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    Cushing Syndrom beim alten Hund

    Hallo Ihr Lieben!

    Mein 16jähriger Hund leidet mit 99,99% Sicherheit an Morbus Cushing.
    Ich habe mich gestern bekloppt gegoogelt.

    Gibt es hier Hundebesitzer, die damit Erfahrung haben (machen müssen)?

    Ich bin total geschockt. Wie ich mittlerweile herausbekommen habe, gibt es ein Medikament, das dagegen eingesetzt wird. Es ist horrende teuer und ich werde mir die Behandlung nicht leisten können.

    Was soll ich machen? Ideen, Ratschläge, Sonstiges? Bitte Hilfe!!!
    Ich liebe den alten Sack.

  2. VIP

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    AW: Cushing Syndrom beim alten Hund

    Ja, ich.

    Meine alte Hündin mit dem Lebertumor hat Cushing. Ich habe nie weitergeschaut, ob hypophysär oder von der Nebennierenrinde. Ist auch egal, weil beim Hund im gegensatz zum Menschen ohne therapeutische Konsequenz.

    Diagnostiziert habe ich sie, da war sie 10 oder 11. Den Verdacht hatte ich schon mindestens 2 Jahre davor, aber sie war labormäßig immer in der Grauzone.

    Nach Diagnose habe ich sie ein Jahr behandelt, und zwar mit einem Humanpräparat ohne Zulassung für Tiere. Das Vetoryl gab es damals noch nicht, glaube ich. War auch sehr teuer. Sie hatte weiter erhöhte Cortisolwerte nach Provokation, war aber schnell symptomfrei, nach einem Jahr habe ich aufgehört und seither hat sie keine Cushing-Symptome. Wahrscheinlich habe ich genug Nebennierenrinde gekillt, dass es mit dem Cortisol einigermaßen hinkommt.

    Ich nehme an, das immer noch relativ hohe Cortisol, sorgt für akzeptable Lebensqualität, macht ihr Appetit und lässt sie die Arthrosen weniger spüren.

    Cushing ist eine Sch***-Diagnose, aber kein hochakuter Notfall. Welche Symptomatik führt denn zum Verdacht?
    Viel trinken, viel pieseln, häufige Blasenentzündung, praller Bauch, Muskelabbau, Heißhunger, vermehrtes Hecheln, Wundheilungsstörung, Diabetes, papierene Haut, Pigmentstörung, symmetrischer Haarausfall ...
    Wie geht es dem Ollen überhaupt?

    Hat man schon eine Urinuntersuchung gemacht (Cortisol-Kreatinin-Quotient)? Das ist er erste Schritt.
    Danach kommen Provokationstests etc.

    Vetroryl ist teuer, das stimmt. Es wirkt aber auch. Wenn Dein Hund behandlungsbedürftig ist, dann gibt es keine Alternative. Ok, manche Spezialisten operieren. Aber das ist hochkomplex, risky und nix für einen alten Hund.

    Ich wünsch Euch Glück!

    katelbach
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Cushing Syndrom beim alten Hund

    Aus langjaehriger Erfahrung mit Hunden und Katzen kann ich Dir nur sagen: Es gehoert auch zur Tierliebe, im geeigneten Moment loslassen zu koennen. 16 Jahre ist ein stolzes Alter fuer einen Hund, ich habe bisher noch keinen Hund gehabt, der so alt wurde. Nur eine Katze, die 17 geworden ist. Frueher oder spaeter kommt der Zeitpunkt, wo die Altersgebrechlichkeit ihren Tribut fordert. Dann steht man vor der Entscheidung, ob man dem Tier wirklich einen Gefallen damit tut, das Leben mit allen moeglichen Mitteln zu verlaengern, oder ob man nicht in erster Linie sich selbst den Gefallen tut, weil der Abschied sehr weh tut? Ich habe es mir zur Maxime gemacht, das Leiden des Tieres zum Massstab meiner Entscheidung zu machen, und nicht wie sehr ich danach auf dem Zahnfleisch gehe. Es ist immer wieder sehr schwer, vor allem wenn die Tiere juenger sind und man nichts mehr tun kann. Versuche einfach einmal, Dich in Deinen Hund zu versetzen und stelle Dir die Frage, ob ihm sein Leben noch Spass, ob es noch "hundig" genug ist. Alles Liebe fuer Dich und Deine Fellnase.

