Meine Katze ist 18 Jahre alt - und seit einigen Wochen merkt man ihr das deutlich an. Mittlerweile gibt es diverse Probleme, für die ich mir Rat erhoffe.
Sie war ein Findelkind, immer Freigänger - und sehr freiheitsliebend. Im Sommer hatte sie wohl einen Schlaganfall, ist seither blind und gelegentlich auch orientierungslos. Solange es warm draußen war, war das kein Problem: Sie lag die meiste Zeit auf ihrem Lieblingsplatz unter einem Baum und fand den Weg zum Fressnapf immer aus eigener Kraft, mühsam und suchend, aber immerhin.
Seit es kalt geworden ist, möchte ich sie ungern rauslassen. Sie kriegt offensichtlich nicht mehr wirklich mit, was draußen los ist und liegt dann schon mal ein paar Stunden lang im Regen auf der Wiese.
Also habe ich die Katzenklappe verriegelt, eine Katzenklo aufgestellt, Körbchen und Decken besorgt. Das kannte sie alles nicht - wie auch meine anderen Katzen, die alle ziemlich "frei" leben.
Sie hat Katzenklo und Korb akzeptiert. Auch hier findet sie den Weg nach einigen "Suchrunden" immer.
Leider ist sie nun offensichtlich auch inkontinent. Die Decke im Körbchen ist alle paar Stunden patschnass, die ganze Katze stinkt... Ich denke nicht, dass sie den Korb mit dem Klo verwechselt. Am Sonntag konnte ich sie beobachten - sie steht schon auf und sucht offensichtlich ihr Klo, wenn sie es nicht findet, wird da gepinkelt, wo es weich ist - Zeitungen, Pullover, Schuhe, leider liegt bei uns in der Wohnung immer genug rum...
Ich habe einfach den Eindruck, dass sie unkontrolliert Urin verliert. Die Waschmaschine läuft im Dauerbetrieb.
Weiß jemand Rat? Oder sollen wir ihr die Quälerei ersparen (sie liegt sicher nicht gern im Nassen) und sie einschläfern lassen?
Achja, eine Bitte: Für uns sind unsere Tiere liebgewonnene Hausgenossen. Wir kümmern uns um alle und weinen um alle, die sterben. Aber Tendenzen, Tiere zu vermenschlichen, wie sie in diesem Forum bisweilen festzustellen sind, sind uns fremd. Und wenn eine Katze alt, krank und unsauber ist, dann erlauben wir uns, darüber nachzudenken, sie einzuschläfern. Entsprechende entsetzte Vorwürfe bitte ich zu unterlassen! Danke.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 35
Thema: Probleme mit alter Katze
-
14.10.2013, 09:37Inaktiver User
Probleme mit alter Katze
-
14.10.2013, 09:41Inaktiver User
AW: Probleme mit alter Katze
Also, wenn eine Katze 18 Jahre alt ist und offensichtlich desorientiert, würde ich ihr die Quälerei auch ersparen.
Ich gebe dir recht, Katzen sind so reinliche Tiere, sie liegt bestimmt nicht gerne in ihrem eigenen Urin.
-
14.10.2013, 09:57Inaktiver User
AW: Probleme mit alter Katze
Ich würde ihr die Quälerei ersparen. Auch wenn es immer weh tut, sich von einem Haustier verabschieden zu müssen: Sie von ihrem Leiden zu befreien ist vermutlich der letzte Gefallen, den du ihr tun kannst.
Ich habe unsere letzte Katze auf den Rat des Tierarztes hin auch einschläfern lassen. Es ging ihr schlecht und am Bauch waren schon Krebsknoten zu tasten. Als ich die Praxis verließ, setzte ich mich erst mal ins Auto und heulte.
-
14.10.2013, 10:17Inaktiver User
AW: Probleme mit alter Katze
Die würde ich hier auch nicht bringen.
Die Desorientierung könnte mit der Blindheit zusammenhängen. Gerade in Wohnungshaltung ist dann korrekt auf wenig bauliche Veränderungen zu achten. Allerdings könnte das pinkeln auf Kleidung auch Protest sein, denn langjährige Freigänger zur Wohnungskatze umfunktionieren, auch wenn es hier nicht freiwillig ist, dürfte selten klappen. Mit dem pinkeln auf die Kleidung wird dem Besitzer das mehr als deutlich, dass die Katze ggf. sauer ist, anders als wenn sie es in irgendeiner Ecke machen würde.
Aber wenn sie im eigenen Urin liegt, das ist absolut nicht gut. Ich würde auf jeden Fall einen umfangreichen Check machen und dann entscheiden was zu tun ist, bis hin zur Option "einschläfern".Geändert von Inaktiver User (14.10.2013 um 10:46 Uhr)
-
14.10.2013, 10:28Inaktiver User
AW: Probleme mit alter Katze
Danke für diesen Strang ! Ich habe seit geraumer Zeit mit meiner Katze (21) ähnliche Probleme, aber mich nicht getraut, hier mal die Frage einer möglichen Einschläferung zu erörtern, um nicht gesteinigt zu werden.
Und die Postings kommen schon noch, so sicher wie das Amen in der Kirche .....
Deine Katze ist mit Sicherheit inkontinent - das passiert im Alter vor allem im Schlaf, wenn die Katze die Kontrolle verliert und laufen läßt, daher das bepinkelte Körbchen .....
Das andere Pinkeln auf Klamotten etc dürfte auf Desorientiertheit zurück zu führen sein, weil sie das Klo nicht findet ..... Die Erblindung spielt da sicher eine Rolle, aber da viele Katzen damit aber gut klar kommen, dürfte auch ein Stück weit Demenz hinzukommen. Sie kann diese Behinderung eben nicht mehr mit dem "Oberstübchen" ausgleichen.
