Hallo, ich brauche mal eure Hilfe.
Mein Junge (13 Jahre alt) hat sich in den Kopf gesetzt, dass er nun einen Hund haben möchte. Er redet nur noch davon. Er hat viel über die Rasse Azawakh gelesen. Hier mal ein paar Fakten über den Azawakh. Nun steht da, dass die Hunde bis zu 25 Kilo schwer werden können. Das ist ja wirklich ein großes Tier. Ich habe ja nichts gegen Hunde und hätte selbst gern einen aber ich dachte eher an eine kleine Rasse. Ist jemand von euch aus dem Forum im Besitz eines Azawakh?
Danke und beste Grüße
Michaela
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Thema: Mein Kind möchte einen Hund
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01.09.2014, 07:56
Mein Kind möchte einen Hund
Geändert von xanidae (01.09.2014 um 12:45 Uhr) Grund: Link in Bilderlink umgewandelt
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01.09.2014, 08:03Inaktiver User
AW: Mein Kind möchte einen Hund
Das ist ein Windhund.
Kannst DU (ja, DU, nicht Dein Sohn, denn schlussendlich wird die Verantwortung für das Tier an Dir hängen bleiben, egal, was Dein 13jähriger jetzt schwört ... ) so einen Hund seiner Rasse gemäß halten und auslasten?
Lies Dich mal in einschlägigen Foren ein und entscheide dann.
Ach übrigens: 25kg ist nicht wirklich ein "großes Tier" für einen Hund...
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01.09.2014, 09:04
AW: Mein Kind möchte einen Hund
Windhunde sind anders als andere Hunde und sie sind wirklich keine Anfängerhunde.
Ich habe von Kindheit an immer mit (großen, manchmal auch nicht einfachen) Hunden gelebt, bin gelernte Tierärztin und beschäftige mich viel mit dem Thema Hund. Nach ca. 50 Jahren mit Hund bekam ich einen Windhundmischling zu meinen beiden Goldens. Sie hat übrigens 25 kg.
Abgesehen davon, dass sie ein Angsthund aus dem Ausland ist, hat sie wirklich ganz andere Anforderungen als alle meine bisherigen Hunde. Ich kann ihr das von meiner Wohn- und Lebenssituation bieten, aber es muss wirklich passen. Meine Lebensführung hat sich durch diesen Hund verändert, dabei ist sie nicht mal ein "ganzer" Windhund, sondrn hat auch andere Merkmale.
Ich glaube auch, dass die Kombination Kinder, Trubel und Windhund keine gute Idee ist.
Windhunde sind trotz ihres fragilen Aussehens viel ursprünglicher als irgendein wilder Puschel. Sie ziehen sich eher zurück, sind im Kopf eigenständiger, sind eher keine Spielteufel. Die meisten jagen, auch die verbreiteteren, weiter domestizierten Rassen wie Whippet, Greyhounds oder Afghanen: ihre Aufgabe, für die sie gezüchtet werden, ist ja auch das Sichten und Hetzen des Wildes. Größere Windhundrassen jagen auch schon mal kleine Hunde, manchmal kommt es sogar zum Genickbiss. Das ist genetisches Programm.
Oft sind sie sehr wenig stressresistent (Bahn, Bus, Straßenverkehr, Geräusche ...) und entspannen nur zuhause.
Azawakhs sind zudem extrem selten hier, ob Du einen verantwortungsvollen Züchter findest, der einen genügend großen Genpool zur Verfügeung hat ist fraglich. Inline-breeding birgt immer das Risiko für eine (genetisch bedingte) Häufung von Krankheiten. Sie sind auch nicht für das Leben in der Stadt gemacht, so mit 2-mal ein Stündchen Park. Diese Hunde brauchen alle Weite - nicht nur zum Laufen, sondern auch um sich sicher zu fühlen. Sie möchten das Revier überblicken können.
Überleg Dir, ob Du das alles leisten kannst. Für ein Kind wird ein Windhund oft schnell uninteressant, weil er dem Kind wenig bietet.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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01.09.2014, 09:54Inaktiver User
AW: Mein Kind möchte einen Hund
Edit: Mir stinkt es langsam, dass hier offenbar nur noch Trolle unterwegs sind oder Leute, die mit Absicht wesentliche Punkte verschweigen, aus welchen Gründen auch immer.
