Ich bitte an dieser Stelle um Erfahrungswerte :-)
Mein Hund (fast 13), treue Begleiterin seit 13 Jahren hat Probleme mit den Knochen, Spondilose, wahrscheinlich Bandscheibenvorfälle, Arthrose usw. seit ca. 6 Monaten erhebliche Probleme. Kurz vor Weihnachten kam sie hinten schon so gut wie nicht mehr hoch.
Ich hab ihr in einem letzten Versuch vom Tierarzt Anabolika spritzen lassen und ihr Zustand besserte sich im erträglichen Maße, ist auch tagesformabhängig.
Nun lag sie seit Samstag schlapp in ihrem Korb und frass nix mehr. Da ich das von meinem immerzu hungrigen Hund nicht kannte, das noch nie vorkam und ihre insgesamte Situation mir Sorgen machte, bin ich Montag zur Tierärztin meines Vertrauens.
Herz o.B, ansonsten erstmal nix Auffälliges. Bis zum Bluttest, der unterirdisch war. Hämatokrit liegt bei 18 (Referenzwert 44 - 60). Eine nochmals eingeschickte Blutprobe in ein großes Labor zeigt, dass mein Hund Blutanämie hat. Im Prinzhip steht sie von den Werten her kurz vor einer notwendig werdenden Bluttransfusion. Im Ultraschall und Röntgen konnte ein Milztumor festgestellt werden.
Der Zustand ist nach Infusion und Schmerzmitteln seit Montag gut. Sie frisst wieder, geht Gassi, keine blassen Schleimhäute.
Meine Tierärztin (Freundin) gibt folgende Prognose ab: Keine 2 Wochen mehr.
Milztumore platzen irgendwann. Der Hund verblutet innerlich. Der Tod soll leise und human kommen.
Mir stellt sich die Frage, ob ich meine treuste Begleiterin (die grad wieder sehr munter ist) vorher erlöse oder das eintretende Drama abwarte um dann tätig zu werden. Eine rund um die Uhr Betreuung ist derzeit gewährleistet. Ich habe mein Nachtlager neben dem Hundekorb aufgebaut und es ist die nächsten Tage immer jemand zu Hause.
Hat jemand ähnliches erlebt (Milztumore sind eine der häufigsten Erkrankungen älterer Hunde) und kann mir ohne ins Detail zu gehen berichten ?
Vielen Dank.....
Antworten
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Thema: Milztumor meines Hundes
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11.02.2015, 23:21
Milztumor meines Hundes
In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe
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11.02.2015, 23:39
AW: Milztumor meines Hundes
Hallo Peppis,
wir haben vor 2 Jahren unseren Hund wegen eines Milztumors einschläfern lassen müssen. Die Tierärztin hatte uns auch das Platzen des Tumors und in Folge dessen innerliches Verbluten als wahrscheinlichen Verlauf mitgeteilt und auch darauf hingewiesenen, dass das kein schlimmer Tod für den Hund sei. Es kam aber nicht dazu, weil der Tumor dann in sehr kurzer Zeit noch mal stark gewachsen ist und derart auf den Magen drückte, dass der Hund keine Nahrung und kein Wasser bei sich behalten konnte. Da haben wir ihn erlöst. Die Tierärztin hatte uns darauf vorbereitet, dass das passieren könnte, allerdings eher damit gerechnet, dass die Lunge und damit die Atmung betroffen sein könnten. Wenn das passiert, kann man das Platzen des Tumors natürlich nicht abwarten, daher muss man den Hund dauernd im Blick haben.
Ich hoffe, dass ist nicht zu detailliert für dich und ich wünsche dir viel Kraft.
P.S. Wir haben noch zwei schöne Wochen nach der Diagnose mit unserem Süssen gehabt und nach meinem Gefühl den richtigen Zeitpunkt gefunden, ihn gehen zu lassen. Du wirst merken, wann es soweit ist.
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11.02.2015, 23:49
AW: Milztumor meines Hundes
Danke für deinen Bericht.
Nein, ist nicht zu detailliert. Es geht auch nicht um mich :-), ich denke der ein oder andere möchte die nackten Tatsachen nicht so genau lesen. Ich selbst kann das wegstecken.
Klar, wenn irgendwas zwischendurch eintritt, ist meine Entscheidung klar.
