Mal so nebenbei: die Sitte, dass jemand vom Tierschutz vorbei kommt, um die Wohnverhältnisse zu inspizieren, finde ich unsäglich! Allein deshalb käme mir kein Tier vom Tierschutz ins Haus. Und das hat nichts damit zu tun, dass es bei mir etwas zu verbergen gäbe, was einem Tier schaden könnte. Es hat für mich eher was mit Intimsphäre und Schnüffelei zu tun. Im Grundgesetz wird die Wohnung geschützt, ohne richterlichen Durchsuchungsbefehl muss man niemanden reinlassen, aber die Tierschutzleute maßen sich das an. Wegen eines Hundes oder einer Katze!
Ich finde das krass.
Antworten
Ergebnis 71 bis 80 von 190
-
05.05.2015, 07:20
AW: Ein Hund aus dem Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz
-
05.05.2015, 07:25
AW: Ein Hund aus dem Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz
Kann ich gut verstehen. Aber das ist quasi die andere Seite. Ich wollte damit nur verdeutlichen, dass keineswegs immer einfach so vermittelt wird, ohne zu schauen, ob es überhaupt passt.
Und umgekehrt gibt es auch heute noch Tierheime, die sich kaum darum kümmern, ob es passt. Da geht man hin, sucht sich ein Tier aus und kauft es (anders kann man das nicht nennen). Das habe ich in dieser Form beim Auslandstierschutz noch nicht erlebt.
Deine Bedenken kann ich wie gesagt gut verstehen. Es ist aber normalerweise eher ein Beratungsgespräch als Schnüffelei. Und viele Menschen nehmen das auch gerne an.Geändert von RomiaSophia (05.05.2015 um 07:30 Uhr)
-
05.05.2015, 07:31Inaktiver User
AW: Ein Hund aus dem Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz
ich habe lange als Inspektorin fürs Tierheim gearbeitet. Meine Aufgabe war es, die neuen Tierhalter zu besuchen; unangemeldet! Nach einem vorgegebenen Fragebogen habe ich Gespräche geführt und mir die Verhältnisse angeschaut. Kein einziger Adressat fühlte sich beschnüffelt, im Gegenteil; alle waren froh, dass ich vorbei kam.
-
05.05.2015, 07:39
-
05.05.2015, 07:52
AW: Ein Hund aus dem Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz
Die meisten Menschen, die ein Tier aus dem Tierschutz aufnehmen, machen das ja auch nicht, weil sie sich nicht anders eins beschaffen könnten, sondern weil sie die Tierschutzarbeit gut und wichtig finden. Viele darunter finden es auch gut, dass geschaut wird, dass die Tiere nicht vom Regen in die Traufe kommen und womöglich in absehbarer Zeit wieder im Tierheim sitzen.
Die Besuche vorab, die ich durchgeführt habe, liefen wie gesagt auch eher als Beratung. Ich habe offene Fragen beantwortet und bei Bedarf vor Ort Tipps gegeben.
-
05.05.2015, 09:34
AW: Ein Hund aus dem Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz
Grundsätzlich finde ich Platzkontrollen nicht schlecht. Züchter machen das auch.
Es gibt einiges, was man nicht sehen möchte: Animal hoarding, Tiere in Messie-Haushalten, Hunde, die in der Duschkabine hausen müssen oder im Keller, damit sie keinen Dreck machen, Katzen in der Abstellkammer, keine medizinische Verssorgung ... Nur als klitzekleine Auswahl.
Die Praxis, in der ich gearbeitet habe, hat auch eine Art Refugium betreut. Die Neuzugänge, auch beschlagnahmte Tiere, wurden bei uns untersucht. Vorberichte und Zustand der Tiere waren zum Teil erschreckend.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
-
05.05.2015, 09:52Inaktiver User
AW: Ein Hund aus dem Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz
Sinn und Zweck dieser Regelung ist es ja, genau diese Sorte Interessent, die sich "mal eben einen Hund beschaffen will", und der die Fähigkeit fehlt, die Welt unter dem Blickwinkel der Interessen anderer (z.B. denen des Hundes) zu sehen, fernzuhalten. Genau diese Egozentrik, fehlende Einsicht und das damit verbundene fehlende Einfühlungsvermögen bringt Tiere regelmäßig ins Heim. Deine Reaktion ist also ein Beweis dafür, dass diese Richtlinie ihren Zweck sehr gut erfüllt, weil man genau die Interessenten, die deine Haltung verkörpern, im Sinne der Tiere kein zweites Mal haben will.
