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  1. Inaktiver User

    AW: Tiere bestatten- ein Luxus! ? :(

    Zitat Zitat von Quidam Beitrag anzeigen
    Es mag jeder auf seine Weise mit dem eigenen Leid, Abschiednehmen, Danke sagen umgehen.
    Das mag für die anderen verständlich sein, aber auch ungewöhnlich, unverständlich, lächerlich wirken.

    Nur ist der eine nicht per se ein besserer Tierfreund als der andere.

    Aber beide haben das Recht, ihre Meinung zu sagen. Bitteschön.
    Und wenn ich anderer Meinung bin als ein anderer so heisst das noch lange nicht, dass ich den anderen beurteile. Das einzige, was ich beurteile, ist mein Standpunkt zu einem Thema.

    In diesem Fall zum Tod, eigentlich nicht das, sondern zu einem Ritual.
    Ja, das sehe ich genauso.
    Für mich persönlich ist ein totes Tier nur noch eine leere verwesende Hülle und nichts von dem, was es einmal ausgemacht hat, seine Eigenschaften und Besonderheiten und seine Lebendigkeit, ist noch vorhanden. Deshalb ist es mir egal, was mit dieser Hülle geschieht.
    Aber ich kann nachvollziehen, daß andere das ganz anders empfinden und ihr Tier bestatten wollen.
    Meine Tochter begräbt sogar ihre toten Aquarienfische und soll das auch tun. Für Kinder sind solche Abschiedsrituale wichtig.
    Wenn unser Hund mal stirbt, kommt es wohl darauf an,was mein Mann und meine Tochter möchten - mir wäre es wahrscheinlich wurscht, was mit dem Kadaver geschieht. Ich glaube auch nicht an Regenbogenbrücken und ähnlichen Kitsch, verstehe aber, daß es manchen tröstlich erscheint.
    Allerdings sammle ich die weiche Wolle unseres Hundes - da fällt beim Kämmen einiges an, ich habe schon eine Tüte voll. In der Nähe gibt es eine Frau, die diese Hundewolle spinnt und daraus z.B. Schals macht. Das finde ich eine schöne Idee- etwas Wärmendes, Bleibendes von diesem Lebewesen zu behalten.
    Anderen mag das wiederum sehr, sehr befremdlich erscheinen
    Geändert von Inaktiver User (23.10.2012 um 09:37 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Tiere bestatten- ein Luxus! ? :(

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meine Tochter begräbt sogar ihre toten Aquarienfische und soll das auch tun. Für Kinder sind solche Abschiedsrituale wichtig.
    (...)
    Allerdings sammle ich die weiche Wolle unseres Hundes - da fällt beim Kämmen einiges an, ich habe schon eine Tüte voll. In der Nähe gibt es eine Frau, die diese Hundewolle spinnt und daraus z.B. Schals macht. Das finde ich eine schöne Idee- etwas Wärmendes, Bleibendes von diesem Lebewesenzu behalten.
    Mein Sohn (ich glaub, da war er höchstens 3... ) während er unsere damalige Katze streichelte: "Mama, wenn Mausi mal stirbt, behalten wir dann den Bezug?"

  3. Moderation

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    AW: Tiere bestatten- ein Luxus! ? :(

    @Promethea, vor Überraschungen auf altem Grund und Boden bist du nie gefeit. Ich hab mal beim Ausheben des Fundaments einer Scheune die Überreste einer (vermutlich) Schwarzschlachtung gefunden. Was war ich froh, als der erste Zahn zum Vorschein kam und klar sagte, "Schwein!"

    Ich habe meine Katzen, nachdem sie eingeschläfert waren, beim Tierarzt gelassen. Diese ausgiebige Beschäftigung mit toten Körpern kommt mir morbide vor, und ich war nicht taff genug, um Morbidität zuzulassen. (In besseren Momenten weiß ich das Potential für Schwarze Komödien zu schätzen, aber ich ziehe es dennoch vor, wenn diese nicht mir passieren.)

