Wie steht Ihr zu dem Ganzen?
Ich nehme an, Ihr seid informiert, dass letzte Woche ein rumänisches Kind von einem Rudel Straßenhunde zerfleischt wurde und in einer Blitzaktion das Parlament die rasche Tötung dieser Straßenhunde wieder billigte, nachdem sie vor einigen Jahren untersagt worden war.
Falls noch nicht gehört, hier einer von unzähligen Artikeln zu der rumänischen Straßenhunde-Problematik:
Bukarest : Tödliche Hundeattacke
Was würdet Ihr an staatlicher Handlung von Rumänien erwarten?
Was würdet Ihr in Deutschland an behördlicher Handlung erwarten, gäbe es hier auch nur annähernd so viele Straßenhunde?
Ich stelle mir das mal für München vor. Ich lebe in einem gutbürgerlichen Stadtteil, der ca. 6-7 % der Münchner Bevölkerung stellt. Sehr durchgrünt und durchaus mit einiger Großstadtfauna an Vögeln, Eichhörnchen, Mäusen, Ratten, Füchsen, Katzen etc. - also gute Bedingungen für hungrige wilde jagende Hunde.
Aber hier gibt es auch viele Schulen, Kitas, nicht eingefriedete Wohnanlagen-Kinderspielplätze, öffentliche Parks mit nicht eingefriedeten Kinderspielplätzen, verkehrsberuhigte Straßen und überhaupt ziemlich heile Welt für Kinder. Sofern das großstädtisch überhaupt möglich ist.
Rechnete ich alleine die Zahl der bukurestischen Straßenhunde im Verhältnis zur bukarester Bevölkerung auf die Menschenzahl meines Stadtteils in München herunter, dann käme ich auf annähernd 3000 Hunde, die alleine in meinem Stadtviertel rumstreunten und niemandem gehörten. Für die niemand - auch haftpflichtversicherungshalber - verantwortlich wäre.
Ich könnte Wetten eingehen, dass die Helikoptermütter in meinem Viertel schon Vollalarm schlügen, streunte hier auch nur ein einziger großer wildlebender Hund auf der Suche nach weggeschmissenen Pausenbroten dauerhaft zwischen Spielplätzen, Kitas, Schulen und Parks herum, sei er bissig oder harmlos und scheu.
In Rumänien wird wohl seit x Jahren von Tierschutzorganisationen aller Herren Länder dafür plädiert, die Straßenhunde zu kastrieren (weil sie dann weniger aggressiv seien und wegen der ungehinderten Vermehrung sowieso) und dann wieder auf die Straße freizulassen. Wurde auch erfolgfrei schon so praktiziert.
Hier, im kinderfreundlichen 'gehobeneren' Münchner Stadtviertel würde auch ein einzelner kastrierter freilaufender wildlebender großer Streunerhund Vollalarm bedeuten.
Zu einer (zu Bukarest verhältnismäßigen) Zahl von 3000 käme es hier niemals. Nicht mal 300. Nichtmal 3.
Gut, jetzt habe ich wirklich live und in Cinemascope erlebt, wie unvorstellbar elend es diesen Straßenhunden in ganz Rumänien ergeht. Die will keiner. Die sind so beliebt wie hierzulande Kakerlaken in der Küche. Die dienen tatsächlich als Zielscheibe für Autofahrer, so sie sich auf die Straße trauen.
Persönlich plädiere ich dafür, diese armen Kreaturen von ihrem lebenslangen Lebensleid zu erlösen, insofern das schonend ('human') und nicht mit den bekannten bestialischen Methoden geschieht.
Natürlich kann man einen Promillebestand dieser Hunde, vor allem Welpen, erfolgreich vermitteln nach Deutschland oder in andere tierliebende westeuropäische Länder.
Die überwältigende Mehrzahl der Straßenhunde, auch im Hinterland, wird zeitlebens niemals wohlwollenden Kontakt mit Menschen erfahren und elendiglich vor sich hinvegetieren, bis dann mal ein Traktor oder Mercedes halb (oder wenns passiert, hoffentlich ganz) drüberfährt.
