Ja, seit vorgestern lebt ein neuer Vierbeiner mit im Haus, ein kleiner Rüde. Mit der Hündin hier versteht er sich prima, nur draußen ist er ein echter Angstbeisser und lässt sich durch nichts beruhigen (er hat schlechte Erfahrungen gemacht, denn auch Hunde werden gemobbt).
Ich war gestern mit ihm gleich in der Hundeschule, wo er natürlich ebenfalls getobt hat, aber irgendwann einen Großteil der Hunde dort ignorierte, er konnte in der Meute angeleint laufen. Es hat ihm auch kein Hund etwas angetan oder ihn angeknurrt, es kam immer nur von ihm. Der Trainer hat ihn immer toll beruhigen können. Vielleicht bin auch ich noch zu unsicher, denn ich habe immer Angst, ich würde ihm weh tun, wenn ich zu ruckartig an der Leine ziehe, vielleicht sage ich das "nein" auch noch zu leise, ich muss also auch üben
Bis zur nächsten Hundeschule-Stunde dauert es noch etwas, würde aber mich gerne vorher schon etwas weiter informieren, wie das von anderen Erfahrenen gehandelt wurde.
Der kleine Kerl ist schon auch sehr nervös, er markiert noch gerne im Haus, auch wenn es weniger wird. Diese Nervosität schlägt sich auch auf den Darm. Wir haben sehr friedliche Hunde in der Gegend, einer davon war heute morgen völlig verblüfft über den Giftzahn und unsere kleine Hündin verhielt sich so, als würde sie uns nicht kennen.
Was könnte ich denn noch alles tun?
Bienie
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Ergebnis 1 bis 10 von 20
Thema: Ein kleiner Angstbeisser
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23.10.2011, 10:46
Ein kleiner Angstbeisser
Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
22.06.06
"Bienie"
, 04.04.11
"King"
, 24.05.17
"Raica"
29.09.21
"Pirry" 
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23.10.2011, 10:58Inaktiver User
AW: Ein kleiner Angstbeisser
Warum lasst ihr den Hund nicht erstmal "ankommen", warum muss so ein ängstlicher Hund sofort in die Hundeschule und warum muss er dort unbedingt gleich auf eine ganze Horde fremder Hunde treffen?
Warum muss der Hund sofort und auf der Stelle (und warum überhaupt??) Kontakt mit anderen Hunde in Eurer Gegend aufnehmen?
Und wer "beruhigt" einen Hund durch Leinenrucken??
Hunde sind Rudeltiere, das heißt aber noch lange nicht, dass ein erwachsener Hund ständig und jederzeit mit anderen Hunden Kontakt haben will - schon gar nicht, wenn er bereits schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Auch mag nicht jeder erwachsene Hund mit anderen toben und spielen - auch das sollte man aktzeptieren.
Mein Rat:
Lass die Hundeschule da sein, lass den Hund erstmal zu Dir Vertrauen fassen und eine Beziehung aufbauen, lass ihn sich in seinem neuen Zuhause und mit seinen neuen Leuten sicher fühlen.
Nutz die Zeit, um Dich mit Hundeverhalten zu beschäftigen - es gibt klasse Literatur dazu, auch mit Thema "Angsthunde".
Und wenn Dein Hund zu denen gehört, die keine Artgenossen brauchen und mögen - dann ist das so, versuch nicht, einen allzeit verspielten, mit allen klarkommenden problemlosen Hund draus zu machen, das wird aller Wahrscheinlichkeit nach hinten losgehen.
Ich kann mir vorstellen, dass er aufgrund seiner Erfahrungen eher einige wenige andere Hunde "auswählen" wird, mit denen er zurecht kommt und allen anderen auch weiterhin mit Skepsis oder sogar Abneigung gegenüber treten wird.
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23.10.2011, 11:42
AW: Ein kleiner Angstbeisser
Immer kann man anderen Hunden nicht aus dem Weg gehen. Er tobt wie ein Irrer an der Leine, wenn er nur von weitem einen Hund sieht! Er macht sich völlig fertig dabei.
