Hallo,
ich bin auf der Suche nach Ideen, wie ich meinem Hund helfen kann, in Gegenwart anderer Hunde ruhiger zu werden/bleiben.
Er ist sehr offen und zugewandt und geht immer fröhlich und freundlich, zum Teil aber auch zu stürmisch, sowohl auf Menschen als auch auf Hunde zu.
Wenn er andere Hunde sieht, möchte er immer unbedingt spielen, obwohl wir von Anfang an üben, dass er es auch schafft, in Gegenwart anderer Hunde ruhig sitzen zu bleiben. Das stresst ihn aber so, dass er als Welpe in der Hundeschule oft sogar mit Schuppen reagiert hat und ich bekomme ihn da einfach nicht raus.
Mittlerweile haben wir sogar schon die Hundeschule gewechselt, u.a. weil ich dachte, ich krieg da einen besseren Neustart mit ihm hin, aber es hat sich nicht wesentlich was verbessert.
Wir sitzen jetzt meist recht weit abseits von der Gruppe und machen die Übungen, wenn überhaupt, in vereinfachter Form und großer Distanz zu den anderen Hunden und immer, wenn er es schafft, sich auf mich statt auf die anderen Hunde zu fokussieren, wird er bestätigt.
Im Alltag begegnen wir selten mal anderen Hunden auf unseren Runden, weil ich beruflich bedingt einen ganz anderen Rhytmus habe als die anderen Hundebesitzer im Dorf. Wenn wir jemandem begegnen und dann vielleicht auch mal ein paar Worte wechseln, dauert es meist recht lange, ehe er schafft, sich abzusetzen.
Mittlerweile ist er mehr oder weniger ausgewachsen und sehr stark, so dass es echt anstrengend ist, ihn zu halten, wenn er so zieht. Wenn ich die Stunde Hundeschule hinter mir habe bin ich immer ziemlich groggy und hab manchmal sogar Rückenschmerzen. Das macht keinen Spaß.
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Thema: Immer neue Hunde-Fragen
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29.09.2013, 09:40Inaktiver User
AW: Immer neue Hunde-Fragen
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29.09.2013, 10:06
AW: Immer neue Hunde-Fragen
Hast Du schon mal versucht zu klickern?
Age is an issue of mind over matter, if you don´t mind, it doesn´t matter.
Marc Twain
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29.09.2013, 19:58Inaktiver User
AW: Immer neue Hunde-Fragen
Stell Dir mal vor, Du wärst ein Mensch, der unter Hunden lebt. Du hast wenig Kontakt zu anderen Menschen, und obwohl Du Dich wohl fühlst mit Deinen Hunden, und sie gut zu Dir sind, ist es für Dich wahnsinnig wichtig und aufregend, wenn endlich mal Menschen da sind, mit denen Du DEINE Sprache sprechen kannst.
Die Hunde haben das aber nicht so gern. Die wollen, dass Du Löcher buddelst und die Grenzen des Areals sicherst, nicht dass Du Schwätzchen hältst. Das sind so kostbare Momente, wenn da mal ein anderer Mensch ist, das musst Du natürlich nutzen. Und zur Not eben auch dann, wenn Du Dir den Unmut Deiner Hunde zuziehst. Weil es ein so seltenes Ereignis ist, kannst Du Dich auf gar nichts anderes konzentrieren!
Na, klingelts?
Ich würde an Deiner Stelle Ausschau nach einer HuSchu halten, in der Übungsphasen abwechseln mit Zeiten freier Interaktion. Die Hunde sollten zu Beginn einer Stunde Gelegenheit bekommen, "Canine" miteinander zu sprechen, um so sozial Dampf aus der Sache zu nehmen. Nach kurzer Zeit geht es dann an die Übungen. Und hernach gibt es wieder eine Einheit freies Spiel. Und nochmal Übung, und zuletzt noch einmal eine lockere freie Zeit.
Ich würde ferner aktiv für mehr Kontakte zu Artgenossen sorgen, indem ich mich dazu verabrede. Und bei diesen Zusammentreffen meinem Hund demonstrieren, dass er interagieren kann, und sich trotzdem auf Dich konzentrieren, wenn Du etwas von ihm verlangst. Wenn Kontakte zu Artgenossen zu einer Selbstverständlichkeit werden, wird es nicht mehr so wichtig für Deinen Hund sein, sich anderen Hunden zuzuwenden.