Das muss einfach jeder bemerkt haben, der schon mal außerhalb der Touristen-Resorts und der Autobahnen in Rumänien unterwegs war.
Ihr dürft mich jetzt gerne virtuell grün und blau schlagen, weil ich für eine 'schonende' oder auch 'humane' Erlösung dieser Mengen an völlig chancenlosen geschundenen Kreaturen bin - aber bevor Ihr das tut, denkt bitte kurz drüber nach, ob Ihr Eure Kinder noch auf den Spielplatz lassen würdet, träfe mein obiges Zahlenbeispiel in Deutschland zu.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 64
-
12.09.2013, 04:13
Rumäniens Straßenhunde - aktuelle Entwicklung
Geändert von SignorinaLimoncella (12.09.2013 um 05:11 Uhr) Grund: Ergänzung
-
12.09.2013, 04:39
AW: Rumäniens Straßenhunde - aktuelle Entwicklung
bei uns lief ein hund frei, ein einziger hund. er wohnte tagsüber bei seiner menschenfamilie, aber frühmorgens und spätabends lief er frei.
das kostete einen erwachsenen das leben.
man stelle sich an jeder ecke ein rudel von kranken, hungrigen, nie unter menschen sozialisierten hunden vor.lg
legrain
-
12.09.2013, 08:59
AW: Rumäniens Straßenhunde - aktuelle Entwicklung
Ja, auch wenn ich mich hier evtl sehr unbeliebt mache... In dem Moment, wo freilebende, bissige, aggressive Hunde mein Kind gefährden, werde ich zum Unmensch. Und das würde für mich auch heissen: Tiere töten. Nicht auf bestialische Weise, nicht halbtot verscharren oder in den Graben werfen - aber eben doch töten. Da ist mir mein Kind einfach deutlich näher.
Und ich würde erwarten, dass der Staat selbst eingreift, um die Zahl der Hunde deutlich zu reduzieren. Ob das durch Jäger geschieht oder durch Lebendfallen und anschließendes einschläfern der Tiere ist mir dann tatsächlich egal.
-
12.09.2013, 09:16
AW: Rumäniens Straßenhunde - aktuelle Entwicklung
Das Thema ist eigentlich nicht "aggressiver Hund". Straßenhunde meiden Menschen, ebenso wie Straßenkatzen. Man sieht das in alllen Ländern, in denen große Straßentierpopulationen leben.
Viele der Straßenhunde, gerade in Rumänien, Kroatien, Ungarn sind so blödsinnig gutmütig, dass sie sich von den jugendlichen Verbrechern anlocken lassen, die ihnen dan Knallkörper an die Schnauze binden und anzünden.
Das Thema ist eine ethisch vertretbare Lösung für ein menschengemachtes Problem. Es handelt sivh ja nicht um Wildtiere, sondern um Tiere, die sich irgendwelche verantwortungslosen Ar***r mal "angeschafft" haben - aus welchen Gründen auch immer - und sie dann rausgeworfen haben.
Ethisch vertretbare Lösungsvorschläge werden seit Jahren vom bmt und ähnlichen seriösen Organisationen immer wieder gemacht: Kastrationen, die logischerwesie die Populationen in relativ kurzwer Zeit ausdünnen würden. Auch die Euthanasie lege artis (nicht das Vergasen, Erschlagen, In-die-Müllpresse werfen, ...) wäre noch vertretbar, wenn sich innerhalb von 30 Tagen kein Besitzer meldet/findet. Chippen gehört auch dazu.
Da schießt die Hundfängermafia quer. Sie verdienen an jedem gefangenen Hund, weshalb halbtote Hunde wieder freigelassen werden, nachdem die Kopfprämie bezahlt wurde. So einer lässt sich leicht nochmal ein kassieren und es gibt die Prämie nochmal. Die Verwahr- und Tötungsstationen sind auch ein lukratives Geschäft.
