Easy Dogs / Rasseportrait Rhodesian Ridgeback, Dr. Ute Blaschke-Berthold
ich finde den beitrag richtig gut und vor allem wird da nix beschönigt, sondern auf eigenschaften die eben mehr aufmerksamkeit brauchen hingewiesen
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 77
-
30.05.2013, 21:07
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
-
31.05.2013, 00:12
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Vielen lieben Dank für die ganzen Antworten!
Richtige Horrorstories waren ja nu nicht dabei - jedenfalls nicht so, dass ich nun total abgeschreckt wäre. Der Hund, der bei jedem ungewohnten Geräusch oder Bewegung (wirklich auch bei einem Vogel???) total ausflippt, finde ich allerdings schon sehr bedenklich... lebt er denn normalerweise so ruhig, dass er das nicht gewohnt ist? Oder ist die Besitzerin der nervöse Typ und das überträgt sich so auf den Hund? Kann ich mir im Moment nicht vernünftig erklären.
Das Rasseportrait hatte ich mir vorhin auch durchgelesen, und ja, das trifft es wohl ziemlich gut. Dass ein Ridgeback nicht "so nebenher" mitläuft, ist mir ja durchaus klar. Aber welcher Hund tut das schon - gern und ohne dabei einen Knacks zu kriegen? Ich habe auch schon jede Menge "problematische" (oder einfach nur furchtbar nervige) Möpse, Dackel, Terrier... erlebt.
Wenn ich keine Zeit mit dem Hund verbringen wollte, müsste ich mir ja nun keinen anschaffen. Zeitlich sollte es kein Problem sein, die "Familie" besteht aus mir und meinem Freund, beide zwar berufstätig, mein Freund aber von zuhause aus, es wäre also auch eigentlich immer jemand da. Keine kleinen Kinder, Katzen o.ä. Die Aussicht, einen Großteil unserer Freizeit in Beschäftigung mit dem Hund zu verbringen, schreckt uns nicht (im Gegenteil). Besuch einer Hundeschule ist angedacht - je nachdem in welchem Alter + in welchem "Seelenzustand" der Neuankömmling sein sollte. Einen Welpen erziehen z.B. würde ich wahrscheinlich nicht "im Alleingang", da fehlt mir einfach die Erfahrung. Aber mal schauen... ich habe eigentlich auch nicht vor, zum Züchter gehen, sondern mich einfach im Bekanntenkreis umhören, wo ein neues Zuhause gesucht wird (oder RR in Not, oder...)
-
31.05.2013, 08:13Inaktiver User
-
31.05.2013, 08:50
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
ein erwachsener hund hat natürlich seine vorteile, man sollte sich aber wirklich lange zeit lassen um den hund gut kennenzulernen und zu schauen ob das wirklich das richtige ist
wenn du zu wenig erfahrung hast umso mehr
es reicht nicht bei bedarf in die hundeschule zu gehen, sondern ich muss mir bei vorher gedanken machen, wozu ist der hund ursprünglich gezüchtet worden und wie genau kann ich ich ihn im alltag entsprechend auslasten
aus meiner sicht gehört hier beim ridgi unbedingt antijagdtraining und nasenarbeit dazu
auch wenn dein freund von zu hause arbeitet und da ist, überlegt vorher konkret wann wer wieviel zeit hat und vor allem wie diese dann ausgefüllt wird - ein nur um den block laufen wird einen ridgi nicht auslasten
der hund kann in einer vogelvoliere aufgewachsen sein und trotzdem bei entsprechenden haltungs- bzw. verhaltensfehlern auf jeden vogel reagieren - das eine hat nicht immer zwangsläufig mit dem anderen zu tunjedenfalls nicht so, dass ich nun total abgeschreckt wäre. Der Hund, der bei jedem ungewohnten Geräusch oder Bewegung (wirklich auch bei einem Vogel???) total ausflippt, finde ich allerdings schon sehr bedenklich... lebt er denn normalerweise so ruhig, dass er das nicht gewohnt ist?
