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  1. User Info Menu

    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Hallo!

    Bei uns in der Großstadt ist seit Februar fast jedes Wochenende Fest bzw Feuerwerk und geht auch noch bis ende September. Obwohl ich Waldnah wohne, wohne ich gleichzeitig auch zentral und höre jedesmal das Feuerwerk. Hachiko hat bis jetzt noch keine Problme damit gehabt und auch nicht als ich zufällig draussen war und es los ging. Ich wusste ja von keinem Feuerwerk. Bin da nicht immer so up to date was die Feste bei uns angeht.
    Anscheinend habe ich da mit ihm Glück gehabt, das er da sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Aber dafür hat er ja andere kleine Macken.

    Was die Jogger angehen, die lässt er in Ruhe. Unsere Trainerin hat schon großes geleistet mit ihm. Wir haben eine andere Waldstelle zum laufen gefunden, da können Jogger und Radfahrer kommen, die interessieren ihn gar nicht. Er geht einfach seines Weges. Trotzdem haben wir noch einiges zu üben. Das ist mir völlig klar und bewusst.

    Schönen Sonntag
    Ich wäre gerne da, wo meine Gedanken sind!




    Bleibt gesund und passt auf euch auf!!!

  2. Inaktiver User

    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Spatz und katelbach,

    warum besucht Ihr mit solchen Baustellen nicht einen wirklich guten Trainer, der auch von Neurowissenschaften etwas versteht, und dieses Wissen in seinem Trainingskonzept berücksichtigen kann? Mir fiele da Udo Gansloßer ein (schaut mal unter einzelfelle.de), oder eben auch Ute Blaschke-Berthold (cumcane).

  3. Inaktiver User

    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Zitat Zitat von spatz Beitrag anzeigen
    Gibts eigentlich Hundepsychologen?
    Gibt es.

    Zitat Zitat von spatz Beitrag anzeigen
    Oder Therapien für so extreme Angsthasen/Angstsituationen?
    Es gibt therapeutische Verhaltensmassnahmen, die auch ihre Wirkung erzielen. Allerdings kommt es auf den Grad der Problematik an; wie intensiv der Hund traumatisiert ist. Ich habe eine Hündin im Training, die panische Angst vor Drachenfliegen hat. Mein momentaner Standpunkt ist, dass sie diese Angst nie besiegen wird. Ihre Angst vor öffentlichen Verkehrsmitteln konnte ich nach wenigen Trainingsstunden erfolgreich nehmen!

  4. VIP

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    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Mein momentaner Standpunkt ist, dass sie diese Angst nie besiegen wird. Ihre Angst vor öffentlichen Verkehrsmitteln konnte ich nach wenigen Trainingsstunden erfolgreich nehmen!
    Ja, Vio, das sehe ich inzwoschen auch so. Aus diesem Grund denke ich, dass vielleicht die Verhaltenstherapie erfolgreicher sein könnte, wenn begleitend eine Pharmakotherapie läuft. Beim Menschen gibt es das definitiv und ich habe mal eine Frau mirt einem Hund getroffen, der völlig ohne Außenreize und in Dunkelheit gelebt haben muss, bis er 7 Monate alt war und "befreit" wurde.

    Da griff das Training erst unter Sertralin.

    Ich Depp hab sie nicht gefragt, wo sie hingeht.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  5. Inaktiver User

    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Ja, Vio, das sehe ich inzwoschen auch so. Aus diesem Grund denke ich, dass vielleicht die Verhaltenstherapie erfolgreicher sein könnte, wenn begleitend eine Pharmakotherapie läuft.
    Tendenziell bin ich gegen jede Einwirkung pharmazeutischer Hilfsmittel; auch, weil aus Bequemlichkeit zu rasch nach dieser Lösung gegriffen wird. Ist es aber wohl durchdacht und alle natürlichen Möglichkeiten erschöpft, unterstütze ich diese Form der Therapie. Immer mit der Frage im Hintergrund, welches Übel für den Hund da Kleinere ist.

  6. VIP

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    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Tendenziell bin ich gegen jede Einwirkung pharmazeutischer Hilfsmittel; auch, weil aus Bequemlichkeit zu rasch nach dieser Lösung gegriffen wird. Ist es aber wohl durchdacht und alle natürlichen Möglichkeiten erschöpft, unterstütze ich diese Form der Therapie. Immer mit der Frage im Hintergrund, welches Übel für den Hund da Kleinere ist.
    Bei mir ist der Zugang dazu eine eigene Erfahrung.
    Ich war lange wegen Traumafolgen in Therapie, ambulant und stationär - und nicht bei Anfängern. Ich hab mich im Kreis gedreht und die Therapie rauschte so an mir vorbei. Mediamente habe ich verweigert. Erst ein Biochemiker und ein Psychiater aus dem Umfeld haben mich überzeugen können, es zumindest mal zu versuchen. Nach der Durststrecke bis das Präparat wirkte und die positiven Wirkungen die unerwünschten überwogen, konnte ich endlich in der Therapie aktiv mitwirken. Außerdem ließ mein extremes 24-Stunden-am-Tag-Schlafbed´ürfnis nach.

