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  1. Inaktiver User

    AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?

    Timipu,

    Du beschreibst eine Entwicklung, die der RR als "Modehund" leider, wie so viele Rassen vor ihm, in den letzten Jahren durchlaufen hat. Als ich mich für die Rasse begeisterte, war sie noch eine relative Ausnahmeerscheinung, kurze Zeit später ging es dann los: Der RR tauchte plötzlich überall auf, in der Werbung, auf zig Covern von Hundebüchern oder Magazinen, und jeder wollte so einen "schönen" Hund haben.

    Der Weimaraner war dann der nächste, den es traf, dort haben aber die Zuchtverbände erheblich besser reagiert - Weimaraner werden auch heute noch von vielen Züchtern ausschliesslich an Jäger abgegeben, was die Entwicklung zumindest etwas einbremst.

    RR Welpen sind nicht unbedingt günstig, wenn sie von einem seriösen Züchter stammen - die Vermehrer witterten ob der steigenden Nachfrage ein schnelles Geschäft, und produzierten und produzieren "günstig" für einen ziemlich bedarfsstarken Markt. Otto Durchschnitt und Hilde Sparschwein denken sich dann: Warum soll ich für einen Welpen 1800 Euro zahlen, wenn ich ihn auch für 1000 oder noch günstiger kaufen kann? Und bingo.

    Findige "Züchter" nutzen die Kehrseite dieser Medaille, und gaukeln Seriösität vor, wo keine ist. Die verlangen dann auch für einen Welpen, der ein problematisches Paket mitbringt, "Listenpreise. Wieder bingo.

    So etwas tut keiner Rasse gut, denn Vermehrer und unseriöse Züchter achten nicht darauf, wen oder was sie da miteinander verpaaren, und haben davon oft auch gar keine Ahnung. Die Verbände haben hier deutlich gepennt und sind ihrer Aufgabe nicht so nach gekommen, wie das wünschenswert gewesen wäre.So kam und kommt es also zu immer mehr Würfen mit Fehlentwicklungen, die aber die Käufer aufgrund mangelhafter eigener Information und Vorbereitung gar nicht bemerken.

    Beim RR führen diese Entwicklungen beispielsweise zu neurologischen Veränderungen und damit zu Individuen, die

    grundängstlich
    übersensibel

    und kompensatorisch und bei mangelhaftem Umgang mit diesen Eigenschaften auch angstaggressiv sind.

    Es verstärkte die Probleme im Bereich des Bewegungsapparates, die alle grossen Hunderassen kennen, insbesondere da der Trend derzeit dahin geht, immer grössere RR zu züchten - ursprünglich war der RR eigentlich nur ein mittelgrosser Hund, inzwischen sind Rüden mit einer Schulterhöhe von 74 und mehr cm keine Seltenheit mehr.

    Es forcierte das Auftreten bestimmter, für die Rasse typischer Grunderkrankungen.

    Das ist die eine Seite.

    Die andere sind Menschen, die sich für das, was sie da "anschaffen" überhaupt nicht wirklich interessieren, und deshalb solchen Fehlentwicklungen einen Boden bereiten.

    Ein verantwortungsbewusster Mensch befasst sich VOR Anschaffung eines Hundes intensiv auch mit dem Thema Zucht, und kauft nicht nach Portemonnaie, sondern wählt einen seriösen Züchter, der gute Weichen für die Entwicklung stellt. Er schaut sich diesen Züchter genau an, stellt Fragen, und besucht die Zuchtstätte und "seine" Welpen regelmässig, sobald das möglich ist.

    Dann kann man auch heute noch einen RR bekommen, der auf eine wunderbare Art sensibel, dabei aber nicht übermässig ängstlich ist, und auf Umweltreize neugierig-freundlich reagiert.

    Ein solcher Käufer hat keine Angst vor Welpen, sondern lange vor Auswahl der Rasse für sich abgeklärt, ob in seinem Leben überhaupt Raum ist für die Aufzucht eines Hundekindes. Er weiss, was damit verbunden ist, kennt zumindest die basics der Hundeerziehung, und hat eine Vorstellung von dem, was er einem Hund in welchem Alter zutrauen und zumuten kann, und was besser nicht.

    Wer das vernachlässigt, der hat dann eben mit einiger Wahrscheinlichkeit dank der Modehund-Problematik Pech, und bekommt einen Welpen, der häufig krank oder doch krankheitsanfällig ist, und eine Tendenz hat, überängstlich und nervös zu sein.

    Die RR haben übrigens eine Veranlagung für Schilddrüsenerkrankungen. Das Verhalten, das Du beschreibst, kann auch durch eine solche Erkrankung begünstigt werden. Statt Abgabe hätte hier u.U. gute Diagnostik und medikamentöse Intervention einiges bewirken können.

    Die Hunde können für diesen ganzen Scheixx nichts. Sie baden ihn nur aus.

    Ich kann nur jedem, der sich für diese wunderbare Rasse interessiert, nahelegen:

    Informiert Euch! Lasst Euch helfen von Menschen, die Erfahrung mitbringen. Dann kann das auch was werden, egal ob man nun mit einem Welpen oder einem Nothund startet.
    Geändert von Inaktiver User (03.06.2013 um 09:28 Uhr)

  2. VIP

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    AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?

    @ c_f
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  3. Inaktiver User

    AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?

    Ich kann die sachkundigen und sehr informativen Hinweise und Empfehlungen von c_f (*volle Zustimmung zu diesem tollen Beitrag*)
    vor Anschaffung eines RR (oder eines anderen Hundes) empfehlen zu beachten.

