Diese Spielangeln für Katzen- würde sie das als spielerisches Jagdäquivalent sehen? Und vllt doch wieder das Clomipramin hochziehen? Man kann auch den Serumwirkspiegel bestimmen. Und bei ausgeprägter Angst und Zwangssymptomatik kombiniere ich auch schon mal mit einem SSRI. Und habe jetzt gesehen, auch Clonidin wird auch bei Tieren eingesetzt.
The use of clonidine in the treatment of fear-based behavior problems in dogs: An open trial (www .journalvetbehavior.com/article/S1558-7878%2810%2900222-4/abstract?cc=y=}
Vllt kannst Du den Link noch ändern, man könnte theoretisch den Artikel kaufen.
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04.02.2016, 15:56
AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden
Geändert von katelbach (04.02.2016 um 16:26 Uhr) Grund: Verlagsshop entlinkt
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04.02.2016, 16:34
AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden
Reizangel haben wir im Tranining versucht ebenso den gefriergetrocknten Hasen an einer Schnur mit schneller Aufroll-Automatik, die plötzlich im Gelände ausgelöst wird. Da steht sie da und guckt in die Luft, schaut zu mir, schaut dann in der Gegend rum ... Im Gegensatz zu meiner anderen Hündin kann ich auch Impulskontrollübungen kaum machen, weil sie auf all das nicht anspringt.
Hier wird bei Hunden übrigens öfter Sertralin (off label) eingesetzt. Das überlegen wir im Moment.
Mit den 25 mg Clomipramin lief übrigens alles ca. 7 Wochen gut - bis zum Böller-Vorfall. Interesanterweise hat sie unter Therapie ein wenig Angst vor Menschen abgelegt. Sie ist neugieriger und zugänglicher geworden. Das ist auch so geblieben. Und sie legt sich jetzt wieder ab und zu zu unserer anderen Hündin.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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06.11.2016, 22:31
AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden
Hallo!
Seid Ihr hier noch aktiv? Ich hab mich extra angemeldet, um hier mitzulesen und Erfahrungen auszutauschen.
Ich habe seit knapp 3 Wochen eine junge Hündin aus Griechenland. Dort hieß sie der "Terrorkeks", weil sie in ihrem Shelter so lebhaft und neugierig war. Hier ist sie, ehrlich gesagt, ein Angsthund. Sie ist mit Hunden gut sozialisiert, sonst hat sie wohl schlicht gar nichts kennengelernt.
Ich bemühe mich sehr um sie, aber es fühlt sich an, als würde sie immer einen Schritt vorwärts und zwei Schritte rückwärts machen.
Liebe Grüße
Myriam - Gulab
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06.11.2016, 23:13
AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden
Hallo Gulab,
meine Hündin ist immer noch ein Angsthund, aber sie hat schon große Fortschritte gemacht. Für sie große Fortschritte. Wie alt ist Deine Hündin?