Unsere Katze jammert auch öfter kläglich, weil sie sich in der Wohnung verläuft und nicht mehr peilt, wo sie ist (obwohl NICHT blind) ..... Dann pinkelt oder kackt sie auch gerne mal irgendwo hin ...
Da Deine Katze schon einen Schlaganfall hatte und recht eingeschränkt ist, finde ich es schon ok, wenn Ihr sie einschläfert.Geändert von Inaktiver User (14.10.2013 um 10:34 Uhr)
-
14.10.2013, 10:34Inaktiver User
AW: Probleme mit alter Katze
Zum Thema einschläfern:
Bitte achtet alle darauf, dass das Tier nicht mit T61 eingeschläfert wird. Das ist ein grausamer qualvoller Tod und man sieht es leider nicht. Sowas solltet ihr unbedingt telefonisch vorher mit der Tierklinik oder Arzt besprechen. Lasst euch da nicht einlullen er/sie hätte gute Erfahrungen mit T61 und "davon noch nie gehört". Packt das Tier notfalls wieder ein und nehmt einen weiteren Anfahrtsweg in Kauf. Soviel muss das sterbende Tier wert sein.
Alternativ kann man Narcoren oder Eutha77 verwenden. Das wäre dann der letzte Liebesdienst.
-
14.10.2013, 10:44Inaktiver User
AW: Probleme mit alter Katze
Was genau hat es mit T61 auf sich? Ich stehe zwar mit meinen beiden Zwölfjährigen hoffentlich noch weit weg davon, aber möglicherweise stellt sich auch für mich mal die Frage.
-
14.10.2013, 11:10Inaktiver User
AW: Probleme mit alter Katze
Ich denke auch, dass sie sich einfach nicht mehr auskennt. Sie ist ja nun schon einige Monate blind und am Anfang ging das ganz gut. Wenn die Katzen reinwollen, gehen sie durch ein Kellerfenster und dann über einen Mauersims zur Katzenklappe, die ins Treppenhaus führt. Das hat sie den ganzen Sommer über gut geschafft, trotz Erblindung. Sie hat problemlos den Futternapf gefunden - und den Weg in mein Bett, wenn die Schlafzimmertür mal offen war, Treppensteigen inklusive.
Sie hat auch, nachdem wir sie wegen der Kälte reingeholt haben, die Wohnung akzeptiert. Vielleicht war sie ganz froh, nicht mehr in der Kälte sitzen zu müssen. Die Tierärztin hatte mir nach der Erblindung (die kam quasi über Nacht) gesagt, dass sich blinde Katzen noch gut orientieren können und nicht zwangsläufig leiden.
So orientierungslos ist sie erst seit etwa zwei Wochen. Sie wird auch zunehmend teilnahmslos. Nach der Erblindung mussten wir uns angewöhnen, sie erst anzusprechen, bevor wir sie anfassen. Ansonsten ist sie erschrocken und wurde immer fuchsteufelswild. Mittlerweile reagiert sie auf Ansprache kaum...
Das mit dem Schlaganfall ist nicht gesichert. Ich habe sie immer Sommer nur beobachtet, wie sie fürchterlich krampfte, sich übergab und eine Zeitlang immer im Kreis lief. Sie ist mir dann abgehauen in ein dickes Gebüsch. Ich ging damals davon aus, dass sie dort stirbt. Zwei Tage später saß sie relativ munter vor der Haustür.
Dass das ein Schlaganfall war, ist eine Vermutung der Tierärztin. Sie hat das Tier allerdings nicht in der Praxis untersucht. Es war mit dieser Katze von jeher ein Drama, dorthin zu gehen. Angefangen vom Katzenkorb bis hin zum Wartezimmer und zur Untersuchung. Sie hat schon mal eine der Helferinnen krankenhausreif gebissen.
Am liebsten wäre es mir, sie würde einfach einschlafen und nicht mehr aufwachen!
-
14.10.2013, 11:29
AW: Probleme mit alter Katze
den gefallen wird sie dir wohl nicht tun.
ich sehe es als liebesdienst an, sich für eine einschläferung zu entscheiden. ob der gewählte zeitpunkt der richtige ist, ist schwer herauszufinden und es bleibt die unsicherheit, obs nun nicht doch zu früh oder zu spät gewesen ist.
wenn es sich um einen zustand ohne aussicht auf besserung handelt (in deinem fall sinds wohl überwiegend alterserscheinungen und eventuelle spätfolgen des schlaganfalles), das tier nicht mehr ohne hilfe seine würde bewahren kann, halte ich den moment für gekommen.
unser vorletzter kater ist einfach verschwunden bevor ich es mit ihm zum tierarzt schaffen konnte, wir haben ihn nicht wiedergefunden und ich muß damit leben, dass ich nicht weiß, wielange er hilflos irgendwo rumgelegen hat bis es dann vorbei war. beim nächsten hab ich besser aufgepasst und entschieden, dass der moment gekommen ist, als er fast nichts mehr gefressen und das wenige, was er zu sich nahm wurde wieder erbrochen hat.
bei deiner miez hätte ich außerdem angst, dass sie nach draussen entwischt und dann orientierungslos herumirrt.Der Utopist sieht das Paradies,
der Realist das Paradies plus Schlange.
Friedrich Hebbel
-
14.10.2013, 11:36Inaktiver User
AW: Probleme mit alter Katze
Ja, leider ist das so.

So ging mir das mit unserem letzten auch, allerdings habe ich ihn dann ein paar Tage später gefunden.
Gerade, als wir uns entschlossen hatten, ihn zu erlösen, hat er sich nochmal weggeschleppt, um allein zu sterben.

Mein Tierarzt meinte, das kommt sogar relativ oft vor.


Zitieren
