Avocado, ich kann Deinem Beitrag nur zustimmen. Es hat sich eine Mentalität breit gemacht, dass genau da, wo ICH laufe, alle anderen zur Seite gehen sollen. Da wo ICH jogge, müssen Radfahrer am Besten den Hügel runter kullern, selbstredend alle Hunde im Umkreis von 2km mit einer Decke abgepackt werden.Zitat von Avocado
Da wo ICH Auto fahre will ich grüne Welle und keine lahmen Fussgänger auf die ich Rücksicht nehmen muss. Da wo ICH walke will ich freie Bahn und keine fussbalsspielnden Nachbarn.
[Das war jetzt sarkastisch, Noodie, aber das musste sein.]
Die Welt ist für alle da und keiner hat mehr Recht als der andere. Und wenn der Weg eng ist, müssen sich eben Jogger, Fussgänger und Hund den Weg teilen. Wenn man unaggressiv ist kann man tatsächlich aneinander vorbei gehen und sogar ein nettes Wort an den anderen richten.
Kann man. Muss man natürlich nicht. Man kann auch so aggressiv wie in meinem pointierten Beitrag miteinander umgehen.
Ich kann echt nur den Kopf schütteln über Menschen, die meinen sie müsten mit Reizspray, Pistole oder ähnlichen Waffen rumlaufen. Aufrüstung nennt man sowas. Hat das irgendwo in der Welt geholfen?
Sorry, Beate, etwas ot. Ich antworte Dir gleich noch.
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Ergebnis 21 bis 30 von 109
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11.10.2006, 15:48
AW: Wie verhalte ich mich bei einem Hunde"angriff" richtig?
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
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Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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11.10.2006, 15:51
AW: Wie verhalte ich mich bei einem Hunde"angriff" richtig?
Den Kopf langsam wegdrehen ist echt ganz wichtig bei Beschwichtigung. Ich wollts auch nochmal betonen.
Zitat von Inaktiver User
Gähnen sehe ich inzwischen kritisch. Laut neuer Studie von Bloch ist Gähnen keine Beschwichtigung, sondern eine Übersprungshandlung. davon ab, werden dabei auch Zähne sichtbat, was u.U. wieder gegenteilig wirkt.
Basine, das geht sicher bei sehr vielen Hunden gut, was du machst. Weil du dich dominant zeigst und sich dir so viele (die meisten) Hunde unterordnen. Wenn du aber an den falschem Hund gerätst, kann das in die Hose gehen. Ein wirklich dominant-aggressiver Hund, der dir körperlich kraftmäßig gewachsen ist, nimmt diese Herausfordeung u.U. an und DANN sieht man richtig alt aus. Ich wähle daher meist den deeskalierenden Weg.
Klar auch DER kann schief gehen, wenn Hunde nämlich z.N. so unsozialisiert sind, dass sie Beschwichtigung gar nicht als solche erkennen oder schon so im Trieb sind, dass sie auf gar nix mehr reagieren, aber immerhin provoziert man damit nicht zusätzlich...
Wie mans macht, macht mans vermutlich falsch...
Ich wäre eher auch so eine, die vermutlich locken und Leckerchen geben würde, ich finde das ehrlich gesagt weniger mutig als das was du machst.
Ich erinnere mich, dass ich mit ca. 12 sogar mal durch mehrere Ereignisse bedingt, sowas wie leichte Angst vor Hunden hatte.
Einmal lag ich mit meiner Freundin auf einer Decke im Maisfeld und wir quatschten und plötztlich steht ein sehr großer Schäferhund über uns und fixiert und. Ich war vor Angst richtig versteinert, mein Freundin setzte sich auf, starrte dem Hund fets in die Augen und schrie ihn einfach an. Kein Wort, nur schreien. Der Hund drehte sich um und lief weg. Ich weiß noch, dass ich damals ganz beeindruckt war - heute weiß ich, das war das DÜMMSTE, was sie tun konnte. Glück gehabt.
Eine andere Situation: Ich fuhr gemütlich mit dem Rad. Plötzlich hörte ich hinter mit Schritte eins Hundes, der Schulterblick zeigte einen Dobermann. Ich wurde völlig hektisch und trat wild in die Pedale, Ergebnis: Hund hetzte hinter mir her und riss mich vom Rad. Baute sich drohend über mir auf und ich dachte echt, dass ich sterbe. Hab einfach nur den Kopf weggedreht und mich "dem Schicksal ergeben" - der Hund beachtete mich nicht weiter und lief weg.
