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  1. VIP

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    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Nach einem ganzen Leben mit Hunden denke ich, ein Hund muss nicht immer und in jeder Situation frei laufen. Es gibt Hunde, die ab und an gern an die Hand genommen werden.

    Meine junge Hündin "bettelt" des öfteren um die Leine. Sie ist ängstlich, es gibt Gegenden, in denen sie sich erschrocken hat oder gemobbt wurde, da mag sie eigentlich nicht mehr hin. Sie geht dann mit aufgezogenem Rücken, eingeklemmter Rute etc. dicht hinter mir und es ist ihr sichtlich unbehaglich. Sie ist ein bisschen auf Flucht gepolt. Manchmal stupst sie mich wiederholt an. Nehme ich sie dann an die (lange) Leine, dann schnüffelt sie wieder mit Interesse und lässt Menschen- und Fremdhundkontakt eher zu. Sobald ich sie in bestimmten Situationen an die Leine nehme, ändern sich Ohrenspiel und Haltung. Sie fühlt sich sicherer und - paradoxerweise - freier.
    Als sie klein war, wollte sie gar nicht ohne Leine gehen, wenn die alten Hunde nicht dabei waren.

    Und an der Straße sind meine Hunde eh immer an der Leine. Zu ihrem Schutz und aus versicherungstechnischen Gründen.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dein Hund muss erst begreifen, dass die für ihn natürliche Art, sein Maul zu benutzen, in Bezug auf Menschen nicht akzeptabel ist. Ihm das zu zeigen ist Dein Job, und das Training dazu hätte gleich mit dem ersten Tag beginnen müssen, auch wenn Welpen sehr süss sind, und man ihnen alles nachsehen möchte. Um ihm zu vermitteln was geht und was nicht, kannst Du in diesem Fall mit negativer Strafe arbeiten. Das ist nichts schlimmes, sondern bedeutet lediglich: Du nimmst etwas weg, das er jetzt gerade möchte/gut findet, und zwar bezogen auf den Kontext, in dem das störende Verhalten auftritt. Positive Strafe würde bedeuten, dass Du einen für den Hund unerwünschten Reiz hinzu fügst. Insbesondere positive Strafe ist sehr schwierig zielgerichtet einzusetzen und zeitlich sinnvoll zu verknüpfen, das erfordert grosse Erfahrung und perfektes timing.

    Ein Beispiel für negative Strafe im Kontext "unerwünschtes Verhalten":

    Du spielst mit Deinem Hund (ich hoffe, dass Du das oft tust), und er setzt sein Maul so ein, dass es Dir weh tut. Negative Strafe würde nun bedeuten, dass Du in dem Moment, indem er zu weit geht, einen Schmerzenslaut machst - das verstehen Hunde sofort - und das Spiel abbrichst. Du nimmst also etwas, das ihm Freude macht und er als lustvoll empfindet, in diesem Fall das Spiel, weg. Du musst das sehr sorgsam einsetzen, denn die Zeit spielt dabei eine Schlüsselrolle - Dein Hund kann Deine Botschaft "Tu das bitte nicht, denn das bereitet mir Schmerzen und ist nicht akzeptabel" nur begreifen, wenn Du UNMITTELBAR bei Auftreten des unerwünschten Verhaltens agierst. Zögerst Du zu lange, kann er die negative Konsequenz nicht sauber mit seinem Verhalten verknüpfen. Die Konsequenz muss immer dann erfolgen, wenn er zu weit geht.

    Konkret: Ihr spielt. Dabei setzt Dein Hund naturgemäss sein Maul ein. Ziel ist ein sog. "weiches Maul", also dass er sein Maul weiterhin benutzen kann, aber auf eine Weise, die für Menschen schmerzlos und ungefährlich ist. Er kann lernen, das dosiert zu tun, wenn Du ihn in dem Moment, in dem er zu weit geht, deutlich machst, dass es weh tut, und die Interaktion beendest.

    Gleiches gilt für Situationen, in denen Dein Hund beispielsweise hinter Dir her läuft und in Kleidung beisst, weil er spielen möchte.

    In solchen Situationen kann im Haus eine Hausleine zum Einsatz kommen, um das unerwünschte Verhalten zu unterbinden, wenn Dein Hund Abbruchsignale von Dir zu ignorieren versucht. Es setzt voraus, dass Du zunächst ein Abbruchsignal gibst, ihr also ein Signal etabliert habt, das Dein Hund als "lass das" versteht. Das Signal wird freundlich und ohne Erregung, und nur einmal gegeben, und dann, wenn er das Signal nicht respektiert, wortlos durch eine Konsequenz unterstützt, beispielsweise indem Du den Hund auf seinen Platz bringst, und dort, wenn er da noch nicht sicher auf Kommando bleibt, mit der Hausleine fixierst.