    Bei Menschen ist das was anderes, weil die ja doch für gewöhnlich zu Lebzeiten irgendwelche Präferenzen erklärt haben und damit ihren Erben eine gewisse menschliche und moralische Pflicht auferlegt, diese zu erfüllen. Ausführend zu agieren ist leichter, und hilft auch in einer schweren Situation.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Inaktiver User

    AW: Tiere bestatten- ein Luxus! ? :(

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kein Wunder, dass die Tiere meschugge werden, wenn sie nicht mehr als Haustiere behandelt, sondern in ihrer Rolle und Bedeutung überhöht werden..
    Kann mich chironex nur anschließen.
    Ich wüsste in keinster Weise, dass ich meine Hunde vermenschliche oder ihnen eine sonstwie nicht artgerechter Behandlung zuteil werden lasse, die ihnen physisch oder psychisch schadet, nur weil ich den Abschied von ihnen tröstlich und würdig gestalten möchte (bzw. drüber nachdenke, dieses auch Leuten zu ermöglichen, die denken und fühlen wie ich).

    Ein Haustier ist eben ein Kumpel, ein Freund, ein Partner, ein Wegbegleiter in Freud und Leid, der dich nimmt, wie du bist, man lebt und wohnt zusammen. Und dieses Wesen hat vermutlich gerade für ältere und sozial isolierte Menschen noch einen sehr viel höheren Stellenwert als für mich, und das war schon nicht von pappe.
    Und natürlich ist es irrational, dass man einem letzendlich leblosen Kohlenstofhaufen noch sowas wie die letze Ehre erweisen möchte, aber rein physikalisch mehr "wert" ist ein menschlicher Dahingeschiedener auch nicht, und hochgradig vernünftig ist eine Bestattungszeremonie auch dort nicht.
    Aber das alles ist auch gar keine Frage der Vernunft.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und die Gesetze sollte man eigentlich auch kennen. Da muss man das Rad nicht neu erfinden. Das ist geregelt und es gibt gute Gründe dafür.
    In Anbetracht der Grundwasserschutzverordnung sicher.
    Wenn man das aber als Herzensangelegenheit betrachtet gibt es genauso gute Gründe, die doch wohl zumindest die Frage erlauben, ob man das nicht irgendwie umgehen oder anders regeln, neue Möglichkeiten schaffen kann, wenn diese Gesetzgebung viel Leid bedeutet. Oder nicht?

    Die Idee Kontakte zu Leuten herzustellen, die eine Fremd-Tierbestattung auf ihrem Grundstück zulassen würden und dieses sozuagen als Geheimtipp beim TA gehandelt wird, der sich sicher am besten ein Bild darüber machern kann wie sehr seine menschlichen Patienten das emotional u. finanziell nötig hätten und der dann ggf die Adressen weitergibt, finde ich klasse!

    @ Premium: ein schöner Gedanke!!

    @Schnuffelwuff, sorry,hatte dich grad erst gelesen.
    Es war das monatliche Gratis-Fressnapf-Magazin.
    Keine Ahnung ob das noch aktuell ist.

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    AW: Tiere bestatten- ein Luxus! ? :(

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Und natürlich ist es irrational, dass man einem letzendlich leblosen Kohlenstofhaufen noch sowas wie die letze Ehre erweisen möchte, aber rein physikalisch mehr "wert" ist ein menschlicher Dahingeschiedener auch nicht, und hochgradig vernünftig ist eine Bestattungszeremonie auch dort nicht.
    Aber das alles ist auch gar keine Frage der Vernunft.
    Damit ist ein Bogen geschlagen dazu, dass die menschlichen Friedhöfe aus den Nähten platzen, kein Raum mehr in Städten für neue Bestattungsstätten ist, nach Lösungswegen gesucht wird.
    Deshalb, und weil sie die "letzte Ehre" eigentlich gar nicht haben wollen, lassen Menschen sich selber kremieren, lassen sich in Urnengräbern bestatten. Oder gar in Sammelgräbern.
    So wie z.B. ich - ich liebe meine Tiere, aber ich habe sie alle beim Tierarzt gelassen, bzw. in Zeit, als ich noch einen grossen Garten hatte, dort ein Eck für sie reserviert. Das aber ausgehoben, als wir das Grundstück verkauften - und somit landeten die Knochen doch im Mülleimer.