Es kam die Frage, was ich von CS-Gas und Pfefferspray halte. Hmmm... bin da zwiegespalten. Ich selbe führe sowas nicht mit und möchte das auch nicht. Bei einer wirklichen Beißerei kriegt mein Hund davon auch was ab und das kann eine sehr ungünstige Verknüpfung ergeben...
Der Hund wird nicht verletzt ist auch einfach gesagt... Hat einer von euch schonmal CS-Gas oder Pefferspray ins Gesicht bekommen? ICH JA! Als ich 13 war haben ca. 10 Meter vor mit 2 Jungs CS-Gas auf den Boden gesprüht und ich bin in die Wolke reingelaufen (habs also nicht mal direkt ins Gesicht bekommen). Wenig in meinem Leben war SO DERBE SCHMERZHAFT!!! Das ist 12 Jahre her und ich erinnere mich noch immer - das ist sehr einprägsam! Binnen Sekunden sah ich nichts mehr, mein ganzes Gesicht schwoll an und es fühlte sich wirklich so an, als brenne ich. Noch über eine Stunde später hatte ich Schmerzen und mein Gesicht war noch am nächsten Tag krebsrot und gereizt...
DAS direkt auf eine sensibe Hundenase? Bei dem Gedanken wird mir anders...
Und Pfefferspray soll noch sehr viel stärker wirken und auf Hundenasen z.T. nachhatige Schäden hinterlassen. ist für mich ein absolutes NO-GO! Wenn dann das Gas.
Natürlich gibt es Situationen, in denen der einsatz gerechtfertigt ist, ich befürchte nur, dass viele mit so etwas überreagieren, weil sie eben denken "Ach das verletzet den Hund ja nicht. Vorsicht ist besser als Nachsicht" und im zweifelsfall einfach mal sprühen.
Da gibts Leute mit Kleinsthunden. Die zücken das Spray schon, wenn Shiwa freundlich schwanzwedelnd und langsam im Bogen (was eine Beschwichtigung darstellt!) auf Waldi zuläuft - da krieg ich Zustände!!! Sollte jemand Shiwa mal grundlos mit Pfefferspray besprühen, soll er hoffen, dass ich ihn nicht in die Finger bekomme. Da werd ich grantig.
Ich würde sowas wirklich eben nur im alleräußersten Notfall einsetzen und dazu zählt z.B. auch der von Beate hier geschilderte Fall in meinen Augen nicht. Erst dann, wenn der Hund tatsächlich quasi schon zum Sprung ansetzt - und auch dann nur, wenn aufgrund der restlichen Körpersprache ersichtlich ist, dass es ein Angriff wird (ja es gibt Hunde, die springen einenw irklich nur an, weil sie spielen wollen - auch wenn es nervig und nicht ok ist würde ich die nicht gleich besprühen...)
Gegen Menschen ist der Einsatz von Gas Körperverletzung und der Einsatz von Pfefferspray streng verboten. Das hat schon seine Gründe. Ich würd lieber eine gescheuert bekommen, als nochmal Gas abzukriegen.
LG
NatalieUnd falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!
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11.10.2006, 16:01
AW: Wie verhalte ich mich bei einem Hunde"angriff" richtig?
_Beate_, ob man in dem Moment, wo man fruchtbar erschrickt, alle diese Empfehlungen im Kopf hat? Sich ruhig verhalten ist bestimmt immer ein gute Sache, also nicht rumfuchteln, nicht schreien und nicht weglaufen. Die Gesten wie Gähnen und Lecken funktionieren natürlich nur bei Tageslicht oder guter Beleuchtung.
Allerdings bin ich anderer Ansicht als murmeltier, man kann dem Hund durchaus auch Grenzen setzen und mit einem autoritären und lautem *Lass sein, Ab oder Aus* ansprechen. Ich schätze auch, dass der Hund eher seinen Weg verteidigen und nicht Dich angreifen wollte.
Finde ich toll, dass Du nicht sauer bist, sondern einen Weg der Verständigung suchst. Ich schätze, wenn Du mit den Besitzern gesprochen hast, evtl. wissen die gar nicht, was passiert ist?, dann kannst Du auch Kontakt zu den Hunden herstellen. Wenn die Hunde Dich kennen als Freund der Familie, evtl. Leckerchen geben, dann werden sie nicht mehr bellend hinter Dir herlaufen.Körperlich Distanz
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Kari Bremnes
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11.10.2006, 16:02Inaktiver User
AW: Wie verhalte ich mich bei einem Hunde"angriff" richtig?