    Viele denken ja immer noch, dass Antidepressiva sowas wie Dumpfmacher sind, "Downer", die Emotionen betäuben. Letztlich führt schon eine depressive Episode oder ein Trauma zu einem eklatanten Ungleichgewicht bestimter Neurotarnsmitter. das Verhältnis der Konzentrationen intra- zu extrazellulär stimmt da nicht mehr. Die Medikamente regulieren das.
    Allerdings gehören sie in die Hand ausgewiesener Profis. Mal schnell Prozac verordnen, das kann es nicht sein. Und ohne therapeutische Maßnahmen geht es nicht.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  7. Inaktiver User

    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Es ist bei Menschen, die ihre Befindlichkeiten mitteilen können, schon recht komplex, ein gut wirksames Antidepressivum zu finden, das im Alltag nicht zu sehr einschränkt. Wir wissen immer noch zu wenig über die sehr komplexen Reziprozitäten. Ja, es gibt heute gute Medikamente, die helfen können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine große Zahl Patienten, die damit eine ganze Reihe Probleme haben, und dadurch teilweise massiv eingeschränkt werden.

    Die Hauptsäule muss daher immer die Therapie sein und bleiben.

    Hunde können uns ihre Befindlichkeiten aber nur sehr eingeschränkt mitteilen. Hinzu kommt, dass die Medikamente, die bei Tieren zugelassen werden, beispielsweise Präparate sein können, denen man für die Anwendung am Menschen aufgrund der massiven Nebenwirkungen keine Zulassung erteilte. Die Kriterien bei Tieren sind erheblich leichter zu erfüllen.

    Natürlich ist es richtig, dass in manchen Fällen Therapie erst Sinn macht, wenn eine gewisse Stabilisierung erreicht ist.

    Davon kann aber doch bei Euren Hunden, oder zumindest bei Spatz´ Hund gar nicht die Rede sein.

    Die Ansätze, die bei vielen Trainern favorisiert werden, sind zudem kontraproduktiv, auch da muss man also erst einmal genau hinschauen. Ich löse einen Konflikt nicht dadurch, dass ich ihn vermeide - Clickern, Arbeit mit Ablenkung wird einem Hund, der mit Unsicherheit und Vermeidung reagiert, kaum Bewältigungsstrategien vermitteln. Teilweise können Trainer nicht einmal differenzieren, ob ein Hund da Angst oder Unsicherheit zeigt - das ist aber für die Herangehensweise ein wichtiger Unterschied.

    Welche Konzepte haben Eure Trainer denn zu bieten, um die aktuellen Problemsituationen zu lösen?

    Bevor ich zu Medikamenten greife, würde ich mir erst einmal diese Säule etwas intensiver anschauen.

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    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich löse einen Konflikt nicht dadurch, dass ich ihn vermeide - Clickern, Arbeit mit Ablenkung wird einem Hund, der mit Unsicherheit und Vermeidung reagiert, kaum Bewältigungsstrategien vermitteln. Teilweise können Trainer nicht einmal differenzieren, ob ein Hund da Angst oder Unsicherheit zeigt - das ist aber für die Herangehensweise ein wichtiger Unterschied..
    Sag mal, wie Du das machen würdest, wenn Dein Hund - was wahrscheinlich gar nicht vorkommt, da er aus einer Zucht ist und nicht in desolaten Verhältnissen gross geworden ist wie einige unserer Hunde - totale Scheu und Vermeidung zeigt, an einem dunklen Hauseingang vorbei zu laufen?

    Vermeidung, indem er sich weg drückt und auf die Strasse ausweichen will. Scheu, indem er plötzlich langsamer wird und stehen bleibt und alle 4 Pfoten in den Boden rammt.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  9. Inaktiver User

    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Sag mal, wie Du das machen würdest, wenn Dein Hund - was wahrscheinlich gar nicht vorkommt, da er aus einer Zucht ist und nicht in desolaten Verhältnissen gross geworden ist wie einige unserer Hunde - totale Scheu und Vermeidung zeigt, an einem dunklen Hauseingang vorbei zu laufen?

    Vermeidung, indem er sich weg drückt und auf die Strasse ausweichen will. Scheu, indem er plötzlich langsamer wird und stehen bleibt und alle 4 Pfoten in den Boden rammt.
    Lukulla,

    mein Djambo war, obwohl vom Züchter, so ein Kandidat. Ich war damals noch ziemlich unerfahren, was die Hintergründe vieler Probleme betraf, und übersah so einige Hinweise, die mir hätten offenbaren können, dass ich es bei Hunden aus diesem Wurf, von diesem Züchter, unter Umständen mit tendentiell eher ängstlichen, scheuen Individuen zu tun haben würde.

