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    Austausch für Menschen mit Angsthunden

    Hallo (Tierschutz-)Hunde-Menschen!

    Ihr kennt mich ja mit den Berichten über meine "Angsttante", meine Windhund-Schäferhund-was-weiß-ich-Hündin aus einem rumänischen "Tierheim" (was für ein zynischer Euphemismus!). Ich habe sie im Frühjahr 2011 bekommen - unfreiwillig und durch ein Missverständnis, und sie behalten. Sie war ein kleines verängstigtes Bündel Hund, noch vor dem Zahnwechsel, das Angst vor allem und jedem hatte.

    Meine alten Hunde haben ihr ein wenig Sicheheit, Kontaktliegen und Kumpanei geboten, doch insgesamt blieb sie verängstigt bis zur Panik.

    Männer, Kinder, Geräusche, Wind, Gewitter, Feuerwerk, Lichtreflexe und jetzt auch die sportlichen Fahrradfahrer (nach einem Schockerlebnis im letzten Jahr) ...

    Ich habe von Anfang an mit ihr gearbeitet. Wie jetzt gelernt habe, habe ich unendlich viel falsch gemacht. Unterstützt von wenig erfahrenen Trainern ging es anfangs um: "Da muss sie durch", d.h. Abwechslung und Action, Konfrontation.
    Ich habe parallel intensiv und für viel Geld Homöopathie, Bachblüten, Nahrungsergänzungen etc. in den Hund gesteckt. Den Erfolg kann ich nicht beurteilen, weil ich keinen Vergleichshund habe. Vielleicht ein bisschen.

    Seit etwa einem Jahr konsultiere ich eine Kollegin, die eine Praxis für Verhaltes-Tiermedizin führt. Von ihr habe ich sehr viel gelernt über gestörte Hunde aus dem Auslandtierschutz. Dinge, die ich weder als Tierärztin noch als lebenslange Hunde-Frau kannte.

    Für mich war "Deprivation" das Schlüsselwort zum neuen Konzept. Depriviertes Aufwachsen bedeutet, dass der Hund (beim Menschen gibt es das aber genauso [>> Kaspar Hauser) in der wichtigsten, das Leben bestimmenden Phase, also den ersten 12 bis 16 Wochen, viel zuwenig Reize mitbekommt. Ganz normale Alltagsreize. Logischwerwesie kann der Hund dann später, nach sener "Rettung" und Vermittlung ins Ausland mit Reizen wie Stadt, Verkehr, Geselligkeit ... nicht umgehen, da sein Gehirn sich nicht in dieser Richtung formen konnte. Bestimmte Verhaltensweisen bei meier Hündin lassen vermuten, dass soie auch Misshandlung oder zuminest Grobheiten ausgesetzt war (unter anderem eine schiel verheilte Fraktur in der mitte der Rute).

    Die Verhaltensleute sagen, dass "nur" misshandelte Tiere leichter zu therapieren sind, weil sie spezielle Erfahrungen mit dem Typ des Misshandlers haben, aber ansonsten - wenn sie nicht depriviert aufgewachsen sind - mit der Außenwelt umgehen können. Gut und verständlich nachzulesen auf der Seite www.angst-hund.de

    Seit ich meiner Hündin einen abwechslungsarmen, reizarmen, eigentlich langweiligen Alltag biete, nur Bekanntes, Ruhe, sie viel zuhause lasse, wird sie entspannter. Sie bekommt nach langem Zögern auch ein Medikament, das die Neurotransmitterströme reguliert und sie aus ihrer Starre holen soll. Ein bisschen zeigt es jetzt nach 2 Monaten Wirkung.