So auf Verdacht und ohne etwas über Deinen Hund zu wissen möchte ich nach 6,5 Jahren Erfahrung mit einem Hund mit Deprivationsschaden (nichts kennen gelernt) ein paar Dinge einfach so in den Raum stellen:
- bemüh Dich nicht zuviel um die Hündin - also keine Dauerbetüddelung, kein Mitleid, sondern normaler Umgang, Konsequenz und Regeln
- keine Stresssituationen herbeiführen im Sinne von "da muss der Hund durch"
- in allen Situationen ist der Hundeführer derjenige, der Sicherheit gibt, sei es mit anderen Hunden oder in unbekannten Situationen
- nicht überfordern: das war der Fehler, den ich gemacht habe Ich habe anfangs gedacht, ich muss dem Hund quasi täglich etwas neues zeigen, damit sie die Welt kennen lernt. Das war so superblöd von mir, ich könnte mich heute noch in den Hintern beißen, aber ich wisste es nicht besser, da alle meine früheren Hunde und die, die beiden Ollen gut sozialisiert waren und immer neugierig auf Ausflüge etc. Meine Hündin wollte dann irgendwann gar nicht mehr aus dem Haus oder aus dem Auto raus. Auf den Rat einer Fachfrau habe ich dann umgeschwenkt und ihr das Leben berechenbar gemacht. Seither ist sie sicherer geworden
- lerne Deinen Hund zu lesen. Das kann bei Angsthunden manchmal recht kompliziert sein, auch wenn man schon jahrzehntelange Hundeerfahrung hat . Ein Beispiel: Ich habe meine Hündin von Anfang an öfter in der Arbeit dabei. Sie liegt da in ihrem Korn und bewegt sich nicht raus. Sie schaut auch alle anderen Hunde bei uns im Büro nicht an, geht mnicht mit in die Küche schnüffelt die Kollegen nicht an ... Alle meinen, sie ist so wohlerzogen, aber sie ist gestresst. Wenn keiner das Wort an sie richtet und ihr keine Aufmerksamkeit zuteil wird, dann schläft sie inzwichen auch mal im Büro - ein Fortschritt
- ganz wichtg: such Dir früh Hilfe! Die Angsthund.de ist eine ziemlich interessante Seite mit Trainersuche
- die Fachgesellschaft für Verhaltensmedizin ist sehr hilfreich
- es gibt auch gute Literatur zum Thema, die erklärt, was Angst im Gehirn anrichtet und verändert
Meine Hündin war halt in ihren wichtigen 16-18 Wochen in einem rumänischen Lager und hat dort nichts gelernt. Sie spielt auch nicht. Spielzeug ist ihr fremd geblieben. Mit Hunden spielt sie schon, d. h. eigentlich auch hauptsächlich nur mit meiner Zweithündin, die 2015 bei uns eingezogen ist. Aber zuhause, irem sicheren Ort, da ist sie entspannt und rotzfrech. Außer es kommt Besuch, es sind Handwerker im Haus oder Garten, es kracht irgendwo ...
Sei vorsichtig bei der Trainersuche. Es gibt immer noch welche, die Angsthunde auf Teufel komm raus mit für sie schlimmen Situationen konfrontieren wollen.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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07.11.2016, 09:13
AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden
Danke schon mal. Mein Hund ist erst 6,5 Monate alt. Ich habe sie aber auch erst seit morgen 3 Wochen. Sie war zur prägungszeit auch im Shelter, mit Hunden ist sie super sozislisiert, aber Spielzeug und sich am Menschen zu orientieren kennt sie nicht. Sie macht schon Fortschritte, besonders mit mir.
Ich schreib später mehr, muss jetzt arbeiten
Lieben Gruß
Myriam
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10.11.2016, 11:18Inaktiver User
AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden
Hallo Gulab,
schildere doch mal ein paar typische Situationen und beschreibe genau, wie DU reagierst. Eventuell kann ich dir per Ferndiagnose helfen.
Eine Freundin von mir hat seit 6 Monaten eine Hündin aus Griechenland, sie lebte dort auf einer kleinen Insel. Sie kannte nichts, was für hiesige Hunde normal ist. Innerhalb weniger Tage kam sie zuerst nach München, dann nach Berlin. Man muss sich das mal vorstellen! Vergleichbar mit einem Kleinkind aus Dorf x, das in Tokio auf eine Strassenkreuzung gestellt wird. Diese Extreme sollte man sich bewußt machen, um den Hund zu verstehen.Geändert von katelbach (13.12.2016 um 08:20 Uhr) Grund: Vollzitat gekürzt
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10.11.2016, 11:25
AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden
ot: gut nachvollziehbarer Denkansatz, Vio! (und einen speziellen Gruß an dich
)
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06.12.2016, 14:03
AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden
Hi!
Mittlerweile sind ja schon wieder 4 Wochen ins Land gegangen und ich hab fast einen komplett anderen Hund.
Sie rennt begeistert nach dem Ball, fordert mich, die Nachbarin und deren Hunde zum Spielen auf (manchmal sogar mit Erfolg), versteht "bleib" und lernt "sitz", nimmt die Leckerli auch schon draussen und läuft gut an der Schleppleine (die ich allerdings nicht loslasse).