Rasend schnell wurden jetzt die Hundefängerteams aufgestockt. Sehr flott für ein Land, in dem sonst alles sehr langsam geht.
Ich bin nicht allein mit dem Gedanken, dass hinter dem schrecklichen Unglück eine Art Pearl Harbour steckt.
Ich wäre in einem solchen Land längst wegen mindestens Körperverletzung hinter Gittern.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
-
12.09.2013, 09:20
AW: Rumäniens Straßenhunde - aktuelle Entwicklung
Ich finde zum Tierschutz gehört ganz klar auch, Tiere vor Leid zu bewahren und nicht nur, sie mit aller Gewalt irgendwo hin zu vermitteln. Ich denke, viele dieser Strassenhunde, egal wo, sind einfach nicht vermittelbar, weil sie eben eine Gefahr darstellen und auch dann muss eine Lösung gefunden werden. Ich bin also auch durchaus dafür, dass diese Tiere dann getötet werden sollen/dürfen/können wie auch immer, solange dem Tier damit kein unnötiges Leid angetan wird. Das hat nämlich kein Lebewesen verdient. Und vielleicht ist es für viele dieser geschundenen Kreaturen sogar die bessere Lösung als angefahren im Graben zu krepieren oder zu verhungern.
Im übrigen finde ich es schon sehr traurig, dass es in einem so reichen Land wie Deutschland, so viele streunende Katzen gibt (ok, kein Vergleich zu Strassenhunden sonstwo, aber da sind die Länder meist deutlich schlechter gestellt). Und da regen sich die Leute schon auf.
Normale Menschen machen mir Angst!!! 
**Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**
-
12.09.2013, 09:32
-
12.09.2013, 10:13
AW: Rumäniens Straßenhunde - aktuelle Entwicklung
In Rumänien herrschen mafiöse Zustände:
Da werden massenweise Familienhunde gestohlen, um die Kopfprämie zu kassieren. Die Amtsinhaber und Meuchelmörder (oft in einer Person) haben ein grosses Interesse daran, keine tragbare Lösung zu finden. Die bauen sich ihre Paläste von dem Geld, das für den Tier-und Menschenschutz gedacht war.
Alle abkn... Sorry, meine Wut und meine Trauer ist gerade grenzenlos.
Geändert von Schnuffelwuff (12.09.2013 um 11:05 Uhr)
-
12.09.2013, 10:35
AW: Rumäniens Straßenhunde - aktuelle Entwicklung
"Anm.d.Red. vom 11.9.2013: Inzwischen sind Zweifel aufgetaucht, ob der Vierjährige tatsächlich von den Hunden getötet worden ist. Nach Angaben des rumänischen Politikers Corneliu Vadim Tudor wurde der Arzt, der die Autopsie vornahm, unter erheblichen Zeitdruck gesetzt. Tatsächlich gebe es Hinweise, dass der Junge vergewaltigt und getötet worden sei, bevor die Hunde über ihn herfielen. Dies sagte der Europaparlamentarier der rumänischen Zeitung „DC News“."
Nachträgliche Anmerkung in einem Online-Bericht der Zeitschrift Focus zu dem Gerücht, in Rumänien sei ein Kind von Hunden getötet worden.
Das gefährlichste Tier ist immer noch der Mensch.
-
12.09.2013, 10:57
-
12.09.2013, 11:09
AW: Rumäniens Straßenhunde - aktuelle Entwicklung
Jetzt mal ein bissi OT: obwohl ja sowohl Bulgarien wie auch Rumänien eine wunderschöne Landschaft haben und eine lange Geschichte, sind mir beide Länder sehr suspekt. Da zieht mich auch so gar nix hin. Bei Ungarn, wo es ja auch nicht besser für die Hunde ist, ist das ganz anders, da war ich auch schon ein paar Mal...
Normale Menschen machen mir Angst!!! 
**Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**


Zitieren