beispiel hunde und katzen - auch hunde die mit katzen zusammenleben jagen durchaus fremde katzen
und so kann auch ein nicht seinen anlagen entsprechend ausgelasterter rr auf vögel, radfahrer oder gar autos losgehen und das obwohl er sie von klein auf kennt und dauernd von ihnen umgeben ist!
alice, ich hab das gefühl du gehst zu leichtfertig ran, daher empfehle ich dir dringend besuche züchter um die rasse kennenzulernen - auch wenn du keinen welpen nimmst, die meisten züchter geben trotzdem gern auskunft, besuche hunderunden in denen ridgis anzutreffen sind und melde dich im RR forum an um dir noch mehr infos zu holen
ich denke keiner hier will dich "abschrecken", es geht darum sich bewusst zu sein auf was man sich einlässt
und das hat nix mit der rasse als solches zu tun, sondern so etwas sollte man generell vor der ersten anschaffung eines hundes tun
-
31.05.2013, 09:49
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Alice, ich fürchte, jasmintee hat recht, Du siehst das sehr entspannt.
Meine Bekannte hatte einen RR, ein wunderschönes Tier. Sie hat schon als Hundetrainerin gearbeitet und hatte die Hündin toll erzogen. Trotzdem war ich nervös, wenn wir zusammen spazierengingen. Unser Labrador war so völlig unproblematisch während ihre Hündin ein paar Mal auch im hohen Alter mit anderen Hunden eine Rauferei anfing, weil sie es z.B. nicht leiden konnte, wenn jemand an ihrem Hinterteil schnüffelte, wenn ein Hund an der Leine ging etc. Meine Bekannte blieb dabei völlig ruhig und wußte, das müssen die Hunde untereinander ausmachen. Sie gab den anderen Hundehaltern freundlich, aber mit Bestimmtheit Anweisungen, wie, sie sollen ihn von der Leine nehmen, sie sollen sich nicht einmischen, wenn die Hunde raufen ... Zum einen hat meine Bekannte eine natürliche Autorität und sie war die alleinige Bezugsperson für den Rhodesian Ridgeback, ich fand die wenigen Spaziergänge, in denen ich mich ihr anschloss, stressig.Gruß dingsda
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.
-
31.05.2013, 10:45
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
also sorry, anne, aber da hört es für mich definitiv auf. ich habe zugegebenermassen keine ahnung von rr, aber ich möchte nicht unterwegs eine hundetrainerin treffen die mir sagt, wie ich meinen hund zu behandeln habe. ich erwarte, dass jemand seinen hund welcher rasse auch immer soweit im griff hat, dass es gar nicht erst zu raufereien kommen kann.
Der Utopist sieht das Paradies,
der Realist das Paradies plus Schlange.
Friedrich Hebbel
-
31.05.2013, 11:33
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
da gebe ich Dir absolut recht, Einspluszehn, darum waren diese Spaziergänge auch nicht so entspannend für mich.
Wobei man sagen muss, gut erzogene Hunde haben die RhodesionRidgebackDame nicht interessiert. Sie ist brav bei Fuß gegangen, nur wenn andere Hunde an ihr geschnüffelt haben oder sie angekläfft haben, hat sie reagiert.Gruß dingsda
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.
-
31.05.2013, 13:45Inaktiver User
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
Ich lebe seit fast 14 Jahren mit Ridgebacks. Ich hatte das Glück, damals bei Dr. Ute Blaschke-Berthold im Training viel über den Umgang mit RRs zu lernen, und habe so meinen ersten Rüden zumindest einigermassen gut begleiten können. Er war sehr geduldig mit mir, ein echter Goldschatz, der mir heute noch jeden Tag fehlt. Ute hat auch dieses Rasseporträt verfasst, das ich Dir als Lektüre ans Herz legen möchte. Zu Deinen Fragen hier meine ganz praktischen Erfahrungen:
Sind RR schwierige Hunde?
Es kommt darauf an.