  4. VIP

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    AW: Cushing Syndrom beim alten Hund

    Zitat Zitat von Home-in-Texas Beitrag anzeigen
    Versuche einfach einmal, Dich in Deinen Hund zu versetzen und stelle Dir die Frage, ob ihm sein Leben noch Spass, ob es noch "hundig" genug ist. Alles Liebe fuer Dich und Deine Fellnase.
    Ja. Man muss einfach genau hinschauen. Wenn man sein Tier kennt und beobachtet, kann man Entscheidungen treffen.

    Bei Cushing-Patienten besteht sogar oft noch relativ lang eine gute Lebensqualität - gerade wenn der Hund älter ist und vielleicht ein Arthrose-Patient oder wenn er wenig Appetit hat. Das macht auch das Cortisol.
    Thank you for observing all safety precautions.

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    sonst normale Userin

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    AW: Cushing Syndrom beim alten Hund

    Vielen Dank für Eure schnellen Antworten.
    @Katelbach: Dem Ollen geht es eigentlich ganz gut. Nur trinkt er seit geraumer Zeit wahnsinnig viel und das muß dann ja auch wieder raus. Das heißt, daß er unter diesem ständigen Durstgefühl und voller Blase schon zu leiden hat. Der TA hatte deshalb bereits das Blut und den Urin untersucht. Er konnte einen Blaseninfekt, Leber- u Nierenschaden ausschließen.
    Als er mir die Ergebnise telefonisch durchgab, murmelte er, daß es ein Cushing Syndrom sein könnte, aber das sei bei so einem alten Hund vielleicht nicht so behandlungsnotwendig sei...

    Seit einiger Zeit hat der alte Herr einen Stiernacken. Sonst war er eher schlank- Windhundmischling eben.
    Ich Doofe habe das auf den Alterungsprozess geschoben, obschon ich mich über die schnelle Figuränderung wunderte (auch über den Kugelbauch).

    Ein Problem ist, daß er eine dicke Warze am oberen Augenlid hat, die gerade immer dicker wird. Leider sitzt sie nicht nur äußerlich sondern wächst auch in das Auge. Drumherum gehen die Haare etwas aus und ich schiebe es auf das Cushing.

    Gestern torkelte er ganz schön herum. Wir waren im Garten und er war sehr nervös, fraß immerzu Gras ( das macht er generell wenn es ihm nicht gut geht- auch bei Schmerzen)

    Das schlimmste aber finde ich die Prognosen. Das scheint ja ganz üble Auswirkungen auf alle Organe zu haben.

    @Home-in Texas: Auf keinen Fall lasse ich meinen Hund leiden. Wenn er nicht mehr will, darf er gehen!!
    Nur: Er will! Er ist fröhlich, lustig, blitzschnell draußen, kuschelig und sehr zufrieden.
    Meine Befürchtung ist momentan eher, wie geht das weiter...?
    Dieses Medikament würde mich monatlich etwa 150€ extra kosten, zusätzlich zu den anderen Medikamenten. Ich kann das nicht auftreiben. Leider verdiene ich sehr wenig. Ich muß natürlich eine Lösung finden, nur welche?

    @Katelbach: Würdest Du mir sagen, welches Medikament aus der Humanmedizin Du benutzt hast?
    Gerne auch als PN.

    Danke schon mal für Euer Interesse, ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

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    AW: Cushing Syndrom beim alten Hund

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Ja. Man muss einfach genau hinschauen. Wenn man sein Tier kennt und beobachtet, kann man Entscheidungen treffen. Ja, da bin ich ganz bei Euch. Es wird keine Lebensverlängerung geben weil ich nicht loslassen kann. Ich werde können, wenn mein Hund mir Bescheid gibt.

    Bei Cushing-Patienten besteht sogar oft noch relativ lang eine gute Lebensqualität - gerade wenn der Hund älter ist und vielleicht ein Arthrose-Patient oder wenn er wenig Appetit hat. Das macht auch das Cortisol.
    Wie siehst Du das mit der Lebensqualität und -erwartung ohne Tabletten?