Bekannte von mir haben sich vor Jahren einen Hund über eine Orga geholt. Es wurde eine Nachkontrolle angekündigt, aber nach der Übergabe des Hundes war für die neuen Besitzer niemand mehr zu sprechen. Auch nicht, als es massive Probleme mit dem Hund gab, und die neuen Besitzer aufgrund der falschen Vermittlungsangaben komplett überfordert waren.
Bei meinem Hund gab es ebenfalls eine Nachkontrolle. Ich fand den Besuch sehr angenehm. Es war keine Wohnungsbesichtigung und kein Abarbeiten eines Fragenkataloges, sondern ein sehr nettes Gespräch, bei dem das Interesse ausschließlich dem Hund, seiner Verfassung und seinem Wohlergehen galt.
Bei meinem Hund lag die Hürde bei der Vermittlung insgesamt noch höher: Erster Besuch im Tierheim, Kennen lernen des Hundes unter Aufsicht eines Pflegers, Ausfüllen eines Fragebogens, mindestens fünf Besuche im Tierheim (ebenfalls unter Aufsicht), Termin zu einem Gespräch mit der Tierheimleitung, bei dem alle im Haushalt lebenden Personen anwesend sein mussten, Nachweis der Halteerlaubnis, Vermittlung zur Probe mit Vertrag, Gesprächstermin nach Ablauf der Probezeit mit dem Hund im Tierheim, Nachkontrolle in der Wohnung. Die Zahl der "Rückläufer" ist entsprechend niedrig, weil sich niemand dieses Prozedere antut, der einen Hund nicht wirklich haben will, und das ist absolut im Sinne der Tiere, die vermittelt werden.
-
05.05.2015, 11:39
AW: Ein Hund aus dem Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz
Wir haben beide Hunde (zufällig) aus dem selben Tierheim. Nachdem der Problemhund vermittelt wurde, wurde keine Nachkontrolle gemacht. Sie waren froh ihn loszuhaben. Bei dem anderen Hund wurde nur eine Nachkontrolle gemacht, weil ich bestimmte Welpen zuhause hatte, die sie unbedingt sehen wollten. Also kamen sie nicht wegen des Hundes.
Der Problemhund ist dann bei uns gelandet weil der Besitzer überhaupt nicht mit ihm zurecht kam. Uns hat es wie gesagt zwei Jahre gekostet aus ihm einen Traumhund zu machen. Viel viel Geduld, Liebe und Vertrauen und und und. Für eine Familie oder Anfänger wäre es wohl nicht zu schaffen gewesen.
Der andere: null Probleme, einfach nur ein Spaßvogel
Gruss
Meagan
-
28.05.2015, 14:29
AW: Ein Hund aus dem Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz
Puuuhhh, da denke ich mir "schaue mal was so in der bri steht" und lande in diesem Strang hier...
Ich, die gerade daran denkt, sich ihren 1. Hund zu holen und zwar, weil es in den regionalen Tierheimen nur grössere und ältere Hunde gibt, aus dem Auslandstierschutz. Und jetzt habt ihr mich nachdenklich gestimmt...
Die entsprechende Kontaktperson aus dem Auslandstierschutz hatte ich heute morgen angeschrieben, etwas meine Lebensumstände erklärt (unter anderem auch, dass es sich bei mir um eine Anfängerin handelt) und welche Hunde ich von der Seite ins Auge gefasst habe. Dann habe ich natürlich um ihr Feedback dazu gebeten und nach dem Prozedere gefragt...
Gibt es aus Sicht von Euch erfahreneren Haltern, Fragen die ich unbedingt stellen muss? "Schlagworte" die mich misstrauisch machen müssten? Oder ratet ihr mir generell davon ab, es mit so einem Hund (aus Spanien) zu versuchen?
-
28.05.2015, 15:00Inaktiver User
AW: Ein Hund aus dem Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz
@Cataleya, ich persönlich kenne einige Hunde aus Spanien. Es ist schwer, verallgemeinernd etwas über die Individuen zu sagen. Viele sind gut sozialisiert, einige sind leicht traumatisiert. Letzteres kann man mit Geduld und professioneller Hilfe therapieren.
Ich würde nach der Vorgeschichte des Hundes fragen, falls bekannt. Ob er stubenrein ist, ob er geimpft wurde, ob man Krankheiten bei ihm festgestellt hat.
Denkst du persönlich an einen jungen oder an einen älteren Hund?


Zitieren
