Das ändert nichts daran, dass niemand, der von Ängsten geplagt wird, einen Anspruch darauf hat, dass die Umwelt sich darauf einstellt und entsprechend verhält. Das wäre zum einen in vielerlei Hinsicht gar nicht möglich. Zum anderen aber ist es für den Betroffenen auch kontraproduktiv. Und zu Dritten kommt bei anderen als Ängsten vor Hunden überhaupt niemand auf die Idee, eine solche Rücksichtnahme von unbeteiligten Dritten einzufordern. Darüber könnte man auch mal nachdenken.
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Thema: Hunde und ängstliches Kind
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29.05.2012, 18:31Inaktiver User
AW: Hunde und ängstliches Kind
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29.05.2012, 21:30
AW: Hunde und ängstliches Kind
Ich habe Matratzes Beitrag nicht so verstanden. Sie schilderte eine Frustration über die immer selben ärgerlichen Vorgänge, wo sie vom Hundehalter erwartet, dass er voraus denkt bzw. umgehend reagiert.
In dem geschilderten Fall, Hof mit Kleintieren, reinlaufende Hunde, gäbe es vielleicht die Lösung, ein grosses Schild am Hoftor anzubringen: Liebe Hundehalter, Euer Hund ist hier herzlich willkommen. Da hier auch viele andere Tiere frei leben, Katzen, Meerschweinchen etc, bitten wir Euch, Euren Hunde an die Leine zu nehmen oder so aufzupassen, dass die Kleintiere nicht gejagt oder erschreckt werden.Geändert von Lukulla (29.05.2012 um 21:36 Uhr)
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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29.05.2012, 21:39
AW: Hunde und ängstliches Kind
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29.05.2012, 21:43
AW: Hunde und ängstliches Kind
und wie mache ich das einem Zwei-/Drei-....Siebenjährigen klar? wie einem Menschen, der (wie mein Mann) schon mal gebissen wurde?
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29.05.2012, 21:59
AW: Hunde und ängstliches Kind
Ich antworte mal mit einer anderen Situation: wenn ich ein Trauma habe, weil mich ein LKW angefahren hat, dann muss ich damit leben, dass in meiner Umgebung ständig LKW auftauchen. Ich muss lernen, damit umzugehen.
Ich kann nicht fordern, dass ab sofort LKW nur noch zwischen 7 und 9 fahren, und nur mit Tempo 30 und nur mit Warnblinke fahren.
Aber ich kann von dem LKW Fahrer fordern, dass er alle Verkehrszeichen beachtet, nicht mit überhöhter Geschwindigkeit fährt und bei Fussgängerampeln besondere Sorgfalt walten lässt. Stichwort Blinder Fleck.
Damit schränke ich die Freiheit der LKW nicht ein!!!, sondern erwarte einen Umgang, der gewissen Regeln folgt.
Von einem Hundehalter kann man erwarten, dass er die Verantwortung für seinen Hund übernimmt. Aber nicht, dass er verantwortlich ist für eine Angst, die jemand wegen eines Unfalls hat. Man kann Hunde und deren Halter nicht in Sippenhaft nehmen und alle über einen Kann scheren, nur weil es im dem Leben eines Menschen mal einen Unfall mit Hund gegeben hat.
Im Übrigen möchte ich dringend darauf hinweisen, - damit die Diskussion nicht abdriftet - dass Unfälle mit Hunden zahlenmässig sehr niedrig sind im Vergleich zu anderen Unfällen, etwa im Strassenverkehr oder durch Einwirkung anderer Menschen. Darüberhinaus passieren mindestens 75% aller Unfälle mit Hunden im familiären Bereich. Also da, wo es per se ein Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Hund gibt. Das heisst, in der Interaktion von Mensch und Tier lief dann was schief. Dafür ist der Mensch verantwortlich, der Regeln im Umgang mit dem Hund nicht beachtet hat
Gut sozialisierte Hunde und das sind sie meisten, sind eine Quelle der Freude. Du kannst ja mal in Kinderaugen schauen, wenn sie Tiere, speziell Hunde sehen. 98% der Kinderaugen leuchten.
Hast Du einen Hund?Körperlich Distanz
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29.05.2012, 22:10Inaktiver User
AW: Hunde und ängstliches Kind
Theoretisch: ja.
Praktisch geh ich doch in meinem eigenen Interesse nicht bei Grün über die Straße ohne zu gucken ob ein LKW abbiegt. Oder?
Die Wirklichkeit ist eben keine perfekte, und daher bin ich doch immer besser beraten mich mehr auf mich zu verlassen als darauf, dass alle Zeit alle anderen sich an die Spielregeln halten. Ich finde dieses Beharren darauf im Recht zu sein einfach wenig hilfreich, und zwar in erster Linie für mich selbst, deren Schaden es im schlimmsten Fall nicht mindert, im Recht gewesen zu sein. Das kann ich mir dann in die Haare schmieren, dass der andere aber doch hätte sollen...
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29.05.2012, 23:01Inaktiver User
AW: Hunde und ängstliches Kind
Einem Zwei/Dreijährigen machst Du das gar nicht klar. Du achtest als Aufsichtsperson darauf, dass das Kind sich geborgen und sicher fühlen kann, und schützt es.
Mit einem Siebenjährigen kannst Du auf kindgerechte Art über die Angst reden - über Strategien der Bewältigung, über Massnahmen, die entlastend wirken. Mit einem Siebenjährigen kannst Du auch ein Training besuchen, das konkret darauf hin arbeitet, dass sich das betroffene Kind dem angstauslösenden Reiz nähert.
Wenn Du einem erwachsenen Mann etwas "klar machen" musst, läuft etwas gewaltig schief, denn dieser Mann sollte die Verantwortung für seine Ängste übernehmen, und sie nicht an den Partner delegieren.
Ich weiss übrigens aus eigener Erfahrung, wie sich das anfühlt mit der Angst, und daher kann ich mich auch ganz praktisch sehr selbstbewusst positionieren - niemand ausser mir selbst hält den Schlüssel zur Bewältigung meiner Angst in Händen. Das heisst nicht, dass ich jemals den Dreh finde, diesen Schlüssel auch komplett drehen zu können. Aber niemand kann mir abnehmen, es immer wieder anzugehen, und mich darin zu üben.
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30.05.2012, 09:34
AW: Hunde und ängstliches Kind
Genau, das wollte ich sagen. Glaube meine Beispiele waren nicht sehr gut, da noch unter dem Einfluss eines dieser unerfreulichen Erlebnisse geschrieben. Hundehalter, Verkehrsteilnehmer oder was auch immer: wenn ich erkennbar alles Notwendige getan habe, jede Gefahr unter Kontrolle zu haben, muss das genug sein.
Ausserdem sehe ich einen grossen Unterschied zwischen kindlicher Angst vor Hunden oder der Phobie eines Erwachsenen. Kindern kann ich beibringen - wie schon geschrieben - ihr Verhalten 'sicherer' zu machen, oder versuchen, ihr Selbstvertrauen zu staerken usw. PLUS Aufsichtsperson fuer Kind und Hund muessen wachsam sein. Das ist alles verstandesmaessig und praktisch zu regeln.
Phobien sitzen irgendwo tief im Unterbewusstsein, da helfen vernuenftige Verhaltensweisen der Hundebesitzer nur, wenn auch der Mensch versucht, mit seiner Angst umzugehen.le gach beannacht
Trautchen
Das mit der Leiche ist zwar weniger schoen, doch muss das Leben ja weitergehen... (mehr oder weniger Hannes Wader)



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