    Djambo war trotzdem ein super Hund, und ich bin glücklich, dass ich durch ihn so viel über ängstliche Hunde lernen durfte.

    Wie würde ich vorgehen?

    Zunächst würde ich meinen Hund beobachten, um fest zu stellen, ob es sich um unsicheres oder ängstliches Verhalten handelt. Diese Unterscheidung ist auch beim Menschen sehr wichtig, wenn auch die Übergänge fliessend sein können, weshalb eine strikte Trennung nicht möglich ist. Der entscheidende Punkt in der Situation ist: Unsicherheit ist ein Stress, der bewältigt werden kann. Angst ist ein situativ in diesem Moment NICHT zu bewältigender Stress - ein wichtiger Unterschied!

    Bei einer echten Angstreaktion ist der Hund nicht mehr ansprechbar, Kognition wird über das Amygdala-System ausgehebelt. Leckerli, Lob, Trost kann er nicht annehmen, mehr noch, sie können u.U. kontraproduktiv wirken und die Angst verstärken.

    Mit einem nicht ansprechbaren Hund kann ich nicht arbeiten, ich muss ihm also erst einmal aus der Situation heraus helfen.

    Ein unsicherer Hund kann auch ausgeprägte Reaktionen zeigen: Zittern, Hecheln, Speicheln. Auch er kann unter Umständen keine Leckerli annehmen (!), aber er ist ansprechbar und zeigt, dass er sich mit dem angstauslösenden Reiz auseinander setzt (wichtiges Indiz!) - durch Fixieren, Anbellen, oder Distanzwahrung beispielsweise.

    Da ist mein Konflikt, den der Hund nur lösen kann, wenn ich ihn dabei unterstützte, KEIN Meideverhalten zu entwickeln, und sich dem "Feind" zu stellen.

    Das heisst konkret: Ich arbeite nicht über Ablenkung (Leckerli, Locken, Spiel), und muss sehr sorgfältig Handlungsketten im Blick behalten. Im Fall des Hauseingangs wird unsere Herausforderung also lauten, uns diesem "Feind" anzunähern. Zunächst mit erheblicher Distanz. Der Reiz nähert sich, und jetzt ist es wichtig, jede noch so minimale Annäherung des Hundes zu loben - nicht aber, niemals, den Moment, in dem er sich vom Reiz wieder abwendet, zu verstärken. Gutes Timing ist also essentiell.

    Ich selbst muss souverän und sicher sein, und mich der Situation gemeinsam mit meinem Hund annähern, ohne ihn dabei mit Wattebäuschen zu erschlagen. Ja, ich darf und muss vielleicht sogar fordern und bestimmen, oder es aushalten, dass mein Hund sich gerade "ins Hemd macht". Ich stelle ja sicher, dass ihm nichts passieren kann. Da sein, sicher sein, Sicherheit geben ist nicht dasselbe wie: beruhigen und trösten.

    Wie konkret gearbeitet wird, hängt vom Einzelfall ab. Was bei Djambo funktionierte, wuppt nicht unbedingt auch bei einem anderen Hund auf dieselbe Weise - nur das Prinzip ist ein ähnliches. Mit Djambo gab es ein Markersignal: Du schaffst das! Und es war jedes Mal ein tolles Erlebnis, vor allem hinsichtlich seines Zuwachses an Selbstvertrauen, wenn er es dann tatsächlich geschafft hatte.

    Es ist eine Arbeit, bei der es auf Timing und Nuancen ankommt - deshalb würde ich bei schwierigen, einschränkenden Unsicherheiten und bei Ängsten immer einen guten Trainer einschalten, der mich unterstützt und mir wichtiges Feedback gibt.

  10. User Info Menu

    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Ich nochmal schnell: Karlchen hat den ganzen Schxxß schon wieder vergessen und geht fröhlich und mit hoch erhobener Rute ganz stolz seine Gassis , gut, wenn man ein kurzes Hirn hat .

    Was mich letztens auf dem Hundeplatz in diesem Zusammenhang in tiefe Nachdenklichkeit versetzt hat, ist die Tatsache, dass Karlchen auf die beim Schutzdienst-Training auf dem benachbarten Trainingsgelände abgegebenen Schreckschuss-Pistolenschüsse nullkommanull reagiert hat, weder ängstlich noch sonst irgendwas, er hat einfach mit den anderen Hunden weitergearbeitet, als wäre nix gewesen.

    Könnte also meine alte Taktik, den Hund zu beschäftigen, anstatt ihn dieser Situation sozusagen auszuliefern, unter Umständen auch hilfreich sein, oder?!

    Auf jeden Fall bleibe ich an dem Thema dran ...
    Geändert von spatz (02.09.2013 um 22:08 Uhr)
    ... and nothing else matters

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