Gute Abend so kurz vor dem Jahreswechsel.
Es ist wohl das schlimmste Silvester, dass ich je erleben muss. Eine meiner Katzen scheint sehr krank zu sein, sie frisst nicht, sitzt in der Ecke, der Kot sieht merkwürdig aus, sie ist extrem unleidlich und hat Gewicht verloren.
Ich habe letztes Jahr (2012) bereits drei Katzen an unvorhersehbaren Erkrankungen verloren. Zwei sind so dran gestorben, eine musste ich einschläfern lassen. In 2013 (November) musste ich eine 6 Monate junge Katze auch gehen lassen, sie war schwerst Herzkrank und nicht mehr zu retten.
Nun habe ich meine jetzigen beiden. Und nun geht es wohl wieder los. Ich kann das nicht mehr ertragen. Ich fühle mich hilflos. Ich fühle mich schuldig am Tod der Tiere. Ich kann sie nicht leiden sehen.
Meine Frau sagt, dass sei alles Natur, wir könnten eben nicht alles beeinflussen. Sie hat ja recht, aber sie kann das offensichtlich, damit umgehen. Ich kann es nicht. ich weine und weine und weine. Der Tierarzt hat morgen um 11 Uhr Sprechstunde, ich werde natürlich hinfahren. Ich habe Angst, ich bin fix und fertig und wenn ich draussen schon die ersten Knaller höre überkommt mich eine solche Wut.
Warum? Warum immer meine Tiere? Warum immer so schwere Sachen? Warum ist nichts meiner Tiere je heilbar? Bestimmt diesmal auch nicht!
Wenn Tamina jetzt auch stirbt, dann gebe ich Mona ab, dann werde ich ohne Tiere leben, ich tue ihnen nicht gut.
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Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 13
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31.12.2013, 22:43
Wie kann ich lernen das Leiden zu akzeptieren?
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31.12.2013, 22:58Inaktiver User
AW: Wie kann ich lernen das Leiden zu akzeptieren?
das gehenlassen von tieren ist immer schlimm. man kommt sich hilflos vor. doch bis zum ende eines jeden tierlebens hast du ihnen doch bestimmt ein tolles zuhause geboten. sie umhegt und sie gut versorgt. so daß sie bis dahin ein zufriedenes und glückliches tierleben hatten.
daran solltest du auch denken.
alles gute deiner katze und auch dir.
lg
pitti
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31.12.2013, 23:51
AW: Wie kann ich lernen das Leiden zu akzeptieren?
Tauriel, ich lese aus deinem Posting heraus, das du deinen Tieren sogar SEHR gut tust, Tamina und Mona stimmen mir ganz sicher hundertprozentig zu. Wie _Pittiplatsch_ schreibt, sie sind glücklich bei dir.
Leider gehören Krankheiten und Tod und Abschied zum Leben.
Ich drücke euch die Daumen. Alles Liebe. Ich denke an dich und Tamina.
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01.01.2014, 00:41
AW: Wie kann ich lernen das Leiden zu akzeptieren?
Tauriel, seit wie lange frißt Deine Katze nicht? Könnte es sein, dass sie extrem lärmempfindlich ist und die Sylvesterknallerei sie erschreckt hat?
Meine saßen heute auch bedrückt rum und haben sich inzwischen verkrochen, sie werden erst morgen wieder auftauchen.
Ich hoffe, dass das es nichts Ernstes ist bei Deiner Tamina. Taurial, hab Vertrauen.Gruß dingsda
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.
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01.01.2014, 01:48
AW: Wie kann ich lernen das Leiden zu akzeptieren?
Tauriel,
ich drücke Dir von Herzen die Daumen, dass es mit Deiner Tamina wieder aufwärts geht.
Was meinst Du, dass der Kot komisch aussieht? Nimm eine Stuhlprobe mit zum Tierarzt, vielleicht hat sie ja "nur" Endoparasiten, die man behandeln kann.
Hast Du schon Fieber gemessen?
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01.01.2014, 03:07
AW: Wie kann ich lernen das Leiden zu akzeptieren?
Kantorka hat Recht: Diagnostik ist das A und O bei "unklaren" Krankheitsbildern. Vor allem, wenn schon mehrere Tiere eines Bestandes erkrankt sind/waren. Wenn der Stuhl "komisch" aussieht, was meinst Du damit? Breiig, grisselig, hell könnte auf Giardien oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hindeuten, wässrig, mit oder ohne Blut auf eine Infektion.
Besteht Fieber (rektal gemessene Temperatur über 39 Grad)?
Wenn ich schon höre "Natur", dann habe ich die Vermutung, dasss weder geimpft, noch entwurmt oder gegen Ektoparasiten behandelt bzw. Prophylaxe betrieben wird.
Es gibt viele übertragbare Krankeiten, die die Katzen haben können.
Handeln: Angesagt sind Blut- und Stuhluntersuchungen, Antigentests (FeLV, FIP etc., falls es Katzen aus dem Auslandstierschutz sind, regionsspezifische Krankheiten) und befundorientierte Behandlung. Manche Kollegen nehmen auch heute noch ungern Blut bei Katzen, dann solltest Du in eine Tierklinik gehen.
