren und die ich täglich kurz trainiere.

    Allerdings sind solche Hunde generell sehr schnell vom Üben extrem erschöpft und überfordert, weil das Gehirn nicht so gut mitspielt, vor allem unter Stress. Das Heranführen an für den Hund beängstigende Situationen muss sehr, sehr vorsichtig passieren. Mit kurzer Leine beherzt vorbei ist bei diesen Hunden kontraproduktiv. Es reicht da anfangs, wenn sie von weitem hinschauen und halbwegs ansprechbar bleiben, ohne in komplette Starre zu fallen.

    Sie muss kein Hund fürs Volksfest werden (ich gehe da auch nicht hin). Auch nicht für die Innenstadt oder fürs Restaurant oder für den Betriebsausflug. Das alles mag meine andere Hündin.

    Ich glaube Dir Deine Erfolge, ich kenne selbst eine Reihe von Hunden und Katzen, die auf einen sehr guten Weg gekommen sind (darunter ein eigener Second-hand-Kater mit Misshandlungserfahrung). Doch jeder Fall ist einzigartig und erfordert deshalb eine differenzierte, maßgeschneiderte Annäherung.

    Auch hier im Forum wurden schon deprivierte Hunde beschrieben, die erst dann entspannt wurden und sogar fröhlich und neugierig, als sie nicht mehr spazieren gehen oder Ausflüge mehr machen "mussten", sondern sich in ihren gewohnten und als sicher erfahrenen Revieren aufhalten konnten.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  5. VIP

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    AW: Wahre Liebe - Hund entlaufen, Paar harrt am Autobahnrastplatz aus

    Zitat Zitat von FrauDorothea Beitrag anzeigen
    Ein Tier kann sich jeden Tag zu Tode fürchten.

    Oder es fürchtet sich nur noch einmal,nämlich dann wenn der Mensch, dem es vertrauen soll, diese Angst durchbricht. Und dann darf es durchatmen. Dann weiß es: Alles ist gut.
    Innerhalb eines gewissen Rahmens gebe ich Dir Recht.

    Aber das Leben ist nicht immer so einfach. Ich kann, falls Dich die Thematik jenseits von Patentlösungen interessiert, Dir nur nochmals empfehlen, Dich über Deprivation (bei Vier- und Zweibeinern ziemlich ähnlich) und Angststörung zu informieren.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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    sonst normale Userin

  6. gesperrt

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    AW: Wahre Liebe - Hund entlaufen, Paar harrt am Autobahnrastplatz aus

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Wir sprechen nicht von derselben Ausgangssituation, denke ich.

    Vielleicht magst Du dich mal mit dem Thema Deprivationssyndrom und Deprivationsschaden oder generalisierte Angststörung befassen, damit Du weißt, wovon ich hier schreibe. Weiter oben habe ich einen Erfahrungsbericht von Leuten mit einem solchen Hund verlinkt.

    Misshandlungsefahrungen sind mit Situationen und konkret Erlebtem verknüpft, was sich leichter gegenkonditionieren lässt (solche Tiere sind im Allgemeinen besser trainierbar). Das Kaspar-Hauser-Individuum hat durch isoliertes (möglicherweise auch früh mutterloses) Aufwachsen keine normalen Reize in der Prägungszeit mitbekommen (und hier geht es oft schon damit los, dass sie kein Tageslicht kennen gelernt haben). Dadurch hat es kein adäquates Verhaltensrepertoire (die Erfahrungen fehlen ja) und ist plötzlich "draußen", wie aus der Welt gefallen.

    Meine Hündin und ihre Geschwister haben zum Beispiel die ersten Wochen nur im Dunkeln gefressen und nur, wenn sie alleine waren. Lichter, Reflexe, Geräusche ... alles unbekannt ...

    Meine Hündin wird sicherer, steht besser im Leben und ist sehr fröhlich, seit sie nirgends mehr "durch muss", sondern Stresssituationen ausweichen kann. Und wenn Ausweichen mal nicht möglich ist, dann parkt sie sich zwischen meine Beine ein. Das sind Alltagssituationen, die gut funktionieren und die ich täglich kurz trainiere.

    Allerdings sind solche Hunde generell sehr schnell vom Üben extrem erschöpft und überfordert, weil das Gehirn nicht so gut mitspielt, vor allem unter Stress. Das Heranführen an für den Hund beängstigende Situationen muss sehr, sehr vorsichtig passieren. Mit kurzer Leine beherzt vorbei ist bei diesen Hunden kontraproduktiv. Es reicht da anfangs, wenn sie von weitem hinschauen und halbwegs ansprechbar bleiben, ohne in komplette Starre zu fallen.

    Sie muss kein Hund fürs Volksfest werden (ich gehe da auch nicht hin). Auch nicht für die Innenstadt oder fürs Restaurant oder für den Betriebsausflug. Das alles mag meine andere Hündin.

