Ehrlich gesagt war ich leise entsetzt, als ich erfuhr, dass die Familie, in der meine Tochter derzeit in Amiland lebt, neben drei Kindern (Zwillinge von eben vier Jahren, ein Mädel von neun) noch einen Weimaraner hältMeine Sorge erwies sich zwar als unbegründet, aber auch nur deshalb, weil dieser Weimaraner noch überhaupt nicht kapiert hat, dass er einer ist, selten sah ich ein so treudoofes Tier.
Aber so schön ich Weimaraner finde, es sind einfach keine Anfängerhunde, ebenso wenig wie der RR. Der Haushund bei der Tochter hat bereits erkennbare HD, ist kupiert (!) und es gewohnt, seinen Bewegungsdrang überwiegend im Garten zu stillen, an der Leine lässt er sich nur schwer führen (kein Wunder, es hat sich auch niemand erbarmt, ihm das beizubringen, im absoluten Zweifelsfall wird er am Stachelhalsband geführt).
Mein zweiter Sohn spielt mit dem Gedanken, sich einen Langhaarweimaraner zuzulegen, wenn er die notwendige Zeit dafür hat, aber 1. ist er Jäger, 2. weiß er, was zeitlich und ausbildungsmäßig auf ihn zukäme und 3. würde er sich nur einen Hund aus rein jagdlicher Zucht anschaffen, was die Gefahr, dass er einen nur auf Schönheit gezüchteten Hund (s. den Ami- Wuff) erwischen würde, erheblich eingrenzt.
Mich ärgert es schon jahrelang, dass sich die Menschen ihren Hund vorrangig nach der Optik aussuchen und sich nicht den geringsten Kopf darum machen, ob sie einen Jagd- oder einen Hütehund bei sich aufnehmen, dessen Bedürfnisse sie oft nicht einmal ansatzweise erfüllen können. Wenn es denn ein "schöner" Hund sein muss, warum nicht z.B. ein Springer- Spaniel, der einigermaßen einfach zu erziehen ist und sich, so er denn ausgelastet ist, gut in eine Familie integrieren lässt?
Meine Schwester legte sich vor langer Zeit eine Dogge zu, das arme Tier wurde nie ausgelastet, ihr Vorteil war nur, dass das Tier lammfromm (um nicht zu sagen schlaftablettig) war, sonst wäre sicher noch mehr passiert als der eine Unfall, als die Dogge auf der gegenüber liegenden Straßenseite einen Kumpel entdeckte und Frauchen unvermittelt die Leine aus der Hand riss, auf die gut befahrene Straße stürmte und dabei einen Autounfall verursachte, der Gott sei Dank glimpflich ausging.
Wie auch immer und welche Rasse man für sich ins Auge fasst: dass man sich vorab genauestens informiert, ist für mich selbstverständlich. Und dass "Modehunde" besonders problematisch sind, ist eigentlich klar, es hat noch keiner Rasse gut getan, wenn die Nachfrage sprunghaft gestiegen ist (ich nenne mal nur den Chow- Chow oder den Foxterrier, momentan auch den Mops).
Stünde ich heute vor der Frage, ob ich mir wieder einen Hund zulegen will, ich würde mich wohl wieder für einen Springer- Spaniel entscheiden, wohl wissend, dass der Jagdtrieb bei diesem Hund recht ausgeprägt ist, auch wenn er auf den ersten Blick nicht danach aussieht. Ich würde mich im Gegenteil sogar an einen Züchter wenden, der seine Hunde vorrangig für den jagdlichen Einsatz züchtet und weniger Wert auf die absolut gelungene Optik legt. Alles, was von der ursprünglichen Bedeutung eines Hundes zu stark abweicht, ist von Übel und jeder Hundebesitzer, der die Bedürfnisse seines Tieres nicht kennt und ihnen gerecht werden kann, gleich dreimal.
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Ergebnis 41 bis 50 von 77
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04.06.2013, 17:54
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
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12.06.2013, 11:44
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Tolle Beiträge hier und ich wünschte, der Mensch, der mir neulich erklärte, er hätte von einem "Hundesachverständigen" (was ist das überhaupt?) gehört, Flats seien Familienhunde und im Buch stünde das auch und das wäre der richtige Hund für seine Familie (zwei Kinder 4 und 11).
