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    Kann ich meinem alternden Hund einen Welpen zumuten?

    Hallo an alle Hundefreunde,

    unser Collie ist jetzt 9 1/2 Jahre und es geht ordentlich bergab mit ihm. Er trottet lustlos hinterher, für 2 km brauchen wir mittlerweile fast 1 Stunde. Bis Februar d.J. ging es eigentlich noch ganz gut, dann musste er wegen eines Tumors am Hoden kastriert werden, seitdem ist alles anders. Die Tierheilpraktikerin meint, er hätte die Narkose nicht gut vertragen und auch das Antibiotika nicht. Sie versucht ihn jetzt nochmal aufzupäppeln mit Naturmitteln (Darmflora aufbauen, Immunsystem stärken usw.) Außerdem haben wir die Ernährung umgestellt, von Trockenfutter auf Rohfutter. Seitdem macht ihm das fressen wieder ordentlich Spaß. Ich liebe diesen Hund über alles und versuche ihm jeden Tag so schön zu machen dass er noch lange bei uns bleibt.

    Auf der anderen Seite bin ich ein sehr sportlicher und unternehmungslustiger Mensch. Ich bin viel im Wald unterwegs, mache täglich Nordic walken. Im Wald ist es oft einsam, ich hätte gerne wieder einen Hund an meiner Seite. Selbst wenn mein Collie wieder einigermaßen aufgepäppelt wird und die Globulis tatsächlich Wirkung zeigen, er wird nicht mehr mit mir unterwegs sein können, mehr als 1-2 km schafft er nicht mehr.

    Ich denke über einen zusätzlichen Hund nach, am liebsten wieder einen Welpen. Aber kann ich das meinem Hund zumuten? Nicht so sehr, dass der Welpe ihn nerven könnte, er wird sich schon noch zur Wehr setzen können, so tüddelig ist er doch noch nicht. Aber kommt es bei ihm nicht so an, dass, kaum dass er alt geworden ist und nicht mehr so kann wie früher, der Nachfolger schon in den Startlöchern steht? Ist das herzlos? Für den Welpen wäre es sicherlich von Vorteil, er kann ja eine Menge von unserem Collie lernen, außedem wäre es gut da ich vormittags arbeiten bin, so wäre der Welpe nicht alleine. Ich bin so unsicher. Mein Mann macht sich da weniger Gedanken, auch er hängt sehr an unserem Hund, könnte sich aber durchaus einen neuen zusätzlichen Hund vorstellen.

    Wie denkt Ihr darüber?

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    AW: Kann ich meinem alternden Hund einen Welpen zumuten?

    Zitat Zitat von MaryB Beitrag anzeigen
    Auf der anderen Seite bin ich ein sehr sportlicher und unternehmungslustiger Mensch. Ich bin viel im Wald unterwegs, mache täglich Nordic walken. Im Wald ist es oft einsam, ich hätte gerne wieder einen Hund an meiner Seite. Selbst wenn mein Collie wieder einigermaßen aufgepäppelt wird und die Globulis tatsächlich Wirkung zeigen, er wird nicht mehr mit mir unterwegs sein können, mehr als 1-2 km schafft er nicht mehr.
    Könntest du evtl. woanders walken? Ich kann dich da gut verstehen, alleine im Wald wäre auch nicht so meins...

    In der Situation wie sie jetzt ist einen neuen Hund dazu zu nehmen, könnte ich mir überhaupt nicht vorstellen. Ich würde es einfach nicht über's Herz bringen, weil ich genau so denken würde:

    Zitat Zitat von MaryB Beitrag anzeigen
    Ich denke über einen zusätzlichen Hund nach, am liebsten wieder einen Welpen. Aber kann ich das meinem Hund zumuten? Nicht so sehr, dass der Welpe ihn nerven könnte, er wird sich schon noch zur Wehr setzen können, so tüddelig ist er doch noch nicht. Aber kommt es bei ihm nicht so an, dass, kaum dass er alt geworden ist und nicht mehr so kann wie früher, der Nachfolger schon in den Startlöchern steht? Ist das herzlos?

