So eine würde ich auch nehmen
Die letzte, die wir hatten (zugelaufen, blieb ca. 5 Monate und kam eines Tages nicht mehr wieder) hatte in dieser kurzen Zeit, die sie bei uns weilte, folgende Jagdbilanz: 1 Rotkehlchen, 1 Zeisig, 2 Spatzen, 1 Amsel. Da diese Vögel im Frühjahr brüten und die verwaisten Küken nicht durchkommen, steigt die Bilanz entsprechend.
Kleinsäuger habe ich nicht mitgezählt, aber es waren einige dabei.
Und das sind nur die Tiere, die praktisch in meinen Händen ihr Leben ausgehaucht haben, wieviele noch getötet wurden, von denen ich gar nichts mitbekommen habe, will ich lieber nicht wissen.
Wenn nur jede dritte oder vierte Katze so eine gute Jägerin ist, wie diese es war, tun mir die Singvögel echt leid![]()
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18.06.2013, 15:05Inaktiver User
AW: Katzen, Jagd und die Opfer :(
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24.06.2013, 16:13
AW: Katzen, Jagd und die Opfer :(
Denke, dass die Gedanken der Fragestellerin berechtigt sind.
Heute fielen mir zufällig die Aussagen eines führenden deutschen Vogelkundlers ins Auge.
Ob das Ganze via eine Katzensteuer regulierbar wäre, sei dahingestellt, aber alleine die Zahl 50 Millionen Singvögel, die in Deutschland jährlich den possierlichen Garten-Raubtierchen zum Opfer fallen, schockiert mich wirklich...
Klar können Katzen nix dafür, dass sie Jäger sind, aber ganz offensichtlich gibt es deutlich zu viele beliebig freilaufende aktive Jäger in Privathaushalten; zumindest, wenn man den Aussagen des Ornithologen glaubt.
Tödliche Gefahr für Vögel: Ornithologe fordert Katzensteuer - Wirtschaft | STERN.DE
Im Privatbesitz befindlichen freigehenden Hunden würde man jedenfalls ein solche Breschen schneidendes 'natürliches' Jagdverhalten in gar keinem Fall schulterzuckend nachsehen, nur weil es ihrer Raubtier-Genetik entspricht...
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24.06.2013, 16:27Inaktiver User
AW: Katzen, Jagd und die Opfer :(
Natürlich gibt es zu viele Katzen.
Aber sie sind keineswegs die größte Gefahr für Vögel. Die ist der Mensch.
Zitat Wikipedia - "Vogelschlag"
Typische Hindernisse für den Vogelflug sind Freileitungen für Strom und Telefon, Fensterscheiben, Wintergärten, Glasfassaden und Lärmschutzwände. Täglich sterben über 250.000 Vögel in Europa den Tod durch Vogelschlag an solchen Objekten.
Gefährlich sind für Vögel insbesondere Glasflächen, die freien Blick auf dahinterliegende Landschaften ermöglichen (beispielsweise Schallschutzwände oder gläserne Buswartehäuschen) oder stark spiegelnde Glasscheiben, wie sie in modernen Gebäuden häufig verwendet werden.
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24.06.2013, 16:36
AW: Katzen, Jagd und die Opfer :(
Die eine unserer zwei Katzen ist leider mittlerweile auch eine recht erfolgreiche Vogelfängerin, das finde ich auch nicht so toll. Nach ihrem letzten Coup, bei dem sie eine Amsel in unserer Abwesenheit ins Wohnzimmer geschleppt hatte und dort eine Spur der Verwüstung hinterließ (und natürlich einen schwerstverletzten Vogel, den mein Mann schließlich erlösen musste) sind wir übereingekommen, dass wir zwar die Katze nicht am Jagen hindern können, aber (auch um unser Gewissen wenigstens etwas zu erleichtern) wir sind jetzt Mitglied im Vogelschutzbund und hoffen, dass wir mit unserem Beitrag dort auch etwas für den Erhalt der Vogelwelt tun können. Allerdings hat mein Mann von seinem Arbeitsplatz auch schon erzählt, dass rund um das (neue und ziemlich flächendeckend verglaste) Gebäude auch immer wieder tote Vögel zu finden sind... Verteufelung der Katzen ist also völlig fehl am Platz!
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24.06.2013, 16:55Inaktiver User
AW: Katzen, Jagd und die Opfer :(
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24.06.2013, 17:28
AW: Katzen, Jagd und die Opfer :(
Das sei jetzt mal dahingestellt...
Nein, aber der Mensch könnte in der urbanen Reihenhaussiedlung rein theoretisch statt drei oder vier lebender jagender Kuscheltiere auch nur eines halten, wenn es soundso Freilauf hat. Oder gar kein freilaufendes Kuscheltier einer Art, welche unkontrollierbar und unkontrolliert räubert. Auch da kann er sich ja frei entscheiden.Die Katze kann sich nicht rational gegen die Jagd und den Fang entscheiden. Die Menschen sehr wohl.
Er könnte sich in diesem Sinne auch frei entscheiden, dass ganztägig und ganzjährig freilaufende Katzen als Jäger überhaupt nur was auf Bauernhöfen zur Mäuseminimierung zu suchen haben.
Wie gesagt, bei freilaufenden Hunden (erst Recht, wenn sie regelmäßig ohne ihre Besitzer irgendwo in der Nähe des heimischen Grundstücks in freier Natur rumstromern und/oder wildern) ist jegliches Verständnis dafür abgesagt, wenn sie ihrem 'natürlichen' Jagdtrieb nachgeben. Die werden schlicht abgeknallt.