Komischerweise eben war es in der Hundeschule ein wenig besser. Dabei waren es dort viele. Trifft er auf einen Hund alleine, dann geht es rund, Hündin oder Rüde - egal, Hauptsache drauf. Und danach bekommt er heftigsten Durchfall.
Ich hatte schon bevor er kam, Literatur gelesen, da hieß es z. B. aus dem Wege gehen, Bogen machen - so große Bögen kann ich gar nicht machen. Er ist kein Bernhardiner, ich komme schon zurecht, aber er selbst tut mir leid. Nein, er muss nicht mit allen "lieb Kind" sein, aber in Ruhe lernen, aneinander vorbei zu laufen, jedenfalls an den meisten.
Er trägt übrigens ein Geschirr und kein Halsband, das Geschirr ist auch gepolstert, damit er sich nicht verletzt, wenn er wie eine Furie los jagt. Es kann passieren, dass er nämlich den Hund von weitem schneller sieht als ich.Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
22.06.06
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23.10.2011, 13:12
AW: Ein kleiner Angstbeisser
Lernt Euch erst mal kennen und beut eine Bindung auf. Ganz ruhig zuhause.
Zur Beruhigung in Stresssituationen ist Leinenruck oder Wegzerren nicht geeignet, das verschlimmert die Situation. Ablenkung ist besser.
Viel Glück!Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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23.10.2011, 18:43
AW: Ein kleiner Angstbeisser
Hallo Katelbach,
im Haus läuft alles prima, im Garten zunehmend auch, zunehmend, weil er auch auf davon fliegende Vögel hektisch reagiert.
Er hat ein wahnsinniges Temperament, er liebt Bewegung, er ist heute im Garten von einer Person der Familie zur anderen gerannt und er hatte sichtlich Spaß daran. Da war er auch abgelenkt.
Nur außerhalb des Gartens. Er kennt gar nix. Ich bin also Bögen gelaufen. Wenn er nur einen Hund von weitem gesehen hat, fing er an zu ziehen und zu toben. Blöderweise gibt es natürlich auch Leute, die ihre Hunde dann nicht anleinen, sondern auch noch laufen lassen.
Ganz schlimm war es, als ich einem Hund ausgewichen bin hinter ein Gebüsch, das war okay, dann aber standen hinter uns Kühe am Zaun! Der kleine Mann hat fast einen Tobsuchtsanfall bekommen.
Leckerlies nimmt er nicht draußen, nur im Garten. Er ist total fixiert auf andere Hunde, lässt sich durch nix ablenken. Er tobt auch weiter, wenn längst kein Hund mehr zu sehen ist.
Sobald er den umzäunten Garten betritt fängt er an, sich zu verändern. Er nimmt uns wieder wahr, seine kleine vierbeinige Gefährtin (die sehr ruhig ist und durch ihn gerade auf blüht).
Mein Herz hängt schon sehr an diesem kleinen Wicht. Er kommt einfach nicht richtig zur Ruhe. Außer, wenn ich z. B. am PC sitze und an der Tastatur klappere. Fernsehen mag er auch ganz gerne. Treppen steigen geht nur bei geschlossenen Treppen, ansonsten trage ich ihn. Ich will ihn zu nix zwingen. Warte vorher ab und wenn er dann pfeift, weil seine "Kollegin" schon unten wartet, dann nehme ich ihn. Er lässt sich das auch gefallen.
Mit seiner Nervosität pinkelt er ständig und auch "hinten" raus kommt nur Wasser.
Vielleicht sollte ich erwähnen, dass er vorher auf einer Pflegestelle gelebt hat, inmitten mehrerer Hunde, wo es keine Probleme gegeben hat. Anscheinend immer nur draußen und mit anderen Hunden. Er hat mit Sicherheit fürchterliche Verlassensängste, kennt so gut wie gar nichts.
Seltsam war, dass er gestern in der Hundeschule sich anscheinend direkt inmitten aller Hunde immer wieder ruhiger geworden ist und sich direkt in die Mitte begeben hat. Nur einzeln in der Begegnung gab es Probleme.