Komisch, dass die allgegenwärtige Kontrolle hier in solchen Fällen nicht zu greifen scheint.Geändert von Inaktiver User (01.09.2014 um 17:54 Uhr)
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01.09.2014, 10:29Inaktiver User
AW: Mein Kind möchte einen Hund
Sehr komplizierter Hund - ganz bestimmt kein Anfängerhund und nicht für Kinder geeignet...Windhunde sind sensibel, aber auch eigensinnig - sie jagen, sie sind nicht leicht zu erziehen und sie suchen sich ihre Menschen aus... Sie sind Sichtjäger...ein 13jähriger wird einen Azawakh nicht unter Kontrolle halten können, wenn der los stürmt. Windhunde werden nie so erziehbar und "brav" wie zB Schäferhunde sein. Sie brauchen eine sensible Hand, neigen auch mal zu Verletzungen und sind manchmal richtige kleine Diven...Sie brauchen sehr viel Bewegung..und ausgeprägte Ruhezeiten. Ich finde es toll, dass sich dein Junge einen Hund wünscht, aber diese Rasse würde ich als "Erstlingshund" nicht empfehlen.
Dochdoch - sie schmusen und spielen, Nischenprodukt..herrlich anzusehen :-)
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01.09.2014, 10:31Inaktiver User
AW: Mein Kind möchte einen Hund
sieht Posting Nr. 4
Geändert von Inaktiver User (01.09.2014 um 17:55 Uhr)
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01.09.2014, 10:55
AW: Mein Kind möchte einen Hund
Habt ihr einen Hund in der Nachbarschaft für den dein Sohn mal für ein halbes Jahr das regelmäßig Gassigehen übernehmen könnte ? Oder das Tierheim in der Nähe um dort Gassidienste zu machen ?
Sei dir bewusst, dass DU dir einen Hund anschaffst und dass das eine Anschaffung und Verantwortung für die nächsten 10 bis 15 Jahre ist.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
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01.09.2014, 10:59
AW: Mein Kind möchte einen Hund
Genau, Promethea, das ist eine gute Idee
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... and nothing else matters
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01.09.2014, 11:05Inaktiver User
AW: Mein Kind möchte einen Hund
sieht Posting Nr. 4
Geändert von Inaktiver User (01.09.2014 um 17:55 Uhr)
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01.09.2014, 11:07Inaktiver User
AW: Mein Kind möchte einen Hund
Hallo Michaela,
du solltest dir gut überlegen, was du selbst willst und anschließend nicht nach der Optik, sondern nach dem Wesen und Zuchtziel eines Hundes gehen.
Um es plastisch zu machen: Mit einem Begleithund kannst du arbeiten, wenn es dir Spaß macht. Mit vielen anderen Rassen musst du arbeiten, um überhaupt Spaß an ihnen zu haben.
Ein Hund, dessen Bedürfnisse von seinem Halter nicht erfüllt werden können, birgt einen wahnsinnigen Frust für beide Seiten. Schlimmstenfalls hast du dann einen Hund, der im Haus sehr unruhig ist und sich aufgrund mangelnder Auslastung selbst eine sinnvolle Beschäftigung sucht (die du allerdings ganz sicher nicht sinnvoll finden wirst), der nicht ohne Leine laufen kann, den dein Sohn draußen nicht halten kann, der jedem Hasen oder Vogel hinterher schießt und der euch bei alltäglichen Aktivitäten (einkaufen, Restaurant, Besuch von Freunden) nicht begleiten kann, weil er zu unruhig und zu aufgedreht ist.
Um sich einen Hund zu holen, der so viel PS unter der Haube hat, wie der von dir erwähnte, muss man schon eine große Leidenschaft für diese Tiere und den Alltag mit ihnen haben. Mal ein wenig konkreter: gestern Mittag war ich mit Freunden und unseren Hunden unterwegs. Drei Stunden im strömenden Regen in der Pampa und anschließend mit matschige Hunden und Klamotten wieder nach Hause. Wenn dir diese Vorstellung von einem idealen Sonntag gefällt, liegst du mit der Auswahl eines solchen anspruchsvollen Hundes richtig.
Zudem musst du dir bewusst machen, dass nicht dein Sohn, sondern du die Verantwortung für den Hund übernehmen musst. Einen Welpen zu einem alltagstauglichen, ausgeglichenen und freundlichen Hund zu erziehen, ist ein ziemlich anstrengender Job, den ein Kind niemals leisten kann. Außerdem kannst du davon ausgehen, dass dein Sohn seine Interessen in einigen Jahren vom Hund auf sein eigenes Leben verlagern wird. Freunde, die erste Freundin, Partys, Studium oder Job etc.. Der Hund ist dann vielleicht 6 Jahre alt und du hast unter Umständen noch 10 weitere Jahre alleine die Verantwortung für ihn. Kannst und willst du das?
Ich würde mir an deiner Stelle Bücher besorgen (Tipps bekommst du hier sicher, falls Interesse besteht) und wie bereits vorgeschlagen versuchen, mich über ein Tierheim oder einen Hund aus dem Bekanntenkreis näher an das Thema ran zu tasten, bevor ich mich gedanklich auf eine bestimmte Rasse einschieße.
Gruß Rezeptfrei


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