@ visual, Alisea, Nellifer:
Das sind, wenn ich es hochrechne, 90 Mio pro Jahr europaweit. Plus 100 Mio durch den Menschen gejagte Vögel, wieder europaweit - vs. 50 Mio Vögel alleine in Deutschland nur durch Hauskatzen.Typische Hindernisse für den Vogelflug sind Freileitungen für Strom und Telefon, Fensterscheiben, Wintergärten, Glasfassaden und Lärmschutzwände. Täglich sterben über 250.000 Vögel in Europa den Tod durch Vogelschlag an solchen Objekten.
(So man den allgemein im www veröffentlichten Zahlen mal blanko über den Weg traut.)
Da würde ich den freigehenden 'domestizierten' Hauskatzen mal erfolgreicheres Jagdglück attestieren...
Welche es eben nicht in so irre hoher Zahl gäbe, wäre nicht der Mensch.
Echte Wildkatzenarten gibt es ebenso wie Wölfe und Bären ja verhältnismäßig wenige in Europa.
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24.06.2013, 17:36Inaktiver User
AW: Katzen, Jagd und die Opfer :(
Das ist sicher richtig. Ich verstehe zB. auch nicht, warum sich unsere Nachbarn jeweils zwei Katzen zulegten (und dafür vom Tierarzt auch noch gelobt wurden), obwohl sie wissen, wie hoch die Katzendichte hier ist. Die Katzen kommen alle miteinander klar, es hätte also keinerlei Notwendigkeit eines "Spielkameraden" bestanden, wenn draußen ohnehin alle auf einander treffen.
Zitat aus dem verlinkten Artikel:
Nach den Untersuchungen der Amerikaner erbeute eine Katze mindestens 40 Vögel im Jahr
Das scheint mir viel zu hoch gegriffen. Ab und zu erwischt eine Katze mal einen Vogel, aber unser Kater bringt seit Jahren keine mehr (er ist inzwischen zehn). Gefährdeter sind natürlich die Frösche und Amphibien, die erwischen selbst ältere Katzen noch.
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24.06.2013, 18:33
AW: Katzen, Jagd und die Opfer :(
Ich habe in den letzten Wochen bei uns Krähen beobachtet: was diese Krähen in einer Saison an Nestern ausgenommen haben und Spatzen, Amseln und andere Vögel gekillt haben, das haben unsere Katzen in ihrem bisherigen Katzenleben nicht geschafft.
Die Krähen haben den teilweise noch lebenden Vögeln die Federn ausgerissen und sie dann Stück für Stück gefressen.
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24.06.2013, 18:37
AW: Katzen, Jagd und die Opfer :(
erscheint mir auch zu hoch gegriffen.
Unser Kater fängt so gut wie keine Vögel u. Mäuse. Er ist jetzt 9 Jahre u. hat in dieser Zeit ca. 6 Vögel geschafft - u. einige von denen habe ich noch gerettet.
Mäuse waren es mehr, die habe ich noch viel öfter gerettet.
Unser Katzenmädchen ist jetzt 3 Jahre u. hat bis jetzt 2 Vögel gefangen - sie leuchtet durch ihre weiße Fellfarbe allerdings auch wie ein Warnsignal u. Geduld ist nicht ihre Stärke ;-)
Dafür fängt sie jede Fliege innerhalb von ein paar Sekunden.
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24.06.2013, 19:34
AW: Katzen, Jagd und die Opfer :(
Ich wollte mit meinem Link niemandem auf den Schlips treten; insbesondere, da ich aus meinem direkten Wohn-Umfeld weiß, wie militant Katzenbesitzer die Streifzüge ihrer Viecherl und auch deren pure Existenz als völlig selbstverständlich und natürlich als gerechtfertigt voraussetzen.
Auch bei mir räumen Eichhörnchen, Elstern, Marder, inzwischen seit zwei oder drei Jahren auch Eichelhäher und sogar Greifvögel mitten in der Stadt ebenfalls auf unter den Brutvögeln. (Neben den schon länger hier zuhauf gehaltenen Katzen.)
Das gab es bis vor wenigen Jahren hier noch nicht - dennoch sind das echte Wildtiere, die sich halt bis in die Stadt rein einquartierten und die im Gegensatz zu gefütterten Katzen auch davon leben müssen, Beute zu machen.
(Deswegen zweifle ich ja Nellifers Aussage mit dem noch bestialischer der Menschen an - was habe ich hier schon Eichhörnchen oder Vögel plärren hören im Todeskampf, weil beutespielende satte Hauskatzen ihnen eben kein rasches gnädiges Ende setzten...)
Und es gibt immer noch den Unterschied, dass sich kaum Menschen freiwillig so einen 'richtig' wilden Beutegreifer ins Haus holen. Außer vielleicht Stadtfalkner, die mit ihren Jägern auf die Tauben gehen.
Katzen sind nach wie vor vom Menschen künstlich implantiert - und hier, wo nahezu jeder zweite Nachbar mehrere davon freilaufend hält, gibt es für die Vögel deutlich mehr Grund zur Sorge ihretwegen statt wegen Krähen und anderweitiger Beutegreifer.Geändert von SignorinaLimoncella (24.06.2013 um 22:38 Uhr) Grund: Zeitraum relativiert



Sie versucht es sehr oft, es klappt allerdings nie.
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