Ich stehe ja mehr auf Jagd- als auf Hütehunde, mit letzteren habe ich keine Erfahrung, obwohl mein Bruder lange Zeit Schäferhunde hatte.
Dafür habe ich Erfahrungen mit Terriern, auch diese werden meist völlig falsch eingeschätzt. Auch wenn sie noch so knuffig/ dämlich aussehen mögen (Yorkshire/ Boston/ Bedlington), es sind und bleiben recht freche Hunde, die entsprechend gehandelt werden wollen, vom Bullterrier mal ganz zu schweigen.
Mein zweiter Sohn hat Forstwirtschaft studiert. In diesem Studiengang ist es durchaus üblich, dass die Hunde mit zur Vorlesung gebracht werden. Da sich aber die Hundebesitzer besonders um ihre Vierbeiner kümmern, fiel dort nur äußerst selten ein Hund aus der Rolle, selbst die Jagdterrier (für die man normalerweise schon einen Waffenschein braucht!) waren ausgelastet, was den Besitzern neben dem Studium nicht immer leicht geworden ist.
Wie viele alte "Rüdemänner" habe ich schon erlebt, die mit dem Jagdterrier an ihre Grenzen gekommen sind... Aber wenn der Hund wirklich Gelegenheit hat, zu arbeiten, geht auch das. Frage ist nur, wie viel Zeit, Geduld und Wissen man aufbringen kann.
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15.06.2013, 09:37
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
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15.06.2013, 09:50
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Eine Bekannte aus dem Hundeverein hat zwei Pudeldamen, die nur regelmäßig geschoren werden. Sie macht mit ihnen Agility und Apportieren und es sind zwei wunderschöne Tiere.
Wenn ich allerdings auf Hundeausstellungen unterwegs bin und mir nur dort die Pudel anschaue, würde ich niemals auf die Idee kommen, mir so eine Rasse anszuschaffen.
Sie sind so dermassen gruselig zurecht gemacht, ich bin sicher, sie haben noch einen Wald gesehen, denn dann würde ihre Friseur nicht mehr sitzen!
Mit dem Pudel werden inzwischen Doodles "fabriziert", der neue Modehund. Sauteuer, man weiß nicht, was dabei rauskommt und wie die Welpen irgendwann ausschauen aber ein echter "Familienhund".
Schade nur, wenn der Jagdinstinkt durchschlägt und der Hund nicht mehr zu halten ist.
Age is an issue of mind over matter, if you don´t mind, it doesn´t matter.
Marc Twain
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15.06.2013, 09:57
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Dass man den Dackel notfalls auch unter dem Arm transportieren kann, spricht klar für ihn... Ein Bekannter, der schon seit Ewigkeiten Hunde ausbildet, prägte mal den Spruch: "Wähle keinen Hund, den du im Notfall nicht zum Auto schleppen kannst!"
Weil es mir an eben dieser Stelle einfällt, eine kleine Anekdote, die mir der Sohn neulich erzählte:
Ein Bekannter (Jäger!) nahm einen Weimaraner bei sich auf, das Tier stammte aus schlechter Haltung und fixierte sich innerhalb kürzester Zeit auf sein neues Herrchen. Eines Tages ging Haydns (der Name ist genial für den Hund) Herrchen auf Wildschweinjagd, erwischte auch eine Sau, war sich aber nicht total sicher, ob er einen Volltreffer gelandet hatte. Also ging er vorsichtig auf das Schwein zu, und siehe da: es erhob sich und griff an, wobe er nicht unerheblich verletzt wurde. Haydn war sofort zur Stelle, verknäulte sich aber derart in das Geschehen, dass das Herrchen mit dem blanken Messer eingreifen musste, um seinerseits den Hund zu retten.
Schließlich blieben Herr und Hund (beide schwer verletzt) zurück, dennoch hat es der Jäger noch geschafft, seinen Hund ins Auto zu schleppen (was angesichts der Größe von Haydn, der ein "Mordsviech" ist, nicht einfach war) und ihn zum Tierarzt zu bringen, wo beide (!) geklammert wurden. Mit Dackel wäre das einfacher gewesen
Ich merke, dass ich mich in das Thema verbeiße, weil es mir am Herzen liegt, dass Hunde nicht einfach der Optik wegen angeschafft werden, sondern weil es mir wichtig ist, dass man ihnen ein Leben bieten kann, an dem sie Spaß haben können.
Ich fürchte, das geht z.B. dem Weimaraner der Gastfamilie meiner Tochter in Amerika nicht unbedingt so, der Vorteil dieses Tieres scheint in erster Linie der zu sein, dass er überhaupt noch nicht verstanden hat, dass er überhaupt ein Weimaraner ist (und Gott bewahre die Familie vor dem Tag, an dem ihm das zu Bewusstsein kommt!).