Kontakte zu anderen Hunden werden auch dafür sorgen, dass er aufhört, so stürmisch auf diese zuzugehen - das ist in der Hundewelt nämlich ein sehr unhöfliches Benehmen, und wird früher oder später damit enden, dass er eins auf die Mütze bekommt.
Ich weiss nicht, wie alt Dein Hund ist, aber physische Kraft und mentale Reife gehen sehr häufig nicht Hand in Hand. Möglicherweise ist es also auch eine Frage der Lebensphase, in der er gerade steckt.
Je restriktiver Du Hundekontakte managst, desto zentraler wird das Thema für Deinen Hund, und desto anstrengender wird es, seine verzweifelten Versuche, mit Artgenossen Kontakt aufzunehmen, zu unterbinden.
Wenn Dein Hund sehr aufgeregt ist, kann es sein, dass es ihm gar nicht mehr möglich ist, sich auf Dich zu konzentrieren. Sein Stoffwechsel schüttet dann Botenstoffe aus, die ihn diesbezüglich sehr einschränken. Es ist Dein Job, hier für Entspannung zu sorgen.
Ich verstehe ohnehin nicht, warum man Hunde damit malträtieren muss, nebeneinander auf dem Platz irgendwelche Übungen abzuhalten. Üben kann man auch, während man gemeinsam unterwegs ist, und sich Stress ganz natürlich in der Bewegung abbaut.
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29.09.2013, 20:12
AW: Immer neue Hunde-Fragen
Chironex, super erklärt!

poca, nimm Dir das unbedingt zu Herzen!
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29.09.2013, 20:48Inaktiver User
AW: Immer neue Hunde-Fragen
Hallo Poca,
c_f beschreibt das Thema sehr plausibel; nämlich aus der Sicht des Hundes und wie er sich in unserer Welt fühlt. Oder: nicht fühlen darf, weil wir ihn nicht verstehen.
Ich hatte die vergangenen 2 Wochen einen Beagle, der bis dato kaum Kontakt zu Artgenossen hatte bzw. an der Leine zurück gehalten wurde. Völlig plemplem. Mit mir durfte er Artgenossen in freier Natur begegnen und unter meiner Regie testen, was geht. Es ging erstaunlich viel! Beaglechen lernte sehr schnell hündisch, und wenn es zu wild oder zu aufdringlich wurde, habe ich kurzfristig das Zepter in die Hand genommen. Was so viel bedeutet wie die Hunde zu splitten, den Stresslevel zu minimieren. Ich habe meinem Hund signalisiert, dass ich ihm Sicherheit gebe; er konnte seine Möglichkeiten/Grenzen ausreizen ohne in Gefahr zu geraten. Kleine Korrekturen und Bestätigungen haben ihn sicher durch die Situationen begleitet.
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29.09.2013, 22:32
AW: Immer neue Hunde-Fragen
Das klingt alles sehr stressjg und sehr traurig. Für den Hund.

Warum darf Dein Hund nicht mit anderen Hunden, z. B. auf dem Hundeplatz spielen? Das wäre doch das Naheliegende und das Beste.
Warum muss er absitzen, wenn er einen anderen Hund begrüssen möchte?
Warum verabredest Du Dich nicht gezielt mit anderen Hunden zum Toben, z. B. nach der Arbeit?
Wenn Du Deinen Hund weiterhin so restriktiv von anderen Hunden fern hältst und von ihm Sachen verlangt, die seinem Temperament und Interesse vollkommen konträr entgegen stehen, wirst Du bald, wenn er geistig und körperlich kräftig genug ist, einen Problemhund 1. Klasse haben und einen todunglücklichen dazu.
Entweder Du änderst etwas fundamental in der Beziehung zu Deinem Hund und Deinen Anforderungen an ihn und gehst in eine andere, spielfröhliche, Hundeschule, wo man weiss, dass Hunde soziale Wesen sind, oder Du gibst den Hund besser in die Tiervermittlung und suchst Dir einen Hund, er völlig darin aufgeht nur bei Frauchen zu sein und sich nicht die Bohne für andere Hunde interessiert.
Was ist das für ein Hund, was für eine Rasse, woher hast Du ihn und wie lange schon?Körperlich Distanz
Sozial zusammen
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The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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29.09.2013, 22:48
AW: Immer neue Hunde-Fragen
Zustimmung zu Deinem Beitrag, aber hier möchte ich mal widersprechen:
Jeder Hund hat ein anderes Temperament, der eine ist vorsichtig, abwartend, der andere stürmisch fordernd. Ein Verhalten kann man nicht in eine für alle gleiche Form pressen.