RRs sind
Spät- und Langsamentwickler
ausgemachte Jäger
sehr sensibel
mit einer niedrigen Reizschwelle
mit einer gewissen Mannschärfe
Laufhunde
sehr eigenständig
Und je nach Linie haben sie leider heute auch oft eine deutliche Tendenz zur Überempfindlichkeit und Ängstlichkeit.
Daraus leitet sich ab, wo die Probleme mit dieser Rasse liegen können:
--> Wer sich einen RR ins Haus holt, braucht Geduld, einen langen Atem, und entweder bereits viel (echte!) Hundeerfahrung/Wissen über die Art Hund und Erfahrung im Umgang damit ODER die Bereitschaft, sich dieses Wissen mithilfe von guten Trainern anzueignen.
--> Das kostet VIEL ZEIT. Wer die nicht hat: Hände weg vom RR!
--> Es kostet TÄGLICH Zeit. Wer nicht bereit ist, jeden Tag etwa 3 - 4 Stunden reine Hundezeit zu investieren, ist beim RR falsch.
--> Diese Investition ist dringend notwendig während der ersten DREI Jahre mindestens. Da RRs sich langsam entwickeln, kann ihre Pubertät bis ins 4. LJ hinein reichen. In dieser ersten Lebensspanne hat man alles, aber keinen verlässlichen, entspannten und souveränen Hund an seiner Seite. Schon gar nicht, wenn man vielleicht aus Unwissenheit und Unerfahrenheit (von Billigheimermentalität einmal zu schweigen...) eine "schwierige" Linie erwischt hat, und es mit einem grundängstlichen Exemplar der Rasse zu tun hat.
Ich habe im Umfeld eine Dame, die so einen RR hat (falls sie ihn noch hat - ich habe sie jetzt gut ein halbes Jahr nicht mehr mit ihm gesehen) - der Rüde ist nach meinem letzten Kenntnisstand völlig unverträglich mit anderen Rüden, er ist ein Leinenpöbler, und so wenig in seinem Jagdverhalten kontrollierbar, dass er auf ungesichertem Gelände nicht ohne Leine laufen kann. In Gesellschaft mit für ihn fremden Menschen hat er schon mehrfach nicht nur deutlich gedroht (Knurren) sondern auch schon geschnappt.
Das kann halt der Outcome sein, wenn Unerfahrenheit, wenig Zeit und eine ungünstige Verpaarung in einem Hund zusammen kommen.
Bedenke: Der RR ist ein grosser Hund, der im Schnitt 40 kg pure Muskelkraft und Wendigkeit mit bringt, extrem spurtstark ist, und ein Reaktionsvermögen hat, mit dem kein Mensch mithalten kann. Wer nicht in der Lage ist, das in vernünftige Bahnen zu lenken, über Liebe, Geduld und viel Arbeit, der wird Probleme bekommen.
--> Wer sich nicht gern jeden Tag bei jedem Wetter draussen bewegt, darf sich keinen Laufhund zulegen!
--> Alle Hunde sind begnadete Körpersprachler. Der RR bringt zudem aber grosse Sensibilität mit, und schliesst sich extrem eng an "seine" Menschen an. Man kann RRs nichts vormachen, sie durchschauen falsche Töne sofort, und durch die enge Bindung muss man von Anfang an dafür sorgen, dass sie verschiedene gute Bezugspersonen haben, ansonsten wird das schwierig, wenn man mal abgeben muss, etwa weil man krank ist.
--> Mannschärfe und Selbständigkeit des RR verbieten jedweden Einsatz / Ausbildung Richtung Schutzhundesport.
Fazit: Der RR ist ein super Hund, wenn man bereit ist, das ganze Hundeleben lang mit ihm aktiv zu leben und zu arbeiten, wenn man in der Lage ist, "Canine" zu sprechen, also fähig ist, sich in Hunde und ihre Denk- und Fühlwelt hinein zu versetzen und mitzudenken, wenn man aktiv ist, geduldig und souverän.
Warum werden so viele RRs, insbesondere Rüden, abgegeben?