    Das Gegenbeispiel, Synonym für eine gute Sozialisation und "schöne Kindheit" waren meine anderen Hunde, allen voran mein Oller : ein Golden aus einer fantastischen Zucht. Er hatte vom Autofahren bis zum Schulbesuch, vom Hühnerhof übers bürgerliche Wohnzimmer bis zum Hundeplatz und noch viel mehr schon alles Wichtige im Kreise seiner Hunde- und Züchterfamilie erlebt, als ich ihn mit 10 Wochen mit nach Hause nehmen konnte. Er war seine ganzen fast 16 Jahre cool, neugierig, über alle Maßen gutartig, fröhlich und zugewandt. Urvertrauen. Alle Hunde, die ich in der Familie seit meiner Kindheit erlebt habe, waren so. Deshalb war mir meine Rumänin auch erst einmal ein Rätsel, weil sich ihr Stresslevel mit jedem Angebot, das ich ihr machte, verschlimmerte.


    Mein Anliegen mit diesem Strang ist es, einen Austausch zwischen Userinnen und Usern mit Angsthunden oder gestörten Tierschutzhunden zu fördern. Ich glaube, wir können viel voneinader erfahren und lernen.

    Ich möchte damit aber auch ganz, ganz dringend davor warnen, den Versprechungen vieler Auslandstiervermittlungen vom dankbaren problemlosen Familienhund blinden Glauben zu schenken. Jeder, der sich einen solchen Hund aussucht, muss wissen, worauf er sich einlässt. Sonst laedt der Hund schnell im Tierheim und wird zum Wanderpokal.

    Gerade die Hunde aus Südost- und Osteuropa bringen oftmals eine schwere Traumatisierung mit, schlimmer als die Griechen und Spanier, die dann beim Erwachsenwerden oder in Krisensituationen (Verlust, Schreckerlebnis) erst richtig manifest wird. Traumata graben sich plastisch ins Gehirn ein, d.h. Synapsen, Nervenzellverbindungen werden geschaltet, das Erlebte (oder Nicht-Erlebte) formt das Gehirn, genauso wie beim traumatisierten oder vernachlässigten Kind.

    Oft bleiben sie ihr Leben lang Problemhunde und passen nicht ins normale europäische Familien- und Freizeitleben, sie lernen schlecht und vergessen viel, denn Angst macht erst einmal dumm.

    Ich hoffe auf einen regen Austausch!
    katelbach
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden

    Gute Idee, einen solchen Strang zu eröffnen, @Katelbach .

    Wobei unser Ungar ja "nur" Angst vor Gewitter, Feuerwerk und herunterknallenden Rolläden hat und ich von daher nicht wirklich mitreden kann .

    Alles in allem ist Karlchen wirklich ein angenehmer und freundlicher Zeitgenosse und wir freuen uns, dass wir mit ihm als Tierheimhund aus dem Auslandstierschutz wirklich einen sehr guten Griff getan haben, obwohl uns klar ist, dass das ein Riesenglück und nicht selbstverständlich ist.

    Allerdings arbeiten wir auch viel mit ihm und haben einige Probleme durch das vorsichtige Heranführen an für ihn unangenehme Situationen gut auflösen können.
    ... and nothing else matters

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    AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden

    Da kann ich auch mitreden. Unser Kleiner kam im November letzten Jahres mit 5 Monaten hier an und kannte nichts. Er war bis dahin nur im Zwinger gewesen, dass man dabei von depriviertem Aufwachsen spricht, höre ich nun das erste Mal, danke schon mal dafür Katelbach. Er war wirklich wie Kaspar Hauser, ließ sich nicht anfassen, ging rückwärts, wenn man auf ihn zukam, kannte weder Halsband noch Leine, scheute davor durch Türen zu gehen.

    Ich habe auf meinem Bauch gehört und mich nicht von der *da-muss-er-durch-Fraktion* beirren lassen. Das heißt konkret, ich hab ihn gelassen, habe viel Zeit auf dem Boden verbracht, immer Leckerchen bei mir und habe gewartet, bis er von allein auf mich zukam. Und obwohl ich ihn nicht anfassen konnte, hat er von der zweiten Nacht angekuschelt bei mir im Bett geschlafen. Nach einer Weile haben wir ihm zu zweit ein Geschirr angelegt, dass er dann erstmal anbehalten mußte. Bis ich ihn auch anleinen konnte, verging einiges an Zeit. Erst am zweiten Weihnachtstag sind wir das erste Mal mit ihm Gassi gegangen.