    Ich glaube Dir Deine Erfolge, ich kenne selbst eine Reihe von Hunden und Katzen, die auf einen sehr guten Weg gekommen sind (darunter ein eigener Second-hand-Kater mit Misshandlungserfahrung). Doch jeder Fall ist einzigartig und erfordert deshalb eine differenzierte, maßgeschneiderte Annäherung.

    Auch hier im Forum wurden schon deprivierte Hunde beschrieben, die erst dann entspannt wurden und sogar fröhlich und neugierig, als sie nicht mehr spazieren gehen oder Ausflüge mehr machen "mussten", sondern sich in ihren gewohnten und als sicher erfahrenen Revieren aufhalten konnten.
    ok, von diesen Hunden die du beschreibst habe ich keine Ahnung. Wie auch, mich interessiert die Fachliteratur nicht.

    Fachliteratur. Geschrieben von Leuten, die davon überzeugt sind Anteile einer Seele oder eines Wesens mit Screenings entschlüsseln zu könnenen. Wenn ich nur darüber nachdenke welche fatalen Fehleinschätzungen Menschen Lebewesen oder auch selbst anderen Menschen zugemutet haben, weil sie sich einbildeten, den Schlüssel des Seins entdeckt zu haben. Ätzend, sag ich da nur. Aber gut, du list und du kennst Fachbegriffe. Also scheinst du zu den Menschen zu gehören, die wissen wovon sie reden.

    Unser Hund wurde als Welpe, von Griechenland nach Deutschland gebracht. Keine Ahnung, wie er zuvor gehalten wurde. Vermutlich gar nicht. (zuvor, bevor in diese schreckliche Familie kam)

    Ein Volksfesthund wird unser Doggi auch niemals werden müssen. Da bleibt er lieber zuhause. Und das darf er auch. Aber zuvor musste er lernen, dass er sich nicht fürchten muss und das ist uns gelungen.

    Warum ich mich eigentlich über dich ärgere: Weil du als Moderatorin dieses Forums, dieses Paar, um das es hier ursprünglich ging als dumm gewertet hast.

    Ich habe die Presse nicht verfolgt. Geschrieben wird viel. Ich kenne das Paar nicht. Selbst wenn ihnen ein Fehler unterlaufen währe, verstehe ich nicht, wie man aus einer Situation heraus, die man nur von Hören Sagen interpretieren kann, Menschen so negativ wertet. Ja, das war es wohl. Viel glück noch mit deiner Hündin.

  7. gesperrt

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    AW: Wahre Liebe - Hund entlaufen, Paar harrt am Autobahnrastplatz aus

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Innerhalb eines gewissen Rahmens gebe ich Dir Recht.

    Aber das Leben ist nicht immer so einfach. Ich kann, falls Dich die Thematik jenseits von Patentlösungen interessiert, Dir nur nochmals empfehlen, Dich über Deprivation (bei Vier- und Zweibeinern ziemlich ähnlich) und Angststörung zu informieren.
    Never. Danke. Wie gesagt, ich benötige keine Fachliteratur. Denn ich interessiere mich für das einzelne Tier in seiner Gesamtheit. Der Blick für die Gesamtheit geht verloren, sobald man sich mit Untersuchungsergebnissen und Fallstudien der Wissenschaft auseinander setzt. Davon bin ich überzeugt.

  8. Inaktiver User

    AW: Wahre Liebe - Hund entlaufen, Paar harrt am Autobahnrastplatz aus

    FrauDorothea,

    ängstliche Hunde, die wie von dir geschildert eine grundlegende Sozialisierung erfahren haben, sind absolut nicht mit Hunden zu vergleichen, die massive Deprivationsschäden erlitten haben.

    Die Schäden, die ein Hund aufgrund von Isolation und sozialem Erfahrungsentzug in der Sozialisierungsphase erlebt hat, sind irreversible Schäden an den Nervenzellen eines Hundes. Solche Hunde sind aufgrund ihrer Entwicklung und der daraus resultierenden Defizite in der Gehirnstruktur schlichtweg nicht dazu in der Lage, Gelerntes auf vergleichbare Situationen zu übertragen, sich selbstkontrolliert zu bewegen und haben extreme Schwierigkeiten, bestimmte Reize überhaupt zu verarbeiten. Auf komplexe und anregende Situationen, in die du einen Hund mit deiner „Präsenz“ befördern willst, reagieren sind mit Phobien und extremen Stresszuständen, die die Situation noch weiter verschlimmern. Nicht, weil den Hunden das Vertrauen in ihren Besitzer fehlt, sondern weil sie aufgrund der fehlenden Vernetzung der Nervenzellen im Gehirn und deren reduzierter Anzahl schlichtweg nicht dazu in der Lage sind, anders zu reagieren und die Reize zu verarbeiten. Diese Defizite, die im Verlauf der Sozialisierungsphase entstanden sind, können faktisch nicht nachgeholt werden. Deshalb kann diese Erkrankung auch niemals aufgelöst werden. Die Symptome können maximal gemildert werden. Mit einem gut sozialisierten Hund wird ein Hund mit Deprivationsschäden es niemals aufnehmen können.