    Ich sehe es auch immer wieder verstärkt in den letzten Jahren, dass RR sich als Modehunde angeschafft werden, und dann im TH landen weil Zweibeiner nicht mit den Anforderungen, die diese Rasse hat, nicht gerecht werden und das andere Ende der Leine mit deren Haltung komplett überfordert sind, diese Hunde dann im TH abgegeben werden oder wie aktuell, ein RR mir Elektrohalsband Gassi geführt wird. Das macht niemanden glücklich.

    Allgemein ist es keine gute Entwicklung, was gerade mit vielen Rassehunden abgeht, vor allem mit den ach so schön aussehenden Jagdhunden wie Weimaraner oder RR oder Hütehunden wie z.Bsp. Aussies oder Border Collies.

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    AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Allgemein ist es keine gute Entwicklung, was gerade mit vielen Rassehunden abgeht, vor allem mit den ach so schön aussehenden Jagdhunden wie Weimaraner oder RR oder Hütehunden wie z.Bsp. Aussies oder Border Collies.
    Bei Jagdhunden habe ich noch den Magyar Vizsla zu ergänzen und bei Hütehunden den Kangal.

    Soooo schön und sooo knuddlig, gell, aber halt doch ein wenig komplex in der Handhabung...

    Im Münchner Tierheim hocken locker fünf wunderschöne Kangals sich den Hintern platt, weil sie halt nicht so einfach sind wie sie schön und knuddlig aussehen...

    Holt Euch doch einen Labrador oder einen Dalmatiner oder einen Pudel als Begleithund. Gerade Pudel sind völlig unterschätzt, seit ihre Zeiten als Modehund vorüber sind. Pudel sind coole, hochintelligente, liebenswerte, charmante Socken!
    Und verzeihen Erziehungsunkenntnisse eher als andere Rassen.

    Wenn es unbedingt ein Monster sein muss, dann eine deutsche Dogge. Die sind auch easy - und lieb ohne Ende.

  5. VIP

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    AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?

    Du hast die Retriever vergessen: Vor allem aus den Goldens und den Labradors wurden durch hohe Nachfrage und hirnlose Vermehrungszucht große (bei den Goldens oft weiße) Schlaftabletten. Eine befreundete, ernsthaft züchtende Engländerin ist immer wieder entsetzt und nennt sie Valium Goldens. Oder aber hibbelige schmalbrüstige Hyteriker. Das wird dann gern mit "Field-trial-Hund" umschrieben. Blödsinn!

    Es gab hier schon viele Beiträge in verschiedenen Threads über die Probleme lausiger Zuchtauswahl bzw. Zucht vs. Vermehrung, wenn eine Rasse en vogue wird.
    Leider interessiert das nur wenige potentielle Welpenkäufer.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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    sonst normale Userin

  6. VIP

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    AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?

    Ha ragione, signorina!

    Kangals haben beim Normalmenschen und in Städten genausowenig verloren wie die anderen Herdenschutzhunde, z.B. Maremmano oder Owtscharka. Da ist Ärger einfach vorprogrammiert. Aber ich höre immer öfter, dass Leute sagen, sie wollen einen Kangal. Oder - auch keine gut Idee - einen Do Khyi.

    Dahinter steckt oft Statusmeierei.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  7. Inaktiver User

    AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?

    Ich wollte ja nur einige Besipiele geben, die Goldies waren in den 90ern eine der ersten Modehunderassen.
    Bei uns sind die TH auch voller Herdenschutzhunde wie Kangals oder kaukasischer Owtscharka, fast nicht vermittelbar....

    Wir haben Interessenten im TH schon des öfteren ein Stofftier empfohlen, als man bald merkte was für einen Hund sie suchten...

    Dalmatiner sind auch nicht für jeden...und viele Goldies oder Labradore von fragwürdiger Herkunft und manche landen auch vermehrt im TH weil überzüchtet, schlechte Sozialisierungsphase etc.

    Das ist jetzt aber am ursprünglichen Thema vorbei, und wie katelbach schon erwähnte, wurde hier schon öfters im Forum diskutiert.

  8. Inaktiver User

    AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen

    Dahinter steckt oft Statusmeierei.
    Volle Zustimmung!
    "Mein Nachbar hat eine Dogge, ich hätte gerne einen noch größeren!" - kein Witz, selbst erlebt im TH...
    Geändert von Inaktiver User (03.06.2013 um 19:42 Uhr)

  9. VIP

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    AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Volle Zustimmung!
    "Mein Nachbar hat eine Dogge, ich hätte gerne einen noch größeren!" - kein Witz, selbst erlebt im TH...
    Als ich jung war, da haben diese Typen wenigstens nur Schulden gemacht, um sich ein größeres Auto als der Nachbar vor die Einfahrt zu stellen.

    Vielfach ist es auch Unwissen, denn für viele ist immer noch Hund gleich Hund. Mit ein Grund, weshalb ich den Hundeführerschein befürworte.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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    sonst normale Userin

  10. gesperrt

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    AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?

    Zitat Zitat von Alice30 Beitrag anzeigen
    Ich würde gerne unsere Familie um einen Vierbeiner erweitern und habe mich da irgendwie in den Ridgeback verbissen.
    Vielleicht habe ich es überlesen....was heißt Familie? Habt ihr Kind/er und wenn ja, wie alt sind die?
    Bei Kleinkindern würde ich keinen so großen Hund wollen, es sei denn er hätte so ein Gemüt wie ein Golden Retriever.

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