    Von da an ging es stetig bergauf. Inzwischen macht ihm Strassenverkehr nichts mehr aus, er stürmt durch jede Tür als erster und geht neugierig und aufgeschlossen auf Menschen zu. Wenn ich merke, dass ihn eine Situation oder ein Geräusch ängstigt oder verunsichert, biete ich ihm an, das mit mir zusammen anzusehen, das nimmt er auch gerne an, beim nächsten Mal ist das Problem dann keines mehr. Er ist der verschmuseste Hund den ich überhaupt jemals kennengelernt habe, sucht immer den Körperkontakt und ich kann ihn ganz fest in den Arm nehmen und an mich drücken, ohne dass es ihm im geringsten etwas ausmacht, im Gegenteil, je dichter je lieber. Er fährt liebend gerne Auto und ist total begeistert, wenn es am Ende der Fahrt etwas neues zu erkunden gibt.

    Wir hatten wohl das Glück, dass er zum einen sehr verfressen ist, zum anderen sehr sehr neugierig und dass ihn unser Großer, der schon von Anfang an sehr souverän mit allen fremden Situationen umgegangen ist, von Anfang an akzeptiert hat und ihm obendrein sehr viel Sicherheit geben konnte.

    Dafür hat der Große nun keine Angst mehr vor Gewitter, ich vermute, weil es den Kleinen von Anfang an kalt gelassen hat, selbst Silvester fand der Kleine nur zum Wuffen, weil ihn der Lärm beim Schlafen störte.

    Ich könnte noch stundenlang weiterschreiben, möchte aber nicht den Rahmen hier sprengen, falls ihr also irgendwelche Fragen habt, immer her damit, ich gebe meine Erfahrungen gerne weiter.
    Der Utopist sieht das Paradies,
    der Realist das Paradies plus Schlange.
    Friedrich Hebbel

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    AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden

    @katelbach, großen Dank für diesen Strang!

    Durch einen Eintrag in einem anderen Strang kam ich hierher - nach 5 Tierschutzhunden (im weiteren Sinne) - problematische Rassen - problematische Vorerfahrungen - alle wieder gut "Hinbekommen" - kam der Pole in unser Haus.

    Das ist seine Geschichte:

    Dobby ist ein 4jähriger Riesendackel, in dem die Tierärztin noch einen Terrieranteil entdeckt hat. Wir haben ihn von einer ausländischen Tierschutzorganisation aufgedrängt bekommen, als wir uns dort für einen anderen Hund beworben haben. Man hat seine Aggressivität verschwiegen, ebenso seine Angst und darauf vertraut, dass wir ihn aus Tierliebe nicht zurückgeben würden. Richtig gedacht. Ob leider oder nicht ...

    Er war in D schon vermittelt und ein Junge im Alter meines älteren Sohns hat ihn dort misshandelt, was dazu führte, dass er meinem älteren Sohn mit großer Abneigung begegnete. Den kleinen Sohn hat er vom ersten Tag an hingebungsvoll geliebt. Weil man halt nicht immer zu 100% aufpassen kann, hat er bereits 3 Personen gebissen, die erste Tiertrainerin, meinen alten Vater und einen unbekannten Passanten, der plötzlich aus einem Haus gestürzt kam. Ich kann die jeweiligen Auslöse-Situationen benennen, was die Opfer nicht besonders interessiert und nicht bedeutet, dass ich die jeweiligen Situationen komplett vermeiden könnte.

    Mit dem zweiten Tiertrainer haben wir nun kleine Erfolge. Er vertritt ein komplett anderes Konzept, z.B. fragt er, was Dobby auf dem Hundeplatz soll, er habe doch seine Flusi (unsere Zweithündin), das reiche. Dobby hätte vordringlichere Probleme.