Ich habe versucht, ihm zu sagen, dass es einem Flat nicht reicht, regelmässig durch den Wald zu joggen und ansonsten nichts zu tun aber ich bin ja nur eine Spaßverderberin. Und die Flats, die ich kenne, haben es alle in sich.
Age is an issue of mind over matter, if you don´t mind, it doesn´t matter.
Marc Twain
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12.06.2013, 11:50Inaktiver User
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12.06.2013, 13:25
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Die Katze als Spaßbremse
. Aber recht hast Du
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Leider kaufen viele Leute immer noch ihre Hunde nach dem Aussehen (oh, der ist ja soooooooo süß) und danach, welche Rasse gerade "in Mode" ist und achten nicht auf die Charaktereigenschaften und Bedürfnisse der Hunde und ob sie das erfüllen können
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Ich mag auch Border Collies total gern, aber niemals könnte ich dieser Rasse gerecht werden. Deswegen haben wir auch keinen, sondern Karlchen
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... and nothing else matters
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12.06.2013, 14:01Inaktiver User
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Ich hatte eine Mischung aus Border Collie und Beagle. So ein arbeitsgeiles Tierchen kann man sich gar nicht vorstellen. Es war eine echte Herausforderung, diesen Hund entsprechend seiner Neigungen zufrieden zu stellen und hat mich echte Nerven gekostet. Irgendwann war klar, dass der Border Collie sich typmässig durchsetzt und das juvenile Hündchen für sein Leben gerne hüten wollte. Also habe ich mir jemanden gesucht mit einer Schafherde und einem bbereits ausgebildeten Collie. Ich hatte von da an den glücklichsten Hobby- Hütehund der Welt. Für lange sechszehn Jahre.Ich mag auch Border Collies total gern, aber niemals könnte ich dieser Rasse gerecht werden.
Ich persönlich finde den Dobermann mit Schlappohren und langer Rute) wunderschön und hätte zu gerne zwei davon. Die Herausforderung, zwei solcher Exemplare vernünftig großzukriegen, zu erziehen und entspechend beschäftigt zu kriegen, würde ich niemals nebenbei erledigen wollen. Also ist dieser Wunsch aufgeschoben, bis ich irgendwann mal die Zeit und auch Geduld dafür habe. Aber die Namen habe ich schon im Hinterkopf und die sind reserviert für zwei Dobermann- Hündinnen. Irgendwann mal....
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12.06.2013, 14:07Inaktiver User
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Tilbage, natürlich gehört jeder Hund, ausnahmslos, so erzogen dass er die Grundkommandos kennt (und möglichst auch befolgt...). Aber manchen reicht das halt für ein zufriedenes Leben - für andere ist das nix als das Kleine Einmaleins, und sie brauchen ein Mathestudium um geistig ausgelastet zu sein.
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14.06.2013, 07:53Inaktiver User
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14.06.2013, 08:48
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
... and nothing else matters
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14.06.2013, 09:06Inaktiver User
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14.06.2013, 09:09Inaktiver User
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Nein.
Das ist eine Idee unserer Zeit, in der künstlichen und kontrollierten Lebenswelt in der sich viele befinden, da werden Kinder schon im Mutterleib gefördert und bereits als Kleinstkinder gebildet und jeder Hund muss geistig ausgelastet sein.
Man kann auch einfach leben.


Meine Sorge erwies sich zwar als unbegründet, aber auch nur deshalb, weil dieser Weimaraner noch überhaupt nicht kapiert hat, dass er einer ist, selten sah ich ein so treudoofes Tier.
) erwischen würde, erheblich eingrenzt.
. Ich würde mich im Gegenteil sogar an einen Züchter wenden, der seine Hunde vorrangig für den jagdlichen Einsatz züchtet und weniger Wert auf die absolut gelungene Optik legt. Alles, was von der ursprünglichen Bedeutung eines Hundes zu stark abweicht, ist von Übel und jeder Hundebesitzer, der die Bedürfnisse seines Tieres nicht kennt und ihnen gerecht werden kann, gleich dreimal.
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