    Ich weiss nicht, wie viel Platz die Tiere beanspruchen würden, wenn es wie für Menschen die Bestattungspflicht gäbe - aber rein gefühlsmässig - ich meine nach meinem Gefühl - würde es da ganz schön eng in unseren Breiten werden, bei dem Tieraufkommen, das wir haben. Allein ich habe in meinem Leben 25 Tiere verabschiedet. Das ist eine Reihe in einem Friedhof.

    Wer heutzutage sein Tier so würdig bestatten möchte, wie er es für richtig hält, kann dies für 200 bis 600 Euro tun. In manchen Orten kostet das Grab nur ein Mal, in anderen ist die Pacht jährlich zu bezahlen. Einschliesslich Grabstelle mit Grabstein. Nur halt noch nicht in jedem Dorf.

    Einer Bekannten starb der geliebte Hund. Im Januar . Draussen war der Boden gefroren. Die umliegenden Krematorien waren beschäftigt bzw. sie verlangten 600 Euro bei der Grösse fürs Kremieren, der Tierfriedhof in der nächsten grösseren Stadt war nicht genehm. Was machte sie - steckte den Gordon Retriever, der ja immerhin an die 80 kg wiegt und fast so gross wie eine Deutsche Dogge war - in die Kühltruhe. Ich war grad dort und wunderte mich, dass es mitten im Jahr sozusagen Wild gab, bis ich hörte, dass das darin gefrorene Fleisch verschenkt bzw. verarbeitet wurde. Bis im März dann der Boden aufgetaut war und sie ihn am Gartenrand begrub, dann war die Kühltruhe für Menschenessen wieder frei - die Tatsache als solche ekelt mich übrigens nicht, ich fand es nur seltsam.
    Der Hund war gechipt. Sollte jemals der Chip auftauchen, kann sie mit massiven Strafen rechnen.
    Geändert von Quidam (24.10.2012 um 12:08 Uhr)
    .
    I'm waiting for the other shoe to drop.



  6. Inaktiver User

    AW: Tiere bestatten- ein Luxus! ? :(

    Man muss ein Tier doch nicht beerdigen - wenn man es kremieren lässt, bleibt nur ein Häuflein Asche. Vergräbt man dies in einer Kiste oder einer Urne, die verrottet, bleibt von dem Grab letztlich Humus - es kann an dieser Stelle gepflanzt, gesäät, geerntet werden.

    Man kann die Asche an den Lieblingsplatz verbringen und dort in alle Winde verstreuen.

    Man kann sie daheim in einem Behältnis aufbewahren, und so auch bei Umzug mitnehmen - es gibt so viele Möglichkeiten, die wenig Raum beanspruchen, hygienisch sind, und dennoch eine Alternative dazu bieten, den Kadaver der Tierverwertung zuzuführen.

  7. Inaktiver User

    AW: Tiere bestatten- ein Luxus! ? :(

    Zitat Zitat von Quidam Beitrag anzeigen
    Damit ist ein Bogen geschlagen dazu, dass die menschlichen Friedhöfe aus den Nähten platzen, kein Raum mehr in Städten für neue Bestattungsstätten ist, nach Lösungswegen gesucht wird.
    Das stimmt so nicht, im Gegenteil.
    Da nicht mehr viele Familien über Generationen ortstreu sind so wie früher, gibt es auch kaum noch Familiengräber oder werden Grabstellen oft nur noch für die Mindestzeit "gekauft", sehr oft wird auch gleich die anonyme oder halbanonyme Bestattung gewählt, ob als Feuer- oder Erdbestattung.
    Neue Formen der Bestattung wie z.B. Friedwälder haben Hochkonjunktur, eine Seebestattung wird längst nicht mehr nur von Menschen mit Bezug zur See gewählt, da ist der Zuwachs und das Interesse immens.
    Hier in den städtischen Friedhöfen bleiben daher inzwischen sehr viele Grabstellen zwischen den Gräbern leer, Platz ist also genug da auch für "Neuzugänge".

  8. Inaktiver User

    AW: Tiere bestatten- ein Luxus! ? :(

    @Quidam
    Du hast recht, und darum möchte ich das nochmal präzisieren.