    Die zweite Haftpflichtversicherung droht, beim nächsten Vorfall zu kündigen. Wir gehen am besten in der Dämmerung spazieren, wo keine Hunde und Menschen sind. Es besuchen uns kaum noch Menschen zuhause, besonders keine Freunde meiner Söhne mehr, obwohl wir mit zwei Babytörchen im Haus einen hohen Sicherheitsstandard für Besucher realisiert haben.

    Ein Hund, der beisst, ist ein Tabuthema, so ähnlich wie Inkontinenz oder der Besuch eines Swinger Clubs. Wir müssen uns verteidigen, weil wir ihn behalten haben, wegen der Verantwortung für zwei Kinder, die ich trage. Noch nie habe ich gehört, dass man Verständnis hatte, dass wir ihn unbedingt behalten wollen.

    Warum, weiss ich auch nicht mehr genau. Vielleicht, weil der Dobby im Haus, ohne Fremde, ein lustiger, gelassener Typ ist, langsam lernt, was Humor ist und unendlich schmusig ist. Laufend liegt er auf dem Rücken und strampelt mir seinen kurzen schiefen Beinchen. Er signalisiert, ich will ja, aber es geht doch nach 4 Jahren nicht so recht und nicht so schnell.

    Was wir auch erst lernen mussten und was Katelbach schreibt, alles, was wir ihm nicht zumuten, ist erstmal ein Gewinn. Kein Besuch, keine Reisen, keine Begegnungen, keine Anregungen, keine Aufregungen. Erstmal hielt ich das für eine glatte Verfehlung unsererseits, ihn so abzuschotten. Aber je länger es dauert umso eher halte ich es für möglich, ihn im zweiten Jahr "homöopathischen" Anregungen auszusetzen und möglichst Mißerfolge zu vermeiden.

    Es wird ein langes Arbeiten werden, vielleicht ein lebenslanges.

    Ich habe beschlossen, dass dies unser letzter Hund wird, da ich nach dem Weggehen der Kinder auch nochmal etwas freier in meiner Lebensgestaltung sein möchte. Insofern stellt sich die Frage "würdest du das nochmal machen?" nicht. Die Antwort wäre sicherlich "nein".

    Also kann man als Tierschutzorganisation einen solchen Hund nur loswerden, wenn man ihn Leuten andreht, die man für treudoof genug hält, dass sie sich diesen völlig unpassenden Schuh anziehen. Aus Tierliebe, aus falsch verstandener Konsequenz? So Idioten wie uns eben.

    Unser Tiertrainer sagt übrigens, das passiere viel viel öfters als man im Allgemeinen annimmt. Unser Tierheim um die Ecke - das damals keinen passenden Hund hatte - ist derartig verantwortungsbewußt, da wäre mir das nie passiert. Aber ich mußte ja jetzt gleich einen Polen aus dem Internet haben ...
    PLEASE don't talk to me before I've had my first cup of coffee in the morning.

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    AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden

    OT: manche Tierheime sind da recht ... ich weiß gar nicht wie ich es nennen soll, gleichgültig, merkbefreit, blauäugig? Einer bekannten älteren Dame wurde mal ein ausgewachsener Rottweilerrüde vermittelt, die zwei hatten sich auf den ersten Blick ineinander verliebt. Ende vom Lied war, dass er einen so starken Beschützerinstinkt entwickelte, dass sie ihn wieder abgeben mußte, weil sie ihn nicht halten konnte, wenn er nach vorne ging um sie zu beschützen.
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    Friedrich Hebbel

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    AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden

    Dafür bekommt eine ca. 50-Jährige keinen Hund aus dem Tierheim, weil sie zu alt ist, obwohl die erwachsene Tochter mit Mann auf demselben Grundstück lebt und sich im Ernstfall um den Hund kümmern würde. Man fragt sich da manchmal.