Ein Powerpaketchen mit Panikattacken. Ich möchte ihm gerne die Angst nehmen. Bisher hatte ich Hunde, die Angst hatten vor Lärm, anderen Menschen usw. - aber so panisch hat noch keiner reagiert.
Ich schreibe hier um des Hundes willen. Wie z. B. kann ich ihn ablenken in solchen Situationen oder davor?
BienieTanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
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"Pirry" 
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28.10.2011, 13:13
AW: Ein kleiner Angstbeisser
bist du denn sicher, dass es angstaggression ist? sowas ist ja ohne die situationen zu sehen echt schwer zu beutreilen, weil man keinen kontext und keine körpersprache hat...
das markieren ist ja in dem fall submissiv, wenn die restliche körperhaltung passt. stolziert er dabei rum oder so, wäre es vlt eher revier-abstecken etc... und wie reagiert ihr/du, wenn er das im haus macht? und in welchen situationen ist das?
und das mit dem "beruhigen" klang auf mich auch komisch, wenn es leinenruck und "nein" beinhaltet...?
natürlich darf man angst nicht mit bemitleiden ungewollt bestätigen und so weiter konditionieren, aber schimpfen verstärkt sie direkt, ist ja klar. ich würde dir auch raten, in ruhiger umgebung draussen (ohne deine hündin) ein bisschen zu üben, je nachdem, was er schon kann und vor allem was ihm spaß macht. dabei gibts dann die gesamte futterration, beides trägt zur bindung bei. wenn er dann weiß, dass er dir vertrauen kann und du überlebenswichtig bist (futterquelle^^) kannst du dich langsam in belebtere gebiete vorarbeiten. bis dahin würde ich begegnungen soweit möglich vermeiden, wenn es nicht anders geht, halt einfach kommentarlos(!) vorbeigehen und die situation so schnell wie möglich beenden (also weg, erst wenn ruhig sicheres kommando erfolgreich ausführen lassen, lob)
viel erfolg!
und berichte doch über deine erfolge/was auch immer sich so tut?
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28.10.2011, 19:15
AW: Ein kleiner Angstbeisser
Hallo
,
irgendwie habe ich es noch nicht ganz verstanden, was ihn dazu bringt, so auf andere Hunde los zu gehen. Erst fängt er an zu jaulen und dann rast er einfach los, trotz Leine. Heute erlebt, wir sind etxtra "vom Weg" weg gegangen und er hat wohl Wind vom anderen Hund bekommen, bevor ich ihn sehen konnte. Es reicht schon der Blick von Weitem. Er legt sich ins Zeug, zieht, springt wie verrückt und kläfft und kläfft: Ohren aufgerichtet, Hund aufgerichtet...Ich ziehe ihn dann auch weg, ohne viele Worte (gut, dass es kein Dobermann ist). Stimmt, ich könnte ihn dann einmal rufen oder "sitz" machen lassen und dann weiß ich, ob er sich wieder konzentrieren kann - und dann loben. Das Timing sollte ich üben.
Mit dem Markieren wird es besser, zumindest zuhause, uff. Bevorzugt hat er einen meiner Sessel. Wie haben wir reagiert? Ruhig erst einmal und sind mit dem Lappen gekommen, weg gewischt. So fing es an, dann kam ein "nein". Und jetzt hat es aufgehört.
Das mit dem Beruhigen: Ich weiß nicht, wie ich ihn zur Ruhe bringe, der kleine Kerl macht sich verrückt. Sobald er überhaupt draußen ist, springt er immer wieder unruhig umher und sucht nach irgend etwas.
Er wurde quasi damals ins Tierheim geworfen und von anderen Hunden dann gemobbt. Zu unserer anderen kleinen Hündin ist er total lieb, keinerlei Aggressionen, im Gegenteil.
Üben dann alleine, okay, mach ich! Im Garten geht es jetzt, da ist er zwar hibbelig, aber er kann nicht weg laufen.
DANKE!
Bienie
P.S. - er geht jetzt alleine Treppen rauf UND runter!Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
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"Pirry" 
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28.10.2011, 21:39
AW: Ein kleiner Angstbeisser
Hi Bienie,
probiers mal mit Zylkene und/oder einem "Calm"-Futter. Sol beides auf den Hirnstoffwechsel wirken, aber keine psychopharmakologosche Wirkung, sondern mehr im Sinne einer Nahrungsergänzung.