Ich muß noch was zu dieser Streiterei sagen.
Ich denke auch nicht das Hunde aggressiver geworden sind.
--- Ich wurde als Kind 2x gebissen -einmal von einem Schäferhund, und einmal von einem vermeindlich kleinen süßen Schoßhund.
Als Erwachsene bin ich auch 2x gebissen worden - kleine Hackenbeisser, die ohne Begründung beim Vorbeigehen zuschnappen.
---Menschen, überwiegend zurückgewiesene Männer haben mich schon häufiger bedroht
---Gekauft hab ich die Waffen nahc diesem Vorfall.Zu meinem und zum Schutz meines Hundes, ja ein sogenannter Kampfhund, und genau deshalb. Den so ein verfluchter sch... Zuhälter hat seinen Kampfhund auf meinen gejagt und ihn dabei angefeuert, daß er meinen Hund fertig machen soll. Ich fange an zu zittern wenn ich nur daran denke.
1. Ich sende keine Signale aus, das Männer meinen mich dumm anzumachen.
2. Hunde sind normalerweise nicht aggressiv, der Hundehalter ist es meistens.
3. ich habe die Waffe nie benutzt, aber u.U. hätte ich es getan, aber ganz sicher nicht unbegründet
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11.10.2006, 16:14Inaktiver User
AW: Wie verhalte ich mich bei einem Hunde"angriff" richtig?
Ja, das Pfefferspray habe ich aus den von Murmeltier erwähnten Gründen nicht, stimmt, das habe ich vergessen, dazu zu schreiben. Danke für die Ergänzung.
Daß die Hunde aggressiver geworden sind? Ich finde eher das Gegenteil. Früher waren die Hunde, die es gab, eher ein Problem, okay, ich bin nicht in der Großstadt aufgewachsen. Die Hunde waren eher "zweckgebunden" und selten erzogen. Ist aber nur meine Erfahrung.
Was ich allerdings bemerke - mein Dt. Schäferhund hatte wesentlich mehr Streitigkeiten seitens der anderen Hunde ausgelöst, auch wenn er selbst nie gebissen hatte. Meinen jetzigen habe ich kastrieren lassen (er hätte sonst alles gebumst, was nicht bei 3 auf den Bäumen war, und zwar endlos und mit einer Hingabe ...) das war sehr lästig, da im Reitstall oft mehrere Hunde beisammen sind, und das auch Streit gibt.
Dieser Hund kommt auch mit ehemals (für mich) Problemhunden zu recht, gab noch nie Streitigkeiten. Oder doch, vielleicht ... ein unerzogener Tibetterrier hat ihn mal zähnefletschend verfolgt - ein Bild für Götter! Ich hab kurzerhand meinen Schlüsselhund in die Nähe des Hundes geworfen, und Ruhe wars.
Dicker Schlüsselbund ist wirklich gut! Dazu AUS - hilft sehr oft. Nur bitte: der andere Hund sollte nicht getroffen werden. Ist unnütz, und kann böse Verletzungen nach sich ziehen.
LG,
One
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11.10.2006, 16:17
AW: Wie verhalte ich mich bei einem Hunde"angriff" richtig?
Zitat von Lukulla
Bei mir ist das Problem, dass ich selbst vor Angst weniger Fluchttendenzen bekomme, sondern eher den Impuls zum Angriff. Deswegen hatte ich mich auch zu dem Hund umgedreht und bin auf ihn zu. Ich hatte Angst, aber ich war auch zornig, weil ich mich so erschreckt hatte *g*
In den drei Monaten, die ich hier wohne ist das jetzt zum ersten Mal passiert ... nee, ich bin nicht sauer ... und ich möchte ja auch friedlich hier wohnen können - ohne Nachbarstreitereien ...
There are a hundred paths through the world that are easier than loving. But, who wants easier?
Mary Oliver
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11.10.2006, 16:27Inaktiver User
AW: Wie verhalte ich mich bei einem Hunde"angriff" richtig?
Genauso geht`s mir auch! Ausserdem ärgert es mich, dass der Hundehalter nichts unternimmt bzw. gar nicht zu sehen ist. Ich mach mich auch breit, schau dem Hund entgegen, strecke den Arm aus und schrei irgendwas kurzes (Nein, Halt, oder so was).