    Meine Hündin kommt nicht aus einer Vermittlung, sondern Kollegen, die ihren Urlaub in diesen Ländern kastrierend verbringen, haben den Wurf mitgebracht. Durch ein paar seltsame Versehen landete sie bei mir anstatt bei der Pflegestelle. Und ich war - als über 50-jährige Hundeerfahrene - auch so blauäugig, dass ich dachte, mit Liebe, Ruhe und Hinführen an die Dinge klappt das schon. Sie hat sich auch sofort an mich und an die alten Hunde angeschlossen und ließ sich sofort auf den Arm nehmen und ins Haus tragen. Aber die Angst ist da. Vor allem ist es schwer vorherzusagen, was ihr Angst macht.
    Bei Besen, Schaufeln etc. flieht sie, der Staubsauger ist ihr ziemlich egal. Straßenverkehr auch, außer schnell fahrenden Radlern, Skatern, Kinderwägen.

    Gewitter, Schussgeräusche, Feuerwerk: ganz schlimm, aber auch Musik, Lichtreflexe ...

    Immerhin geht sie, seit sie die Medikamente bekommt, vorsichtig zu Menschn hin, die sie schon länger kennt, und beschnüffelt sie, lässt sich inzwischen auch manchmal streicheln. Mit mir schmust sie ausgiebig, sie liegt jeden Abend neben mir auf der Couch und bekommt Wellnessmassagen am Ohrgrund und an den Lefzenwinkeln. Da sind Akupressurpunkte, die Wohlgefühl vermitteln, habe ich gelernt. Natürlich wird sie auch sonst viel gestreichelt. Sie wird dann ganz lang und die Körperspannung lässt nach.
    Trotzdem ist sie immer in Bereitschaft. Beim kleinsten Lichtreflex oder Geräusch springt sie von der Couch und verschwindet unter dem Tisch.

    Mit anderen Hunden geht es ganz gut. Sie ist bei Begegnungen meist vorsichtig, nach dem Beschnüffeln spielt sie aber auch manchmal. Sie geht ganz gern in einer kleinen Gruppe von Hunden, die sie kennt. Aber immer ein bisschen für ich, ohne viel Kontakt und Interaktion. Als sie klein/jung war, hat sie sehr heftig und wild gespielt. Vor allem Rase- und Jagdspiele. Ich vermute, dass das ählich wie mit dem Jagen eine Art selbstbelohnendes Verhalten ist.

    Wie ist das bei Euren Hunden mit Spielzeug? Meine Hündin zeigt kein bis kaum Interesse an Spielzeug. Sie sucht aber gern verstecktes Futter.

    Ich habe ja mehrfach geschrieben, dass sie positive Zeichen zeigt. Gestern und heute war/ist sie so verschreckt wie früher. Sie schleicht ein bisschen rum, liegt unter dem Tisch und stiert in die Gegend. Es geht Wind, es gibt häufige Regenschauer und irgendwo grollt immer Donner.
    Thank you for observing all safety precautions.

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    AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden

    Spielzeug wenig, mit Spielzeug und Mensch spielen noch weniger. Beliebt ist die Torgaswurzel, da wird jeden Abend heftigst drauf rumgebissen. Überhaupt, alles worauf sich rumnagen läßt ist toll.

    Mit zunehmendem Selbstbewußtsein ging unser Kleiner nach vorne, bellte und versuchte in das ängstigende Gerät zu beissen (Besen, Schaufeln und ähnliche Geräte), das haben wir aber auch in den Griff bekommen. Ich hab ihm das "Ding" dann immer auf den Boden gelegt, bin mit ihm zusammen hin, hab ihn schnuppern lassen. Inzwischen hat er scheinbar begriffen, dass wir diese Geräte bewegen und die keine selbständigen Angriffe auf ihn vorhaben.