Ich widerspreche auch vehement, dass ein stürmischer Hund auf jeden Fall eins auf die Mütze bekommt. Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass alle zurückhaltenden Hunde falsche Fünfziger sind, die einen Hund, der ein anderes Temperament hat, aggressiv angehen und ihn evtl. beissen.
Ich erlebe das oft so, dass 2 Hunde mit unterschiedlichen Temperament das über eine schrittweise Hinwendung und Abwendung ganz gut aus tarieren.
Aggression gegen andere Hund und hysterisches Gebell, wenn sich ein Hund nähert, erlebe ich dagegen bei unsozialisierten und falsch gehaltenen Hunden, die extra von anderen Hunden fern gehalten werden. Zu 90% sind das kleine bis sehr kleine Hunde und zu 10% grosse Hund. Das liegt aber an dem Besitzer und seinen merkwürdigen Vorstellungen, was ein Hund sein und tun muss und seiner Angst und seinen Kompelxen, die in die Beziehung zu dem Hund mit trägt.Körperlich Distanz
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Kari Bremnes
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- Grund
- völlig am Thema vorbei und eine grottenschlechte Übersetzung via google
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30.09.2013, 00:06
AW: Immer neue Hunde-Fragen
Ich finde es in der Lernphase gar nicht schlecht, den Hund sitzen zu lassen und Blickkontakt mit seinem Menschen aufzunehmen, bevor er auf fremde Hunde zugeht. Genauso wie sein Mensch sich mit den anderen Hundebesitzern verständigen sollte, ob in dem Moment Kontakt gewünscht ist. Oder habe ich hier etwas falsch verstanden.
Ich habe mit meinen Senioren die üblichen Situationen im Sinne mit heranrasenden Hunden ("der will nur spielen") erlebt, in denen ich meine umgerannten Ollen wieder aufstellen musste.
Meine junge Hündin hat Angst, wenn ein fremder Hund auf sie zustürmt, und je nach Situation und Gelände flüchtet sie erst einmal, bevor sie einen Bogen läuft und sich zwischen oder auf meine Füße setzt. Wenn der Hund langsam ankommt und sie sich erst einmal kennen lernen können, dann ist alles ok für sie. Bei mehreren Hunden ist sie grundsätzlich sehr unsicher, sie hört auch sofort auf zu spielen, wenn einer oder mehrere Hunde dazukommen. Ich muss öfter mal das Spiel unterbrechen und sie rausnehmen, wenn ich sehe, dass sie gestresst ist.
Von daher bin ich eine Freundin der langsamen Annäherung.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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30.09.2013, 07:53Inaktiver User
AW: Immer neue Hunde-Fragen
poca sollte sich bei ihr regional eine gute Hundeschule suchen und sich hier nicht verrückt machen lassen.Das lege ich ihr ans Herz.
Das geht nämlich sehr schnell im Internet. Oft sieht es vor Ort ganz anders aus und das!! kann nur ein wirklicher Fachmann erkennen und nur vor Ort im wirklichen Leben. Meine Meinung und Erfahrung.
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30.09.2013, 16:03
AW: Immer neue Hunde-Fragen
Das ist natürlich für unsichere Hunde eine gute Sache. Aber nicht alle Hunde sind gleich, genau wie nicht alle Menschen gleich sind.
Ich finde es problematisch, einem Hund ein Erziehungs- und Verhaltensmuster aufzupropfen, auf Teufel komm raus, was gar nicht zu ihm passt. Der eine Hund ist schnell, ihm genügt ein kurzer Blick, oder ein Ton, der andere ist langsam, zu ihm passt das Hinsetzen.
Meiner Hündin habe ich auch beigebracht, sich hinzusetzen, vor allem, wenn es stressig wird oder Hundeannäherung nicht so ohne Weiteres möglich. Aber sie muss das nicht immer machen! Das würde sie in den Wahnsinn treiben und mich dazu. Sie rennt auch gerne über weite Stecken, um schnell anzukommen und bremst dann vorher ab. Manchmal vorher 3-4 Hundelängen und nähert sich dann hündisch mit der ganzen Klaviatur.
Nicht alle Hunde passen zusammen. Das muss auch nicht sein.Körperlich Distanz
Sozial zusammen
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