  3. Inaktiver User

    AW: Kann ich meinem alternden Hund einen Welpen zumuten?

    Hallo

    Also ich würde es nicht tun.

    Ich stand auch vor dieser Situation vor einiger Zeit.
    Bin viel gejoggt und sehr viel Outdoorsport gemacht mit meiner vorigen Hündin, jahrelang. (Sie war ein Bordercollie-Schäfermix) Ich hab z. B. beim Joggen, so manches Mal wenn es mir nicht gereicht hat, sie schnell zu Hause abgegeben und bin noch einmal los.
    Oft hab ich aber einfach weniger gemacht und Ende - ihr zuliebe. (Mir tat es dann sogar selber gut, einfach weniger joggen oder radeln. Es gibt ja auch noch anderes )

    Ein Zweithund war zu dieser Zeit ein Thema, aber das hab ich dann Gott sei Dank doch sein lassen.
    Ich bin froh das ich es ihr nicht zugemutet habe bei all dem was dann noch kam, was ihre Beschwerden anging. Und sie hatte mich ganz für sich alleine - und - sie hat das auch gebraucht.



    L.G.

  4. VIP

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    AW: Kann ich meinem alternden Hund einen Welpen zumuten?

    Ich bin von der anderen Fraktion, ich hab´s getan.

    Im Frühjahr letzten Jahres kam ich wie die Jungfrau zum Kind zu einem Welpen. Meine Ollen waren 12+ und geschätzte 11+.
    Ich hab mir wahnsinnige Gedanken gemacht, ob ich die Alten überfordere, ausboote, vernachläsige ... und ich wollte den Welpen, der eines Abends versehentlich bei mir statt bei der Pflegefamilie landete (lange Geschichte) am nächsten Morgen zurückbringen.
    Nach kurzer Skepsis ließ mein alter tauber Rüde die Kleine kontaktliegen und meine alte, etwas behinderte Hündin fing gleich an, sie zum Spielen aufzufordern.

    Ich gehe fast immer mit allen 3 Gassi. Die Ollen dürfen Schnüffeln, baden, Buddeln und langsam rumzockeln, die inzwischen über 1,5-Jährige findet meistens einen Hund zum Toben. Oder wir üben ein bissl oder spielen. Oder sie fängt Mäuse.

    Für mich ist es ab und zu anstrengend, einen Tauben, eine Altersstarrsinnige und ein Temperamentsbündel unter einen Hut zu bringen.

    Mit der Kleinen gehe ich in verschiedene Trainings, die alten Hunde sind in dieser Zeit zuhause, dito, wenn ich die Kleine manchmal ins Büro mitnehme. Ich habe das Gefühl, dass speziell mein alter Rüde das ab und zu ganz gern mag. Aber insgesamt ist die Wiedersehensfreude jedes Mal groß.

    Speziell meinem Liebling, dem alten Knaben räume ich auch ein paar Privilegien ein, das geht gut, weil er kein dominanter Hund ist.

    Meine beiden Ollen hat der Welpe irgendwie verjüngt.

    edit
    PS: 9,5 JAhre ist ja noch nicht so alt ...

    Lass bei deinem Hund mal die Schilddrüsenwerte anschauen, ältere Hunde speziell größerer Rassen haben öfter eine Unterfunktion, die sich in einert Art "depressiver Stimmung" und Lustlosigkeit äußern kann.

    Kardiologische Untersuchung kann auch nicht schaden (Ultraschall), oft schließen die Klappen nicht mehr gut. Eine Herztherapie mit ACE-Hemmern oder Pimobendan wirkt oftmals verjüngend, auch wenn der Hund kein Marathonläfer mehr wird.

    Was heißt "Narkose nicht vertragen"? Sagte das der Anästhesist bzw. der TA, der die Narkose überwacht hat? Gab es Zwischenfälle? Ist er schlecht oder spät aufgewacht? Narkoseprobleme sind i.d.R. akut und wirken nicht monatelang nach.

    Nebenwirkungen eines jeden Antibiotikums kann die Schädigung der natürlichen Darmflora sein. Es gibt günstige Nahrungsergänzungen mit gefriergetrockneten Darmkeimen, die das normalerweise schnell wieder einrenken.