    Außerdem habe ich festgestellt, dass er wesentlich relaxter ist, wenn er seine regelmässigen Ruhezeiten bekommt. Normalerweise machen wir drei zusammen einen Mittagsschlaf. Wenn der mal ausfällt, stattdessen noch Trubel ist, wir z. B. im Garten arbeiten und er so gar nicht zur Ruhe kommt, wird er wesentlich unwirscher und bellt Sachen an, die ihn sonst überhaupt nicht stören.
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    Friedrich Hebbel

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    AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden

    Zitat Zitat von marischo Beitrag anzeigen

    Es wird ein langes Arbeiten werden, vielleicht ein lebenslanges.

    Diese Erkenntnis gilt nicht nur für Angsthunde, sondern für jede Hundeerziehung.


    Ich hatte und habe in meinem Training einige deprivierte Angsthunde. Ich konnte in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Haltern das Angstverhalten reduzieren oder im günstigsten Fall umkonditioniern. Aber ein Rest Angst blieb und bleibt immer. Das Angstgedächtnis erinnert sich ein Hundeleben lang, gelernte Muster beherrschen das Verhalten eines Hundes. Was man erreichen kann, ist, dass die Wellen der Angst flacher und seltener werden.

    Wie katelbach schreibt, muss/kann der Mensch sich mit der Angst des Hundes arrangieren, indem man Situationen oder Orte meidet, die dem Hund missfallen. Das sogenannte Flooding ist zu recht sehr umstritten; ich würde es auch keinem empfehlen!

    Niveau ist keine Creme!




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    AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden

    Danke Vio, vor allem für das "Angstgedächtnis". Wir hatten im April eine abgebrochene Stunde mit der "Hundetrainerin des Grauens", die wollte mir doch weismachen, dass Hunde im hier und jetzt leben und es völlig unerheblich ist, was sie vorher für Erfahrungen gemacht haben. Die hatte noch so einige hanebüchene Weisheiten auf Lager, die ich ihr auch nicht geglaubt habe, weil ich mich bedingt durch die kleine Schissbüx bereits sehr viel selbst informiert hatte.

    Ich findes es nur ganz ganz schrecklich, dass solche Leute auf Hunde losgelassen wurden und die Hundehalter mangels eigener Erfahrungen denen auch noch glaubten und ihren Hunden damit noch mehr Leid zufügen als sie ohnehin schon aushalten mußten. Ich hoffe, dass es durch die Neuregelung des § 11 besser wird und nicht mehr jeder Depp anderer Menschen Hunde versauen darf.
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    Friedrich Hebbel

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    AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden

    Zitat Zitat von Einspluszehn Beitrag anzeigen
    Danke Vio, vor allem für das "Angstgedächtnis". Wir hatten im April eine abgebrochene Stunde mit der "Hundetrainerin des Grauens", die wollte mir doch weismachen, dass Hunde im hier und jetzt leben und es völlig unerheblich ist, was sie vorher für Erfahrungen gemacht haben. Die hatte noch so einige hanebüchene Weisheiten auf Lager, die ich ihr auch nicht geglaubt habe, weil ich mich bedingt durch die kleine Schissbüx bereits sehr viel selbst informiert hatte.
    Unglaublich, was du da schreibst! Es stimmt schon, dass Hunde im Hier und Jetzt leben. Beneidenswert! Hunde können nicht logisch denken/ableiten; wissen also nicht, was morgen oder in einer Stunde passiert. Das schließt allerdings ein Erinnerungsvermögen nicht aus. Von Erfahrungen mal ganz abesehen.

    Zitat Zitat von Einspluszehn Beitrag anzeigen
    Ich findes es nur ganz ganz schrecklich, dass solche Leute auf Hunde losgelassen wurden und die Hundehalter mangels eigener Erfahrungen denen auch noch glaubten und ihren Hunden damit noch mehr Leid zufügen als sie ohnehin schon aushalten mußten. Ich hoffe, dass es durch die Neuregelung des § 11 besser wird und nicht mehr jeder Depp anderer Menschen Hunde versauen darf.
    Ein etwas umstrittenes Thema derzeit. Generell plädiere ich natürlich für den § 11; diskutiert wird aber gerade, wer prüft (Laien) und wer geprüft werden muss.

    Niveau ist keine Creme!




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