    Wir sprechen hier von einer Erkrankung und nicht von mangelnden Führungsqualitäten des Besitzers, die korrigiert werden können. Deinen Schilderungen lassen erkennen, dass du absolut keine Erfahrung im Umgang mit Hunden hast, die am Deprivationssyndrom leiden, und dich nicht mit den Ursachen dieser Erkrankung auseinandergesetzt hast. Vor diesem Hintergrund finde ich deine Kritik nicht nur wenig konstruktiv, sondern stellenweise auch reichlich vermessen.

  9. gesperrt

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    AW: Wahre Liebe - Hund entlaufen, Paar harrt am Autobahnrastplatz aus

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    FrauDorothea,

    ängstliche Hunde, die wie von dir geschildert eine grundlegende Sozialisierung erfahren haben, sind absolut nicht mit Hunden zu vergleichen, die massive Deprivationsschäden erlitten haben.

    Die Schäden, die ein Hund aufgrund von Isolation und sozialem Erfahrungsentzug in der Sozialisierungsphase erlebt hat, sind irreversible Schäden an den Nervenzellen eines Hundes. Solche Hunde sind aufgrund ihrer Entwicklung und der daraus resultierenden Defizite in der Gehirnstruktur schlichtweg nicht dazu in der Lage, Gelerntes auf vergleichbare Situationen zu übertragen, sich selbstkontrolliert zu bewegen und haben extreme Schwierigkeiten, bestimmte Reize überhaupt zu verarbeiten. Auf komplexe und anregende Situationen, in die du einen Hund mit deiner „Präsenz“ befördern willst, reagieren sind mit Phobien und extremen Stresszuständen, die die Situation noch weiter verschlimmern. Nicht, weil den Hunden das Vertrauen in ihren Besitzer fehlt, sondern weil sie aufgrund der fehlenden Vernetzung der Nervenzellen im Gehirn und deren reduzierter Anzahl schlichtweg nicht dazu in der Lage sind, anders zu reagieren und die Reize zu verarbeiten. Diese Defizite, die im Verlauf der Sozialisierungsphase entstanden sind, können faktisch nicht nachgeholt werden. Deshalb kann diese Erkrankung auch niemals aufgelöst werden. Die Symptome können maximal gemildert werden. Mit einem gut sozialisierten Hund wird ein Hund mit Deprivationsschäden es niemals aufnehmen können.

    Wir sprechen hier von einer Erkrankung und nicht von mangelnden Führungsqualitäten des Besitzers, die korrigiert werden können. Deinen Schilderungen lassen erkennen, dass du absolut keine Erfahrung im Umgang mit Hunden hast, die am Deprivationssyndrom leiden, und dich nicht mit den Ursachen dieser Erkrankung auseinandergesetzt hast. Vor diesem Hintergrund finde ich deine Kritik nicht nur wenig konstruktiv, sondern stellenweise auch reichlich vermessen.
    Wunderlich, was Menschen alles wissen. Und schon immer wussten.

  10. Inaktiver User

    AW: Wahre Liebe - Hund entlaufen, Paar harrt am Autobahnrastplatz aus

    Zitat Zitat von FrauDorothea Beitrag anzeigen
    Ich sage dir noch einmal, du kannst noch so gebildet sein. Aber dein Hund erfährt bei dir keine Sicherheit. Und das finde ich für`s Tier nicht schön.
    Diese Behauptung ist taktlos, grenzüberschreitend und schlichtweg falsch!!

    @FrauDorothea, du erwähnst in fast jedem deiner Beiträge, dass du auf Fachliteratur keinen Wert legst. Alleine diese Tatsache macht mich stutzig und skeptisch. Da du nicht liest, wird dir entgangen sein, dass Bücher über Hunde (und ich meine nicht Tim & Struppi o.ä.) von Menschen geschrieben werden, die über langjährige Hundeerfahrung verfügen. Entweder handelt es sich um Kynologen, Hundetrainer, Hundeverhaltenstherapeuten, Veterinäre oder private Hundehalter. Das scheint dich aber nicht zu interessieren, wenn ich dich richtig verstanden habe.

    Mich persönlich fasziniert der Hund in seiner Gesamtheit; ich möchte genau verstehen, wie ein Hund lernt (biochemisch), möchte seine genetische Veranlagung kennen, möchte sein Ausdrucksverhalten verstehen und lesen können, möchte seine Funktionskreise kennen, möchte wissen, wann er angstaggressiv oder dominant-aggressiv reagiert, möchte erkennen können, ob er eine Schilddrüsenunterfunktion hat (sehr häufig und massgebend für viele Verhaltensauffälligkeiten) usw. usf. Meine Wunschliste ist erweiterbar, aber ich will dich nicht langweilen.

    Viele Hund in meinem Umfeld sind verhaltensauffällig bzw. verhaltensgestört, weil der Mensch seinen Hund missverstanden hat oder aber in dem Irrglauben lebte, seinen Hund besser zu kennen als der Hund sich selbst. Traurig, aber wahr.

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