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15.06.2013, 10:04
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Leiven Jott, Hundeschauen... Da geht mir regelmäßig der Draht aus der Mütze! Da werden Hunde rein nach Schönheit "produziert" und Qualzuchten angeboten, die jeder Beschreibung spotten
und anständige alte Rassen so lange verunstaltet, bis sie modisch aussehen, was besonders die Hunde trifft, die gerade en vogue sind (dieses Schicksal ereilte vor dem RR und dem Weimaraner schon den Chow- Chow und den Foxterrier), ganz schlimm sind derzeit der Mops, die englische Bulldogge und vor allem der Chevalier- King- Charles- Spaniel dran.
Was die neuen Mischungen angeht, weiß noch kein Mensch, was auf lange Sicht dabei herauskommen wird. So hat sich eine Freundin der Tochter einen Puggle zugelegt (Kreuzung aus Beagle und Mops), ich erwartete eigentlich mehr davon, als herausgekommen ist. Das beste, was man von der Mischung sagen kann, ist, dass der Hund, verglichen mit dem Mops, keinen so kurzen Fang hat und höher auf den Beinen steht.
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15.06.2013, 11:00Inaktiver User
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Ja, vor allem Großpudel sind einfach wunderbar! (und ich bin keine "Rassefan"... außer Dackel
)
Wenn man sichergehen will, dass der Hund zu einem passt, ist ein "gebrauchtes" und etwas älteres Tier, das in einer Pflegestelle (einer seriösen Vermittlung) lebt, eigentlich eine gute Wahl; dort kann man genau berichten, wie es sich in welchen Situationen verhält.
Bei Welpen, Rasse hin oder her, weiß man halt nie, wie sie sich entwickeln werden - und gerade Leute, die von Hunden keine Ahnung haben, schaffen es oft nicht, einen Welpen so zu erziehen, dass er sich wie gewünscht in ein Rudel einfügt. Und so landen sie dann im Tierheim und werden dort in der Regel nicht leichter händelbar.
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15.06.2013, 12:48
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Der unbestreitbare Vorteil eines Welpen aus seriöser Zucht besteht darin, dass man die Eltern kennt.
Als wir unseren letzten Hund kauften, waren wir sozusagen vom Zeitpunkt der Zeugung an mit dabei
, wir kannten die Mutter, die Großmutter, den (schwedischen) Vater zwar nicht "persönlich", aber wir wussten einiges über ihn. Wir haben unseren Hund und seine Geschwister von der Wurfkiste an beobachtet, so etwas geht nicht, wenn man einen Hund aus dem Tierheim zu sich holt (was ich, nebenbei bemerkt für eine gute Sache halte, nur weiß man halt so gut wie nichts über sein Tier).
Wie auch Kinder sich manchmal von ihren Erzeugern unterscheiden können, wissen alle Eltern
, aber man ahnt zumindest, was genetisch angelegt sein müsste/ könnte.
Hinzu kommt, dass man sich als potentieller Halter einer Rasse darüber informormieren kann und sollte (!), welche Bedürfnisse der Hund hat, ob es sich um einen Jagd- oder einen Hütehund handelt, ob der Hund eine intensive Beschäftigung/ Erziehung einfordern wird, ob es sich um eine besonders laufhungrige Rasse handelt usw. Und ebenso steht fest, ob es sich um einen Hund handelt, der besondere Kenntnisse erfordern wird oder um einen an sich umproblematischen Anfängerhund.
Mein Dilemma (in ein paar Jahren
) wird sein, dass ich an sich auf extrem beschäftigungsintensive und größere Rassen "stehe", ein Dackel käme für mich z.B. nicht in Frage, für mich ist alles unter 40 cm Schulterhöhe eine Trethupe, die sich leicht in den Teppich drückt *duck*. Nur weiß ich heute schon, dass ich die von mir bevorzugten Rassen nicht werde auslasten können, daher werde ich es wohl beim Träumen belassen (oder ich sitte ab und an).
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15.06.2013, 13:14
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
hallo,
der liebste Hund den ich kannte, war ein Rhodesien Richback/ Bernersennenmischling, er hatte aber mehr vom Richback, war vielleicht noch etwas größer.
Er war vielleicht ein wenig schlecht erzogen und ein wahrer Lausbub.
Er liebte Gesellschaft und war gar nicht gerne alleine. Viel viel Auslauf und Aufmerksamkeit, die aber treu belohnt wurde, er wurde leider nicht alt und wir vermissen ihn heute noch.
ich bin ihm sehr dankbar, durch ihn habe ich alle Angst vor großen Hunden verloren und auch viele Vorurteile.
charlchen


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