Ihr Lieben,
ich habe einen 10 Monate alten Rüden, der mich gerade ziemlich stresst. Er ist (für sein Alter) denke ich einmal recht gut erzogen, lässt sich - auch wenn er mit anderen Hunden spielt - meistens gut abrufen (sind keine anderen Hunde da, kommt er immer sofort, wenn er gerufen wird). Ich mache viele Gehorsams-Übungen mit ihm. Und da ist er wirklich zuverlässig.
Wenn ... ja wenn da nicht die hündische Damenwelt wäre
Begegnet er einer läufigen Hündin (oder einer kurz oder nach der Läufigkeit) stellt er seine Ohren auf Durchzug. Und sowohl gestern als auch heute ist er mir sogar davon gelaufen (gestern einer Spur hinterher und heute einer unangeleinten Dalmatinerhündin auf die Pelle gerückt - das hat er bisher nicht getan). Er besteigt sie nicht ... aber schnuppert wie von Sinnen am Hinterteil.
So ... nun meine Frage: kann ich es durch konsequente Erziehung hinbekommen, dass er sich auch bei läufigen Hündinnen abrufen lässt? Oder ist da Hopfen und Malz verloren? Kann diese Nicht-Abrufbarkeit auch noch seinem Alter geschuldet sein? Oder gilt hier "je oller desto doller" und sein Verhalten ist steigerungsfähig?
Ich habe heute auch mit unserem TA gesprochen, der meinte wir sollten ihn kastrieren lassen, wenn er alt genug ist.
Ist Kastration denn die einzige Alternative? Und habt ihr selber Rüden, die sich auch dann abrufen lassen, wenn sie gerade meinen Heiraten zu müssen?
Vielen Dank ... und liebe Grüße.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 19
Thema: Rüde und läufige Hündinnen
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29.05.2013, 11:50
Rüde und läufige Hündinnen
Apprenti
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29.05.2013, 11:53Inaktiver User
AW: Rüde und läufige Hündinnen
einen rüden, der mag noch so gut erzogen sein, wirst du nicht oder im seltensten fall abrufen können wenn er "sie" wittert.
das liegt in der natur.
wenn du ihn also "beherrschen" willst- bleibt tatsächlich nur kastration.
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29.05.2013, 12:59
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29.05.2013, 13:01Inaktiver User
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29.05.2013, 14:01
AW: Rüde und läufige Hündinnen
doppelt
Apprenti
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29.05.2013, 14:02
AW: Rüde und läufige Hündinnen
Apprenti
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29.05.2013, 14:03Inaktiver User
AW: Rüde und läufige Hündinnen
keine ahnung ob die alle kastriert sind- aber ich lese dann meistens von weiblichen hunden- gerade bei den such- und bei den blindenhunden.
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29.05.2013, 14:11
AW: Rüde und läufige Hündinnen
Grundsätzlich gibt es paar "Triebe" bei jedem Lebewesen, die sich nur mühsam unterdrücken lassen. Der Sexualtrieb gehört dazu, ist ja für die Spezies überlebenswichtig.
Meine Rüden kamen an die Leine, wenn sie zu sehr hinter den Mädels her waren, lästig war für mich eher das gelegentliche nächtliche Gejammer. Mein Greis hält sich immer noch für den tollen Hecht. [[Es soll ja Analogien im Zweibeinerreich geben
.]]
Dein Jungspund ist jetzt in der Pubertät und entdeckt sich als Mann. Ich würde ihm Zeit geben, erwachsen zu werden und extrem an der Bindung arbeiten. Trotzdem wird es - je nach Rasse - mehr oder weniger schwierig.
Aus tierärztlicher Sicht bin ich keine Freundin der generellen Kastration von Rüden. Die Kastration des Rüden sollte ultima ratio sein, nicht Routine.
Die Indikationsstellung sollte streng sein, z.B. Aggression, die wirklich testosteronbedingt ist, oder wenn sie sich durch den Zaun buddeln und tagelang weg sind und man sie von der Haustür der jeweils Angebeteten wegschleifen muss.
Die Kastration als Lifestyle-Maßnahme, also nur fürs leichtere Handling des Hundes, finde ich nicht gut. Rüden leiden oft mehr unter den Auswirkungen (muss aber nicht immer so sein). Sie verändern sich eher, vom Wesen her und körperlich, und nicht selten werden sie zum bevorzugten Opfer sexuell motivierter Belästigung durch intakte Rüden, weil sie gut nach leckerer Hündin riechen. Sie sollen der Literatur zufolge auch häufiger einen Diabetes entwickeln als intakte Rüden.
Klar, es gibt Rassen, die üble Sexualtäter sind, echte Rammler. Dazu gehören viele Terrierrassen. Die Retrieverrassen sind auch nicht ohne, davon kann ich ein Lied singen; andere Jagdhunde auch oft. Bei extrem hypersexuellen Hunden bleibt einem vielleicht nichts anderes übrig.
Wenn Dein Kerl ein Triebtäter bleibt/wird, dann empfehle ich Dir, vor der endgültigen Entscheidung eine hormonelle Kastration auf Zeit (im Volksmund "Hormonchip"). Der Hund bekommt eine Art Chip unter die Haut, der enthaltene Wirkstoff wirkt auf die übergeordnete Achse Hypothalamus-Keimdrüsen und regelt so die Testosteronproduktion runter. (Es ist nicht wie früher eine "Antihormonbehandlung", sondern der natürliche Regelkreis wird imitiert.) Das Ganze ist reversibel, häklt ein paar Monate an. Danach kannst Du immer noch entscheiden.