Ich hab den Hund derzeit rund um die Uhr im Blick und auf Rufbereitschaft kommt in dem Fall meine Freundin mit der Medikation sofort vorbei.
Ich hoffe, genau wie du, dass mir der richtige Zeitpunkt gemeldet wird. Im Moment bin ich noch nicht so weit, obwohl der Punkt für mich nicht überraschend kommt. Ich hab mich schon vor Weihnachten mit der Problematik "lebenswertes Hundeleben" auseinandersetzen müssen.
In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe
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12.02.2015, 06:20
AW: Milztumor meines Hundes
Ach Peppis,
so eon Miszt!
iztumoren, gut- und bösartige, sind mit die häuufigsten neoplasien des älteren Hundes.
Man kann sie operieren, wir haben das auch oft als Not-OP gehabt, sogar manchmal beim älteren Hund. Aber 2/3 sind bösartig und haben längst metastasiert, wenn man sie bemerkt. Und ohne OP platzen auch die Gutartigen. Das weißt Du aber eh alles schon von Deiner Freundin.
Du machst es genau richtig. Mach Deinem Hund schöne letzte Tage und beobachte ihn genau. Kontrolliere immer die Schleinhäute im Maul.
Es tut mir sehr, sehr leid! Ich habe das so oft gesehen und auch einer unserer früheren Hunde hatte einen Milztumor.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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12.02.2015, 08:27
AW: Milztumor meines Hundes
Danke Katelbach,
heute Nacht ist sie die ganze Zeit durchs Wohnzimmer gewandert und war unruhig
Auch wenn ich mir klar bin, dass sie für diese Größe und ihre Rasse mit nun fast 13 schon ganz schön alt ist, puh, schwerer Weg für uns.
Ich habe 1993 schonmal einen Hund nach 17 Jahren wegen eines Tumores verloren. Hier war der Verlauf aber ganz anders.In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe
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12.02.2015, 17:32
AW: Milztumor meines Hundes
Natürlich ist das schwer! Wem sagst Du das!
Ich habe im Sommer 2013 meine olle Golden-Mischlingshündin verloren (Lebertumor) und im Sommer 2014 meinen alten Herzenshund mit fast 16, einen Golden. Mein Golden davor wurde nicht mal ganz 12, er hatte einen Lungentumor.
Die "üblichen" Tumoren des Hundes, meist Karzinome oder Lymphome, verhalten sich anders. Sie wachsen langsamer, machen Beschwerden im befallenen Organ ...
Das Hämangion (gutartig) und das Hämangiosarkom (bösartig) sind deshalb so fies, weil sie lang keine Beschwerden machen. Sie sind neubildungen der Blutgefäßzellen, es werden neue, aber min derwertige Gefäße gebildet, besonders gern in hoch vaskularisiertwen Organen wie z.B. der Milz oder der Leber.
Erst wenn sehr viel der zirkulierenden Blutmenge in den Tumoren versackt oder der Tumor platzt, ist der Hund schlapp, die Schleimhäute sind blass und das Blutbild zeigt eine Anämie.
Wenn der Hund zu alt oder zu schwach für eine Op ist, kann man nichts machen und auch die OP ist nur erfolgreich, wenn es sich um ein Hämangiom handelt. Was es ist, weiß man aber erst, wenn die Milz histologisch aufgearbeitet ist.
Ein ganz blöde Situation, denn man ist immer in Habacht. Es kann natürlich tatsächlich sein, dass Deine Hündin Kreislaufprobleme bekommt oder dass ihr schlecht ist.
Ich halt Euch die Daumen!Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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12.02.2015, 17:36Inaktiver User
AW: Milztumor meines Hundes
Liebe Peppis,
zwei meiner Freundinnen haben ihre Hunde durch Milztumore verloren. Eine hatte einen kleinen Mischling, der trotz seiner 15 Jahre und entsprechender Alterserscheinungen Spaß am Leben hatte und gern mit ihr unterwegs war. Sie wusste nicht, dass er einen Milztumor hatte; vor einiger Zeit brach der Hund auf einem Spaziergang zusammen und konnte nicht mehr laufen. In der Tierklinik bekam sie die Diagnose, es war ein geplatzter Milztumor. Der Kleine wurde eingeschläfert.