Über die Wirkungsweise findest Du sicher was mit Google.
Ich kenne Patienten, bei denen das was bewirkt hat. Bei meiner ängstlichen Hündin war der Erfolg nicht so klar zu sehen.
Manche Hunde aus dem Tierheim/Tierschutz brauchen auch viel Zeit, bis sie ankommen.
Grüße
Katelbach
PS: Klassische Homöopathie könnte auch was bringen. Es gibt Tierärzte, die haben die Zusatzqualifikation. Achte aber darauf, dass sie wirklich nklassische Homöpoathen sind. Der Hund könnte ein Konstitutionsmittel brauchen.Geändert von katelbach (28.10.2011 um 21:43 Uhr)
Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
-
29.10.2011, 10:28
AW: Ein kleiner Angstbeisser
statt homöopathie würde ich lieber auf pheromone setzen, die sind tatsächlich nachgewiesen und existent...aber schaden tut beides nicht, daher "was hilft, heilt" (wenn man dran glaubt)
@bienie:
dass du ihn alleine kontrollieren kannst, ist shcon mal super! weiter so
arbeite daran, dass das sicherer wird und er gern mit dir arbeitet (was ist die beste motivation? futter, spieli, lob, streicheln? finde die richtige "dosis" die situativ wirkt!)
übe am besten auch was, was ihm spaß macht und wo er merkt, "hey, ich kann was, ich brauch nicht ängstlich sein" -->selbstvertrauen, bindung zu dir
dass er auch aus weiter ferne so reagiert, kommt wahrscheinlich aus einem doofen kreislauf: angst ohne ausweg --> defensive reaktion --> hund geht weg/mensch greift ein, situation vorbei --> das nächste mal wieder! und immer schneller und früher! weil dann kommt es gar nicht erst zu der begegnung, die ja doof und angsterregend wäre!
du kannst es mit desensibilisierung + gegenkonditionierung versuchen, ist eigentlich ein probates mittel in solchen fällen:
- in großem abstand immer! und genau so lang! wie der reiz (hund) da ist, futter geben (leberwurst-tube)
-reiz weg = kein futter, aber er mekrt "anderer hund = bei frauchen gibts futter" also muss das ja irgendwie toll sein...
wenn du ausprobierst, ob/wann er wieder ruhig genug für ein "sitz" ist, sei dir sicher, dass er es ist, weil zu oft zu früh ist dem ganzen abträglich...
weiterhin viel erfolg!
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29.10.2011, 11:13
AW: Ein kleiner Angstbeisser
Ich hatte zunächst an Bachblüten gedacht, die Wirkung dauert nur länger.
Im Garten wie gesagt, da funktioniert alles ganz gut, aber auch das ist die Gefahr des "Hyperventilierens" gegeben. Deswegen verhalte ich mich immer ganz ruhig in seiner Gegenwart.
Im Garten nimmt er dann auch Leckerle an (eigentlich alles, denn er frißt gerne).
Nur außerhalb des Geländes: Er nimmt keine Leckerle an, sobald die Unruhe kommt, das kann eine andere Hundespur sein z. B., denn heute Morgen sind wir keinem begegnet, er aber hypernervös, zieht plötzlich an der Leine und "jammert" vor sich hin. Danach folgt - wie immer: Durchfall bei ihm.
Manchmal zieht er einfach in eine Richtung weg, Ohren hoch gestellt, keine Ahnung warum und was da für Erinnerungen hoch kommen.
Er tut mir so schrecklich leid. Reizüberflutung, Ängste...der kleine Kerl macht sich völlig fertig. Er hat auch abgenommen, obwohl er gut futtert und die Durchfälle insgesamt doch sehr nachgelassen haben (außer eben, wenn er ein entsprechendes Erlebnis hatte).
Ich google mal nach @Katelbach.
Also wenn es nicht besser wird, werde ich zur Tierärztin gehen.Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
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"Bienie"
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"King"
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"Raica"
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"Pirry" 



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