Zitat von _Beate_
Bis jetzt hat das prima geklappt. Ich geh dann weiter, meine Knie sind weich wie Pudding und mein Herzlein klopft wild. Aber das geht ja vorbei und dem Hund hab ich den Eindruck vermittelt, ich sei hier Chef im Ring.
@Murmeltier, ich kann mir vorstellen, dass das bei einem zu allem entschlossenen "Killer" nicht klappt, gebe mich aber der Hoffnung hin, dass solche Exemplare die absolute Ausnahme sind.
Brava
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11.10.2006, 16:30
AW: Wie verhalte ich mich bei einem Hunde"angriff" richtig?
Na, da hat das Viech ja nochmal Glueck gehabt, dass Du es nicht vor Schreck vermoebelt hast, Beate...
Weisst Du denn, zu wem die Hunde gehoeren? Am einfachsten waere sicherlich, mal mit den Besitzern ueber den ausgepraegten Territorialinstinkt ihrer Lieblinge zu sprechen. Vielleicht sind sie ja wirklich nur ausnahmsweise mal ausgebuechst (hoffentlich).
@ Bim
Zitat von Inaktiver User
Fuer Nicht-Hunde sieht das dann aber zum Umwerfen komisch aus.
@ Brava
Toll! Damit haetten wir mal wieder festgestellt, dass natuerlich grundsaetzlich das Opfer Schuld ist an Angriffen, weil es ja 'die falschen Signale' aussendet und damit den Taeter provoziert.
@ Murmeltier
Ich hab als kleines Kind mal Traenengas abgekriegt, das war ganz aetzend. Diese Sprays lassen sich leider auch nicht so sonderlich punktgenau einsetzen und je nach Windrichtung kann es passieren, dass man sich selbst K.O. haut. Ich lass auch lieber die Finger davon, wobei beim Einsatz zur Abwehr von kleineren Hunden das Risiko, das Zeug selbst in die Augen zu kriegen, sicherlich weniger hoch ist, da man ja nicht auf eigener Augenhoehe sprueht.
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11.10.2006, 16:33
AW: Wie verhalte ich mich bei einem Hunde"angriff" richtig?
Ohja ... mir hatte sich richtig die Kopfhaut zusammengezogen vor Schreck ggg* (und mir ist tatsächlich ein "Oh, mein Gott!!!" entschlüpft *lach*)... und die weichen Knie hatte ich auch. Aber eben auch das Bedürfnis, zu zeigen, dass ich "Chefin" bin und nicht er ...
Zitat von Inaktiver User
There are a hundred paths through the world that are easier than loving. But, who wants easier?
Mary Oliver
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11.10.2006, 16:34
AW: Wie verhalte ich mich bei einem Hunde"angriff" richtig?
Zitat von Lukulla
Dem zweiten Abschnitt stimme ich zu.
Über den ersten hab ich nochmal nachgedacht. Wenn man das macht, dann aber wirklich mit möglichst TIEFER Stimme (bloß kein Gekreische) und ohne dabei mit den Armen zu fuchteln.
Wie gesagt, es gibt sicher Hunde, bei denen das hilft - werden sogar die meisten sein. Nur wenn man an den falschen gerät siehts halt böse aus. Ich würde das denke ich je anch gefühl entscheiden, weil ich auch sehr viele Hunde kenne und sie einigermaßen einschätzen kann denke ich. Das kann aber nunmal nicht jeder.
Einmal ist ein Jagdhundmix (etwas über Kniehöhe) hier frei im Park gerannt, Frauchen kreischend hinterher "Charly Charly Charly, hier her" und am fuchteln wie wild. "Hilfe hilfe mein Hund"... er hört kein Stück und hatte sich aus dem Halsband gewunden und ist ein Raufer und Jäger. Ich also hin und den Hernn Hund im Nackenfell gepackt und festgehalten. Kein Problem. Hat die Frau mich gefragt, ob ich denn gar keine Angst gehabt hätte, ihr Hund hätte schließlich auch schon mal Menschen gebissen... Nungut, das wusste ich nicht aber ich hatte keine Angst. Und vermutlich wars das auch, manche Hunde brauchen das sicher, dass man ihnen so bestimmt und ohne Angst gegenübertritt.
ABER wenn mich z.B. ein Dobermann/Rottweiler/Schäferhund/Herdenschutzhund oder meinetwegen auch Pitbulll knurrend stellt, dann lasse ich persönlich solche Machtspielchen lieber. Gerade vor Herdenschutzhunden hab ich nämlich einen HÖLLENRESPEKT und da würde ich mich sehr unauffällig verhalten.Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!


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