  7. VIP

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    AW: Cushing Syndrom beim alten Hund

    Ich habe Lysodren gegeben, der Wirkstoff ist Mitotane. Darf man aber nicht mehr, weil ein zugelassenes Präparat für Tiere gibt (Vetoryl, Wirkstoff Trilostane).
    Früher war Lysodren die einzige Möglichkeit der Behandlung, es war auch nicht teuer, wenn ich mich richtig erinnere. Vor einigen Jahren gingen plötzlich die Preise nach oben. 100 Tabletten kosten seither um die 1000 Euro und man braucht pro 10 Kilo Hund eine Tablette in der Woche.
    Preislich bleibt sich´s gleich.

    Der Literatur nach ist die Lebenserwartung nach Cushing-Diagnose etwa ein Jahr, wenn ich mich recht erinnere. Ich hab sogar mal gelesen, egal, ob behandelt oder nicht. Kann ich selbst nicht bestätigen. Ich kenne/kannte eine Reihe (nachgewiesener) Cushing-Patienten, die teils deutlich länger damit lebten. Klar belastet viel Cortisol irgendwann die Leber, ein Diabetes ist wahrscheinlich, Osteoporose ... Aber Dein Hund ist 16. Ein Methusalem. Es ist fraglich, ob er die Folgekrankheiten noch erlebt.

    Meine Mutter hatte übrigens einen iatrogenen ("durch den Arzt") Cushing. Sie litt unter einer Autoimmunkrankheit und musste weit über 20 Jahre lang Cortison einnehmen.

    Cushing kann durch Nebennierenrindentumoren entstehen oder durch einen Tumor der Hypophyse (Hirnanhangdrüse), die der Nebennierenrinde dann dauernd das Signal schickt: "Produktion von Cortisol erhöhen!" Die Therapie mit Lyso oder Vetoryl zerstört erwünscht und gezielt die Nebennierenrinde. Auf einen eventuell wachsenden, raumfordernden Hypophysentumor hätte sie keine Auswirkung. Das Ding wächst weiter, auch wenn der Cushing im Griff ist.

    Kriegt er eigentlich Schmerzmittel? Da muss man aufpassen, weil die von sich aus den Magen-Darm-Trakt schon belasten. Zusammen mit Cortison (selbst produziert oder als Medikament gegeben) ist das Risiko für Magengeschwüre sehr viel höher. Da solltest Du eventuell deinen TA nach Magenschutz fragen (Omeprazol, Ranitidin, Famotidin etc.).

    Warze und Haarausfall am Auge ist eher unwahrscheinlich für Cushing. Der Haarausfall ist eher symmetrisch und am Rumpf.

    Ich würde den Urin ins Labor schicken und erst einen Cortisol-Kreatinin-Quotienten bestimmen lassen. Die meisten Labors wollen dazu Sammelurin.

    Danach kann man weitersehen.

    Neben dem Cushing gibt es noch andere Erkrankungen der Hypophysen-Nebennieren-Achse, bei denen es zu Trinken/Pieseln kommt. Diabetes insipidus. Da werden große Mengen unkonzentrierten Urins (zu niedriges spezifisches Gewicht) abgesetzt und es wird gleich wieder durch Trinken nachgefüllt.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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    AW: Cushing Syndrom beim alten Hund

    Bis Du sicher, dass es kein Diabetis ist? Zuckerhunde saufen auch super viel und müssen entsprechend raus... das hatte ich auch schon 2x
    Normale Menschen machen mir Angst!!!

    **Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**

  9. VIP

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    AW: Cushing Syndrom beim alten Hund

    Ich denke mal (oder hoffe!), der Kollege hätte einen Diabetes anhand des Laborbefundes erkannt: Auch ohne hohen Blutzucker müsste dann eine erhöhte Fructosamin-Konzentration vorliegen. (Fructosamin ist sowas wie ein gespeicherter Wert über mindestens eine Woche, auch "Blutzuckergedächtnis" genannt.) Der Blutzuckerwert alleine ist nicht immer aussagekräftig, kann ja morgens nüchtern völlig normal sein. Oder unter Stress (Transport, Blutenthnahme) erhöht.
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