Eine andere Freundin wusste, dass ihr Berner Sennenhund einen Milztumor hatte; nach der Diagnose hatte er noch ein paar gute Monate. Als es bei ihm in die Endphase ging, war er zunehmend unruhig, wanderte ruhelos herum, suchte kalte Orte, wo er sich hinlegte, blieb aber nicht lange liegen, nahm die Wanderschaft wieder auf, suchte einen neuen kalten Platz. Er wollte sich ständig lösen, es kam aber nichts. Seine Schleimhäute waren deutlich blasser geworden, meine Freundin merkte schnell, dass ihr Hund sich quälte. Das war der Zeitpunkt, an dem sie dann die über ihnen schwebende Entscheidung traf und ihn erlösen ließ. Der Arzt stellte dann auch fest, dass sich im Bauchraum schon Blut angesammelt hatte, es war also nur noch eine Frage der Zeit, wann der Hund zusammengebrochen wäre. Sie macht sich heute noch Vorwürfe, nicht etwas früher reagiert zu haben, aber sie klammerte sich halt an jedes freudige Zeichen ihres Hundes, das Spaß am Leben signalisierte.
Ich wünsche euch hoffentlich noch ein paar gute Tage mit eurem Hund.
Zuza
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12.02.2015, 18:43
AW: Milztumor meines Hundes
Ach Peppis
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Reine Familiensache
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13.02.2015, 19:11
AW: Milztumor meines Hundes
Liebe Peppis, ich lese jetzt erst davon.
Meine Hündin hatte auch einen geplatzten Milztumor, was per Ultraschall festgestellt wurde, nachdem sie richtiggehend zusammen gebrochen war. Ich habe sie dann gehen lassen. (Schlimm, schlimm,
)
Vorher bemerkte ich, dass sie dünner wurde, obwohl sie normal ass und einmal war sie ganz schlapp und müde und konnte kaum aufstehen. Ich habe ihr dann mit einer Spritze Honigwasser eingetröpfelt, was ihr gut tat.
Sie war zu dem Zeitpunkt auch 13 und das Ganze ging rasend schnell innerhalb von 3-4 Wochen nach den ersten Anzeichen von Schlappheit.
Die TÄ sagte mir dann, dass Milztumore in der Regel rasch wachsen, in der Regel inoperabel sind und in der Regel platzen. Symptome wie beschrieben, Müdigkeit, Schlappheit, Abnahme und dann Zusammenbruch.
Du hast gefragt, was Du tun sollst. Ich würde Deine Hündin jetzt schon gehen lassen, wo es noch nicht eilt, wo sie auch noch in Ruhe von Dir Abschied nehmen kann.
Alles Gute trotz des bevorstehenden Schmerzes. Es ist immer schrecklich.Geändert von Lukulla (13.02.2015 um 22:50 Uhr) Grund: Name korrigiert, war aufgeregt
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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13.02.2015, 20:04
AW: Milztumor meines Hundes
Ich danke euch für die Erfahrungsberichte.
Lukulla,
genau das ist der von meiner Freundin beschriebene Verlauf. Vor allem auch dieser Zusammenbruch.
Ich denke, wir geniessen noch ein paar Tage bis nach Karneval und nächste Woche Mittwoch werde ich dann noch mal tief in mich gehen und ich denke ja, ich erwische diesen Moment, wo es ihr noch o.k. geht.
Ich war heute nochmal beim Tierarzt, hab sie nochmal checken lassen, soweit ist der Zustand gerade unverändert. Sie frisst, kommt aber nur noch mit Hilfe aus dem Korb (ich muss sie quasi auf die Beine stellen), das ist aber ihrer zweiten großen Baustelle, den Knochen zuzuordnen. Ansonsten ist sie aber schon irgendwie tüdelig, obwohl ich heute mehrfach mit ihr kleine Strecken spazieren war und sie auch im Garten war, läuft das Pippi einfach hinten raus in die Decken usw. Und es stört sie nichmals.
Zuza
Für mich ist neben dem Hund auch noch wichtig, dass das Unvermeidbare nicht genau dann passiert, wenn meine kleinen Söhne hier sind. Sie sollen davon nichts mitkriegen, ich möchte ihnen lieber nachher erzählen was passiert ist. Das es dem Hund nicht gut geht, weiss und versteht zumindest der Ältere.
Ich danke euch
In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe


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