    Durchblutungsfördernde Medikamente wie z.B. Karsivan machen alte Hunde munterer, es gibt auch Mittel, die ide Sauerstoffausnutzung erhöhen. Muss man aber spritzen.

    Gute Besserung!
    Geändert von katelbach (26.06.2012 um 15:23 Uhr)
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Kann ich meinem alternden Hund einen Welpen zumuten?

    Hallo MaryB,

    bei allem Respekt vor der emotionalen Intelligenz deines Hundes: aber die denken sicher nicht in solch menschlichen Kategorien! (Nachfolger in den Startlöchern....)

    Vor 4 Jahren, damals war mein alter Hund 12, kam ein Welpe dazu. Was soll ich sagen, ein voller Erfolg! Der Junge profitiert von der Souveränität des Alten, der Alte wurde wieder jung. Jetzt ist er 16 und seit einem halben Jahr stocktaub. Jeden Morgen mache ich eine große NW Runde durch den Wald mit beiden Hunden, da hält er gut mit. Natürlich springt der Junge viel mehr herum. Abends gehen dann die Kinder nochmals ausführlich mit dem Jungen, der Alte will nur in den Garten. Sie liegen jetzt beide neben mir auf dem Sofa - einfach schön. Der Opa ist witzigerweise immer noch der Chef, obwohl der junge Herr doppelt so groß geworden ist!

    Ich würde mich jederzeit wieder so entscheiden, dh. wenn der Opa tod ist, dann bekommt der "neue Alte" auch wieder einen Kumpel.

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    AW: Kann ich meinem alternden Hund einen Welpen zumuten?

    Ich danke Euch für Eure Meinungen, die ja, erwartungsgemäß geteilt sind. Zwei sind dagegen, zwei dafür. Ich bin mit dem Hund nicht mehr zum TA gegangen, sondern zur Heilpraktikerin. Diese hat hier bei uns einen ausgezeichneten Ruf und hilft auch noch, wenn die Tierärzte schon aufgegeben haben. Ich vertraue ihr. Sie hat sich unseren Hund angesehen, ihn untersucht und wir hatten ein 1-stündiges Gespräch. Sowas gibt es beim TA ja nicht. Jetzt stellt sie mir etwas hömopathisches (hoffentlich richtig geschrieben) zusammen, dass meinem Collie wieder auf die Sprünge helfen soll, u.a. wird die Darmflora aufgebaut, die Leber entgiftet. Das warten wir jetzt erst mal ab, übermorgen hole ich es bei ihr ab, sie hat dann noch mal um ein 1/2 stündiges Gespräch gebeten um mir alles zu erklären. Das finde ich klasse.

    Was den Welpen angeht, er wird wohl kommen, aber nicht mehr dieses Jahr. Wir warten bis Frühjahr nächsten Jahres ab, dann sehen wir auch wie es mit dem Collie weitergeht. Ich kann mir ein Leben ohne ihn gar nicht vorstellen, und 9 Jahre ist ja eigentlich noch kein Alter, ein Collie kann durchaus 12-13 Jahre alt werden. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er noch mal so eine Art "2. Frühling" hat wenn der Welpe da ist. Als wir ihn vor 9 Jahren als Welpe bekommen haben, da hatte mein Mann auch noch einen älteren Hund, einen damals 11-jährigen Rottweiler. Der ist, auch dank des Collie-Welpen, dann 13 Jahre alt geworden und hat von dem Welpen sehr profitiert. Er hatte allerdings auch einen ganz anderen Charakter. Wer schon mal einen Collie hatte, weiß was ich meine. Sicherlich denkt er nicht in der Weise, wie ein Mensch denkt wenn ein Geschwisterchen hinzukommt, aber Eifersucht empfindet auch ein Hund. Ich könnte mir schon vorstellen, dass er nicht allzu begeistert ist wenn er unsere Liebe und Zuneigung dann teilen muss. Na ja, ich habe ja noch über 1/2 Jahr Zeit zum nachdenken. Der nächste Hund soll übrigens ein Windhund werden, ein Whippet.