    Für mich möchte ich auch eine Feuerbesattung.
    Meinem Papa habe ich die (mangels genauer Vorgaben seinerseits) ebenfalls Zuteil werden und ihn "auf der grünen Wiese" beisetzen lassen.

    Genaugenommen wäre es mir auch völlig wurscht, was nach dem Tod mit mir passiert.
    Also wenn mir irgendwann mal alles egal ist, dann dann!
    Gern können alle verwertbaren Organe auch noch entnommen oder meine restliche Hülle der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden. Als ich sowas allerdings mal erwähnte hieß es empört von allen Seiten, gerade letzteres könne man den Angehörigen nicht antun !!
    Und das stimmt.
    Um die, und nur die, geht es.
    Es muss eine Zeremonie und meistens auch einen Ort geben - zumindest für die meisten Hinterbliebenen.
    In welchem Aggregatzustand auch immer der Verblichene da eingeliefert wird ist eher sekundär (auch wenn selbst für mich absurderweise manchmal sogar noch auf Unversehrtheit Wert gelegt wird, Stichwort o.g. Organspende).

    Meine Idee mit dem Gratisfriedhof entsprang aus dem, was mir gedanklich und tatsächlich möglich ist.
    Ich kann mir leider nicht leisten ein Gratiskrematorium zu errichten, ich kann es mir auch nicht leisten für Bedürftige die Kosten für selbiges zu übernehmen.
    Was ich mir leisten könnte wäre eben besagte Wiese.

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    AW: Tiere bestatten- ein Luxus! ? :(

    ich hatte aus den Augen verloren, dass Du ja eine Stätte anbieten wolltest.

    Und ich möchte nochmal betonen: Wenn ein Mensch sein Tier kremieren und auf den Kaminsims stellen möchte, dann finde ich das in Ordnung. Oder begraben - oder muss ich jetzt bestatten schreiben.

    Mein Mann starb in Spanien, dort kann man sich die Urnen nach Hause geben lassen und auf den Kaminsims stellen.
    Eine Urne mit Inhalt darf nicht mit der Post oder als Fracht verschickt werden, nur über ein Bestattungsunternehmen. Das hätte 5000 DM gekostet.
    Was mit seiner Asche und seiner Urne geschehen ist, darüber hätte er sich wahrscheinlich totgelacht.

    Yagua - es ist hier alles so geregelt, dass Du kaum dein Vorhaben wahrmachen kannst. Und mit so vielen Auflagen verbunden, dass Du schwindelig wirst.
    .
    I'm waiting for the other shoe to drop.



  10. Inaktiver User

    AW: Tiere bestatten- ein Luxus! ? :(

    Ich finde den Gedanken von Dir, Yagua, sehr schön und nachvollziehbar. Die Preise der Tierbestatter können einem tatsächlich die Schuhe ausziehen, da wird meines Erachtens ganz schön Kasse mit der Tierliebe der Menschen gemacht. Als mein wunderbarer alter Hundeherr 2011 verstarb, war mir das aber in dem Moment völlig wurscht - ich war so traurig, dass ich einfach dankbar dafür war, dass er bei geborgen bei mir einschlafen konnte, am nächsten Tag jemand kam, um seinen Körper abzuholen, und ich sicher sein konnte, dass er respektvoll behandelt wird. Am Tag der Einäscherung - wir haben uns für die Einzeleinäscherung entschieden - konnten wir ihn noch einmal sehen, uns verabschieden, und dann dabei sein, als sein Körper dem Ofen anvertraut wurde.

    Wir bekamen die Asche dann auf unseren Wunsch hin direkt in der Urne, die wir uns ausgesucht hatten mit nach Hause, und auch das war für uns sehr tröstlich - dass der kleine, grosse Hundemann (er war ja ein Riese) jetzt wieder daheim war.

    Für uns war es so richtig, und wir konnten das auch finanzieren. Ich weiss aber, dass das längst nicht für jeden möglich ist - daher finde ich es sehr sinnvoll, darüber nachzudenken, wie man das vielleicht anders regeln könnte.

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