    Das Ganze soll freundlich und ohne Groll oder Aufregung passieren, ganz selbstverständlich. Du greifst hier auf ein Verhalten zurück, das für Hunde nachvollziehbar ist - Du begrenzt den Hund physisch, das ist in der Hundewelt ein sehr gebräuchliches Kommunikationsmittel.

    Die Begrenzung kann zeitlich sehr kurz gehalten werden. Wiederholt Dein Hund seine unerwünschte Aktion, wiederholt sich die Begrenzung. Er wird das unerwünschte Verhalten anfangs möglicherweise sogar in verstärkter Frequenz zeigen, das ist normal. Wichtig ist, dass die Antwort darauf ruhig, besonnen und konsequent erfolgt, auf Euren liebevollen Umgang miteinander aber keinen Einfluss nimmt.

    Du gibst Deinem Hund durch solches Verhalten zu verstehen, dass Du klar und berechenbar bist. Das gibt ihm Sicherheit.

    Es ist nicht notwendig, laut, böse oder Deinerseits gewalttätig zu werden und zu aversiven Massnahmen zu greifen, die über Begrenzung hinaus gehen. Eure Beziehung wird durch die Konsequenzen, die unerwünschtes Verhalten nach sich zieht, nicht belastet, das ist ganz wichtig. Der Hund wird beispielsweise nicht über längere Zeiträume ignoriert und isoliert - das käme für ihn einer sehr schweren sozialen Strafe gleich, die ihn massiv verstören kann.

    War das verständlich?
    Oh ja, wir spielen sehr oft zusammen. Als Welpe hat er ja nicht gebissen. Das fängt er jetzt an, seit dem er alle seine schönen neuen Zähne hat. Ich sage ihm "Aus", wenn er das nicht macht, dreh ich mich weg und er bellt wioe verrückt. Dann hole ich die Leine und laß ihn an der Leine, ohne zu fixieren. Es hilft. Er legt sich einfach zu mir hin und bleibt bei mir liegen, zu meinen Füßen oder neben mir.
    Und nein, ich würde nie meinem Hund Gewalt antun.

    Hat dich deine Mutter an der Hand gehalten, als du klein und unbeholfen warst?
    Meine Mutter war sehr psychisch dominant und böse. Da gab es kein liebevolles an der Hand halten. Also hat das hier für mich nichts zu suchen.

    Versuche die Leine anders anzuschauen. Wenn du die doof findest, sind die Chancen nicht schlecht, dass auch dein Hund die doof findet.

    Sieh es nicht als Freiheitsberaubung für den Hund, sondern als Verbindung, die auch Sicherheit gibt.
    Wenn die Leine hilft, dann nimm sie doch.
    Leine per se finde ich ja nicht doof. Aber ich würde meinem Hund gerne mehr Freiheiten geben. OHNE Leine!!!
    Hund an der Leine in der Wohnung käme mir vor wie wenn eins meiner Kinder mit Jacke und Mütze in der Wohnung rum läuft. Da krieg ich nämlich die Krise.
    Ich wäre gerne da, wo meine Gedanken sind!




    Bleibt gesund und passt auf euch auf!!!

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    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Und an der Straße sind meine Hunde eh immer an der Leine. Zu ihrem Schutz und aus versicherungstechnischen Gründen.
    Da sowieso. Da gehts ja ohne Leine gar nicht. Aber ich wohne in Waldnähe. Keine 2 Minuten bis dahin.
    Vor der Haustür einen sehr breiten Grünstreifen, allerdings fährt unterhalb die Bahn und da ist es laut und gefährlich für meinen kleinen Wautzi.
    Ich wäre gerne da, wo meine Gedanken sind!




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    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Zitat Zitat von schlumpfine1974 Beitrag anzeigen

    Leine per se finde ich ja nicht doof. Aber ich würde meinem Hund gerne mehr Freiheiten geben. OHNE Leine!!!
    Hund an der Leine in der Wohnung käme mir vor wie wenn eins meiner Kinder mit Jacke und Mütze in der Wohnung rum läuft. Da krieg ich nämlich die Krise.
    Also ist die Leine für dich Freiheitsberaubung? Im weiteren Sinne eben doch doof

    Für mich ist Leine = Sicherheit eher theoretisch. So richtig fühlbar/nachvollziehbar, hat´s grad Katelbachs Beitrag für mich gemacht.
    Grüßle
    TM



    Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht. (Adenauer, Konrad)

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    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Grüßle
    TM



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    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Zitat Zitat von TajMahal Beitrag anzeigen
    Also ist die Leine für dich Freiheitsberaubung? Im weiteren Sinne eben doch doof

    Für mich ist Leine = Sicherheit eher theoretisch. So richtig fühlbar/nachvollziehbar, hat´s grad Katelbachs Beitrag für mich gemacht.
    Ja, irgendwie schon. Ich hatte als Kind einen Hund, der wurde nicht erzogen und der konnte nicht frei rum laufen. Ich fand das schrecklich. Vielleicht auch, weil ich selbst so eingesperrt war.
    Ich wäre gerne da, wo meine Gedanken sind!




    Bleibt gesund und passt auf euch auf!!!

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    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Zitat Zitat von schlumpfine1974 Beitrag anzeigen
    Ja, irgendwie schon. Ich hatte als Kind einen Hund, der wurde nicht erzogen und der konnte nicht frei rum laufen. Ich fand das schrecklich. Vielleicht auch, weil ich selbst so eingesperrt war.
    Ok, da war also die Leine reines Kontroll- und Machtinstrument und du hast das so kennen gelernt.

    Wir hatten keinen Hund, ab und an durfte ich Hunde von Bekannten halten. Ich fand das immer ganz toll mit so einem tollen Tier verbunden zu sein. Als Kontrolle hätte das bei mir eh nicht funktioniert, wenn man der Dogge geradeaus in die Augen schauen kann (Herrchen war dabei und hatte seine Schnuffis auch ohne Leine im Griff)
    Vielleicht finde ich die Dinger deshalb nicht schlimm?

    Dann solltest du dir die Leine erst mal schmackhaft machen. Jedesmal wenn du sie in die Hand nimmst ein Gummibärchen, wenn du den Hund an oder ab leinst zwei.
    Grüßle
    TM



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    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Dann solltest du dir die Leine erst mal schmackhaft machen. Jedesmal wenn du sie in die Hand nimmst ein Gummibärchen, wenn du den Hund an oder ab leinst zwei.


    War grade ne Stunde im Wald. Er ohne Leine und dann kamen 4 andere mit Leine. Das kann er nicht haben und bekam Angst. Flizte zack weg. Ich sammelte ihn dann im Gebüsch wieder auf. Da half kein rufen und keine Pfeife. Nun liegt er völlig erschöpft hier zu meinen Füßen.
    Er mag Hunde nur dann, wenn er frei ist und die anderen auch, oder aber er ist an der Leine und die anderen auch an ihrer Leine.
    Ach, das kriegen wir mit viel Übung noch hin. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.
    Ich wäre gerne da, wo meine Gedanken sind!




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  9. Inaktiver User

    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Zitat Zitat von schlumpfine1974 Beitrag anzeigen


    Er mag Hunde nur dann, wenn er frei ist und die anderen auch, oder aber er ist an der Leine und die anderen auch an ihrer Leine.
    Ach, das kriegen wir mit viel Übung noch hin. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.
    In einem speziellen Konfrontationstraining kannst du deinem Hund beibringen, dass andere Hund per se nichts Böses sind.

  10. Inaktiver User

    AW: Immer neue Hunde-Fragen

    Schlumpfine,

    es ist übrigens ein Gebot der Vernunft (mal abgesehen von Höflichkeit), dass man seinen Hund anleint, wenn man auf andere angeleinte Hunde trifft.

    Warum?

    Weil viele Menschen Gründe haben, ihre Hunde an die Leine zu nehmen. Beispielsweise weil sie einen kranken Hund führen, der Schonung braucht. Oder eine läufige Hündin. Oder einen ängstlichen Hund oder einen, der schlecht sozialisiert ist, und möglicherweise schnell aggressiv/territorial auf Begegnungen mit Artgenossen reagiert. Manchmal haben sie auch einfach keine Zeit, und möchten zügig weiter gehen, ohne auf Interaktionen ihrer Vierbeiner Rücksicht zu nehmen.

    Wenn mein Hund angeleint ist, schätze ich es gar nicht, wenn andere ihre Hunde auf meinen zustürzen lassen, denn ich habe für mein Verhalten - s.o - gute Gründe. Der heranstürzende Hund kann sich dann darauf gefasst machen, dass ich ihn energisch in die Schranken weise.

    Also bitte bei angeleinten Hunden eigenen Hund heran rufen und das Gespräch mit dem Menschen des Angeleinten suchen, bevor man ggf. gemeinsam ein Ableinen abstimmt.

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