--> Weil ihre Menschen sich zu wenig ganz praktische Gedanken um das gemacht haben, was ich oben zusammen gefasst habe, und entsprechend versäumten, von Anfang an gute Weichen zu stellen. Sie haben dann nach spätestens einem Jahr einen pubertierenden Kraftprotz vor sich, den sie nicht mehr kontrollieren können. Es braucht in der Folge viel Erfahrung und Arbeit, diese Entwicklung wieder in vernünftige Bahnen zu lenken.
Wenn Du Dich wirklich mit dem RR auseinander setzen willst, melde Dich im Rhodesian Ridgeback Forum (rhodesian-ridgeback-forum.org) an, stell Deine Fragen dort, und triff Dich mit Menschen, die mit RRs leben und sie ausbilden. DANN, und nur dann, kannst Du Dir ein Bild von der Rasse machen.
Für mich sind RR perfekt, ich könnte mir keine besseren hündischen Begleiter vorstellen. Ich lebe aber auch ein Leben, das von dem des Durchschnittshundehalters entschieden abweicht, und finde es ganz normal, jeden Tag einige Stunden nur Hundemensch zu sein. Meine Hunde geben mir das, was ich ihnen schenke, zigfach zurück, es waren und sind wunderbare Jungs. Auch an den Tagen, an denen sie mich alles an Kraft kosten, das ich habe
.
Nebenbei läuft so ein RR niemals.
Sind RR Familienhunde?
Unbedingt! RRs wollen immer mittendrin sein. Allerdings erfordert auch das ein gutes Management. Man darf niemals unterschätzen, wie arbeitsintensiv das vor allem in den ersten Jahren ist. Kinder und Hunde können eine gute Paarung sein - voraus gesetzt, die Verantwortung trägt der Erwachsene, und nimmt diese Verantwortung auch ernst.
Kinder und (grosse) Hunde sind ein komplexes Thema, das in vielen Familien viel zu leichtfertig behandelt wird - die vielen Beissvorfälle innerhalb von Familien legen diesbezüglich ein beredtes, trauriges Zeugnis ab.
Bitte informier Dich, und tue es gründlich, bevor Du einen RR in Dein Leben holst. Du trägst damit eine grosse Verantwortung, und die solltest Du dann auch schultern können.
LG
c_f
-
02.06.2013, 23:30Inaktiver User
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
(einmal nach_denken, bitte)
Interessante.. äh... INTERPRETATION, doch.Meine Bekannte blieb dabei völlig ruhig und wußte, das müssen die Hunde untereinander ausmachen. Sie gab den anderen Hundehaltern freundlich, aber mit Bestimmtheit Anweisungen, wie, sie sollen ihn von der Leine nehmen, sie sollen sich nicht einmischen, wenn die Hunde raufen ...
Es sei denn, man betrachtet das hier:
als Euphemismus für Dummheit.Zum einen hat meine Bekannte eine natürliche Autorität
Du Schlingeline, Du!
-
03.06.2013, 08:44
AW: Rhodesian Ridgeback - problematisch?
eine Freundin von mir, seit Jahren Hundehalterin hatte auch einen RR.
Sie war mit ihm in der Hundeschule und hat ihm auch ansonsten ein hundegerechtes Leben geboten. Doch die Ängstlichkeit bzw. Schreckhaftigkeit des Hundes (wurde hier ja auch schon vielfach erwähnt) war nicht in den Griff zu bekommen.
Er weigerte sich sogar, wenn die Familie andere Leute besucht hat, in die Wohnung oder die Häuser der besuchten Freunde zu gehen. Sie trug ihn dann immer hinein.
Meine Freundin wurde dann schwanger. Als das Baby da war und nachts häufiger schrie, war das für den RR eine so starke Belastung, dass er immer heulte, zusehends trauriger wurde und nicht mehr fraß. Er war wohl vorher schon sehr geräuschempfindlich gewesen und das ist mit einem Baby bzw. einem kleinen Kind natürlich wenig spaßig. Letztendlich musste sie ihn abgeben ...It will be fine in the end - if it's not fine, it's not the end!


Zitieren
) erlebt. 