Bei mir sind/waren die Rüden immer intakt, meine Hündinnen sind kastriert.
*OT*Ich plädiere mehr für die Kastration der Hündinnen, und zwar aus medizinischen Gründen. Man sieht doch viele intakte Hündinnen, die sich zweimal im Jahr durch Scheunträchtigkeit und Lactatio falsa quälen, jeder Eisprung erhöht das Risiko bösartiger Gesäugetumoren, unter den weiblichen Sexualhormonen scheint das Diabetes- und manchen Autoren zufolge auch das Epilepsierisiko erhöht, und die lebensgefährliche Pyometra (Gebärmuttervereiterung) trifft viele Hündinnen ab dem mittleren Alter. *OT Ende*Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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29.05.2013, 14:29
AW: Rüde und läufige Hündinnen
Nein, sind sie nicht.
Bei Behindertenhunden ist die Bindung sehr wichtig. Die wird vom ersten Tag an gefördert. Außerdem sucht man meines Wissens nicht gerade die selbstständigsten Welpen aus, sondern eher unsichere Hunde.
Bei Polizeihunden sieht man viele Schäferhunde und Mallis. Bei den Schäferhunden habe ich selbst viele gesehen, die nicht wirklich was mit den Lockstoffen läufiger Hündinnen anfangen können. Mit denen ist es leichter.
Unsere Boxer waren auch deutlich weniger interessiert als meine Goldens.
Es gibt natürlich auch immer noch "Erzieher" die meinen, den Hund brechen zu müssen (das schöne Wort "abrichten"), also ihn mit einem Terrorregime in Angst und Schrecken zu versetzen.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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29.05.2013, 16:15
AW: Rüde und läufige Hündinnen
@katelbach - ganz lieben Dank für die ausführliche Antwort

Ja ... das nehme ich auch an. Wenn wir alleine unterwegs sind (oder mit anderen Hunden), bewegt er sich nie mehr als 20-30 Meter von mir entfernt und schaut sich auch immer wieder um, ob ich noch da bin (ist aber auch abhängig vom Terrain und wie gut er sich auskennt). Drehe ich mich um oder gehe in eine andere Richtung, ist er auch sofort zur Stelle. Das ist kein Problem. Er jagt auch nicht. Aber weiter an der Bindung arbeiten ist sicherlich wichtig.Dein Jungspund ist jetzt in der Pubertät und entdeckt sich als Mann. Ich würde ihm Zeit geben, erwachsen zu werden und extrem an der Bindung arbeiten. Trotzdem wird es - je nach Rasse - mehr oder weniger schwierig.
Er ist im Grunde ein recht entspannter Hund mit gutem Sozialverhalten und nicht aggressiv, sondern hat ein eher sanftmütiges Wesen ... wenn ein anderer Rüde ihm zu Nahe kommt geht er eher einen Schritt zurück (na ja ist ja auch noch recht jung).Die Indikationsstellung sollte streng sein, z.B. Aggression, die wirklich testosteronbedingt ist, oder wenn sie sich durch den Zaun buddeln und tagelang weg sind und man sie von der Haustür der jeweils Angebeteten wegschleifen muss.
Das habe ich selber schon von anderen Besitzern kastrierter Rüden gehört und auch beobachtet - was bisher bei uns einer der Gründe war eher nicht kastrieren zu lassen.Die Kastration als Lifestyle-Maßnahme, also nur fürs leichtere Handling des Hundes, finde ich nicht gut. Rüden leiden oft mehr unter den Auswirkungen (muss aber nicht immer so sein). Sie verändern sich eher, vom Wesen her und körperlich, und nicht selten werden sie zum bevorzugten Opfer sexuell motivierter Belästigung durch intakte Rüden, weil sie gut nach leckerer Hündin riechen. Sie sollen der Literatur zufolge auch häufiger einen Diabetes entwickeln als intakte Rüden.
Unser Junior ist ein LabradorKlar, es gibt Rassen, die üble Sexualtäter sind, echte Rammler. Dazu gehören viele Terrierrassen. Die Retrieverrassen sind auch nicht ohne, davon kann ich ein Lied singen; andere Jagdhunde auch oft. Bei extrem hypersexuellen Hunden bleibt einem vielleicht nichts anderes übrig.
Den Chip hat er heute morgen erhalten. Es hat mich schon in den vergangenen Wochen genervt, dass er sich von den Hündinnen nicht abrufen lässt und ich ihn dann "einfangen" und an der Leine wegschleifen muss. Aber nachdem er mir gestern durchgebrannt ist, habe ich direkt beim TA angerufen.Wenn Dein Kerl ein Triebtäter bleibt/wird, dann empfehle ich Dir, vor der endgültigen Entscheidung eine hormonelle Kastration auf Zeit (im Volksmund "Hormonchip"). Der Hund bekommt eine Art Chip unter die Haut, der enthaltene Wirkstoff wirkt auf die übergeordnete Achse Hypothalamus-Keimdrüsen und regelt so die Testosteronproduktion runter. (Es ist nicht wie früher eine "Antihormonbehandlung", sondern der natürliche Regelkreis wird imitiert.) Das Ganze ist reversibel, häklt ein paar Monate an. Danach kannst Du immer noch entscheiden.
Also warten wir jetzt einmal ab, was passiert.Apprenti



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. Da stehen die Ohren dann auch auf Durchzug
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