  7. Inaktiver User

    AW: Kann ich meinem alternden Hund einen Welpen zumuten?

    Zitat Zitat von MaryB Beitrag anzeigen
    Der nächste Hund soll übrigens ein Windhund werden, ein Whippet.
    Du weißt aber schon, dass das kein Hund ist, sondern ein Wesen??

    Ich bin hin- und hergerissen was ich dir raten soll. Mein letzter Hund wurde knapp 15, und bis kurz vor seinem Tod relativ fit, körperlich - aber geistig halt nimmer so. Und das Tempo war natürlich ein anderes.

    Ich denke, es wird vor allem für dich anstrengend, beiden Hunden gerecht zu werden wenn deren Bedürfnisse so unterschiedlich sind. Und ein alter Hund hat halt schon gern seine Ruhe, meiner war Zeit seines Lebens lieb mit Welpen, aber die letzten Jahre hab ich schon gemerkt, dass ihm das oft zu viel wurde. Ich weiß nicht ob ich ihm das in seiner letzten Zeit hätte zumuten wollen.

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    AW: Kann ich meinem alternden Hund einen Welpen zumuten?

    Was meinst Du mit dem Satz "kein Hund sondern ein Wesen"? Verstehe ich nicht.

    Ich muß hier was richtig stellen. Unser Collie ist zwar 9 1/2 Jahre alt und läuft in letzter Zeit sehr schlecht, er ist lustlos beim spazieren gehen, trottet hinterher, aber - er ist noch nicht schwerhörig, sieht noch sehr gut und ist nicht als gebrechlich zu bezeichnen. Ein Welpe braucht ja auch erst mal ca. 1 Jahr um die großen Spaziergänge mitmachen zu können. Von daher würden sich, was die Ausgehzeiten angeht, die beiden Hunde gut ergänzen, der Collie braucht nur noch kleinere Spaziergänge und der Welpe ja vorerst auch. Ich habe immer Hunde gehabt, der erste ein Collie (als Welpe bekommen), danach 2 Neufundländer (als alte Hunde übernommen), dann ein Hovawart (als Welpe bekommen, eine besondere Herausforderung diese Rasse), dann der Rottweiler (hat mein Mann mit in die Ehe gebracht) und mit dem Rottweiler zusammen dann unseren Collie als Welpen, von daher kenne ich das wenn zu einem alten Hund ein Welpe kommt.

    Ich stelle hier nicht die Frage wie so etwas zeitlich zu schaffen ist, das ist für mich kein Thema. Es geht einzig und allein darum, ob ich das meinem Collie, sagen wir mal "emotional" zumuten kann, nicht körperlich, das schafft er schon noch, er spielt ja auch noch Ball im Garten, da ist er dann schon fit.

    Kommt ein älterer Hund "emotional" damit klar, wenn ein neuer Hund (egal ob Welpe oder nicht) dazu kommt. Das würde mich interessieren, wie das bei anderen gelaufen ist.

  9. Inaktiver User

    AW: Kann ich meinem alternden Hund einen Welpen zumuten?

    Mary, ich hab selbst einen Windhund. Und er unterscheidet sich im Verhalten und Wesen so deutlich von allen anderen Hunden die ich hatte und kenne, das ich mir schwertue ihn einfach in die Gattung Hund einzureihen.

    Mir kommt er einfach vor als sei er ein Wesen von einem anderen Stern.

  10. User Info Menu

    AW: Kann ich meinem alternden Hund einen Welpen zumuten?

    Das mit dem Welpen hat sich jetzt erst mal erledigt, wir haben beschlossen dies Carlo nicht zuzumuten. Nicht so sehr wegen des Stresses für ihn, sondern aus rein emotionalen Gründen. Wer ein Collie-Wesen kennt, der weiß was ich meine. Die Hunde sind so überaus sensibel und er ist es gewohnt unsere Liebe und Aufmerksamkeit ungeteilt zu bekommen, das er sehr darunter leiden würde. Mit unserem damaligen Hovawart und auch dem Rottweiler konnten wir das machen, nicht aber mit einem Collie.

    Gruß Mary

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