Mit unseren Katzen gibt's keine Probleme, ich denke, die kuscheln demnächst. Gemeinsames Leckerlifressen am Abend ist jedenfalls relaxed.
Sie wirkt aber drinnen immer noch ein bisschen nervös. Sie kommt mittlerweile von allein aus ihrer Box, läuft den Flur auf und ab und kommt, wenn jemand Anstalten zum Gassigehen macht. Zumindest bei mir bleibt sie dann auch stehen und wartet, bis ich fertig angezogen bin und sie angeleint hab.
Sie mag die Ecke zwischen Box und Kamin, dort schläft sie auch gern zusammengerollt oder auch mal lang auf die Fliesen gestreckt.
Um das Sofa rum Richtung Fernseher kommt sie nie, obwohl ich mich dort abends aufhalte. Vielleicht ist ihr das zu eng dort (ist ne Eckcouch) und sie fühlt sich dort gefamgen, vielleicht mag sie den Fernseher nicht. Müsste ich mal ausprobieren.
Im Prinzip ist sie stubenrein, nur auf ihr Handtuch in der Box hat sie öfter mal gepieselt. Nachdem sie wohl weiche kissen nicht kennt (und auch lieber qauf den Fliesen schläft) hab ich es dann raus. Seither pieselt sie nicht mehr in die Box. Manchmal allerdings morgens auf die Fliesen. Sie ist jetzt fast 8 Monate alt. Mein Mann geht mit ihr zuletzt gegen halb eins, ich morgens um kurz nach 6. tagsüber hält sie 5 Stunden ohne Probleme durch. Ist auch nicht jeden Morgen, manchmal gehen drei Nächte gut, dann wieder zwei Morgen Pfütze auf den Fliesen. Ist das noch normal für 8 Monate? Ist sie nachts einsam? Erwarte ich zu viel mit 5,5 Stunden Trockenheit über Nacht? Fressen ist sehr wasserhaltig (Karottensuppe mit Huhn wegen Giardien), aber sie bekommt es spätestens um 21 Uhr.
Kommentiert gern, was Euch so einfällt. Bin über jeden Input dankbar.
LG
Gulab
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06.12.2016, 15:03Inaktiver User
AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden
Ist deine Hündin organisch durchgecheckt worden? Habt ihr ein großes Blutbild erstellen lassen.
Schläft sie bereits, wenn sie nachts um halb eins noch mal raus muss? Ein gesunder (nicht inkontinenter) Hund kann locker 8-10 aushalten ohne sich lösen zu müssen. Wenn sie schläft, würde ich sie schlafen lassen.
Pinkeln kann ein Stresssymptom sein; das Pinkeln wird nicht bewußt als Signal eingesetzt, es geschieht reflexartig.
Wie lange muss sie die einseitige Nahrung zu sich nehmen? Ein Hund im Wachstumsstadium benötigt wesentlich mehr als Huhn und Möhren. Mineralien für den Knochenaufbau z.B.
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13.12.2016, 07:10
AW: Austausch für Menschen mit Angsthunden
Nein, "persönlich" war sie hier noch nicht beim Tierarzt. Blutabnehmen schon mal gar nicht. Ich weiß, dass sowas auch ein Harnwegsinfekt sein könnte. Da es aber außer morgens keinerlei Auffälligkeiten beim Pieseln gab und auch keine Unfälle zu anderen Tageszeiten, hab ich da mal abgewartet. Mein Gefühl war eher, sobald sie mich aufstehen hört, wird sie aufgeregt, steht auf, läuft rum und muss dann. Also hab ich mir nur die Jacke übergeworfen und sie in den Garten gelassen. Da pieselt sie sofort (immer die gleiche Stelle) und kommt dann wieder rein. Wenn ich dann fertig bin, gehen wir richtig raus, da muss sie dann auch "groß". Das geht jetzt seit ner knappen Woche gut ohne weitere Pfützen.
Auch sonst macht sie Fortschritte, folgte mir heute das erste mal die Treppe hoch in den 1.Stock und schaute sich da ganz entspannt um. Toller Hund!😍


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