Bei jedem TA musst Du das Schicksal der anderen Katzen ansprechen. Unbedingt.
Viel Glück für Deine Katzen und ein gutes Outcome.Geändert von katelbach (01.01.2014 um 10:51 Uhr) Grund: ergänzt
Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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01.01.2014, 17:59
AW: Wie kann ich lernen das Leiden zu akzeptieren?
Danke Ihr Lieben und entschuldigt mich, dass ich mich erst so spät melde. Mir schwirrt der Kopf.
Ich habe noch nie eine Katze gehabt, die bei mir alt werden konnte. Alle sind durch Krankheiten früh gestorben, die älteste war 11 Jahre alt.
Ihr Kreislauf brach heute Früh zusammen als ich zur Notfallsprechstunde war. Sie haben sie da behalten, sie bekommt Infusionen. Sie hatte erst gestern Morgen aufgehört zu fressen, also nicht lange, ihr Kot war zu hart, also eher Verstopfung, das meinte ich damit.
Leider ergab sich im Ultraschall eine Umfangsvermehrung im Darmbereich. Morgen, wenn sie wieder fitter ist wird eine Biopsie genommen.
Fieber hat sie übrigens nicht. Und selbstverständlich impfe und entwurme ich, wie kommst Du darauf, katelbach, dass dem nicht so wäre? Meinst Du wegen dem Spruch meiner Frau? Sie kann damit einfach pragmatischer umgehen als ich, wir sind in dem Punkt verschieden, aber natürlich hilft sie auch mit und ist auch für Impfung und Entwurmung. Sie meinte damit, dass die Natur bei Krankheiten wie Krebs zum Beispiel eben auch keinen halt vor jungen Tieren und Menschen macht, dass dies dazu gehört.
Für meinen Geschmack in den letzten zwei Jahren eben zu oft.
Ich bin fix und fertig. Mona schlawenzelt um mich herum, sie spürt, dass was nicht stimmt.
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01.01.2014, 18:26
AW: Wie kann ich lernen das Leiden zu akzeptieren?
Hallo Tauriel,
ich wollte Dir nicht zu nahe treten. Ich habe ziemlich oft von Patientenbesitzern "Natur" gehört, und zwar als Begründung dafür, dass sie nicht impfen etc. Deshalb bin ich sensibilisiert.
Hoffentlich handelt es sich bei der UV um einen Haarball oder einen Fremdkörper - etwas, das zu behandeln ist!
Dass Tumoren - häufig Lymphome - bei Katzen auch in jüngerem Alter vorkommen, stimmt leider.
Bestimmte (Tumor)erkrankungen stehen im Zusammenhang mit Virusinfektionen. Die Viren können horizontal, also von Katze zu Katze übertragen werden, vor allem via Blut und Speichel. Deshalb sollten beim Vorliegen verdächtiger oder auch unklarer Symptome entsprechende Tests zum Nachweis/Ausschluss der Infektionen veranlasst werden.
Ich halte Euch die Daumen!Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
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sonst normale Userin
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01.01.2014, 22:29
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02.01.2014, 16:19
AW: Wie kann ich lernen das Leiden zu akzeptieren?
Danke Ihr Guten.
Ich wollte das nur klargestellt haben, katelbach. Nur bei dem Wort Natur schon anzuspringen fand ich eben recht heftig. Aber wir haben das ja nun geklärt. :-)
Wir haben Glück gehabt. Es war in der Tat ein Bezoar (Haarballen), den sie wohl nicht erbrochen hat (wie ja üblich), sondern, der erst im Darm angewachsen ist und zu einem Verschluss führte. Er ist entfernt (per Spiegelung) worden und sie erholt sich gerade von der Narkose. Um 19 Uhr kann ich sie abholen. Laut TÄ motzt sie wohl auch schon wieder rum.
Vielleicht startet das Jahr ja doch nicht so schlecht. Aber wenn man gebranntes Kind ist, dann hat man bei jedem bisschen gleich Panik.
Aber insgesamt muss ich wirklich üben zu akzeptieren, dass eben auch bei Tieren Leiden vorkommt, dass sie mal Schmerzen haben, man kann sie nicht vor jeglichem Unheil beschützen. Ich kann das einfach nicht ertragen. ich finde das bewundernswert, was Tierärzte und deren Helfer leisten und immer mit ertagen müssen. Auch wenn sie sicher den Abstand zu dem Tier an sich haben, da die emotionale Bindung fehlt, aber es ist schon heftig.
Ich kann mich erinnern, als ich mal zum Impfen dort war, da sah einer der TÄ ganz mitgenommen aus, ich muss wohl komisch fragend geschaut haben, er erklärte mir dann, dass er gerade seine 5. Euthanasie in Folge hinter sich habe und es wohl heute kein guter Tag für Haustiere sei, er würde sich mal freuen auch wieder nur eine Impfung machen zu können. Wir sind eben dann doch alle nur Menschen und haben Mitleid.
Ich danke Euch ganz herzlich für Eure Anteilnahme an meinem etwas turbulenten Jahreswechsel.


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